Ausgabe 
19.8.1914
 
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Der Schnceball und das böse Wort,

1] Sie wachsen, wie re rollen fort:

111 Ein' kandvoll wiif zum Tor hinaus,

V Ein Berg wird'-- vor des Nachbars kaus.

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Das Reich der frau.

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TDcr sich an andere hält, Dem wankt die Welt, wer auf sich selber ruht, Steht gut,

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Abb. 2.

Das Schueideu des Pelzes von der RüSjcite.

Die Solidarität der Frau im vereinsleben.

Solidarität »nd Lrau schienen früher entgegengesetzte Begriffe, auf alle Lälle war das Solidaritätsgefühl bei der Lrau nicht so ausgeprägt, wie beim Mann, da ihr Leben mehr in stiller Beschaulichkeit verging und sie vor mehreren Jahrzehnten den Kampf ums Dasein noch nicht in der Werfe auszunehmen brauchte, wie heute, wo die gänzlich veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse sie dazu zwingen.

Durch dieses kinaustrcten aus dem engen Bereich des Kaufes aber wurde ihr Blich geschärfter, chr Urteil geklärter; sie lernte manches verstehen un- begreifen, an dem sie früher verständnislos »orüberging, und die Erkenntnis, daß nur ein einmütiges Zusammenwirken aller Järäite sie ihrem Ziele näher bringen könne, führte zu Organisationen auf den verschiedensten Gebieten, So entstanden Vereine und verbände, die in gemeinsamer Arbeit für das Wohl der Lrau wirkten, rangen und kämpften, und die in vorurteils­loser Toleranz das Sachliche von dem persön- lichen strenge zu scheiden verstanden: Auch Lrauen, die dem Glauben nach getrennt sind, arbeiten jetzt einmütig in der Armen- und Krankenpflege, im Krankenvcrsichcrungswesen, in Handwerkskammern und Kanfmanns- gerichten, in allen den Lrauen jetzt erschlossenen kommunalen Aemtcrn zusammen. Ja, auch im Kampfe für das Lrauenstimmrecht stehen Lrauen der verschiedensten Glaubcnsrichtungen Schulter an Schulter nebeneinander. viele mögen aus mancherlei Gründen gegen dieses Lrauenstimmrecht sein, aber Slaubensmotive können dabei nie in Lrage konimcn,

D>c neuzeitlichen Aufgaben verlangen für die Lrau ein geschlossenes Vorgehen, Mögen

die einzelnen Gebiete dieser Arbeiten auch noch so verschieden sein, schließlich laufen alle Läden des ganzen Organismus der Lrauenbewegung doch wieder zusammen.

In uneigennütziger weise sorgt dieser Verein für eine bessere hauswirtschaftliche Ausbildung der jungen Mädchen, jener kämpft für die allgemeine wissenschaftliche Lort- bildung, und andere vertreten wieder die beruflichen Ausbildungen. In gemeinsamer Arbeit aber wirken alle dahin, das Dilettantenhafte bei der Lrau auszumerzen und in allen Berufen eine in >eder Beziehung gründliche Ausbildung zu erstreben.

In solcher gemeinsamen Arbeit aber darf die Lrau ihren persönlichen Ehrgeiz nicht in den Vordergrund stellen, .Erst die Sache, dann die Person", muß ihr stets oberstes Prinzip blcwen, ja, sie muß cs sogar über sich gewinnen können, sich zum wähle einer anderen in den kintergrund zu stellen und in rechter Solidarität diese andere in jeder weise zu fördern suchen, was allerdings wohl die schwerste aller Lorderungen ist,

Lrauen, die ein kinaustrcten in die Oeffentlichkeit nur eigener Vorteile wegen suchen, sich anderen nicht unterzuordnen verstehen, nur ihre Ansichten als die allein seligmachenden gelten lassen wollen, sollten lieber innerhalb ihrer vier wände bleiben, sie taugen nicht zur gemeinnützigen Arbeit, tragen vielmehr nur dazu bei, das wirken der ganzen Lraucnorganisation in Mißkredit zu bringen

viele machen jedoch durch die vereinsarbeit und die darin geübte Solidarität eine gute Schule durch, lernen Selbstbeherrschung, Entsagung, Selbstlosigkeit, ja, in ge­wissem Maße auch, Selbsterkenntnis und-ähnliche Eigenschaften, die sich aus Mangel an passenden Gelegenheiten bisher nicht zur vollen Blüte bei ihnen entfalten konnten.

