n„Jn Ergänzung der von der Militärverwaltung bereits vorgesehenen Lieserungen im Wege der freiwilligen Hilfstätigkeit weiterhin für; die Truppen wärmende Unterkleider zu beschaffen, in erster Linie Strümpfe, Leibbinden, Pulswärmer, in zweiter Linie Unterhosen, Unterjacken, Wollhemden, Kopfschützer." Es ist beabsichtigt, von diesem Ausschuh am 1. Okwber die ersten Send - ungen an die Armeen nach Osten und Westen von Berlin aus auf den Weg zu bringen und die in den Pro- vinzial-Depots bereitgestellten Materialien den Zügen anzuschliehen. Ihre Majestät haben beschlossen, die Spenden für zwei Regimenter diesen ersten Zügen mitzugeben.
Diesem Beispiel folgend, haben bereits ein« Anzahl von patriotischen Schenkgebern und Korporationen den Wunsch zu erkennen gegeben, auch ihrerseits für ein - zelne Truppenteile Spenden zu übernehmen. Der Preis für die vom Kriegsministerium zunächst angeregten „Lieferungseinheit" fein Paar Strümpfe, eine Leibbinde, ein Paar Pulswärmer betrüge etwa 3,75 Mark. Die Spende für' eine Kompagnie beläuft sich auf nmb 1000 Mark. Es wäre sehr dankenswert, wenn dem geschäftsführenden Ausschuh, mit dessen Leitung Geh. Rat Prof. Dr. Pannwitz betraut ist, über weitere Am gcbote dieser Art schnellstens Mitteilung gemacht würden Adresse: Kriegsausschuh, Berlin SW., Reichstag.
Näheres über die Anfertigung von Stückwaren rc. und über die Zuführung von Gaben an die Sammel - stellen (für Berlin beim Anhalter und Schlesischen Bahn- hcf, für Eiehen an der Sammelstelle des Rdten Kreuzes, Alte Klinik, Liebigstrahe) wird demnächst bekannt gegeben.
Sehr wichtig erscheint uns, dah ein« Zersplitterung der Organisation vermieden werde. Wenn erst die durchaus berechtigte Klag« der Deutschen Tageszeitung Be- achttmg gefunden und die Organisation von einer Zentralstelle autz eingerichtet und tatkräftig durchgesiihrt worden ist. wird unfern Truppen geholfen sein, denn die Bereitschaft im Volke, besonders unter unseren Frauen, für alles zu sorgen, was unsere Krieger bedürfen, ist schier unerschöpflich. Man sorge nur endlich dafiir, dah Liebesgaben und Briefe auch ihr Ziel erreichen.
flu$ aller Welt.
Durazzo, 23. Sept. Die Versammlung der Aufständischen in Tirana hat sich gegen eine Rückkehr Essad Paschas ausgesprochen.
Die hessische Nriegsversicherung.
Die Hessische Kriegsversicherung findet fortgesetzt Anklang. Nach den vorliegenden Nachrichten sind bis jetzt 15 000 Anteilscheine mit einem Einlegekapital von Mark 150 000 Mark gelöst. Nach einer dieser Tage ausgestellten Uebersicht sind Anteilscheine gelöst worden in der Provinz:
a) Rheinhessen rund 4600, wofür
eingezahlt wurde Mk. 46 000.—
b) Stärkend rirg rund 3800, wofiir
eingezahlt wurde Mk. 38 000.—
c) Oberhessen rund 2900, wofür
eingezahlt wurde Mk. 29 000.-— Zusammen rund 11 300 mit einem Betrag
von Mk. 113 000.—
Da die Annahmestellen demnächst geschlossen werden dürften, so ist baldige Versicherung crfor derlich, weil dann nur noch bei der Hauptgeschäftsstelle in Darmstadt — Oberversichcrungsamt — Neckarstr. 1, versichert werden kann. Erfreulich ist, dah viele Arbeitgeber, Städte, Gemeinden und Vereine Gesamtversicherungen für die in Betracht kommenden zum Heeresdienst Einberufenen abgeschlossen haben.
Mi Stadt und Land.
