zu verwerten. Wir hoffen, daß dieser sehr berechtigten Bitte voll und ganz entsprochen wird.
Ausländische Zeitungen wolle man s o s o r t
nach Eingang an die Lektion UI B. des (Stoßen General st abes senden. Bekanntlich sind es die großen ausländischen Nachrichten-Bureaus, welche über Deutschland die haarsträubendsten Nachrichten verbreiten und dem muß entgegengearbeitet werden.
Gehaltsverzicht zugunsten der Loldatenfamilien.
Wie aus Stuttgart gemeldet wird, haben sämtliche Magistratsräte der Stadt Fürth für die Dauer des Krieges auf die ihnen zustehenden Zahlungen aus der Stadlkasse zugunsten der Liebesaktion für das deutsche Heer Verzicht geleistet. Ebenso gaben die sämtlichen Mitglieder des Eemeinderates in Ludwigsburg in
der letzten Sitzung der, städtischen Kollegien bekannt,
daß sie auf ihre Gehälter verzichten zugunsten der so
zialen Fürsorge für die Familien der Kriegsteilnehmer. * * *
Verschiedene Kriegs-Nachrichten.
* Darmstadt. Vertreter von 34 Beamtenver- einigungen Hessens mtt über 10 000 Mitgliedern fordern auf, durch regelmäßige Gehaltsabzüge dem Roten KreUz Beiträge zu spenden.
* Das hessische Ministerium der Justiz hat in der „Darmstädler Zeitung" die Verordnung des Vun- desrates betr. Anordnung einer G e s ch ä f t s a u f si> ch 1 zur Abwendung des Konkursverfahrens während der Kriegszeit veröffentlicht. Die Handelskammern find beauftragt, geeignete Personen vorzuschlagen, die geeignet und bereit sind, das Amt einer Aufsichts - person wahrzunehmen.
- General der JnianterteFrhr.v. Gall, der seit 1907 zur Disposition steht, hat die Stellung als stellvertretender kommandierender General beim 18. Armeekochs übernommen. Ec ist den bessischen Truppen kein Fremder, entstammt er doch einer Darnistädter Offiziersfamilie, die <eit Jahrhunderten im hessischen Waffendienst steht. 4^ Jahre führte ec als Kam mandeur die Großherzoglich hessiscke 25. Division. Geboren J847, trat er 1*64 in das hfff scbe Leibgarde-Regiment yuf Beförderung ein; am 10 Juni 1866 zum Leutnant bcsö deit, mußte er imch wenigen Tagen schon bet Frohnhofen (13. Juli) für ine hessische Waffmehre bluten. In dm Feldzug von 1870 rükte Frhr. v. Gall als Adjutant des 1. Bataillons seines Regiments. Bei St. Privat, bei der Belagerung von Mctz und im Feldzug an der Loire leistete ec vorzüglige Dienste. Mit dem Eisernen Kreuze geschmückt, kehrte ec zurück, um 1871 in das 4. Grvßh. H.ssische Infanterie-Regiment Nr. 118 Prinz Karl verseht zu werden. Als Generalleutnant trat er 1902 an o>e Spitze der 25. Division, die er mit großer Auszeichnung 1905 im Kalfcrmanö- ger in Nassau führte. Das Gouvernement der Festung Köln übernahm Frhr. o. Gall 1906, dort wurde er zuin General der Infanterie befördert, a!s welcher er sich 1907 zur Disposition stellen ließ.
H o s r a t K a t t n e r, der seit über 30 Jahren im deutschen diplomatischen und konsularischen Dienst in Rußland tätig war und bei der kürzlich erfolgten Abreise des Grafen Pourtales in Petersburg zurückgeblieben war, wurde von dem blutdürstigen Mob ermordet. Die Bolksmassc ist in die deutsche Botschast ein- gedrungen, hat zunächst den greisen deutschen Beamten niedergemacht und dann das Palais in Brand gesteckt.
Die Bistumverweser von Posen und G n e s e n erließen am 1. Auigust in Posen und Enesen einen Aufruf an die Geistlichkeit und die Gläubigen beider Diözesen zum Kampf gegen Rußland.
