Ausgabe 
5.9.1914
 
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Nr. 72.

Samstag, dm 5, September 1914.

Telephon Nr. 362.

26. Iahrg.

Dsrtztsehe Ka*>alkrk vor favb.

Reims ohne Kampf genommen. Amiens in deutschen Händen. Paris ohne Regierung. 90 000 Russen gefangen.

Born Krieg im Wetten.

Grobes Hauptquartier, 4. Septbr. 1944. Reims ist ohne Kamps beseht worden. Die Siegesbeute der Armeen wird nur langsam be­kannt. Die Truppen können sich bei ihrem schnellen Vormarsch nur wenig darum kümmern. Roch stehen Ge­schähe und Fahrzeuge im freien Felde verlassen da. Die Etappentruppcn müssen sie nach und nach sammeln. Bis seht, tat nur die Armee dts Generalobersten v. Bülow genauere Angaben gemeldet. Bis Ende August hat sie C> Fahnen, 233 schwere Geschütze, 116 Feld­geschütze, 79 Maschinengewehre und 166 Fahrzeuge erbeutet und 12 394 E c f a n g e n e ge­macht. Im Osten meldet Generaloberst v. H i n - d e n b u r g den Abtransport von mehr als 90 000 un- verwundeten Gefangenen. Das bedeutet die Ver­nichtung einer ganzen feindlichen Armee.

Der Generalquartiermeister: v. Stein.

Die sämtlichen Speersorts im Norden und Noedoste» Frankreichs besolde» sich in den Hände» der Deutschen, auch die Bergsestnng Givet.

Deutsche Truppen bei Senlis.

Aus Rottcrdem wird berichtet: Der Berichterstatter derTimes" meldet über die letzten Operationen in Rordsrankreich: Das Tal der Somme wurde aufgcgcben un de Amiens ist in deutschen Händen, nachdem ein blutiger Kamps geliefert, die Engländer aus Lafere zurückgezogen wurden und diese Forts von den Deutschen genommen waren. Der dreitägige Kamps bei Amiens erreichte seinen Höhepunkt an einem blutigen Tressen bei M o r e u i l, wo der Ersolg wieder aus deutscher Seite war. Die Verbündeten zogen sich in guter Ordnung zurück.Daily Ehronicle" meldet, dah deutsche Truppen sich schon bei Greil befinden und sogar bei S e n l i s, so daß der Kanonendonner bereits in Paris zu vernehmen sein dürste.

Deutsche Kavallerie ist bei Paris vorgedrunzen. Tie Küstenfestung Boulogne soll von den Engländern ge­räumt sein.

Nach dem Fall der beiden besesligien Plätze Laon und La Fere ist die zweite feindliche Linie Reims LaonLa Fere, auf die die Franzosen sich hatten zu­rückziehen können, nachdem sie in der Schlacht zu Reims und Verdun zurückgeschlagen worden waren, bcDcut - ungslos geworden und die Ausdehnung der Front der gegen die französische Hauptstadt marschierenden deut - scheu Armeen hat sich dadurch beträchtlich verringert.

Großes Haüplquartier, 3. Sept. Am Sedanfesttag, traf der Kaiser mit dem Kronprin­zen zusammen bei Sorbey, südwestlich von Longuyon, inmitten des Schlachtfeldes vom 24. und 25. August ein. Von hier suhr er im Kraftwagen zum Königs - grenadier-Regiment Nr. 7, dessen Führer PyinzOs- k a r ist. Dort hielt er unter dem Eindruck des groh- artigen Sieges vom 1. September über zehn sranzösi- schc Armeekorps eine ergreisende Ansprache. Die Trup­pen antworteten mit Hurra und dem Gesang der Na­tionalhymne, während der Kanonendonner von Verdun herübcrtönte.

Kein einziger Mitzerfolg.

