Ausgabe 
24.10.1914
 
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ttlaffc. In Nichtraucherabteilen und in den Speisewa­gen wird geraucht, Frauenavteile werden von Ntännern besetzt. Unter einem derartigen Verhalten Einzelner mutz die Gesamtheit leiden. Das Stalions- und Zugbegleit­personal ist daher angewiesen worden, solchen Reisen - den gegenüber mehr als bisher aus Ordnung zu halten. Bei der recht schwierigen Pflicht, die Ordnung am und im Zuge aufrecht zu erhalten, ist es dringend erwünscht, datz den Anordnungen der Beamten, die den autzerge- wvhnlichen Verhältnissen soweit angängig Rechnung zu tragen sich bemühen, von den Reisenden Verständnis ent- gcgengebracht, und datz den Beamten ihre'Tätigkeit nicht erschwert wird. Ein weil verbreiteter Irrtum scheint auch der zu sein, datz Unterossiziere und Mannschaften jetzt in jeder beliebigen Wagenklasse Platz nehmen dürften. Demgegenüber muh darauf hingewiesen werden, datz die Militärpersonen von den Eiseitbahnen nicht frei be­fördert, sondern dah alle Leistungen der Eisenbahnen von dem Deutschen Reich bezahl! werden. Ist cs daher aus diesem Grunde schon nicht gleichgültig, welche Wa­genklasse von den Militärpersonen benutzt wird, so kommt hinzu, dah Unterofsiziere und Mannschaften auf Gpund von Mililärsahrkarten und Militärfahrscheinen im all­gemeinen nur die Berechtigung zur Benutzung der 3. Klasse haben. Rur wenn die absendcnde Militärbehörde die UeberzeuguNg hat, dah aus irgend einem Grunde, beispielsweise in Rücksicht auf die Art der Verwund - ung oder den Zustand des Verwundeten, die Beförder­ung auf Polstersitzen nötig sei, kann si« dies in den Mi- litärfahrfcheinen einiragen, worauf dann der Verwun­dete in einer, entsprechenden Klasse befördert wird. Die Staatsbahnvcrwaltung hat in zahlreiche Schnellzüge be­sondere Abteilwagen für einzeln reisende Verwundete ein­gestellt. Diese Wagen erleichtern die Unterbringung Ver­wundeter, die der Hilfe beim Ein- und Aussteigen be­dürfen und erleichtern es ferner dem Roten Kreuz, auf Unterwegsstationen Stärkungsmittel zu verabreichen. Es ist daher nicht zu billigen, wenn Reisende die Verwun­deten veranlassen, in anderen Abteilen oder in Abteilen Platz zu nehmen, für die die Militärfahrscheine nichl gelten. Den Verwundeten, die häufig mehrere Tage unterwegs sind, wir,d damit keine Wohltat erwiesen, zu­mal wenn sie dann noch durch Fragen um die ihnen nötige Ruhe gebracht werden.

):( Frankfurt a. M., 21. Okt. Stabsarzt der Reserve Prof. Dr. Schwenkenbecher, Direktor der Medizinischen Klinik, erhielt das Eiserne Kreuz. Prinz Oskar von Preuhen besuchte gestern in Begleitung seiner Gemahlin die in den Lazaretten un- tergebrachten Verwundeten und beschenkte sie reichlich mit Blumen und Zigarren.

flu$ aller Mit.

Berlin, 20. Okt. DasTageblatt" erfährt von unterrichteter Seite, dah der Bundesrat Erörterun­gen über die Einführung von Höchstpreisen ftir Brot - getreide und Mehl abgeschlossen halbe und dah. eine entsprechende Verordnung fertig vorliege; sie werde vor­aussichtlich noch in dieser Woche veröflentlicht werden und könne den spekulativen Aufkäufern von Ge­treide und Mehl Enttäuschungen bereiten.

' Kardinal Mercier teilt mit, dah er am 20. d. Mts. den Sitz seines Bistums wieder nach M e ch e l n verlegen werde.

" Die Einwohner von Metz, die zur Ent­lastung der Festung Metz imTaunuS untergebracht wor­den waren, sind auf behördliche Anordnung wieder heimgekehrt.

flnagland.

Im Schutte Deiner Hütten sollst Du's bühen, Was Du an Schande in die Welt gebracht,

Das Heiligste, Du tratest es mit Fützen,

Und hast den Weltbrand srevelnd angefacht.

Du, England, wähnst Dich ruhmvoll auserlesen, Prahlst, dah die Menschlichkeit Dein Erbteil sei, Doch von Gemeinheit strotzt Dein ganzes Wesen, Und Deine Frömmigkeit ist Heuchelei.