Der Oberbürgermeister von Köln hat angeordnet, daß der Zentner Kartoffeln mit h ö ch st e n s 7 Mark zu bezahlen ist. Die Preise waren auf 12—15 Mark getrieben worden.
R r t t e r d a m, 13. Aug. Bei dem Dorfe Ars - deck im Regierungsbezirk Aachen wurde ein englischer Flieger heiuntergeschossen. Er wurde nach Rheydt gebracht.
* Frauenhilfe im Kriege 1914. Unten diesem Namen haben sich die vereinigten Darmstädler Frauenvereine unter dem Protektorat der G r o ß h e r - z o g i n von Hessen zufammengeschlofsen. Die Vorsitzenden sind Frau Staats-Minister v. Ewald und Frau Professor Dr. E o l d st e i n. Die Geschäftsstelle befindet sich Waidstraße 19 und ist geöffnet von morgens 9 bis abends 7 Uhr. Die einzelnen Arbeitsgebiete sind: 1 . Bermittlungs arbeiten für das Rote Kreuz. Hier werden vermittelt: Freiwillige Hilfsleistung für ausgebildete Krankenpflegerinnen, Erfrischungs- staiion und Verbandshilse, Nähen, Bureauarbeit, Küche, Anmeldungen zu Pflegerinnenkursen, Eehilsinnen für Hausbesuche, Eehilsinnen für Röntgenaufnahmen, Korrespondenz der Verwundeten, Berbandschwestern Und verfügbare Räume. 2. Selbständige Arbeiten u. Arbeiten im Anschluß an bestehendeEin- richtUngen. Dort handelt es sich um: Kindersür- sorge, Säutzlingssürforge, freiwillige Hilfe in Staat und Gemeinde, Arbeitsnachweis für Arbeitgeber und Arbeitsuchende, BermitteluNg von Hilfsarbeit auf dem Lande, Nähen und Heimarbeit. — Jede Frau, die helfen kann und will, ist herzlich gebeten, sich zu melden. Diejenigen, die noch unentschlossen sind, weiden gerne zweckentsprechend beraten. Auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mögen sich melden.
* Kriegslazarette. Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime (Ferienheime für Handel und Industrie) hat chre Heime mit mehr als 500 Betten dem Kaiser als Lazarette zur Verfügung gestellt.
* Bei der Zentralsammlung für die Kriegsfürsorge sind bis jetzt 1 103 654 Mark freiwillig eingegangen.
* Für Maßnahmen zur Krankenpflege, zur Verhütung von Seuchen ufw. hat der Vorstand der Lan- desversicherungsanstall Großh. Hessen zu Darmstadt dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz erstmalig 1 0 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt.
* rankfurt a. M. Für hervorragende Waffentaten des 18 . Armeekorps stelln die Herren I, C. Junior und Direklor I. Woiff in Frankfurt dem kommandierenden General je 1000 Mark zur Verfügung.
* Baden-Baden, 12. Aug. Der Großkaufmann Hermann S i e l ck e n stellte der Sladtgemeinde zur Linderung der Not während der Dauer des Krieges monatlich 10 000 Mark zur Verfügung.
Frankfurt a. M. Für die Kriegsfürsorge sind durch den Verein Rotes KreUz in Frankfurt a. M. in 5 Tagen 30 Millionen Mark gesammelt worden.
! Traben-Trarbach, 8 . Aug. Eine hochherzige Kriegsspende hat Herr Julius Kayser hier, Inhaber der Weingroßhandlung Kayser U. Co., gestif-. tet. Er stellte der deutschen Heeresverwaltung 2 Krankensäle, die zirka 60 Betten fassen, zur Aufnahme und Pflege Kriegsverwundeler aller Nationen zur Verfügung. Gleichzeitig spendete er für diesen Zweck 5000 Mark in bar, 1000 Flaschen 1910er und 1911er Moselwein.
