Dienstag, den 15. September IM.
(2B123.) Großes Hauptquartier, den 14. Sept. (Amtlich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz finden aus dem rechten Heeresflügel schwere, bisher unentschiedene Kämpfe statt. Ein von den Franzosen versuchter Durchbruch wurde siegreich zurückgeschlagen. Sonst ist an keiner Stelle die Entscheidung gefallen.
Im Osten schreitet die Vernichtung der russischen ersten Armee fort. Die eigenen Verluste sind verhältnismäßig gering. Die Armee Hindenburgs ist mit starken Kräften bereits jenseits der Grenze. Das Gouvernement Suwalki wurde unter deutsche Verwaltung gestellt.
(MTV.) Großes Hauptquartier, 14. Sept. (Amtlich). General v. Hindenburg telegraphierte an S.Maj. den Kaiser: Die Wilnaerarmee, II., !!!,. IV. und XX. Armeekorps, sowie die 3. und 4. Reservedivision und fünf Kavalleriedivisionen sind durch die Schlacht an den masurischen Seen und die anschließende Verfolgung vollständig geschlagen. Die Grodnoer Reservearmee. das XXII. Armeekorps und der Rest des VI. Armeekorps sowie Teile des III. sibirischen Armeekorps haben im Gefecht bei Lyck schwer gelitten. Der Feind hat außerdem starke Verluste an Toten und Verwundeten. Die Zahl der Gefangenen steigert sich. Die Kriegsbeute ist außerordentlich groß. Bei einer Frontbreite der Armee von über 100 Kilometer sind ungeheuere Marschleistungen von zum Teil hundertundfünfzig Kilometern in vier Tagen erforderlich gewesen. Vei den auf der ganzen Front und Tiefe sich abspielenden Kämpfen, kann der volle Umfang noch nicht gemeldet werden. Einige unserer Verbände sind scharf ins Gefecht gekommen, die Verluste sind aber doch nur gering. Unsere Armee war siegreich auf der ganzen Linie gegen den hartnäckig kämpfenden, aber schließlich fliehenden Feind. Die Armee ist stolz darauf, daß ein Kaiserlicher Prinz in ihren Reihen gekämpft und geblutet hat. gez. v. Hindenburg.


