Einzelbild herunterladen

*

e

Dem entspricht auch das uns zufällig überlieferte Material. Xenophon geht in seiner Schrift de veetig. davon aus, dass der Besitzer von Sklaven diese verpachtet und aus ihnen einen Ertrag erzielt, den er auf Grund von Einzel- beispielen auf 1 Obolos pro Tag und Sklave ansetzt. Damit stimmt Hyper- eides örsg9 AoA. überein. Die Aαοαοοον, wie diese Abgabe heisst, wird bei Andokides(Myster. Rede 38) von dem im Laurion beschäftigten Sklaven seinem Herrn überbracht; eine ähnliche Vorstellung bei Theophrast Charakt. 30 und neuerdings Menander sri gen. 163(Körte2). Solchegeldbringende Sklaven (A οαεοοον αννeονοννEe Isaeus 8, 35;[Xen.] co A. I 16) sind offenbar eine häufige Erscheinung. Aber grundsätzlich in derselben Weise lebten von ihren Sklaven auch diejenigen Sklavenhalter, welche ihre Sklaven, sei es in ihrem Hause, sei es in eigenen Arbeitshäusern, gewerblich für sich tätig sein liessen. Timarchus besass neben den später zu behandelnden Schustern ein Mädchen, das feine Gewänder webte und auf dem Markte verkaufte (Aischin. 1 97). Aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass sie gleich dem neben ihr genanntenSticker dem Sklavenhalter Geld einbrachte, das sie aus dem Verkauf ihrer Waren heraus wirtschaften musste. Aber wichtig ist, dass sie selbst, nicht etwa der Sklavenhalter das Produkt vertrieb.

Auf dieser Grundlage werden uns einige bekannte Bilanzen verständ licher werden. Demosthenes hatte von seinem gleichnamigen Vater 2 Erga steria geerbt, eines für Messermanufaktur, das zweite für Möbelherstellung; in jener waren etwa 32, in dieser 20 Sklaven beschäftigt. Als Kapital wird dabei ausschliesslich der Wert der Sklaven in Rechnung gestellt, und nur sie, nicht etwa die Egasteria, werfen die Erträgnisse ab ODemosth. XXVIIo) und zwar bringen die 32 Sklaven der Messermanufaktur 3000 Drach- men im Jahre, die der Möbelwerkstatt 1200 Drachmen. In diesen differen- zierten Beträgen kommt die Differenz zwischen den in die beiden Sklaven gruppen investierten Kapitalien zum Ausdruck; denn der Sklave der Messer manufaktur kostete etwa 5 600 Drachmen, der der Möbelwerkstatt 200 Drach- men. Auch Timarchus hatte von seinem Vater- 10 Sklaven geerbt, die als Schuhmacher ausgebildet waren(Aesch. I 97), und von denen jeder 2 Obolen einbrachte. Dass zu diesen- 10 Sklaven ein Egasterion gehörte, erfahren wir nur nebenbei; an dessen Spitze stand ein Vorarbeiter, der dem Timarchos etwas mehr d. h. 3 Obolen einbrachte. Als die Anhänger der 30 gegen Lysias und seinen Bruder vorgingen und sich in den Besitz ihrer Habe setzen wollten, gingen sie in das Ergasterion und nahmen dort eine Bestandsaufnahme vor aber wiederum nur an den Sklaven, die also das eigentliche Kapital sind (Lys. XII 8). Wie haben wir uns nun den Vorgang vorzustellen, dass 2. B. Timarchus aus den Sklaven täglich 2 Obolen Gewinn erzielt? Ist damit etwa nur das durchschnittliche Geschäftsergebnis auf den Tag und den Kopf des Arbeiters berechnet gemeint? Das ist ausgeschlossen, denn in diesem Falle ist ausdrücklich bezeugt, dass der Vorarbeiter 3 Obolen brachte. Also zahlen die in den Egasteria arbeitenden Sklaven ihre Quote an den Sklaven halter, genau ebenso, wie die einer besonderen Beschäftigung nachgehenden oder ausgeliehenen Sklaven. Dann muss natürlich auch der Egasterionsklave sei es als einzelner, sei es in der Genossenschaft die Ware absetzen. Das Verhältnis eines Sklavenhalters zu seinem Ergasterion stellt sich also folgendermassen dar: Er überlässt den Sklaven einen besonderen Arbeitsraum