Die Welt läht für Deinen Eeldsack bluten, Und kriechst hyänenglcich im Hinterhalt,

Was kümmern Dich die r,oten Flammcngluten,

Und all der Jammer, der zum Himmel schallt!

Doch wehe Dir, schon steigt aus Blut und Leichen Eespensterhast ein Heer von Schatten auf,

Vor denen Deine Männer selbst erbleichen,

Und keine Macht hemmt ihren wilden Lauf.

Die Rache wird den Erdball unjgestalten,

Und wo die deutsche Heldensaust nicht reicht,

Da läht der Himmel jene Mächte walten,

Für die Du selbst den grausen Weg gezeigt.

Du gehst bergab, ich sehe Knochenhände,

Die Angst und Hunger ballt zur Wahnsinnswut, Nicht Du, nein, Gott bestimmt des Kampfes Ende Und heischt für Deine Blutschuld auch Dein Blut.

Louis Engelbrecht.

Zehn Gebote des Nichtkämpfers.

Der bekannte Schriftsteller Reinhcld Ortmann stellt l in denMünchener Neuesten Nachrichten" folgende Ee- I bote für Nichtkämpfer auf:

1. Du sollst unerschütterlich sein in dem Vettrauen auf den Sieg der gerechten Sache Deines Volkes, und

! Du sollst ohne törichte Ruhmredigkeit dies Vertrauen auch den Kleinmütigen in Deiner Umgebung mitzuteilen wissen.

2. Du sollst allezeit eingedenk sein, dah Du in der ! schweren Zeit der Prüfung Dir selber und Deinen per- ; sönlichen Interessen nicht besser dienen kannst, als in- j dem Du alle Deine Kräfte und Gaben dem Mvhle des

Vaterlandes nutzbar, machst.

3. DU sollst mit offener Hand der heldenmütigen Verwundeten gedenken, die für Dich und Deinen Herd gekämpft und geblutet haben.

4. Du sollst nicht abseits stehen, wenn es gilt, für die notleidenden Angehörigen der ins Feld gezogenen Krieger zu sorgen.

5. DU sollst rechtschaffen, und wenn es sein mutz, mit Selbstverleugnung allen Deinen Verpflichtungen Nach­kommen, vor allem gegen diejenigen, die wirtschaft-

! lich schwächer sind als Du.

6. Du solfft. nachsichtig sein gegen Deinen Schuld - ner, wenn die Not der Zeit es ihm zeitweilig unmög­lich macht, Dir, gerecht zu werden.

7. DU solfft nicht persönlichen Vorteil ziehen wol­len aus der Not Deines Volkes. Denn wer in solchen Zeiten! danach trachtet, sich zU bereichern, der, handelt ehrlos und verbrecherisch an seinem Vaterlande.

8. Du solfft für Dich und Deine Angehörigen auf jeden LudiuS uttd auf alles üppige Wohlleben verzich­ten. solange Hunderttausende Deiner Brüder für Dich Mühsal und Entbehrung leiden.

9. Du solfft dem feindlichen Gefangenen begegnen, wie Du willst, dah Deinen in Feindeshand gefallenen Brüdern begegnet werde.

10. Du sollst, keinen anderen Nachrichten Glauben schenken als denen, die von berufener Stelle beglaubigt sind. Die deutsche Heeresleitung belügt Dich nicht. Dankbar und ohne Ueberhebung sollst Du jeden Erfolg der deutschen Waffen hinnehmen. Eine ungünstige Kunde aber oder ein schweres Leid, das höherer Wille durch den Verlust eines teuren Angehörigen überIDich ver­hängen könnte, solfft Du mit jener edlen Standhaftig­keit Und jenem hohen Mute tragen, die allein des deut­schen Mannes und des deutschen Weibes würdig sind'.

Nach dem Fall von Antwerpen

dringen unsere tapferen Truppen immer weiter vor, und damit nun auch unsere Leser in der Lage sind, sie auf ihren sämtlichen Zügen zu begleiten, haben wir auf unserer Kriegskarte vom westlichen Kriegsschauplatz auch eine Sonderkarte von Antwerpen und weiterer Umgeb­ung anvringen lassen, aus welcher sämtliche Befestigun- gen und auch die überschwemmten Gebiete deutlich sicht­bar sind. Natürlich wird diese Karte auch Wert b eh al­len nach dem Fall von Antwerpen, da weitere Opera­tionen zu Wasser und zu Lande von diesen Punkten ausgeben werden. Eine weitere Verbesserung unserer schon so ausgezeichneten Kriegskarte ist die Hinzunvhme einer Sonderkarte von Paris und seinem Befesligungs- gllrtel, von dem hoffentlich unsere Leser recht bald Ge­brauch machen können.