Keine Feldpostpakete k
Den Postanstalten entsteht dadurch eine unnötige Arbeitslast, daß die Beamten der Paketaufgabeschalter immer wieder belehrend erläutern müssen: „Es gibt keine Feldpoftpakete!“ Die Feldpost führt nur die Ueber- mittelung von Briefen, Posttarten, Eeldbriefen und Postanweisungen aus, wobei Einschreibsendungen in anderen als Militärdienst-Angelegenheiten, Postaufträge, Briefe mit Zuftellungsurkunde rmd Postnachnahmesendungen von der Beförderung durch die Feldpost ausgeschlossen sind. Auch Postpakete befördert die Feldpost nicht! Alle Paketsendungen, an im Felde stehende Soldaten gerichtet, unterliegen der Privat-Päckerei und werden nur gegen die sonst üblichen Portosätze angenommen. Ein Paket bis zu 3 Kilo Schwere kostet deshalb 20 Pfg. Porto und muß mit der Aufschrift „Soldatenpaket, eigene Angelegenheit des Empfängers" versehen sein. Unfrankierte Sendungen werden nichlk angenommen, Sendungen lediglich mit dem Vermerk „Felppostpaket" gelten als gewöhnliche Paketsendungen und müssen dementsprechend frankiert sein.
}fu$ Stad! m<& Eastd.
* Viele Mieter sind der Meinung, infolge des Ausbruches des Krieges sei die Pflicht zur Zahlung der Miete hinfällig geworden. Diese Ansicht ist natürlich völlig unrichtig. Durch den Kriegsausbruch ist keine Veränderung inbezug auf die Verpflichtung zur Erfüllung der Verträge eingetreten. Mieteschulden müssen ebenso wie andere Schulden bezahlt werden.
* Die Eisenbahn paketadressen für die Auflieferung von Eisenbahn-ErprlßgUt (rctgeränderte weihe Psaketadresse) uNch' Eisenbahnpaketen (blaue Paketaüresse) sind nach einem Beschluß der deutschen Eisenoahnverwaltungen geändert worden. In den neuen Paketadressen ist der Absender nicht nur auf dem Abschnitt, der dem Empfänger mit der SenduNg ausgehändigt wird, einzutragen, sondern auch in der Paketadresse selbst in einer hierfür besonders vorgesehenen Spalte. Die Absicht der Aenderung ist, auch nach Aushändigung der Sendung ohne störende Rückfrage beim Empfänger schnell den Absender aus der Paketadresse ermitteln zu können und so etwa notwendig werdende Nachforschungen zu vereinfachen. Die alten Formulare dürfen bis zum 1 . März 1915 weiter verwendet werden. Es empfiehlt sich aber, auch in diese alten Formulare schon jetzt die Adresse des Absenders in der Spalte „Erklärungen" einzufetzen, was auch durch Firmenstempel geschehen kann.
' Gießen. (K i n d e r s ü r s o r g e.) Mm Donnerstag abend fand im Saale des Cafe Leib eine ziemlich gut besuchte Versammlung statt, in der die erschienenen Mütter über die in Aussicht genommenen Maßnahmen zur Beschäftigung und Versorgung der Kinder während der Kriegszeit belehrt wurden. Viele Mütter wissen schon jetzt nicht mehr — besonders sind es solche, die tagsüber einem Verdienst nachgehen müssen — wie sie ihre Kinder behüten sollen. Aller unbeaufsichtigten Kinder wollen sich nach Kräften die ins Leben gerufenen Kinderhorte annehmen. Sie bieten auch den besten Schutz gegen die in Kriegszeiten drohende Verwilderung der Jugend. Wir verweisen auf die in heutiger Nummer dieses Blattes erscheinende Bekanntmachung des „Ausschusses für K i n d e r f ü r s o r g e" und empfehlen dringend, dessen Bestrebungen zu unterstützen.
' Darm st ad t. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß die Mobilmachung auch auf die Personalverhältnisse der hessischen Handwerkskammer eingewickt hat und wollen daher alle Handwecker-Korporationen und Handwerker düngend ersuchen, für die nächste Zeit nur in ganz wichtigen Angelegenheiten an die Kammer her- anzuireten.
Literarischer.
