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reits Platons Interesse(Sοναεt. 223 d) ausschliesslich in Anspruch genom- men hatte!
Dass dieser Aufbau der griechischen Wirtschaft, wie wir ihn aus den Quellen erschlossen haben, nicht allein wirtschaftlich denkbar ist, sondern geradezu durch Analogien bestätigt wird, lehrt ein Blick auf die europäische Wirtschaftsgeschichte. Hier hat das„Verlagssystem“ dazu geführt, dass eine alte Produktionsweise durch Handel und Verkehr einen besseren Absatz er— hielt, dass ein häuslicher oder handwerksmässiger Körper einen kaufmännischen Kopf bekam. Zwei soziale Klassen: hier Kleinmeister, Bauern, Weiber und Kinder, die mit herkömmlicher Technik ihre Produkte herstellen, dort kühne Hausierer, spekulative Fuhrleute und Händler, welche dank ihrer Marktkennt- kenntnis, ihrer Zahlungsfähigkeit und ihrer Verbindungen die Produkte der andern vertreiben, sind gegenseitig aufeinander angewiesen(G. Schmoller, Grundriss der allgemeinen Volkswirtschaftslehre 1 S. 425). So wird der Handel zum Keim der Unternehmung. Allerdings kennzeichnet sich das Verlagssystem, wie sein Name erweist, dadurch, dass der Verleger Vorschuss zur Beschaffung von Arbeitsmaterial geben kann, eine Aufgabe, die zum min— desten im Falle des Demosthenes dem Sklavenhalter zufiel. Aber nicht allein können wir nicht wissen, ob nicht in andern Fällen der Händler, der seine Waren in der Werkstatt bestellte(vgl. oben), etwas Ahnliches tat; vor allem aber ist dieser durch die Kapitalkraft des Sklavenhalters bedingte Unterschied ein für unsern Zusammenhang nebensächlicher. Die Hauptsache: stark ent- wickelter Handelsverkehr in Verbindung mit einfachen gewerblichen Betriebs- formen, beides zusammengehalten durch einen kräftigen Händlerstand, charak- terisiert sowohl das Verlagssystem wie die antike Produktion und scheidet sie grundsätzlich von der Fabrik.
Auf der hier skizzierten Grundlage beruht die Bedeutung der Sklaverei für das griechische Leben im weitesten Sinn. Man mache es sich nur klar, dass der Besitzer aus 3—5 Sklaven je nach ihrer Qualität und Verwendung das Existenzminimum für seine Familie(etwa 1 Drachme) heraus wirtschaften kann. Und wenn wir auch keine statistischen Angaben darüber haben, wie viele Sklaven auf den Freien durchschnittlich kamen, so fehlt uns doch nicht ein charakteristischer Beleg: in Megara lebten„die meisten Leute“ von der durch Sklaverei betriebenen Hemdwirkerei(Xenoph. memor. II 7, 6), andere hatten andere Betriebe. Also befand sich dort der Durchschnitt der Bürger im Besitz genügender Sklaven, und wir haben keinen Grund, für Megara eine Sonderstellung anzunehmen. Daher kommt es denn auch, dass für den freien Bürger die gewerbliche Tätigkeit, soweit sie im Dienste eines anderen ge- leistet wird, als zwar unter Umständen notwendig, aber doch immer entwür— digend gilt(Aristot. Rhet. 1 1367 A). Es handelt sich dabei nicht nur um die von O. Neurath(Jahrb. f. Nationalökonomie u. Statistik 32, 1007) gesammelten Urteile der„aristokratischen“ Philosophen, sondern wir greifen ins volle Leben, Wenn ein Isaios in einer Gerichtsrede dem Vormund den Vorwurf macht, er habe ruhig zugesehen, dass die seiner Obhut Anempfohlenen aus Not(87 SM]tͥ hmm srν,unůL) bei andern Leuten in Verdienst gehen mussten (30), und wenn Demosthenes 57, 45 erklärt, die Armut zwänge die Men- schen, niedrige Dinge zu tun, die dem Sklaven eigneten, eine Auffassung, der Xenophon gleichfalls Ausdruck verleiht w(memor. II 8, 1). Solch dienende Arbeit


