Ausgabe 
1.8.1914
 
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Europa, der westlichen Wülste Asiens, dem nord­westlichen Teil des indischen Ozeans und in den nörd­lichen Polargependen. In Deutschland und Oesterreich- Ungar» wird nur, ein Teil des Tagesgestirnes durch den Mond verdeckt. Füg Eichen beginnt die Sonnen - finsternis nach mitteleuropäischer Zeit um 12.10 Min. mittags und endet um 2 Uhr 35 Minuten nachmittags. Die Gyößc der Verfinsterung beträgt 0,73 des Sonnen- durchmcssers.

n E i e h e n. 30. Juli. Voraussichtlich werden der Fürst und die Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich der nächste» Aufführung desPfarrers von Kirchfeld" bei­wohnen.

o Lauter. Ein hiesiger Landwirt, der seine drei feiten,Schweine nicht verkaufen konnte, griff zur Selbsthilfe, schlachtete und verkausle sie auf der Kir­mes zum Preise von 60 Psg. für das Pfund Fleisch und Wurst. In einem Tage war alles verkauft.

Büdingen, 28. Juli. Unser Städtchen bildete aus Anlah des 500 jährigen Jubelfestes der Schühengesellschaft heute den Treffpunkt der Schützenoereine Hessens und Hessen-Nassaus. Fürst Wolfgang von Psenburg-Büdingen begrühte die Schützen und überreichte den Ehrentrunk. Um 8 Uhr fand groher Zapfenstreich statt. Die Festfeier imFürstenhof" begann kurz nach 9 Uhr. Fürst Wvlfgang eröffnete die Feier und begrühte die Gäste. Namens der Feststadt Büdingen sprach Bürgermeister Fendt. Kreisrat Geheimrat Böckmann sprach namens der Behörde und übergab die vom Grohherzog der Schützen- gesellschaft verliehene Fahnenschleife und den vom Kaiser gestifteten Kaiserpreis, einen prachtvollen Becher. Schützen­meister Tberling dankte namens der Schühengesellschaft und ernannte den Fürsten zum Ehren-Oberschützenmeister. Der Fürst übernahm mit herzlichen Dankesworten den Kaiserpokal für den Schützenverein. Die Vertreter von Worms, Frankfurt und Mainz sprachen die Glückwünsche der Brudervereine aus. Heute vornüttag 8 Uhr fand die Abholung desRitters" im Schlosse statt. Beim Fest- gottesdienst im Hain hielt Pfarrer Göbel die Festpredigt. Um 11 Uhr waren die festlich geschmückten Straßen der Stadt dicht besetzt. Es galt nämlich den Festzug zu sehen. Unter Zugrundelegung eines einheitlichen Gedankens hatte man geschichtliche Bilder aus der Vergangenheit in einem historischen Festzug zu effektvoller Darstellung ge­bracht. Seine Urheber sind Oekonomierat Andreas und Herr Rest aus München. Dem abwechselungsreichen,

