Ausgabe 
22.8.1914
 
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Nr. 68. Samstag, den 22. August 1914. T°leoh°n «*. ms. 26. Iahrg.

Großer deutscher Sieg in Lothringen ans 106 km Front. Deutsche Siege in Belgien, deutsche Truppen in Brüssel.

Berlin, 21. Aug. Unter Führung Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen Nupprecht von Bayern mit Truppen aller deutscher Stämme ist gestern in Schlachten zwischen Metz und den Vogesen ein Sieg erkämpft worden. Die Stärke des geschlagenen Feindes ist auf über 8 Armeekorps festgestellt. Unsere tapferen Truppen, beseelt von dem Drang nach vorwärts, schlugen den Feind in die Fluchi, machten über 16606 Gefangene und eroberten mehr als 56 Geschütze.

Das Schlachtfeld erstreckte sich über einen größeren Raum als in den Kämpfen von 1870-71 von den gesamten deutschen Armeen in Anspruch genommen war.

Der 20. und 21. August 1914 wird in der Welt - geschichle unvergessen bleiben. Die deutsche Heeresleitung hat sehr wohl erwogen, daß den Franzosen im of­fenen Feld die erste große Schlacht geliefert werden muhte, die grohe deutsche moralische Kraft ist hier dem Feind gezeigt worden und sie hat sich wieder glän­zend bewährt. Deutschland ist einig. Unter dem Kom­mando des bayerischen Kronprinzen haben Sol - baten aller deutschen Staaten den Erbfeind in hei­ßem Ringen bekämpft, besiegt und in die Flucht ge­schlagen. Jetzt mag der Franzmann hinter seinem Fest­ungsgürtel Schutz suchen, den er aber auch dort nicht finden wird. Das Generalkommando schreibt: Unsere Truppen, beseelt' von dem unaufhaltbaren Drang nach vorwärts, verfolgen den Feind und setzen den Kamps sort. lieber

lOOOO Franzosen gefangen und mehr als 50 französische Geschütze sind erobert wor­den. Welche große Arbeit haben unsere braven Trup­pen am 20. und 21. AUguft aus dem 100 Kilometer langen Schlachtfeld geleistet. Alle Welt wird sie be­wundern, wir wollen es ihnen allezeit danken!

Frankreich hat in diesem Kampse über ein Drittel seines gesamten Heeres der deutschen Armee gegenüber­gestellt, über 8 französische Armeekorps, um den Durch­bruch nach Deutschland zu erzwingen. Man denke sich die Länge des Kampffeldes von 100 Kilometer (das ist von Gießen bis Darmstadt) und selbst unsere Feinde müssen die heroischen Taten unserer Brüder später mit größter Bewunderung erwähnen.

Kronprinz Rupprecht ist am 18. Mai 1869 geboren und seit 10. Juli 1900 mit Marie Ga­briele, Herzogin in Bayern, vermählt, die am 24. Ok­tober 1912 gestorben ist. Er hat 2 Söhne.

Dieser große derrtsche Sieg hat im ganzen deutschen Reich großen Jubel ausgelöst, besonders in Berlin und München. Der bayerische König hielt «ine Ansprache an das Voll' und ermahnte die deutsche Treue und Tapferkeit immer zu beweisen, weil noch viel zur Niederwerftmg unserer vielen Feinde zu tun vor ! uns liegt. In Braunschwcig war es die R c- gentin persönlich, des Kaisers Tochter, welche die Siegesldepefche nach dem Polizeipräsidium brachte zur allgemeinen Weitergabe ans Volk. Auf der Rück - reise hat sie dann selbst das sie umstürmende Publikum von dem Sieg in Kenntnis gesetzt und später vom Schloß aus eine Ansprache gehalten, die mit einem Hurra auf den Kaiser und die Armee ausklang.

Das furchtbarste Heer Europas.

Der frühere französische Minister des Aeußern, P i- ch o n, hat imPetit Parisien" einen Artikel geschrieben, worin er sagt, daß der Krieg mit Deutschland sehr lange und hartnäckig werde. Man möge sich in Frankreich der Tatsache bewußt sein, daß man dem s u r ch t b a p stcn Heere Europas gegenüberstehe....

Brüssel, die belgische Hauptstadt, ist am 20. Au­gust von den deutschen Truppen besetzt worden, das ist nach nur 19 Tagen nach der deutschen Mobilmach - ung. Die belgische Regierung ist den sriedlichen deutschen Vorschlägen gegenüber blind gewesen. Hartnäckig hat sie die deutsche Hand zurückgewiesen und sich auf seine Ga- rantiemächte gestützt, die ihm nicht Helsen können. Lüt­tich wird und muß deutsch bleiben, deut­sches Blut darf dort nicht noch einmal vergossen wer­den ! Auf der Schelde bei Antwerpen sind 2 schnell­sahrende Boote, utn bei einer eventuellen Eroberung von Antwerpen durch die Deutschen die belgische Kö­nigsfamilie aus Antwerpen fortzubringen.

