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preussischen Geschichte geworden und hat darüber die geschichts— philosophischen Erwägungen, die die Arbeit des Historikers ferner Zeiten begleiten müssen, derart überwunden, dass er sie in der 2. Auflage seiner Geschichte des Hellenismus tilgte; aber seinem Begriffe des Hellenismus als der geschichtlichen Tatsache der Verbindung des griechischen und orientalischen Wesens blieb er treu, und zahlreiche Forscher, vor allem Religionshistoriker und Theologen, sind ihm bis in die allerjüngste Zeit gefolgt'.
Aber eine eigentümliche Verschiebung der Bedeutung blieb nicht aus. Droysen selbst hatte bereits 1834 in einer Denkschrift von seinem Plane gehandelt,„die noch ganz vernachlässigte Ge- schichte der hellenistischen Jahrhunderte zu behandeln“ und da- bei zunächst nur von dem Rechte des Historikers Gebrauch gemacht, der eine Periode nach der Erscheinung benennt, welche für sie besonders charakteristisch war. Aber gerade in der Frage, was denn nun für die Jahrhunderte nach Alexander charakteristisch War, musste die fortschreitende Forschung z. T. andere Wege gehen als Droysen selbst. Dieser hatte, da er auf das Christen— tum und den Orient lossteuerte, bei seinem Hellenismus die rein griechische Entwicklung in den Hintergrund treten lassen, und doch ist sie zum mindesten bis ins 2. vorchristliche Jahrhundert“ hinein wichtiger als die griechisch- orientalische Mischung. Logisch Wäre es daher gewesen, wenn man angesichts dieser erweiterten Erkenntnis auf die Bezeichnung Hellenismus verzichtet hätte; aber dieser Begriff war inzwischen zu einer fast chronologischen Bestimmung geworden, und da zudem in dem Worte Hellenis- mus nichts enthalten ist, was die griechisch- orientalische Ver- schmelzung sprachlich zum Ausdruck brächte, so geschah es, dass man das Wort beibehielt und doch eine andere Sache meinte. Um von früheren abzusehen, so hat der Würzburger Historiker julius Kaerstò in seinem philosophisch durchdachten, tiefgreifenden Werk über die Geschichte des Hellenismus die rein griechische Linie gezogen und doch den Ausdruck Hellenis— mus beibehalten, obwohl ihn die Ergebnisse seiner Forschung im Grunde dazu führten, diesen griechischen Hellenismus lange vor Alexander anzuknüpfen. In gleicher Weise hat Arnold von Salis in seiner 1919 erschienenen Kunst der Griechen die helle- nistische Kunst, deren Beginn er vor Alexanders Welteroberung ansetzt, aus der klassischen griechischen Kunst ohne fremden Einschlag abgeleitet. Nicht anders denken die Literarhistoriker,


