Montenegro, Serbien und Griechenland teilen sich außerdem in Albanien, von welchem Lande nur Vülona abgetreten werden soll.
Griechenland erhält nebst NordepiruS die seil dem Tripoliskriege von Italien besetzten Inseln.
Italien nimmt für sich die von Italienern bewohnten Teile von Oesterreich.
Rumänien, das die oben erwähnten Landstriche des Königreichs den Russen überläßt, erhält dafür die von RUmäniern bewohnten Teile von Bukowina, Siebenbürgen und Südungarn.
In den rumänischen Kreisen, in denen dieser Plau bekannt geworden ist, herrscht dem erwähnten Blatt zufolge offene Bestürzung über diese „Verteilung der Beute". Sie sagen unumwunden, dah Rumänien dann verloren wäre. Ganz abgesehen davon, dah es rings - um von Slawen eingeschlossen sein würde, verliert es auch den Zugang zum Meer, und seinen Hcmptaus - fuhrweg durch die Dardanellen, die unter russischer Kontrolle stehen werden. Dadurch wird Rumänien wirtschaftlich unterbunden und hört aus, ein ökonomisch selbständiger Staat zu sein, Dah es dann auch als militärisch und politisch freier Staat nicht bestehen kann,, wäre eine unvermeidliche Folge, auch wenn es nicht wahr sein sollte, dah sich Rußland die mili - tärische Oberhoheit Vorbehalten will. Nicht minder als R u,m önien wird Iialien geschädigt. Italien von Frankreich, England und dabei Ruhland im Mittelländischen Meer eingeschlossen und mit den Griechen und Serben als Nachbarn in der Adria hörtauf, ein Ervßstaat zu' sein und ist seines afrikanischen Besitzes nicht mehr sicher, utn so weniger, als Afrika zwischen England und Frankreich aufgeteilt werden soll.
Ferner verpflichten sieb die Russen England gegenüber, nicht weiter nach Osten vorzudringen: dagegen räumt England den Russen die unbedingte Vorherrschaft auf der ganze nO st see ein. Japan bat die Zusicherung erhaltene freie Einwanderung nach Kanada und den englischen Kolonien, einschließlich Australiens, freie Hand in China und eine Anleihe von 200 Millionen Pen.
Der Eindruck, den dieser Verteilungsplan in den eingeweihten rumänischen Kreisen gemacht hat, war geradezu' niederschmetternd, aber es ist nicht mötzlich, ihn in Bukarest zu veröftentlichen, weil alle, die als treue Rumänen für die Selbständigkeit ihres Vaterlandes eintreten wollen, unter der Tyrannei der im Dienste Rußlands und Frankreich stehenden Elemente sachlich und auch persönlich bedroht werden.
Schön einmal sind die Rumänen von Ruhland übers Ohr gehauen worden. Im russisch-türkischen Kriege hatte Rumänien den russischen Truppen freien Durch - zug durch ihr Land gewährt und Rumäniens Krieger unter Führung des Fürsten (jetzigen Königs) Karl fochten SchrÄter an Schulter mit den Russen in dem ge - wattigen Ringen gegen die Türkei. Unvergessen bleibt der dringende" Hilferuf des russischen Ober,kommandierenden vor Plewna an den Fürsten Karl, alles daran zu setzen, um den arg in die Klemme geratenen Russen, die nahezu schon niedergebrochen waren, schleunige Hilse zus leisten. Und der Dank dafür? Rumänien musste Bessarabien an die Russen abtreten und wurde dafür mit einem Teil der Dvbrudscba abgespeist. Dah die Rumänen das Oedland der Dobrudscha in jahrzehntelanger Arbeit in die Höhe brachten und aus dem vernachlässigten Konstantza einen hervorragenden Hafenplatz gemacht haben, gereicht ihnen zur Ehre, jedenfalls aber war der Tausch, zu dem sie damals durch die' Russen gezwungen wurden, ein schwerer Schlag für sie. Nicht genug damit, verweigerten ihnen die Russen eine strategisch sichere Grenze gegen das damals neugeschaf- sene Bulgarien; erst im vorigen Jahre vermochten die Rumänen aus eigener Kraft durch Annektion des bulgarischen Dobrudscha-Teiles jene Schädigung, die sie durch die Russen erfuhren, in diesem einen Punkte wieder gutznmachen.
2. Tcr französische Plan.
Vor uns liegt eine in Farbendruck aus ge führte Ansichtspostkarte, die eine in einer französischen Zeitung erschienene Landkarte wiedergibt, welche anzeigen soll, wie sich unsere Feinde die Austeilung Deutschland gedacht haben.