Auch die östliche Karte ist nach allen Richtungen hin verbessert, insbesondere sind überall noch Ortsnamen aufgem'mmen, wo es vermutlich zu EntfcheidUngskäm- pfen kommen wird.

Trotz aller dieser Verbesserungen bleibt der sabel - Haft billige Preis von 40 Pfg. für eine Kalte einschl. Sonderkarten für unsere Leser bestehen.

Die Karten sind in unserer Geschäftsstelle und bei ; den Zeitungsboten erhältlich.

Verantwortlich: Al bin Klein, Eichen.

Kirchliche Nachrichten.

Lvangrlische Gemeinde in Gießen.

Sonntag, den 25. Oktober, 20. n. Trinit. Gottesdienst.

In der Stadlkirche.

Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe.

Vorm. 11 Uhr: Militäraottesdienst. Psr. Schwabe. Nachm. 2 Uhr; Kinderkirche für die Markusgemeinde.

Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Dienstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr: Ver­sammlung der konfirmierten weiblichen Jugend dcrMar- kusgemeinde.

In der Iohanneskirche.

Vorm. 9 l /i Uhr: Pfarrer Ausseld.

Vorm. 11 Uhr: Kindeikirche für die Johannesgemeinde.

Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 7 Yi Uhr: Vereinigung der konfirmierten männ­lichen Jugend der Lukasgcmeinde im Lukassaal. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibclbesprechung im Iohannessaal.

Mittwoch, den 28. Oktober, abends 8 Uhr: Kriegs­betstunde. Pfarrer Ausfeld.

Freitag, den 30. Oktober, nachmittags l / 2 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal.

Nächstkünstigen Sonntag, den 1. November, feiern wir das Reformalionsfest, wobei in beiden Kirchen die alljährliche Kollekte für die Gustav-Adolf-Stistung er­hoben und im Abendgottesdiensl Beichte und heiliges Abendmahl gehalten wird. Anmeldungen werden vor­her bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Katholische Gemeinde in Gießen.

Samstag, 24. Oktober.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele­genheit zur hl. Beicht.

Sonntag, 25. Oktober.

21. Sonntag nach Pfingsten.

Vorm. 6)4 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.

Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosen - kranzandacht mit Segen.

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, abends um 6% Uhr ist Rosenkranzan­dacht mit Segen.

Diaspora:

In G r ü n b e r g um 9% Uhr.

In Hungen um 10 Uhr.

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Feldpost-Bezug der Gietzener Zeitung.

Um unseren Soldaten auch im Felde regelmähig

Nachrichten aus der Heimat zu verschaffen, haben wir eine besondere

Fetdpostbcstellung

auf dieG i e tz e n e r Z e i t u n g" eingerichtet..

Die Einrichtung ist so gedacht, daß Angehörige oder Freunde von Feldzugsleilnehmcrn bei unserer Erpedition den Namen des Feldzugsteilnehmers, der die Zeitung erhalten soll, mit den erforderlichen Angaben (Armee ­korps, Division, Regiment, Bataillon, Kompagnie, Es­kadron oder Abteilung und Batterie) angeben.

Der Bezugspreis von nur 15 Pfg für den Mo­nat ist franko beizulegen. Darauf wird von unserer Erpedition die Zeitung an die angegebenen Feldadres­sen als Streifbandscndung verschickt.

Bestellutzgen auf diese Feldpostsendunqen, die im August einlausen, werden für den Rest des Monats Au>- gust k o st e n f r c i erledigt.

Wir hoffen, datz von dieser Einrichtung, die von uns unter Verzicht auf jeglichen Gewinn getroffen ist, reichlich Gebrauch gemacht wird und bitten jedermann, für ihre Verbreitung besorgt zu sein.

Verlag derGiefiener Zeitung",

Zeltersweg 83 (mittlerer Laden).

werden in jeder Familie gebraucht. Dazu gehören:

Oetker-Puddings aus Dr. Oetker s Puddingpulvern .... zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.)

Rote Grütze aus Dr. Oetker s riete Grützepulver......zu 10 Pfg. <3 Stück 25 Pfg.)

Mehlspeisen und Suppen aus Dr. Oetker's Gustin ] in Paketen zu 1 '/> Pfund, (Nie wieder das englische Mondamin! Besser ist Dr. Nettere« Gustin) J Preis 15, 30, 60 Pfg.

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