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16 Thukydides V 105; vgl. H. von Arnim, Gerechtigkeit und Nutzen in der Griechischen Aufklärungsphilosophie. Frankfurter Universitätsreden V 1916, S. 17 f.

17 Blass, Attische Beredsamkeit2 J S. 58 ff. das genaue Datum steht nicht fest(v. Wilamowitz-Moellendorff, Aristoteles u. Athen! 173), nur muss die Rede früher fallen als der Olympiakos des Lysias und der Panegyrikos des Isokrates, die beide die Gorgianischen Gedanken wiederholen.

Es würde den Rahmen eines Exkurses sprengen, wenn ich die Frage nach der Bedeutung der Sklaverei für die griechische Wirtschaft eingehend behandeln wollte; und doch bedarf die Behauptung, dass der Sklave in der griechischen Demokratie volks wirtschaftlich eine Lücke ausfüllte, einiger Be- gründung, da sie den 2. Zt. bei der Mehrzahl der Historiker herrschenden Ansichten widerspricht(Jul. Beloch in seiner griech. Geschichte; Ed. Meyer, Kl. Schriften I. Bd.; Grundy, Thukydides and the history of his age 1911, S. 08 ff.; Busolt, Griech. Staatskunde 1020, 169 ff.). Nach dieser ist der Sklave vor allem derFabrikarbeiter der infolgedessen erst mit dem Auftreten einer entwiekelten Industrie in die Erscheinung tritt, dort aber durch seine grössere Billigkeit die Arbeit des freien Bürgers zurückdrängt, ja vernichtet und darum die Schuld an der wirtschaftlichen Katastrophe Griechenlands trägt. Glaubte man doch sogar aus der Billigkeit der Sklavenarbeit die Tatsache erklären zu können, dass die Griechen zu einer wirkungsvollen Entwicklung des Maschinen wesens nicht gelangten ODiels, Antike Technik S. 40). Demgegenüber muss zunächst festgestellt werden, dass die Behauptung, die Sklavenarbeit sei billiger als die freie Arbeit, aller wirtschaftlichen Erfahrung widerspricht(vgl. W. Geles- noff, Grundzüge der Wirtschaftslehre, in deutscher Ubersetzung von Altschul, Teubner 1918 S. 90; Michels im Grundriss der Sozialökonomikè II 1. TI. 1923 S. 140 ff., dieser vor allem auf Grundlage von Ernst von Halle, Baumwoll- produktion in den nordamerikanischen Südstaaten 1 1807 II 1006). Was die griechischen Verhältnisse im besonderen betrifft, so ist es allerdings auch hier richtig, dass die an die freien Handwerker ausgezahlten Löhne höher liegen als die täglichen Unkosten für den Sklaven(Lenschau in Bursians Jahres- ber. 122, 1904, S. 296 ff., zuletzt P. Schoch, Neue Jahrbücher 1923, S. 77 ff.). Rechnet man jedoch Verzinsung des in dem Sklaven investierten Kapitals bei dem normal hochliegenden Zinsfuss, Amortisation und Risiko hinzu, berück- sichtigt man, dass der Sklave auch bei Arbeitsmangel verpflegt werden muss, und dass seine Leistungsfähigkeit durchschnittlich geringer ist als die des freien Arbeiters, dann kann von einem Lohndruck nicht die Rede sein.

In der Tat ist in der reichen Literatur der Griechen selbst keine Spur davon zu entdecken, dass die Sklaven von den freien Bürgern als Lohndrücker und Konkurrenz empfunden wurden. Die an sich fragwürdige Geschichte des Timaeus(Athen. VI 264 C), auf die verwiesen wird, bezieht sich auf die häus liche Bedienung. Wenn aber Periander den Bürgern von Korinth die Sklaven haltung verbot(Nicol. Damasc. 57), so tat er dies nicht, um den Bürgern eine lästige Konkurrenz vom Halse zu halten, sondern weil er aus politischen Gründen den Müssiggang der Bürger eindämmen wollte. Gerade umgekehrt, als z. B. Ed. Meyer S. 108 annimmt, zeigt die Empörung, die man deshalb gegen den Tyrannen empfand, dass die Bürger für sich das Recht beanspruchten, auf der Grundlage der Sklaverei selbst als Herren zu leben(SY οννναν ,).