Dar,nach bekäme Frankreich das ganze westliche und südwestliche Deutschland, Und zwar zunächst alles Gebiet links des Rheins von Köln bis Basel, außer - dem das Siegerland, Hessen-Nassau, Hessen, das fränkische Bayern, das schwäbische Bayern, ganz Württemberg ufttb ganz Baden. Für die Engländer war Westfalen und Oldenburg reserviert, die Belgier, bekämen Lmemburg, sowie die Gegend nördlich von Köln
einschließlich allen Landes bis zur holländischen Grenze. Für Dänemark war der Nordwesten Deutschlands vorgesehen, die Gegend bis nach Magdeburg, in der Lüneburg, Bremen, Hamburg liegt, sowie natürlich ganz Schleswig-Holstein. Den Russen sollte ganz Ostpreußen und die Provinz Brandenburg mit Berlin, sowie Schlesien und Sachsen zufallen. Bayern, soweit es nicht den Franzosen zusiel, sollte an Oesterreich angegliedert werden. (Ausfallend ist das nicht, dah Bayern an Oesterreich fallen sollte, wenn man bedenkt, wie oft die Franzosen lange vor dem Krieg mit den Tschechen gelieb - äugelt haven. D. Red.)
Nach dieser Aufteilung bliebe von Deutschland nur noch ein Teil der Provinz Sachsen mit den Städten Halle, Magdeburg, sowie die südliche Hälfte von der Provinz Hannover und die kleinen thüringischen Staaten übrig. Dieses Gebiet sollte Frairkreich von Rüh - land trennen, denn die völlige Nachbarschaft mit Ruhland haben die Franzosen wohl nicht gewünscht. Aus der Karte ist dieses Gebiet jedoch nicht mit „Deutschland", sonder.n mit „Thuringe" (Thüringen) bezeichnet, womit es ein Deutschland nicht mehr geben soll!
So also hatten die Franzosen sich die Sache gedacht. Nun ist ihnen ja schon in die Suppe gespuckt worden, wir hoffen, es kommt noch mehr hinein, so daß ihnen übel davon wird.
Es ist und bleibt eine Schande dieses „Kulturvolkes", dah es den Russen die Möglichkeit geboten haben würde, sich nach Westen auszudehnen. Man denke, das industrielle Sachsen und die Zentrale der deutschen Bildung, Berlin, in russischem Besitz. Gibt uns eine solche „Einteilung" nicht das Recht, die Franzosen um kein Haar besser einzuschätzen, als ihre barbarischen Freunde, die NUfsen. — Wenn dieser Krieg vorüber ist, dann sollte für jedes Kompliment, das irgendwo und irgendwie einmal den Franzosen gemacht wird, indem man ihre „Sitten" nachahmt, eine schwere Strafe gesetzt werden. Wir Deutsche haben nicht notwendig, die Ge - wohnheiten der Franzosen nachzumachen.
:i. Englands Plan ist Wohl zu Wasser geworden--
tfu$ aller Mil.
Der albanische Senat erwählte mit großer Mehrheit den Prinzen B u r a n E d d i n, den Sohn des früheren Sultans Abdul Hamid, zutn F ü r ft e n Albaniens. E s s a d Pascha, der hiermit unzufrieden ist, droht an der Spitze von 12 000 Getreuen in Durazzo einzumarschieren.
>fu$ Stadl und Land.
Briefe und Geldsendungen an in England lebende Angehörige werden am besten der Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft in den Niederlanden im Haag übersandt. Die Gesandtschaft übergibt die Sendungen der amerikanischen Gesandtschaft im Haag zur Weiterbeförderung nach London. Es ist hierbei zu beachten, dah Briefe unverschlossen uüd in englischer Sprache abgefaht sein müssen.
n Eichen. Das Eiserne Kreuz wurde dem Hauptmann v. P e n tz vom hiesigen Kaiser Wilhelm - Regiment verliehen.
n Gießen. Die Universität veranstaltet in den Monaten Oktober und November in chrer neuen Aula eine Reihe von Vortragsabenden. Eine Anzahl Dozenten verschiedener wissenschaftlicher Fächer haben sich zü diesem Zweck zusammengetan. Durchweg wollen die Vortragenden sich auf die Gegenwart, den Krieg mit seinen geschichtlichen Voraussetzungen, seinen technischen und geistigen Bedingungen beziehen.
n Gießen. Stadtverordneter Friedrich Helm iit hier im Alter von 64 Jahren am 26. September g e ft o t b e tu
o Friedberg, 28. Sept. Der Kreistag beschloh, allen Ehefrauen aus dem Kreise, deren Männer sich im Felde befinden, den reichsgesetzlichen Unterstützungs- Zuschuß von 9 Mk. auf 12, bezw. von 12 auf 15 Mk. mcnatlich aus lausenden Kreismitteln zu erhöhen.
o F r >. e d b e r g. Jetzt ist auch die Obstbau»- uUd Landwirtschaftliche Schule in Friedberg zu einem Mili- tärlazarett eingerichtet worden. Im ganzen sind vierzig Betten ausgestellt.
WTB. Frankfurt a. M., 29. Sept. (Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung des Verbandes zum Schuß der deutschen Tabakindustrie ist ebenso wie die Zigarettenfabrik I a s m a tz i, A.-G., Dresden, auch die Firma A. Batschari in Baden-Baden unter Staatsaufsicht gestellt worden. Die Beteiligung englischen Kapitals wurde also bei beiden Firmen nunmehr auch behördlich festgestellt.