Die Heeresleitung gibt bekannt, da vielleicht die un­ausgesetzten Siegesmeldungen deutscherseits fast unsah- bar erscheinen möchten, dah doch tatsächlich kein ein­ziger Mitzerfolg von uns verschwiegen worden ist, ferner dah es des den unablässig sich drängenden Kämpfen ganz unmöglich ist, die aus beiden Seiten cin-

gctretenen Verluste schon zugleich mit der Mitteilung über den Ausgang der Kämpfe einigermaßen ausführ­lich bekannt ;u geben. Die Verl u st e des Geg­ners an Toten und Verwundeten übersteigen er­heblich die unsrigen. Hierzu kommt der gro- he Abgang, den der Gegner durch Gefangennahme er­leidet.

WTB. Erohes Hauptquartier, 3. Sept. (Tclcgu.) Bei der Wegnahme des hoch in Felsen ge­legenen Sperrsorts Givel haben sich ebenso wie im Kampfe um Namur die voi^ O e st c r r e i ch zuge - sandten schweren Motorbatterien durch Be' weglichkeit, Treffsicherheit und -Wirkung vortrefflich be­währt. Sie haben uns ausgezeichnete Dienste geleistet. Die Speirbefestigungen Hirsen, Les Ayvelles, Conde, La Fere, Laon sind ohne Kampf gewonnen. Damit befinden sich sämtliche Sperribefestigungen im nördlichen Frankreich auher der Festung Maubeuge i n unseren Händen.

lieber den Sieg, den Generaloberst v. Bülow über die Franzosen bei St. Quentin davonqetragen hat, wird der,Köln. Ztg." gemeldet, dah die Schlacht zwei Tage gedauert hat und dah vier franzö­sische Armeekorps und drei französische Reservedivi­sionen dabei im Felde gestanden haben.

Paris ohne Regierung.

General E a l l i e n i und Minister B r i a n d blei­ben, wie aus Paris gemeldet wird, als Regierungsver- lreter in Paris zurück. Die fremden Gesandtschaften ziehen ebenfalls mit nach dem neu erwählten Regier - ungssih Bordeaux.

Der französische Kriegsminister beschloß, die Jah­resklasse 1914, die Reserve des aktiven Heeres, sowie die älteren Klassen der Territorialarmee einzuberufen, welche vorläufig zurückgestellt waren.

Ein Aufruf Gallienis.

Paris 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Mitteilung richtete General Eallieni folgenden Ausruf an das Heer und die Bevölkerung von Paris: Die Mitglieder der Regierung der Republik haben Pa­ris verlassen, uni der nationalen Verteidigung einen neuen Antrieb zu geben. Ich habe den Auftrag erhal­ten, Paris gegen den Eindringling zu verteidigen. Die­sen Auftrag werde ich bis zum Ende ersüllen."

Englische Meldungen.

In einem Bericht derTimes" über die Kämpfe an der belgisch-französischen Grenze werden die britisch. V e r l u st e als ansehnlich bezeichnet. Viele Regi­menter seien vernichtet und hätten den grötzten Teil ihrer Offiziere verloren. Der Korrespondent meint, der französische Gcneralstab habe die deutsche Truppenmacht unterschätzt.

London, 1. Sept. Asquith sagte im Parla­ment : Wir brauchen alle Rekruten, die

wir bekommen können, d. h. nicht nur 100 000 Mann sür die zweite Erpeditionsarmee, sondern so viel als möglich. Rekruten werden nicht zurückgewiesen we­gen schlechter Zähne, wenn sonst ihr Gesundheitszustand gut ist. Wir sind bereit, Rekruten auch zwischen 30 und 40 Jahren als einstellbar anzusehen. Der Premiermini­ster wandte sich dann gegen die Anträge zweier konser­vativer Hausmitglieder, Verlustlisten, wenn auch un­vollständig, bekannt zu geben.

