Anmerkungen.
1 Am 10. März 1830 schrieb Droysen an Heydemann, dass ihn die Vor- arbeiten eines umfassenden Werkes: οοοονν ẽ g ννε πνττν νννπνννν in Anspruch nähmen, dessen Vollendung ihn die nächsten 10 Jahre beschäftigen werde(G. Droysen, Johann Gustav Droysen(1910) S. 67). Aus weiteren An— deutungen geht hervor, dass damit vor allem die Zeit des Ptolemäischen Agypten gemeint ist; der spätere Begriff Hellenismus stand ihm damals also nicht fest. Als er dann unter Erweiterung seines Planes im Jahre 1833 die Geschichte Alexanders des Grossen als Einleitung veröffentlichte, rechnete er, wie aus der Widmung an G. Friedländer hervorgeht, weder Alexander noch die Diadochen zur Zeit des Hellenismus; denn die bei Alexander unzweifel— haft vorhandene hellenistische Tendenz(vgl. S. 289, 346, 401, 524, 537 usw.) ist nach Alexanders Tode einer Reaktion gewichen, die etwa 30 Jahre dauerte, bis der von Alexander gelegte Keim zur Reife gelangte(z. B. S. 548). Im übrigen ist der Inhalt des Wortes„hellenistisch“ im„Alexander“ zwar nicht definiert, aber doch ziemlich eindeutig festzulegen; schon dass hellenistisch und hellenisch in gleichem Sinne miteinander wechseln(S. 544 einer- und S. 445 und 456 andererseits) und dass Hellenismus S. 548 f. so viel bedeutet Wie Griechentum, ist charakteristisch. Darüber hinaus lassen sich aber die anderen Stellen von der Voraussetzung aus verstehen, dass Droysen helleni— stisch sagt, um die Ubertragung von Griechischem auf Ungriechisches zu be— zeichnen. Es ist also der Inhalt, wie er uns etwa bei Philon entgegentreten Wird; dass dabei das Griechentum etwas verliert, davon ist keine Rede. Im Gegenteil ist das t höchste Aktionsfähigkeit und darauf beruht die Einheit der Kultur, welche künftig Alexandria und Babylon, Baktra und pergamum verbindet(S. 548). Die Einleitung zur Geschichte des Hellenis— mus biegt den Gedanken bereits um. Zunächst ist die Einwirkung des abend— ländischen Geistes nur der Dünger gewesen, dessen die unter dem persischen Despotismus erstorbenen Volkstümlichkeiten des Ostens bedurften, um zu neuem Leben zu erwachen; jedes der Völker bringt etwas anderes zur Ver- schmelzung mit, und so entwickeln sich ebenso viele Gestaltungen des Helle- nismus, als die Volkseigentümlichkeiten verschieden waren(S. 6). Da ist also Hellenismus nicht mehr Ubertragung von Griechischem auf Fremdes, sondern er ist ein Mischprodukt von Griechischem und Nichtgriechischem, darum ist er natürlich nichts Einheitliches mehr, sondern es können die verschiedensten Formen auftreten. Zum andern erscheint in diesem Hellenismus das Griechen— tum notwendig geschwächt, wenn es so viele Positionen aufgeben musste
8