):( Frankfurt a. M., 28. Sep. Die von dem Jnf.-Rgt. Nr. 81 eroberten feindlichen Geschütze sind in der Nacht zum Sonntag hier einge - troffen. Die Einholung nach ihrem zukünftigen Standort am Kaiser Wilhelm-Denkmal wird in feierlicher Weise erfolgen.
):( Frankfurt a. M., 28. Sep. Auf dem hiesigen Hauptgüterbahnhofe trafen am Sonntag mehr als 160 Lastautos aus der weitesten Umgebung ein, sie waren sämtlich überreich mit Liebesgaben aller Art beladen und wurden auf Eisenbahnwagen sestge- macht. Heute früh ging der erste Zug mit 70 Autos nach Südbelgien ab, von wo die Wagen zu den einzelnen Truppenteilen fahren.
* Hanau. Die Deutsche Dunlop-Eummi-Com- pagnie A.-G. hat dem Roten Kreuz zu Hanau» und Frankfurt a. M., sowie der Freiwilligen Sanitätskolonne vorerst 5000 Mk., sowie Gummischwämme zu Lazarett- und Militärzwecken im Gesamtbeträge von 5000 Mark, überwiesen.
w Gelnhausen. Der Landrat hat für den Kreis Gelnhausen Höchstpreise für Brot und Schweinefleisch festgesetzt. Für Zuwiderhandlungen werden Geldstrafen bis zu 3000 Mark und Schließung der Ver ° kaufsläden angedroht.
):( Limburg a. Lahn, 28. Sep. In der hiesigen Gemarkung der nördlichen Lahnseite ist man gegenwärtig mit der Errichtung eines Kriegs-Gefangenenlagers beschäftigt. Es soll für 10 000 Gefangene autzreichen. Das ganze Terrain uMfaht mehr als 50 Morgen.
Auf der Wacht.
Die Nacht ist kühl. Ein Posten steht Am alten Tannenbaum,
Und was im hohen Wipfel weht Mischt sich in seinen Traum.
Er träuwt so süß von Liebesglück,
Von Elternhaus im Tal.
Dort sorgt wohl jetzt ein Mutterblick Beim milden Ampelstrahl.
Doch hier ift's leer! Die rauhe Pflicht Kennt keinen güt'gen Gott.
Wer heut noch schläft beim Mondenlicht Ist morgen gar schon tot.
Ein Kirchlein brennt am fernen Wald.
Der Posten steht noch Wacht.
Da sieh! Die schwarze Trautngestalt !
„Wer da !" durchgellt's die Nacht.
„Still, deutscher Bruder, schieße nicht !
Ich will zur Heimat gehn.
Hast du nicht auch ein Vaterland Und mögst es wiedersehn?
Sei druM mir gut und gib mir Raum,
Lah mich zu Haus zu Weib und Kind.
Mich treibet hin ein böser Traum,
Ob sie noch wohlbehalten sind."
„So gehe hin uUd halte Rast Und glühe mir dein Glück,
' Und wenn du es gefunden hast,
Denk auch au mich zurück.
Wer weiß, beim frühen Morgenglanz Schlaf ich zU ew'ger RUH.
Kein Rosmarin, um's Haupt kein Kranz,
Deckt man mich stille zu."
Im Heimattal ein Mutterherz Hofft Tage noch auf Tag.
Was hoffest du» ? Er kehrt nicht mehr !
Er starb im grünen Hag.
Partenheim, 10. Sept. 1914. H. Mann.
! Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
Bekanntmachung.
Von dem zur Deckung der Geländeerwerbskosten ! für den Bahnbau Grünberg-Londois durch den Kreis Gießen im Jahre 1895 aufgenommenen Kapital von 80000 Mark find per 1. März 1915 zur Rückzahlung ausgelost die Obligationen Lit. B. Nr. 40 mit '00 Mk., Lit. C. Nr. 8 und 17 mit je 200 Mk., Lit. D. Nr. 21, 30 und 61 mit je 100 Mark.
E i e h e n, den 19. September 1914.
Grohh. Kreisamt Gietzen.
Dr. U s i n g e r.
» B3ECT^!aWMIC, :V,
Billige, gi iteNahi 'ung& wi
werden in jeder Familie gebraucht. Dazu gehören:
Oetker-Puddings aus Dr. (yctker's j)uddi«rgpulvern . . Rote Griitxe aus Dr. Netker s Note Grützepulver .... Meh’speisen und Suppen aus Dr. mctkcr - Gustin j
(Nie wieder das englische Mondamin! Besser ist Dr. Qctker s Gustin .i J
elserhöhuug in alten Geschäften zu haben.
rrrillg.
Nahrhaft
. zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) . zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.)
in Paketen zu V,, 1 / 2 , ‘/i Pfund, Preis 15, 30, 60 Pfg.
wohlschmeckend.