Allerdings darf der Lrau das vereinsleben nicht zur kauptsache werden, nur wenn ihre häusliche oder berufliche Tätigkeit ihr erlaubt, außerdem noch irgendeine Vereinstätigkeit auszuüben, sollte sie diesem oder jenem ihren Lähigkeiten und Neigungen entsprechenden Verein bcitrete», denn unter allen Umständen find die zu tadeln, die das

Ihre vernachlässigen, /

um anderen zu Helsen. ~

Charity begins at

tiome«, d. h. »die Barm- l l'-T/ 5 "" /

Herzigkeit beginnt zu I r -

kause", sagt mit Recht j I 1

der Engländer. / s .j 1-

kelene Grube. / v > I\

arbeitete Imitationen echter pelze sind für manche noch unerschwinglich, weshalb unsere Damenwelt auf die Idee gekommen ist, pelz in Verbindung mit Seide, Samt oder Lhiffon zu verarbeiten, und darin oft Erstaunliches leistet,

wie nun eine solche Muff hcrzustellen ist, sei aus nachfolgendem zu entnehmen: Man braucht 9,40 m pelzstreifen. 40 cm Lhiffon und 90 cm Samt, Gaze und Samt wird zugeschnitten, dieser natürlich unter Abrechnung von den beide Leiten garnierenden Streifen aus pelz und Lhiffon, Jeder der Streifen ist 10 cm breit. Die Gaze wird auf beiden Seilen mit einer Schicht Tafelwatte beheflet, darauf wird das wattierte Teil auf der Seite, die nach innen kommt, mit weißer Seide abgcfüttert. vergl. Abb. D. Dann sind die Ouerränder der Lutterseide und die der Gaze, jedes für sich, zusammen, zunähen und die bläht der Kaltbarkelt halber, Ivic Abb. S veranschaulicht, mit einem Band zu decken.

Da die jetzige Größe der Muffen ziemlich Uilbcscheiden ist, kann man Nicht umgehen, das Innere der Muff mit einer kleineren zum warmhalten der künde zu versehen. Diese kleine Muff wird

wie die große hergestellt, doch ist auch die äußere Seite mit Seide zu benähen, Abb, 7 zeigt die _ y - Innenansicht der an beiden Rändern mit einer

^--- s. 8 CM breiten Puffe verzierten Muff mit der

S\ eingcnähtcn kleinen Muff,

b \ jj[M Um ein bequemes Tragen der Muff bet

/ etwaigen Einkäufen zu ermöglichen, bcicstige

/ man nach Abb. 7 eine lange Bandschlupfe.

J Die pclzstrcifcn zur Oberieite der Muff

^ werden dem Samt zu beiden Seiten angesetzt. 4jr'f -' * A -fi: wie pelz geschnitten und wieder zusammen.

genäht wird, zeigen Abb, 24, Er ist von der Rückseite mit einem pelz- oder schärfen Lcdermesser zu schneiden, niemals mit der ' Schere, weil man in dem Lalle die kaare

zerschneiden würde. Der pelz wird, wenn genügend Streifen geschnitten worden sind, aneinandergcnäht- Dabei sind die kaare zu- rückzustreichcn und nach dem Nähen auf der Oberseite mit einer Nadel herauszuziehcn. Ehe jedoch der Samt dem wattierten Teil aufdrapiert wird, sind die Garniturstreifcn mit weißer Seide abzufüttcrn, um mit denen der Stola zu harmonieren, wie aber der Samt drapiert und an den Rändern mit dem wattierten Mufftcil mit kleinen Schlupfstichen angenäht wird, sehen wir auf Abb. 8. Damit die weichfallenden Lallen der Drapierung nicht in Unordnung geraten, gebe man ihnen einige lose Stiche. Zuletzt garniert man die Muff noch mit einer flotten Schleife aus Libertyband Siehe Abb. 9.

Die an der Ligur Abb. 1 gezeigte Stola wird auf ähnliche weise bearbeitet wie die Muff, und auch das kleine, schicke Barett läßt sich selber aus Samt, Lhiffon und pelz anfertigen. Man kaufe dazu nur eine entsprechende Lorm aus Draht, der man das Material dann aufarbertet, und dem Ganzen schließlich durch einen flotten Leder- stutz einen passenden Abschluß gibt, wie auch die unteren Ränder der Stola durch lange seidene Lransen einen hübschen Abschluß erhalten. k, G.

Abb. 3.

Die lladt wird üderwcndilch zuiümwcngenädt.

Kleine Mitteilungen.

Abb. i.

Modell mit Darett, Mvg und 6toia.

Abb. 4.

Dte Haart werden auf der Oberseite zwischen d<V lla-t heransgrzogen.

Abb. S.

Desudrn der ©aw mit ITotU.

Der pelz und seine Ver­arbeitung im Dause.

Schon in den ältesten Zeiten hüllten sich unsere Vorfahren in pelze, und alte Lhro- niken berichten uns,

Laß die Toll ter Karls des Großen den wär­menden , weichen pelz wohl zu schätzen wußten und ihn zu ihren Klei­dern gern verwandten.

