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. folgenden Jahren der Not eine Kraftprobe bestanden hat, wie sie Wohl noch nie so schwer einem anderen Volke auferlegt worden ist, das Bewusstsein, dass trotz alle und alledem die Wirt schaftliche und staatliche Ordnung dank dem unserem Volke innewohnenden Pflichtgefühl und seiner Disziplin aufrecht er halten werden konnte und in Festigung begriffen ist, endlich vor allem, dass allen Anstürmen zum Trotz die Einheit des Reiches uns doch geblieben ist und, so Gott will, auch weiterhin aufrecht erhalten bleiben wird; gerade im letzten jahte hat die heldenhafte ungebeugte Haltung der Bevölkerung der besetzten Gebiete uns dafür die sicherste trostreiche Gewähr gegeben. Das alles sind Zeichen der Wiedergesundung; es ist also keine unheilbare Krankheit, kein hoffnungsloses Siechtum, das unser Volk befallen hat, sondern ein kraftvoller und unverwüstlicher Volkskörper ist durch die Blutverluste des Krieges geschwächt, von Hunger zermürbt, von Lüge und Verhetzung vergiftet, von Wahn- und Traumgebilden umnebelt auf das Krankenlager ge- Worfen und harrt der Genesung, deren erste Zeichen wir schon mit freudiger Hoffnung begrüssen. Wenn wir also den Zustand unseres Volkes mit einer schweren, aber doch heilbaren Krank- heit vergleichen dürfen, so mag es heute einem Vertreter der medizinischen Wissenschaften und insbesondere der Gesundheits- lehre vergönnt sein, von seinem Standpunkt aus die Lage unseres Volkes zu beleuchten und die Wege zu weisen, auf denen eine Wiedergesundung des kranken Volkskörpers erzielt und be schleunigt werden kann; die Bedeutung der Hygiene für die Erneuerung des deutschen Volkes soll der Gegen stand unserer Betrachtungen an der heutigen Erinnerungsfeier sein. Nach gutem altem Brauch stellen wir in die Mitte jeder akademischen Feier eine wissenschaftliche Studie, und heute mehr denn je ist es das Gebot der Stunde, auch ein Fest im Zeichen der Arbeit zu begehen. Hierbei soll uns Gelegenheit gegeben sein, dankbar der Beziehungen uns zu erinnern, die unsere wie jede Einzelwissenschaft mit der universitas literarum unlöslich verbinden. Die Hygiene weist solche Beziehungen in besonders vielseitiger Weise auf; sie empfängt von den verschiedensten Seiten wertvolle Anregungen und ist ihrerseits berufen, andere Wissensgebiete neu zu befruchten. Abgesehen von den selbst verständlichen unablässigen Wechselbeziehungen, die sie mit den medizinischen Schwesterdisziplinen, besonders mit Physiologie