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Reiche erkämpften und die in den Jahren des Weltkrieges dieses Reich mit ihrem Blute verteidigten. Wir wollen heute in ernster Stunde Gerichtstag halten über uns selbst, wir wollen Einkehr halten in unser Gewissen und uns fragen, ob wir nicht uns Rechenschaft schulden über so manches, was vor und in dieser schweren Zeit gefehlt und gesündigt worden ist. ja, wir be reuen, allerdings in ganz anderem Sinne, als es uns der Feind zugemutet hat. Wir bereuen, dass wir schon in früheren glücklicheren jahren, als unser Volk machtvoll und reich War, nicht immer die Grosszügigkeit und den Opfersinn auf gebracht haben für Massnahmen, die für die Sicherstellung unseres Landes nach aussen und für die Ausgleichung sozialer Unter- schiede im Innern notwendig gewesen wären; wir bereuen, dass wir im inneren Unfrieden, in Zerrissenheit in Klassen- und Partei- gegensätze nicht immer die volle Einigkeit des Volkes erreichen konnten; wir bereuen, dass weite Kreise unseres Volkes in natio- nalen Dingen gleichgültig oder in stumpfer Resignation verharrten; Wir bereuen und es erfüllt uns mit brennender Scham, dass manche Volksgenossen sich in rücksichtsloser Selbstsucht auf Kosten des armen hungernden Volkes bereicherten und inmitten aller bitteren Not der Heimat ein Luxusleben führen; wir ver hüllen unser Haupt ob der Schande, dass käufliche Verräter im Solde der Besatzungsmächte eine schamlose Wühlarbeit verrichten, um den ungeteilten Bestand und die Einigkeit des Reiches in Frage zu stellen, und dass andere ebenso unwürdige Personen Angehörigen derselben Mächte sich hingeben, die deutsche Männer ermorden, deutsche Frauen schänden und deutsche Familien von Haus und Hof jagen! Mehr noch, wir bereuen, dass wir und gerade wir Gebildeten uns in den vergangenen Jahren wirtschaftlichen Wohlergehens zu sehr materiellen Inter essen hingegeben haben, dass wir in materialistischer Welt- und Lebensauffassung aufgingen und der höchsten geistigen und sitt- lichen Werte nur zu oft vergassen. ja, unser Volk ist krank; aber es zeigen sich hoffnungsvolle Zeichen der Gesun dung, und in Anlehnung an ein Wort von Friedrich Nietz- sche dürfen wir sagen: Eine Stätte der Genesung soll unsere Heimat einst noch werden, und schon liegt ein neuer Glanz um sie und eine neue Hoffnung. Was uns mit Hoffnung erfüllt, das ist an erster Stelle die Tatsache, dass unser Volk seit nun mehr fast zehn jahren in der Zeit des Krieges und den darauf