Doch kannte man in jenen Tagen noch nicht die Muff, die im Laufe der Zeit den Dainen fast unentbehrlich ge- worden, und nicht nur

im Winter, sondern »

auch im Sommer jetzt ihre kcrrschaft behauptet. r

Erst im vierzehnten Jahrhundert taucht sie zum ersten Male auf und verdankt ihre Entstehur,^ der Eitelkeit einer Dame, die in der Winterkälte den Teint ihrer schönen künde ohne wärmend« Umhüllung zu verderben fürchtete und sie deshalb in die Aermel ihres Mantels verbarg. Dadurch kam sie auf die Idee, sich eine Art Aermel unabhängig vom Mantel machen zu lassen. So entstand die Muff, die mittlerweile die verschiedensten Phasen durchgemacht hat, denn bald wurde sie klein, oft so klein, daß selbst die zierlichsten Damenhändchen kaum in ihr Platz fanden, bald in ungeheurer Größe getragen. In dieses Stadium ist sie auch in den letzten Jahren wieder gelangt und hat sich zu Dimensionen ausgewachsen, die oft ins Unglaubliche gehen. Auch dient sic neuerdings nicht allein ihrem eigentlichen Zwecke, den Damen Schutz gegen die Kälte zu gewähren, sie wird auch zur Vervollständigung der Toilette im Theater, zum Nachmittags-Tee (tive o'clock) und zu sonstigen Ge- legenheilen in geschlossenen Räumen zum Kleide passend getragen und scheint oft, aus Samt, Seide und Lhiffon gearbeitet, den Lächer zu ersetzen. Geschickt und kokett versteht die Mondäne sie zu handhaben und weiß mit ihr ihr leichtes Spiel zu treiben, wie vor Zeiten ihre Geschlechtsgenossinnen mit dem Lächer.

Der immer größere verbrauch des Pelzes erhöhte in den letzten Jahren die Preise echter Lelle derart, daß es nicht vielen vergönnt ist, sich den Luxus erstklassiger pelze zu leisten, zahlte eine Millia,H«»n in Amerika doch vor kurzem für einen Zobelmantel 140 000 m. Selbst geschickt ver-

Abb, r.

Garnierte Omrenanlicht des Muffes.

Abb, S,

Der Samt mit Saintiurffretie« wird Um Moll autdrartcrt.

Verein Studentinnenbcim. Das Berliner Studentinnenheim, Siegmundshof 6, hat mit dem Oktober d, I, feine Pforten geschloffen. Alle die wie jedes Semester so auch diesmal zahlreich eingegangenen Anfragen von Studentinnen wegen Aufnahme ins keim mußten abgewiesen werden. Das gesamte Mobiliar ist dem Lchrerinnenheim des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins gestiftet worden, wie bekannt, wurde

das keim im kerbst 1907 eröffnet. Seine Grün- \ düng dankte es der

. Initiative der Lrau

toll * Sera proelß, der vor-

m] / ^ 7* yy y jll'h sitzenden des damaligen

j-4u '-Y j A yln m Vereins Lrauenstrebcn,

der sich später in den Verein Berliner Studen- tinncnheim E, v. um- wandelte, der mit Schließung des Keims feine Auflösung bewirkt hat. Die Veranlassung zur Schließung gab die bedauerliche Tatsache, daß die Vorsitzende, in deren känden die ganze geschäftliche Leitung lag, durch einen Todes- fall in ihrer Lamilie, der ihr neue Pflichten auferlegte, und aus Gesundheitsrücksichten sich zur Niederlcgung ihres Amtes gezwungen sah, Line Lortführung des Instituts war zum Leidwefcn aller nicht möglich, da niemand geneigt oder imstande war, die Stelle der Vorsitzenden zu ersetzen. Auch konnte sich das keim der vielen Serien- monate wegen, trotz einiger dankenswerter pekuniärer Beihilfen (Plautstiftung usw,), nrcht ohne dauernden Zuschuß, den bisher Lrau proelß geleistet hatte, erhalten, wie verlautet, ist ein Stu- dentinnenheim in grö-

c r Rahmen von ander- Seite geplant, damit würde dann der schöne Gedanke, der der Schöpfung unde lag: jungen Mädchen, die zum Studium nach Berlin kommen, einen kameradschaftlichen Zusammenschluß und einen sicheren Schutz und kalt zu gewähren, feste, dauernde Gestalt gewinnen.

Add, s,

öusammemiäden des walNcrten Muffes.

Abb. V,

Der lerlige Muss.

Goldene Worte.

Jede Arbeit, mag sie noch so niedrig, beliebt oder unbeliebt sein, mag sie Kopf oder kand in Anspruch nehmen, ist als sittliche Pflicht und Vorbedingung wahren Lebensglücks aufzufassen und in Ehren zu halten.

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Schwer zu vertragen ist für eines Mannes Magen - ein Weib, daß niemals weiß, wieviel die !l'r geschlagen. Er hat zu rechter Zeit nicht Lrüh- noch Abendschmaus, - undOrdnung fehlt der well, weil sie ihm fehlt zu kaus.

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DrüL räch ein Leid, so magst du still dich grämen, vor andern aber schweig' und woll's begraben! Die Welt ist gar zu gutx sie will annehmen sich aller gern, die sie - nicht nötig haben.

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