W.T.B. Berlin, 1. Sept. Ueber Stockholm er­klärt dasAstcnbladet" aus London: In England herrscht stacke Beunruhigung wegen der Habgier' Ja­pans, das Absichten auf Deutsch-Guinea und den übrigen deutschen Kolonialbesitz zu eckennen gibt. Englische und | besonders australische Politiker fordern, dah England '

durch sofortige Besitzergreifung dieser Kolonien der ja­panischen Raubgier zuvorkomme.

Die englische ZeitungTimes" schiebt die Schuld an der Niederlage der englischen Truppen in Frankreich dem Ausbleiben der versprochenen französischen Unter­stützung zu. Sie zitiert aber auch den Ansspruch eines Engländers, der dabei gewesen ist: Die Deutschen kommen über uns wie eine StUrmwel- l e, der nichts st a n d h a l t e n kann.

Born Krieg im Osten.

Noch 20 080 Gefangene mehr.

Wie amtlich bekannt gegeben wird, ist die Zahl der Gefangenen bei der Schlacht bei Ortelsiburg, Gilgen - bürg und Tannenburg noch größer, als bisher ange­nommen work-en ist. Die Zahl der Gefangenen be­läuft sich, wie jetzt sestgeslelll werden konnte, auf ins­gesamt 90 000, darunter^ über 300 Offiziere. Wie viel Geschütze Und sonstige Siegeszeichen noch in den preu­ßischen Wäldern und Sümpfen stecken, läßt sich zurzeit nicht übersehen. Anscheinend sind nicht 2, sondern 3 russische kommandierende Generäle gefangen. Der russi­sche Armeeführer ist russischen Nachrichten zufolge ge­fallen.

D>esterreictiifctie Waffenerfolge.

WTB. Wien, 2. Sept., 9 Uhr vormittags. (Tlg.) Die einwöchige erbitterte Schlacht im Raume von Sa- mostye-Tyschowcy fühcke gestern zum v o l I st ä n d i - gen Siege der Armee A u f f e n b e r g. Scharen von Gefangenen und bisher 160 Geschütze wurden erbeutet. Die Russen befinden sich im Rückzug über den Bug. Auch bei der Armee D a n k l, die nun Lublin angreift, sind ununterbrochen Erfolge zu verzeichnen. In O st g a l i z i e n ist Lemberg noch in unserem Be­sitz. Gleichwohl ist dort die Lage gegenüber dem star­ken und überlegenen russischen Vorstoß sehr schwierig.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: H o e s e r, Generalmajor.

Rock, keine Entscheidung der Riesenschlacht.

W.T.B. Wien, 4. Sept. Die Schlacht, die sich auf dem russischen Kriegsschauplatz aus der österreichi­schen Offensive entwickelte, hat eine Entscheidung des Feldzuges noch nicht gebracht. Auf dem west - liehen Flügel gegen den Feind verbringend, in Ostga- lizien den vaterländischen Boden gegen einen überlege­nen Feind Schritt für Schutt verteidigend, haben die österreichischen Truppen allenthalben den alten Ruhm ihrer Tapferkeit gerechtfertigt und sehen den noch bevor­stehenden ernsten Kämpfen mit Zuversicht entgegen.

Der Rune Hilst dem Serben.

Der Berichterstatter derB. Z." meldet aus dem österreichischen Hauptquartier vom 31. August: Vom

südlichen Kriegsschauplatz liegt hier die Meldung vor, daß russische Munitionstransporte für Serbien auf der Donau unausgesetzt stattfin­den. An der Donaumündung werden angeblich auch Vorbereitungen sür russische Truppentransporte nach Serbien getroffen, wodurch die r u m ä n i s ch - b u l - gar,ische Neutralität bedroht würde.

Allerlei ttriegsnachrichten.

Dem stellv. Generalkommando 18. A. K. gehen in letzter Zeit derartig viele persönliche Gesuche, Briese in dienstlichen und privaten Angelegenheiten, sowie Zm schristen aller Art über palnotische Wünsche und Erfin­dungen, unter Uebergehung der vorgeschriebenen und üb-