P o st s e n t> u n g e n aus Deutschland an Ange - hörige der in Belgien eingesetzten Militär- und Zi- vilverwalturrgsbehörden müssen den mit Farbstift unterstrichenen Vermerk: „U e b e r Aachen 1" tragen und die Behörde bezeichnen, bei der der Adressat beschäftigt ist.
* Ueber geringfügige Eewichtsübev- fchreitüngen bei den Feldpostbriefen, derenMeist- gewicht bestimmungsgemäh 250 Gramm beträgt, werden die Postanftaltcn fortan hinwegsehen.
' Bon den im Felde stehenden Unteroffizieren und Mannschaften des Gabde-Dragoner-Regi- m e n t s Nr. 23 ist der Wunsch laut geworden, gestrickte wollene Unterjacken, auch elektrische Taschenlampen mit Ersatz-Batterien, Tabakpseifen und Tabak zu besitzen. Die Erfatz-Eskadron fühlt sich verpflichtet, dieses den Angehörigen des Regiments mit der höflichen Bitte bekannt zu geben, für ihre im Felde stehenden Angehörigen derartige Jacken ufw. zu beschaffen. Es wird gebeten, die Gegenstände mit der genauen Adresse des Empfängers versehen und an die Ersatz-Eskadron zur Weiterbeförderung in das Feld abliefern bezw. einsenden zu wollen. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, dah Tabak erwünschter ist, als Zigarren, da letztere leicht zerdrückt werden.
* Gie h en. Der frühere Direktor der hiesigen Bezirks-Sparkasse, Rendant Hermann Doering, ist an einem Herzschlag im Alter von 70 Jahren in Alsbach, wo er sich gegenwärtig aufhielt, gestorben. Er
war bekanntlich seit 1906 Direktor der Bezirkssparkasse Giehen, sowie Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins und der Elisabethen-Klein-Kinderschute. Er bekleidete ferner im Nebenamte lange Jahre die Rechner- steile der evangelischen Kirche Eiehen, der Balser'schen und der Luther-Stiftung.
o L a u I e r b a ch, 24. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielten der jüngste Sohn des Oberkammerherrn Freiherrn Volprecht Riedesel zu Eisenbach, Baron Adolf Riedesel zu Eiscnbach, Leutnant im 5. Drag.-Regiment unb der jüngste Sohn des Oberslallmeister Frhn. Moritz Riedesel zu Eisenbach, Baron Hans Riedcsel zu Eisenbach.
o Bad-Nauheim. Am 23. September reisten die letzten russischen Badegäste, zirka 400 Köpfe, mit Sonderzug von Bad-Nauheim über Kassel-Berlin- Schweden in die russische Heimat zurück. Die Engländer, reisten am 24. September ab.
* Franksurt a. M., 24. Sept. Prinz Friedrich Karl von Hessen und dessen ältester Sohn, Prinz Friedlich Wilhelm, die, wie berichte! wurde, verwundet sind, trafen heute abend hier ein und fuhren alslbvld nach Schloß Friedrichshof weiter.
):( Frankfurt a. M. Den wiederholten Gesuchen der hiesigen Schutzmannschast um Entlassung aus dem Polizeidienst und E i n st e l l u n g >n den Heeresdienst hat das Polizeipräsidium nunmehr jtaitgegeben. In den nächsten Tagen wird bereits eine große Anzahl Schutzleute an die Front abgehen. Die frei gewordenen Schutzmannsstellen werden während des Krieges durch Hilfspolizeibcamte besetzt.
- Zur Beschaffung -er für die herbst- und Zrühjahrsdüngung benötigten Ztickstoffmengen.
Unter den wirtschaftlichen Fragen, welche in letzter Zeit in der landwirtschaftlichen Presse eingehend erörtert sind, spielt die Stickstoffernährung unserer Felder während des Krieges «ine hervorragende Rolle. In manchen Aufsätzen tritt die Befürchtung hervor, dah die in Deutschland vorhandenen Stickstofftnengen zur Erzielung von Vollcrntcn im kommenden Jahr nicht ausreichten, und es wird vielfach empfohlen, von einer künstlichen Stickstoffdüngung im Herost, die am ersten entbehrlich sei, abzusehen, um dadurch an Stickstoffsalzen für das Frühjahr zu! sparen. Diese Ansicht wird hauptsächlich damit begründet, daß Chilesalpeter nicht eingeführt werden könne und die geringen vorhandenen Mengen von der Heeresverwaltung zur Sprengstofffabr.ikatwn mit Beschlag belegt würden, so daß bei vorsichtiger Schätzung nur mit etwa ein Drittel der bisherigen Herstellung an Stickstoffsalzen gerechnet werden dürfe.