Das belgische Feldheer hat sich nach Antwerpen zurückgezogen. Antwerpen hat die Tore geschlossen. Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen mit Hol­land sind unterbrochen.

Schwere Verluste der Franzosen werden auch aus dem südlichen Elsaß gemeldet. Badische und bayerische Trutppen haben nordwestlich von Schlett- st a d I die vprgedrungene srongösifche 55. JNfftnterie - Brigade über die Vogesen zurückgeworfen und ihr große Verluste beigebracht.

Nördlich von Namur hat deutsche Kavallerie die srangöfische 5 Kavyllerie-Divsssion zuftückgeworfen und ihr große Verluste beigebracht. Erobert wurden bei T i r l e m o n t von deutschen Truppen 1 Feldbatterie, 1 schwere Batterie, 1 Fahne und gefangen wurden-500 Franzosen. Bei P e r w e z, ebenfalls nördlich von Na­mur, wurden 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre er­obert.

* * *

4 6 russische Gendarme und Polizeibeamte wur­den hinter Nieszawa von deutschen Truppen gefan­gen genommen. Die Gefangenen waren mit der Aus­hebung von Militärpersonen beschäftigt.

Zwei russische Flieger sind bei L y ck durch deutsche Infanterie heruntergeschossen worden.

Japan ist Deutschlands Feind!

Berlin, 19. August. Der hiesige japanische Ge­schäftsträger hat im Auftrag seiner Regierung dem Aus­wärtigen Amte eine Note übermittelt, worin unter Be­rufung auf das englisch-japanische Bündnis die sofor­tige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe autz den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüst­ung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Uebergabe des gesamten Pachtgebietes von KiautschaU an die japanischen Behörden und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. Mts. verlangt wird.

DieNieuwe Rotterdamsche Courant" veröffentlicht als amtliche englische Mitteilung folgendes: Die eng- l i s ck e und die japanische Regierung sind über die notwendigen Maßregeln zum Schutz ihrer^ Interes­sen im fernen Osten sowie auch betreffs der Integrität des chinesisches Reiches übereingekcmmen. Japans Tätigkeit soll sich nicht über, das chinesische Meer

hinaus erstrecken, außer wenn der Schutz der japanischen Schiffahrt dies erfordert; auch nicht auf die asiatischen Gewässer westlich des chinesischen Meeres und zU Lande auf kein anderes als das von Deutschland be­setzte Gebiet in Ostasien.

In Treue fest.

E i n st e h e für Pflichterfüllung bis aufs äußerst e."

So lautet kurz und bündig das Telegramm, das der Gouverneur von a U t s ch a u an die deutsche Regierung in die Heimat gesandt hat. Aus diesen wenigen Worten spricht der prachtvolle Geist, der unsere Truppen draußen in den Kolonien beseelt, der unsere, Stürmer von Lüttich zutn Siege geführt, der un­seren Truppen bei der Schlacht in Lothringen hals den Feind zurückwerfen.

Die Meldung von dem Ultimatum Japans an Deutschland wird in Berlin ulnd Wien in aller Ruhe ausgenommen. Die Entscheidung über die gesamte Weltlage und Zukunft fällt auf den Schlachtfeldern des europäischen Festlandes.

Das Vorgehen Englands und Ja­pans gegen Deutschland ist in Amerika auf größte Verurteilung gestoßen. Man wird in Washing­ton die nötigen Konsequenzen ziehen.

Der japanische Botschafter in Berlin ist, wie jetzt bekannt wird, schon seit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers aus Berlin verschwunden. Jetzt rüstet sich sein Kollege in Wien auch zur Ab­reise. Auffallend ist, daß alle bisher in Deutschland sich ausgehaltenen Japaner im Stillen schnell und ohne etwas hinterlassen zu haben, verschwunden sind.

* * *

Der Kaiser sührt die Regierungsgeschäfte auch vom Hauptquartier aus weiter. Nur eine Anzahl min­der wichtiger Angelegenheiten sind dem Reichskanzler überlassen worden. Der Reichskanzler, der Se. Maje­stät begleitet, behält auch während seiner Abwesenheit die Reichsverwaltung in Händen, doch wird, um Zeit­verluste zu vermeiden, sein Vertreter, der Staatssekretär Dr. Delbrück, die Geschäfte erledigen.

Oesterreichifcke Waffenerfolge.

Bei Krasnik, unweit Kietrc, haben die Oestcrreicher die an Zahl weit stärkeren russischen Truppen geschlagen. Ebenso wurden die Russen bei ihren Versuchen, über die Grenze der Bukowina vorzudringen, zurückgetrieben. Sie erlitten besonders zwischen Nowo-Sielitza und Okna

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