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gedanke durch den griechischen Kulturgedanken zurückgedrängt und eben durch diesen Zug zum Allgemeinen auch die Anpassung an das Fremde, gleichwie die Angliederung des Fremden ermög- licht wurde.

Will man sich diesen charakteristischen Vorgang verdeut- lichen, dann muss man den Ausgangspunkt nehmen von der Frühzeit griechischer Geschichte, wie sie uns in den Homerischen Gedichten entgegentritt. Damals verkörpert ausschliesslich der Adel die soziale Organisation; dieser Adel war zunächst lokal nicht gegliedert, vielmehr gab es eine allgemeine griechische Adels- gesellschaft, welche die Grenzen der späteren politischen Gebilde nicht kannte. Gemeinsames Griechentum steht also am Anfange der griechischen Geschichte, freilich beschränkt auf eine Ober- schicht und eben deshalb nicht zu vergleichen mit den zum Hellenismus hinführenden Tendenzen der späteren Zeit. Immerhin begreift man es, dass die Vertreter des Gedankens eines allge- meinen Griechentums, wie Isokrates, gerne an den Zug gegen llion erinnerten, zu dem sich die gesamte griechische Adels welt zusammengefunden hatte. Geschichtlich ist aber zunächst nicht diese Tatsache wirksam geworden, sondern gerade umgekehrt die entgegengesetzte Tendenz. Wenn nämlich die griechische Ge- schichte so ganz eigenartig verlief und zu politischen Vorstellungen gelangte, die anderwöärts nie wieder erlebt, sondern nur künstlich belebt werden konnten, so ist dafür der Hauptgrund in der Tat- sache gegeben, dass der Adel von sich aus zu lokalen Zusammen- schlüssen in Städten gelangte. Die Stadt ist also in Griechenland nicht, wie anderwärts, im Gegensatz zum Adel entstanden, viel- mehr ist sie selbst ein Produkt der Adels kultur. Die Konzen- tration gewisser Gruppen von Adelsgeschlechtern in Städten führte auf der einen Seite dazu, dass die in einer Stadt vereinten adligen Familien sich als Einheit fühlten und dadurch von der Adels- gruppe einer andern Stadt abhoben; mit anderen Worten, erst diese Konzentration hat die allgemeine griechische Adelsgesell- schaft aufgelöst und die politische Zersplitterung des Griechen- tums herbeigeführtii; denn diese Städte, zu denen das umliegende Territorium jedesmal hinzugehörte, übernahmen von den sie kon- stituierenden Adelsgeschlechtern die volle Selbstherrlichkeit und Souveränität, so dass man in diesem Sinne von Stadtstaaten sprechen muss. Was dadurch dem Griechentum als Ganzes betrachtet an Einheit verloren ging, wurde auf der anderen