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lltr. 71.
Mittwoch, den 2. September 1914.
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T e l e v K o n Sir. 362.
26. Jahrri.
7OOV0 Russen gefangen. — Vom Krieg im Westen.
W.T.B. Grohes Hauptquartier, .31. August. (Amtlich.) Die Armee des Generalobersten von Kluck bat einen durch französische Kräfte unternommenen Versuch eines französischen Flankenangriffs gegen Lombles durch, ein Armeekorps zurückgeschla- g« n.
Die Armee des Generalobersten von B ü l o w Kal eine überlegene französische Armee bei St. Quentin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ein englisches Infanterie-Bataillon gefangen genommen hatte.
Die Armee des Generalobersten von H a u s e n hat den Gegner auf die Aisne bei Rethel zurückgedrängt.
Die Armee des Herzogs von Württemberg hat bei der Fortsetzung des Uebcrgangs über die Maas den Feind zunächst mit Vortruppen über - raichl, muhte aber bei dem Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte teilweise wieder über die Maas zurück. Die Armee 'bat dann die Maasübergänge wieder genommen und besindet sich wieder im Vorgeben gegen die Aisne. Das Fort L e s o y e l l e s hinter dieser Armee ist gefallen.
Die Armee des deutschen Kronprinzen seht ihren Vormarsch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant von Montmedy mit der ganzen Besatzuug der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen worden war, ist die Festung gefallen.
Die Armeen des Kronprinzen v. Bagern und des Generalobersten v. Heeringen stehen noch in fortgesetztem Kamps in Französisch-Lothringen.
Der Eeneralquartiermeister: v. Stein.
W.T.B. Berlin, 31. Aug. Nach einer Pariser Meldung des Amsterdamer „Telegraas" scheint der französische Eeneralstab die völlige Abschliehuug von Paris in den nächsten Tagen zu erwarten. Die Verbindung mit England wäre gegenwärtig nur noch über Boulogne zu erreichen. Sobald die deutschen Truppen sich Amiens genähert hätten, würde die Absperrung von Paris auf der Nordseite eine vollzogene Tatsache sein.
Ostende, das belgische Seebad, rüstet sich jetzt auch zur Verteidigung. Es hofft auf die Hilfe englischer Schifte.
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Um die Festung Bclsort wird scharf gekämpft. Deutsche Truppen haben vor Belsort aus französischem Boden befestigte Belagerungsstellungen eingenommen. ,
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Deutsche Macht in England anerkannt.
lieber Kopenhagen wird berichte! :
Di« Londoner „Times" veröffentlichen einen langen Bericht über die letzten Kämpfe in Frankreich. Sie geben zu, daß die britischen Truppen groheVer- l U st c erlitten haben, der Mut sei aber ungebrochen. Der französische Generalstab habe die Macht des de u> Ischen Vorstohes in Belgien unterschätzt. Die deutschen Truppen seien mit ungeahnter Schnelligkeit vcr- gedrungen und vorwärts gestürmt, ohne den Eroberungen von Festungen besonderen Wert beizulegen. Die englische Artülerie habe die deutschen Reiben niederge - mäht, aber neue Reihen seien, wie aus der Erloe gewachsen, vorwärtsgestürmt. Die de urschen Lustschi s s e, A e r o p l a n e und Automobile batten beständig den deutschen Eeneralstab über die Bewegungen der Verbündeten unterrichtet gehalten. Das habe unter den sich zurückziehenden Truppen Verwirrung hcr- vorgerufen.
Oftpreußen frei vom Feind. —
Der Times-Kcrrespondent in Ostende berichtet: Die grohen Erfolge aus dem sranzösischen Kriegsschauplatz hätten die deutschen Truppen zu Heldentaten angescuert. Kaiser Wilhelm erlieft an die Truppen eine Proklamation, worin es heißt, die deutschen Soldaten mühten Paris einnehmen, oder lieber sterben.