Griebens Reise-Notizbuch 1914-1915. (D. R. G. M. 486 968) Preis 1 Mk. Die soeben erschienene Neuausgabe des Griebenschen Reise-Notizbu- ches, das diesmal mit Doppeltem Kalendarium (1914 1915) versehen ist, dürste schon durch seine geschmackvolle äußere Aufmachung besonders ansprechend wicken. Der praktisch gehaltene Tert, der in seiner Zusammen - stellung einzig dasteht, ist u. a. durch Hinzufügung von Skat- und Bridge-Blocks sowie einer vorzüglich sach - männisch bearbeiteten photographischen Belichtungstabelle bereichert worden. Reisenden, die das Ausland besuchen, wird der Tarif der ausländischen Portotaren für Briefe und Depeschen nach Deutschland willkommen sein, ebenso wie die ausführlichen Angaben über zu verzollende Gegenstände, die man im Auslande gekauft hat. Perforierte vorgedruckte Wäschezettel sind wieder in reichlicher Anzahl beigegeben. Das vieffprachige Wörterbuch wurde unter besonderer Berücksichtigung seiner Bestimmung für, den Reisegebrauch neubearbeitet und er- weiteck.
? Der Haussrau „Sch a tz k ä st l e i n". Unentbehrliche Ratschläge für die Küche, Reinigung, Wie mache ich mir ein gemütliches Heim, Gesundheitspflege, Ratschläge! bei Krankheiten, Vergiftungen, Unglücksfülle, Krankenpflege, Kinderpflege, Wäsche, Schönheitspfleg«, Haar- und Zahnpflege, Vertilgung von Ungeziefer, Alphabetisches Sachregister, Gedenktage. Preis 0.35 Mk. Hos-Verlagsbüchhandlung Edmund Drmme, Leipzig.
? Was tut sich. Eine Sammlung herzerquik- kenden Frohsinns. Von Anton und Donat Hcrrnfeld. Preis broschiert 2 Mk., gebunden 3 Mk. Johannes Baum Verlag, Berlin W. 30. „Echt Hcrrnfeld!" — ruft man unwillkürlich beim Lesen dieser lustigen Sammlung herzerquickenden Frohsinns. Wer AMon und Donat Herrnfeld von ihrer Bühnenwicksamkeit her kennt, der fühlt sofort, daß sie mit diesem Buche ihre Populacktät noch erhöhen weiden. Ueberall, wo Sinn und Ver- ständniisl für einen gesunden, wohltuenden Humor herrscht, wird das Buch mit Freuden begrüßt werden. Was dieses Buch besonders vortellhaft auszeichnct, ist, daß sich jedermann nicht nur selbst daran erfreuen, sondern es auch in den Kreis seiner Familie «inführen kann.
Airchüche Nachrichten.
Evanmlischc Gemeinde in GilchlN.
Sonntag, den 16. August, 10. nach Trinit. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vorm. 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam.
Vorm. l\ l / 4 Ui)r: Müi:a,grttesdienst. Pfc. Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
In der Johanneskirch«.
Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde.
Vorm. 9Yi Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.
Pfarrer Ausfeld. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Pibelbesprechung im Johannessaal.
Ai i l t w o ch, den 19. August, abends 8 Uhr : Kiiegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.
Nächstkünftigen Sonntag, den 23. August, findet im Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam statt.
Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, wird «ine Kriegsbetslunde, abwechselnd in beiden Kirchen, gehalten.
Versuchsweise sollen jeden Samstag zwischen 7 und y 2 8 Uhr beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben werden.
Katholische Gemeinde in Gießen.
Samstag, den 15. August.
Fe st Mariae Himmelfahrt.
Nachm, um 2 Uhr: Festandacht mit Segen.
Nachmittags 3—7 Uhr und abends 8—10 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Abends iy 2 Uhr: Segensandacht.
Sonntag, den 16. August.
11 . Sonntag nach Pfingsten.
Vorm. 6 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Meffe.
Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes- dienst.
Nachm, um 2 Uhr: sakramentalischr Bruderschafts - Andacht.
Abends um iy 2 Uhr: Segensandacht.
Montag und Dienstag, vormittags rem 7 Uhr, ist
Segensmesse.
Montag, Dienstag und Freitag, abends uM 7% Uhr, ist Segensandacht.
' Diaspora.
_ In L i ch um 9'A Uhr. _
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.


