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oder keine Rechte haben, so mussten sie doch durch die Masse Wirken, aber nicht allein durch sie. Wirtschaftlich befanden sich unter ihnen besonders mächtige Faktoren. Der Inhaber des grössten athenischen Bankhauses Pasion hatte den Weg vom Sklaven zum Metöken, von diesem zum Bürger gemacht; als er gestorben war, übernahm der Metöke Phormion mit der Witwe des Pasion dessen Geschäft. Ganz allgemein haben die Athener weithin die Finanzkraft der Metöken ausgenutzt, aber bei der Eigentümlichkeit der Lastenverteilung konnte auch da den Metöken Ansehen erwachsen. Wurden sie z. B. gleich den Bürgern dazu herangezogen, für gewisse dramatische Aufführungen in der Stadt den Chor auszurüsten, so bot ihnen dies die Möglichkeit, durch Entfaltung besonderen Glanzes einem Stücke zum Siege zu ver— helfen und dadurch selbst Ruhm zu erringen; denn stolz verkünden die anlässlich des Sieges errichteten Weihinschriften neben dem Namen des Dichters den seines Chorführers.
Erinnert man sich schliesslich noch der Tatsache, dass die Metöken in gewissem Umfange zum Waffendienst verpflichtet waren, dann darf man wohl unbedenklich die Behauptung aus— sprechen, dass das Athen der perikleischen Zeit und des pelo— ponnesischen Krieges innerlich bereits über den Charakter des Stadtstaates hinauswuchs, dass seine Bevölkerung ein buntes Gemisch darstellte, durch welches naturgemäss auch die Bürger- schaft im engeren Sinne in ihrer geistigen Struktur verändert werden musste. Demgemäss haben die Staatstheoretiker?2, welche die Geschlossenheit und Reinheit der Stadtstaaten erhalten wollten, auf Grund ihrer Beobachtungen besondere Vorschriften empfehlen zu müssen gemeint, um einen geistigen, zersetzenden Einfluss der Fremden auf die Bürgerschaft zu verhindern oder doch ein— zudämmen. Und doch, wie wirksam dieser Einfluss war, zeigt ein m. E. ganz besonders charakteristisches Symptom: Im Jahre 403 hat der athenische Staat offiziell das alte attische Alphabet durch ein aus lonien übernommenes Alphabet, das sich im Privatgebrauch schon eingebürgert hatte, ersetzt. Aber die Reichs- und Handels- zentrale Athen stand durchaus nicht allein in dieser Entwicklung; nicht nur, dass die anderen Städte mit stark entwickeltem Ver- kehr in derselben Richtung wirkten, sondern es hat auch neben diesem allen der jetzt eintretende Ersatz der Bürgerheere durch berufsmässige Söldner2s gleichfalls zu einer Uberwindung des partikularen Staatsgedankens geführt. Im klassischen Staat er-