Zur Klärung der Verhältnisse teilen wir folgendes
mit:
Der Slickstdffbedarf wurde in den letzten Jahren, abgesehen von Kakkstickstcff und Kalksalpeier, zur größeren Hälfte durch schweselsaures Ammoniak, zur etwas kleineren durch Chilesalpeter gedeckt. Der Chilesalpeter fällt nun allerdings während des Krieges vollständig fort, so das; tatsächlich mit einem geringeren Angebot an Stickstofffalzen gerechnet werden muh. Wie hoch sich die Erzeugung an schweselsaurem Ammoniak stellen wird, läßt sich z. Z. noch nicht näher bestimmen. Es hängt das in erster Linie davon ab, wie weit sich der Ko kereibetrieb aufrecht erhalten läht.
Gelingt es, trotz des Krieges den Kokereibetricb in bisherigem Umfange aufrecht zu erhalten, so wird voraussichtlich so viel schwefelsaures Ammoniak seitens der deutschen Hersteller zur Ablieferung gelangen, dah dadurch etwa die Hälfte des bisherigen gesamten Stick - stoff'oedarfcs für Herbst und Frühjahr gedeckt wird. Da also die Nachfrage nach Stickstoff immer höher sein wird, als die Mengten, die voraussichtlich zur Verfügung stehen, wenn der Krieg noch einige Monate an- l, alten und die Salpeterzufuhr vollständig unterbunden sein sollte, so müssen die deutschen Landwirte darauf bedacht sein, die zur Verfügung stehenden Stitzstoffmen- gen an den Stellen zur Anwendung zu bringen, wo sie den gröhten Vorteil gewährleisten. Von diesem Gesichtspunkte aus muh auch die Frage der Herbstdünguüg mit Stickstoff betrachtet werden. Der Ansicht, für die Düngung der Herbstsaaten von einer Stickstoffzufuhr voll - ständig Abstand zu nehmen, kann, so sehr sie auch bei dem bestehenden Mangel an Stickstoff Beachtung verdient, nicht ohne weiteres beigetreten werden.
Eine kleine künstliche Stickstoffgabe im Herbst zum Wintergetreide — etwa 1—1% Ztr. schwefelsaures «lM- moniak auf dem Hektar oder ein« entsprechende Gabe von Ammoniak-Superphosphat — hat sich auf Grund langjähriger und vielseitiger Versuche und Erfahrungen zum Zwecke der Kräftigung der Pflanzen gegenüber den späteren Unbilden des Winters und damit zur Erhöhung der Ernten bestens bewährt, da fff von den Pflanzen vor Winter voll aUsgenutzt wird und daher auch keiner Auswaschungsgefahr aufgesetzt ist. Geradezu fehlerhaft dürfte es sein, statt einen kleinen künstlichen Stick- stoffdüngunq im Herbst eine stärkere Aussaatmenge an Getreide auf die Flächeneinheit zu nehmen, da zu dicht gesätes uüd schwach gedüngtes Getreide mangels Belichtung und ausreichender Nahrung unten dünn entwickelte Lialme bervorbringt. infolgedessen leicht lagert und zU Rost- uüd Brandbesall neigt. Um daher nicht die ganze Bestellung des Wintergetreides in Frage zu stellen, muh trotz des Stickftoffmangels zu einer Herbft- düngung geraten werden. Die Jrülffahrsmengen werden dadurch allerdings etwas beschnitten. Wer aber die Anwendungen und Ratschläge, die allenthalben gegeben
werden, beachtet, kann durch geeignete Wirtschaftsmah- nahmen schon viel erreichen.
