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ein Anonymus, der im Sinne des Salmasius schreibt. Sein Buch, das den Titel funus linguae hellenisticae trägt und im Nachwort das ossilegium helle- nisticae veranstaltet, trägt das Motto: cui libet exequias ire Hellenisticae, licet. Ecce illa iam effertur. Darunter gräbt ein Totengräber der hellenistischen Sprache ein Grab. Trotzdem hat der hellenistische Dialekt im Sinne des Drusius eine Auferstehung gefeiert, wie dies angesichts des damaligen Fehlens sonstiger Sprachzeugnisse aus der Atmosphäre des Christentums begreiflich ist. Heute hat die Wissenschaft eine andere Vorstellung vom Verhältnis des Griechischen, welches im Neuen Testament vorliegt, zu dem klassischen Griechisch. Aber gerade zu Droysens Zeiten verbreitete Philipp Buttmann in seiner„Ausführlichen griechischen Sprachlehre“ I. Aufl. 1810; II. Aufl. 1. Bd. (1830) S. 5 die Ansicht, dass die mit starken Hebraismen durchsetzte griechische Sprache des Neuen Testamentes die hellenistische genannt worden sei,(ähn- lich Winer, Hellenismus bei Ersch und Gruber 1820), während z. B. Koch in seiner Ausgabe des Moeris 1830 p. XXII sich zwar gegen die communis opinio wendet, dass unter den Hellenisten schlechte Schriftsteller zu verstehen seien, aber gerade dadurch die weite Verbreitung dieser Ansicht erweist. Unzweifelhaft ist Droysen unter dem Einfluss solcher Anschauungen, die jetzt längst— vor allem durch die wirkungsvollen Arbeiten von Deissmann— überholt sind, zu seiner Begriffsbestimmung im„Hellenismus“ gedrängt worden.
10 Dieser Satz behält seine Richtigkeit auch dann, wenn die geistvolle Gegenüberstellung des„Adelsstaats mit städtischem Mittelpunkt“ und der „Polis mit der Bürgerwerdung aller Freien“(V. Ehrenberg, die Rechtsidee im frühen Griechentum Leipzig 1921 S. 128 ff.) nicht allein typologisch, sondern auch historisch zutreffend sein sollte; denn auch diese Polis stürzt nicht den Adel, sondern zwingt ihn nur, und zwar als herrschenden Stand, in das Ganze einer die Gemeinfreien mitumfassenden politischen Gemeinschaft hinein(Ehren— berg ebda. S. 135).
Die bekannten geographischen Erscheinungen scheinen mir daher nur mittelbar die Zersplitterung Griechenlands zu erklären, insofern sie bestimmend für das Ausmass der in einer Polis sich zusammenschliessenden Adels— geschlechter waren; das entscheidende Moment aber bleibt die Begründung der Polis.
12 Vgl. Pontus E. Fahlbeck(die Klassen und Gesellschaft jena 1922. Ad
1 Bruno Keil bei Gercke-Norden, Einleitung in die klassische Alter— tums wissenschaft III? S. 361; vgl. Ed. Meyer Kleine Schriften J S. 122; v. Wila- mowitz-Moellendorff, Staat und Gesellschaft der Griechen? S. 101:„Jeder Bürger hat nun den Adel und die Würde, die einst dem souveränen Haus— herrn zustanden.“
14 Aristoteles, co ANN, Cap. 26, 2.
15 Verwiesen sei auf die letzte wirkungsvolle Behandlung des„attischen Imperialismus“ bei Ferd. Nolte, die historisch- politischen Voraussetzungen des Königsfriedens. Frankfurter Diss. 1923 S. 20 ff. Wie Athen durch eine ge— schickte Münzpolitik im ägäischen Meere seine Suprematie durchsetzte, zeigt P. Gardner, Journal of Hell. stud. XXXIII 19013, S. 150 im Anschluss an die Inschrift Syll.s 1, 87. Weiterhin: Max Romstedt, die wirtschaftliche Organisation des athenischen Reiches, Leipz. diss. 1914.


