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Partikularismus, und zum andern auf diesem engen Gebiete eine ungeheure innere und äussere Bindung der Bürger gegenüber dem Staat, die der beruflichen Einseitigkeit entgegenstrebt. In beiden Beziehungen bildet nun der Hellenismus das Gegenstück zum klassischen Staat; die partikulare Sonderexistenz der alten Stadtstaaten verschwindet als geschichtlicher Faktor; denn nur die grossen Reichsgebilde haben genügend Gewicht in die Wag- schale zu werfen. Diesen neuen— von fremden Herrschern regierten— Weltreichen, die nirgends den Volks willen repräsen— tieren, steht der Bewohner innerlich fremd gegenüber, und gleich- wie diese Reiche keine sittlichen Forderungen an ihre Glieder stellen, isoliert sich auch das einzelne Individuum ihnen gegen- über und befriedigt sein soziales Bedürfnis durch frei gewählten Zusammenschluss in Verbänden und Vereinen, die sich auf Gemein- samkeit der Weltanschauung, der Religion und des Berufes auf- bauen, und die über die ganze griechische Kulturwelt verstreut sind. Der athenische Gelehrte steht nunmehr dem alexandrini— schen Gelehrten innerlich näher als seinem athenischen Mitbürger, die Verehrer eines und desselben Gottes schliessen sich über die ganze Welt hin zusammen, ohne an die staatlichen Grenzen zu denken, nach freier Wahl sucht man die Bildungsstätten auf, die wertvoll erscheinen. Von auswärts berufen die Gemeinden un— parteiische Richter, deren fachmännischer Schiedsspruch an die Stelle des Laienurteils tritt. ln dem Verkehr mit den Berufs- und Gesinnungsgenossen steigert jetzt das frei gewordene Individuum sein Können zu höchster Virtuosität, aber es engt sich eben da- durch zu einem Spezialistentum ein. Fehlten doch nunmehr die durch das innige Gemeinschaftsleben mit den Mitbürgern herbei geführten Hemmungen, es fehlte das zwischen den Berufen aus- gleichende Moment der gemeinsamen Sorge um das Vaterland, ein Ende hatte die Kriegsdienstpflicht des Bürgers, die nicht allein soziale, sondern auch geistige Einseitigkeiten zu hindern vermag. Also ist die Aufhebung der im Stadtstaat gegebenen Bindung die Voraussetzung für den Hellenismus. Wann und wodurch hat sie stattgefunden? Auf den drei entscheidenden Gebieten müssen wir m. E. dieselbe Beobachtung machen, dass sich um das jahr 400 die klassische Form des Stadtstaates überlebt hat, und die Bewegung zum Hellenismus einsetzt.
Zunächst aussenpolitisch: Das grosse Ringen gegen das persische Reich hatte gezeigt, dass nicht mehr die partikularen


