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wenn man Sklaven und Fremden die Aufgaben zuwies, welche in der Aristo— kratie die„niedere“ Bevölkerung erfüllte. Darum hängt das Wachstum der Sklaverei nicht unmittelbar mit einer Industrialisierung Griechenlands zusam— men, sondern mit der Verbreiterung der„Bürgerschaft“, welche durch ihre Emanzipierung eine Zunahme an abhängigen Organen nach sich zog. Nur insofern das Werden der Demokratie durch Zunahme von Handel und Gewerbe bedingt war, haben diese mittelbar in dieser Richtung gewirkt.
10 Ktesikles bei Athen. VI 272 B; die genauen Zahlen sind 11000 Me- töken, 20 000 Bürger(vgl. Beloch, Bevölkerung der griechisch- römischen Welt S. 57; Cavaignac, Population et capital dans le monde méditerranéen antique, Strassburg 1923, S. 62).
20 Betreffs Ausnutzung der Inschriften für diese Fragen: Clere, Les mé- tèques S. 377 ff. Die obigen Verhältniszahlen beruhen auf annähernder Schätzung.
21 Platon symp. 175 e bezeichnet die im Theater Anwesenden als Hel- lenen, nicht als Athener.
22 Ich verweise auf die ausführlichen Erörterungen in Platos Gesetzen XII p. 950.
Bernhard Müller, Beiträge zur Geschichte des griechischen Söldner— Wesens bis auf die Schlacht von Chaeronea. Strassburger diss. 1908.
Ausser auf Aly, Volksmärchen, Sage und Novelle bei Herodot(Göt— tingen 1921) sei hingewiesen auf E. Howald(lonische Geschichtschreibung im Hermes LVIII, 1923, S. 113).
2 Antiphons Buch, dessen Bruchstücke auf einem Papyrus in Agypten gefunden worden sind, wurde in Deutschland zuerst durch Hermann Dieis bekannt(Sitzungsberichte d. Berl. Akad. 20. Juli 1016). Diels hat den Text weiterhin behandelt in seinem Aufsatz„Ein antikes System des Naturrechts“ (Internat. Monatsschrift 1917 S. 81 ff.) und in den„Vorsokratikern“, Nachträge zum 2. Band. Vgl. ferner v. Arnim, Gerechtigkeit und Nutzen in der grie- chischen Aufklärungsphilosophie, Frankfurter Universitätsreden 1015 VS. 5 ff. Nestle, Neue Jahrbücher für das klass. Altertum 41, 1918, S. 11 ff.; K. F. W. Schmidt, Humanistisches Gymnasium 1924 S. 11 ff. In der Grundauf- fassung wie auch in der Interpretation einzelner Stellen glaube ich allerdings von der durch die genannten Forscher vertretenen Anschauung abweichen zu müssen; denn es handelt sich bei dem Traktat nicht etwa um die Gegenüber- stellung des„historischen“ Rechts gegen das„Naturrecht“, noch gar um die Konstruktion eines„Naturrechts“ in dem Sinne, wie es etwa Hugo Grotius und seine Schule aufgestellt hat, die von den„natürlichen“ Bedingungen des In- dividuums ausgehend ein„natürliches“ Recht aufbauten. Vielmehr stellt Antiphon die Natur selbst den nur auf Vereinbarung beruhenden Gesetzen gegenüber. So fasst die Partie auch v. Wilamowitz-Moellendorff, Platon J 85.
2 Für Nietzsche war Sokrates immer eines der grossen Probleme; seine Andeutungen sind daher über alle Werke verstreut, Die obigen charak- teristischen Stellen hat Ernst Bertram, Nietzsche S. 308 ff. zusammengetragen. Hinzuzunehmen ist aber auch die eindringliche Behandlung des Euripides in der„Geburt der Tragödie“. Man braucht Nietzsches Wertung nicht zu teilen und kann doch mit ihm das Anderssein voll empfinden.


