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und Missverständnisse bei wissenschaftlichen Diskussionen sind die Folge. Muss man doch 2. B. bei sonst gleicher Be— wertung der Tatsachen über den Einfluss des Hellenismus auf das Christentum, oder die Stellung von Paulus zu Hellenismus und jqudentum, von Droysens Begriff aus ganz anders urteilen als etwa von dem Kaerstschen. Und was Alexander als Begründer des Hellenismus betrifft, so ist diese Vorstellung überhaupt nur möglich von Droysen her, aber sie wirkt weiter, auch wo man sich von ihm entfernt hat. Dass schliesslich die zeitliche Begren— zung des Hellenismus ganz verschieden ausfallen muss, je nach- dem man ihm diesen oder jenen Inhalt gibt, versteht sich von selbst. Aus allen diesen Gründen scheint mir die Notwendigkeit zu bestehen, den zur Erörterung stehenden Begriff inhaltlich Zzu— nächst einmal klar festzulegen, und das um so mehr, als bereits Droysen bei seiner Einführung von Voraussetzungen ausging, die nicht zutreffend sind. Die Griechen selbst, so meint Droysen in dem Vorwort zu seinem Werke über den Hellenismus, hätten die Sprache jener von ihm behandelten west-östlichen Völker— mischung„Hellenismus“ benannt, er übertrage diesen Begriff von der Sprache auf die geschichtliche Erscheinung dieser Völker— mischung selbst. Gegen den 2. Satz würde man nichts einzu— wenden haben, wenn der erste grundlegende Satz richtig wäre. Aber diese Voraussetzung trifft nicht zu; für die griechischen Grammatikers, auf welche wir uns in dieser Beziehung verlassen müssen, bezeichnet der Hellenismus das Gemeingriechische, und zwar in dem doppelten Gegensatz einmal zu dem dialektischen Griechisch, d. h. dem Teilgriechisch, und zum andern im Gegen— satz zu dem Ungriechischen, dem falschen Griechisch, dem Bar— barismus, wie man gerne sagte, und es kann demnach gar kein Zweifel sein, dass die Griechen selbst in solchen Texten, welche man jetzt auf der Grundlage von Droysens Begriffsbestimmung als hellenistische bezeichnen zu dürfen meint, Barbarismen ge— funden hätten. Droysen stand bei seiner gegenteiligen Behaup— tung unter dem Eindruck einer Anschauung, die in früheren jahrhunderten sich weiter Geltung erfreute, aber jetzt kaum mehr Anhänger haben dürfte. Wer nämlich von der Kenntnis des so— genannten klassischen Griechisch aus an die Lektüre des neuen Testamentes herantrat, empfand den weiten Abstand zwischen den beiden Sprachen, den man sich in der Weise zu erklären suchte, dass das neu-testamentliche Griechisch einen besonderen