Rach London geflüchtete Belgier berichten, dah die glühte Ueberrafchung des jetzigen Krieges in Militär - technischer Hinsicht die Verwendung des neuen deutschen Belagerungsgeschützes gewesen sei. Niemand anher,halb des deutschen Generalstabes habe eine Ahnung von deü Eriftenz des 42 Zentimeter-Geschützes gehabt. Alle glaubten, dah der 21 Zentimeter-Mörser das schwerste Belagerungsgeschütz sei. Deutschland besitze zirka 50 dieser 42 Zentimeter-Kanonen. Jeder Schuh koste 38 000 Mark. Die Wirkung sei furchtbar, was durch die schnelle Zerstörung der Ramur-Forls bewiesen ist. Das neue Geschütz sei niemals bei Manövern erprobt worden, selbst die Artillerie-Offiziere hätten keine Kenntnis von ihm gehabt. Bei Lüttich und Ramur sei das Geschütz ausschließlich von Krupp-Ingenieuren bedient worden. Der Ruhm Krupps sei durch dieses neue große Werk jetzt in alle Welt getragen.
Englands Ersatz-Armeen.
London, 1 . Sept. Wie die Blätter melden, habe Churchill mitgeteilt, dah englische Seesoldaten Ostende und die umliegenden Bezirke besetzt hätten. Lord Kitchener fordere zum Eintritt in die zweite Ersatzarmee (100 000 Mann) des regulären Heeres auf. Die Altersgrenze betrage 19 bis 35 Jahre. Die Zahl der Meldungen zum ersten Ersatzheer, sei befriedigend.
Der Kriegsberichterstatter der „B. Z. am Mittag" meldet aus dem grohen Hauptquartier zU dem Sieg über die Engländer: Der neud Sieg über die Engländer bei St. Quentin ist dadurch zustande gekommen, dah wir unsere Kavalleriemassen vor die in der Richtung auf St. Quentin sliehenden englischen Heeresmassen schoben und sie so lange aushielten, bis unsere sic verfolgenden Armeekorps nochmals entscheidend angreisen konnten. Die Niederlage ist vollständig; die Engländer sind nun gänzlich von ihrer rückwärtigen Verbindung abgeschnitten und können nur aus einen der Landungshäfen Dünkirchen, Calais, Le Havre oder Cherbourg laufen.
Unsere tapferen Hessen.
' Ein Brief unseres Grohherzogs vom K r i e g s s ch a u p'l a tz. Ihre Königliche Hoheit die Grohherzogin hat einen vom Kriegsschauplatz geschriebenen Brief Seiner Kgl. Hoheit des Grohherzogs erhallen, aus dem die „Darmst. Ztg." in der Lage ist, einiges mitzuteilen. Um die Wirkung nicht abzuschwächen, bringt sie im Auszug das Wichtigste möglichst wortgeireu.
Mit dem 22. August beginnend, berichtet der Groh- herzog:
„Die Hauptsache ist, dah wir den Sieg haben. Bei uns sing die Schlacht in dichtem Waldgestrüpp an. Es war ein furchtbarer Kamps. Ich erinnere mich, dah mein Vater sagte, das Schlimmste sei ein Waldgefecht, wobei keiner den anderen sieht.
Die folgende Nacht schliefen wir alle in einem Hantz auf Stroh, hoffend aus den nächsten Tag. Dieser brachte uns eine siegreiche Verfolgung.
Gestern stand der Feind uns mit neuen Kräften gegenüber. Unsere Leute muhten nach der am vorherigen Tag geschlagenen Schlacht Tag und Nacht lau^- sen. um zur Stelle zu kommen. Unsere Regimenter baden sich so grohartig geschlagen, dah alles davon sprach.
Friedrich (Prinz Friedrich Karl von Hessen) ist ein Held, seine Leute begeisternd, immer voran.
Man erlebt zuviel. Der Tod wird Nebensache. Man sitzt zwischen Toten, Verwundeten, Pferden usw. Es ist, als ob es so sein mühte. Aber dann überkommt einem doch das Gefühl, wie das alles so unnatür - lich ist."
Wir sehen aus dem Obigen, wie unser Grohherzog das Los seiner Truppen im Feld teilt, wie warmher-
Die Deutschen nahe Paris.