Es empfiehlt sich für die Landwirte zunächst dringend, frühzeitig die Bestellungen an schwefelsauren Ammoniak zu machen, da sonst bei dem immerhin knappen Vorhandensein an Slicksloffsalzen und bei den schwierigen VerkehriSvechältnissen während des Krieges keine Gewähr dafür geboten ist, dah der Landwirt noch rechtzeitig für die Frühjahrsbestellung Ammoniaksalz erhält. Wie sehr aber eine Stickstoffdüngung erforderlich ist und wie hoch sich dieselbe bezahlt macht, ist ja allen Landwirten bekannt.
Im grohem Umfange würde der Stickftoffmangel zu heben sein, wenn es gelänge, die Kokereien in stärkerem als dem gegenwärtigen Umfange zu betreiben. Diesem Ziele stehen allerdings sehr grohe Schwierigkeiten entgegen. Zunächst fehlt es den Bergwerken an Leuten, um die Kohlenförderung in> vollem Umfange aufrecht zu erhalten, dann aber besteht für die Koker - eien der grohe Uebelstand, dah mit jeder Tonne schwefelsaures Ammoniak ungefähr 98 Tonnen Koks gewonnen werden, für die heute ein Absatz nicht vorhanden ist. Es würde in erster Linie ein stärkerer Betrieb der Kokereien uüd damit eine größere Ausbeute an schwefelsauren Ammoniak zu erlangen sein, wenn es gelänge, den Koksabsatz bezw. den Koksverbrauch zu steigern. In industriellen Wecken ist dieses fast ausgeschlossen, weil ja der Betrieb eines großen Teiles derselben durch den Krieg beeiMrächtigt ist. Es mühte daher dafür gesorgt werden, daß Koks für den Hausverbrauch größere Abnehmer fände. Diese Möglichkeit liegt vor, wenn der einzelne Verbraucher anstelle "der Kohle etwa ein Drittel Koks, der klein geschlagen wird, mit Kohlen vermischt. Es liegt also im eigenen Besten der Landwirtschaft, wenn sie diese Frage, anstelle der Kohle einen gewissen Teil durch Koks zu heizen und zum gewerb - lieben Verbrauch zu verwenden, durch eingehende Versuche prüft.
Mit einer gewissen Knappheit an Slickstoffdünge- Mitteln muh also gerechnet werden. Da aber die Hälfte des gesamten Stickstoffbedarfes voraussichtlich gut geliefert werde» kann, bleibt für den umsichtigen Land- wick, der seinem Bedarf eindecken will, die Möglichkeit bestehen, dieses durch entsprechende Wirtschaftsmahnah- men und sofockigen Einkauf zu tun.
Verantwortlich: A l b i n Klein, Eiehen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangrlische Gemeinde in Gießen.
ScnMag, den 27. September, 16. nach Trinitatis. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pros. D. Schian.
Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Mackusgemeinde gemeinsam.
Anmeldung vorher bei dem Psprrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormsttags 11% Uhr: Kindeckirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.
In der Johanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Lukasgemeinde.
Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.
Pfarrer Ausfeld. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal.
Mittwoch, 30. September,, abends 8 Uhr: Kckegs - betstunde. Psarrer Ausfeld.
Nächstkünfligen Sonntag, den 4. Oktober, findet im Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abend - mahl für die Lukas- und Johannesgemeindc gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten.
Mittwoch, den 30. September, vormittags 10 Uhr, findet im Johannessaal die diesjährige Synode
des Dekanats Giehen statt.
*
Jeden Samstag zwischen 7 und 8 Uhr werden beide Kirchen geöffnet nnd darin bei Orgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben sein.
Katholische Gemeinde in Gießen.
Samstag, den 26. September.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genbeit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 27. September.
17. Sonntag nach Pfingsten.
Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Meffe.
Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.
Nachm, um 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen.
Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, abends um 7% Uhr, ist Kriegs-Bittandacht.
Donnerstag, Freitag und Samstag, abends uM 7% Uhr, ist Rosenkranzandacht.
Freitag vormittags 7 Uhr ist Segensmesse.
Diaspora:
In E r ü n b e r g um 9% Uhr.
In Hungen um 10 Uhr.