I zig er den Geschehnissen folgt und mit wie innigem | Stolz er die Ruhmestaten unserer tapferen Hessen em- 1 pfindet.
Ein dcntschcr Flicqcr über Paris.
Am 31. August, nachmittags 4J4 Uhr, ist ein deutscher Flieger über Paris geflogen und hat einen sand- beschwerten Sack mit einer deutschen Fahne uüd einem Brief, in dem die Belagerung von Paris nahe bevor- stcht und zur Ucbergabc ermahn! wird, herabgeworfen. Die Bevölkerung ist durch diesen Zwischensall in grohe Unruhe versetzt.
Vom .Krieg im Osten.
W.T.B. Grohes Hauptquartier, 31. August. (Amtlich.) Der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten v. Hindenburg ist von weitaus gröherer Bedeutung, als bis jetzt übersehest werden werden konnte. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Reidenburg angriffen, ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden: Drei Armeekorps sind vernichtet; 60 000 Gefangene, darunter 2 kommandierende Generäle, viele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gesallen. Die noch im nördlichen Ostpreuhen stehenden russischen Truppen haben den Rückzug angetreten.
Der Generalquartiermeister: v. S t e i n.
Die russische 2. Armee, die N a r e w - A r m e e, hat ausgehört zu eristieren. Vermißt sind das 8 ., 15., 23. und die Hälfte des 6 . russischen Korps. Von diesen Korps sind die sämtlichen Geschütze und Fahrzeuge in unsere Hände gesallen. Durch die Flucht konnten sich unter schweren Verlusten das 1. und die Hälfte des 6 . russischen Korps über die Grenze retten.
W.T.B. Berlin, 1 . Seplbr. Nach weiteren Mitteilungen des Hauptquarliers ist die Zahl der Gefangenen in der Schlacht bei Gilgettburg-Ortelsburg noch größer, als bisher bekannt. Sie beträgt 70 000 Mann, darunter 300 Offiziere. Das gesamte Artilleriematerial der Russen ist vernichtet.
Oesterreichisctzc Wussenerfolge.
v. R. Oesterreichisches Kriegspressequartier, 1. Septbr., 11.25 B.
Das ungeheure, vor zehn Tagen begonnene Ringen der russischen W e st a r m e e n mit den nacheinander eingreifenden, stets vorrstckenden Teilen des österreichischen linken Flügels scheint dem Ende nahe. Aus österreichischer Seile erstreckt sich jetzt die Kampffront 160 Kilometer lang von der Weichsel über den Wieprz zum Bug, die russischen Armeen langsam vor sich herschiebeud in die Sumpsseenzone nörd - lich der Linie L u b l i n - C h o l m; diese besindet sich nur nvch einen oder zwei Tagemärsche im Riicken der Russen. Deren Trains dürstenden Rückzug der Truppen aus den wenigen guten Strahen behindern, da die Wege vielfach Desile-Eharakter haben. Die Lage kann 311 ufnC;fct)eilten Sl a t ft r o' p 1 ) e n führen. £ie rnlffischen Westarmeen dürsten auch bereits keine Möglichkeit eines Anschlusses an die Ostarmeen mehr haben.
Sicher ist bisher das vollste Mißlingen der von der russischen Heeresleitung geplanten strategischen UmsassuUg der österreichischen Heere und ihr Umschlagen in das Gegenteil: Ausrollen und Abdrängen der russischen Westarmeen Die Kämpse dauern noch aus der ganzen 400 Kilometer langen Linie weiter. Dre Lage der österreichisch-ungarischen Tnrppen ist gut.
Franksurt a. M., 1. Septbr.
Das k. k. österreichisch-ungarische Generalkonsulat in Franksurt a. M. stellt sreundlich solgende Meldung aus dem österreich-ungarischen Kriegspressequartier zur Verfügung r
Die Schlachten ans dem russischen Kriegsschauplätze dauern mit ungeminderter Heftigkeit fort, ^rotz mehr - sacher besestigter feindlicher Stellungen dringt dre Armee des Generals der Kavallerie von Dank! unaufballsam