bunten Bild, das leider durch einen heftigen Gewitterregen gestört wurde, schlossen sich Schützenvereine aus Frankfurt, Bockenheim, Offenbach, Laubach, Hirzenhain, Gelnhausen, Hanau, Ostheim, Schlüchtern, Vilbel, Wächtersbach, Worms und Mainz an. An Fürstlichkeiten nahmen am Feste teil: die hiesige Fürstenfamilie, Graf Kuno von Stolberg zu Ortenburg, der Fürst von Virstein, die Grafen von Rechtern-Limpurg, Freiherr von Herst zu Herrnsheim u. a. mit der hiesigen Fürstenfamilie verwandte Standesherren. Fürst Wolfgang überreichte der Schützengesellschaft eine Fahnenschleife in den schwarz-weißen Psenburgschen Farben. Mit dem Festessen in der vom Fürsten erbauten Festhalle war um 2 Uhr der eigentliche Festakt verbunden. Der erste Schützenmeister Tberling erklärte, daß durch die 5 Jahrhunderte des Bestehens der Schühengesellschaft sich die Liebe und Sorgfalt des Hauses Psenburg zur Schützen­gesellschaft wie ein goldener Faden durch deren Geschichte ziehe; jederzeit habe das Haus Psenburg der Schützen­gesellschaft Schutz und Unterstützung gewährt. Auch der jetzige Fürst Molfgang bringe dem Verein die größte Geneigtheit entgegen und habe gerne die Ehrenherrschaft über das Jubelfest übernommen. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch auf den Fürsten und sein Haus ein. Kreisrat Geheimrat Böckmann gedenkt des Kaisers, der mit starker Hand das Vaterland leitet und seine Wehr schlagfertig hält. (Lebhafter Beifall). Nach' dem Hoch auf Kaiser und Großherzog spielte die Musik die Kaiserhymne, und darauf sang die Festversammlung Die Wacht am Rhein". Des Fürsten Wolfgang Vorschlag, an Kaiser und Großherzog Ergebenheitstele­gramme abzusenden, fand allseitige Zustimmung. Es wurden im weiteren Verlauf des Festaktes noch zahlreiche Glückwunschreden und Ansprachen, vielfach von Hochrufen begleitet, gehalten, die das Fest gebührend verschönten. Das Iubiläumsschießen wurde um 3*/» Uhr durch den Schutzherrn, den Fürsten Wolfgang, eröffnet, der den Ehrenschuß abgab. Trotzdem der Festplatz bedeutende Spuren des Regens aufwies, herrschte doch lebhaftes Treiben bis spät zum Abend.

Neueste Meldungen.

Nach neueren Meldungen verlangt Rußland so­gar von Oesterreick die Einstellung der Feind­seligkeiten gegen Serbien und Lösung des öster­reichisch-serbischen Konfliktes durch Verhandlungen. Dies i gilt für Wien natürlich als ganz unannehmbar.

Die ganze schwedische Flotte wird kriegsbereit ge­macht. Sämtliche Marineurlauber sind zurückgerufeni

Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen.

Äirüfilche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde in Gießen.

Sonntag, den 2. August, 8. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadlkirche.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde.

Vorm. 914 Uhr: Pfarraffistent Hoffmann.

Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags lV/ 4 Uhr: Kinderkirche für die Markusge- meinde. Pfarrassistent Hoffmann.

In der Iohanneskirche.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten ans der Lukasgemeinde.

Vorm. 9Yi Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.

Pfarrer Ausfeld. Abcnvs 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Iohannessaal.

Katholische Hrmcinde in Gießen.

' Samstag, 1. Aüguft.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele­genheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 2. August.

Vorm. 614 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt.

Nachm, um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht.

Oie Bakterien

spielen erfahrungsgemäß bei der Uebertragung von Haarkrankheuen eine hochbedeutsame Rolle. Man muß dafür sorgen, daß die Bakterien auf der Kopfhaut nicht zur Entwicklung gelangen, sondern weggeschwemmt werden, und das geschieht erfahrungsgemäß am besten durch regelmäßige Waschungen der Kopfhaut und der Haare mit Schwarzkopf-Shampoon, welches durch

S einen eklatanten Reinigungswert die Kopfhaut und die jaare desinfiziert. Durch diese Waschungen üben Sie die verständigste und zweckentsprechendste Haarpflege aus, die natürlichen Funktionen des Haares treten wieder in ihre Rechte, Kopfschuppen verschwinden und das Haar erscheint glänzend und üppig. Es ist daher ratsam, nur dieses Fabrikat zur Kopfwäsche zu benutzen oder auf dessen Verwendung beim Friseur zu hestehen. Schwarzkopf-Ihamvoon kostet das Paket 20 Pf., mit Eigelb-, Nadelholzleer-, Kamillen-Extrakt-, Schwefel-, Sanerstofi-, Kräutcr-Ext: .!!-, Lanolin-, Peru-Tannin- oder Birkenbalsäm-Zusatz Paket 25 Pf. Ein Paket gratis bei Einkauf von 6 Paketen.

Gegen vorzeitiges Ergrauen, zur Kräftigung des Haarwuchses, auch zur Erleichterung der Frisur nach der Kopfwäsche behandle man Kopskaut und Haare regelmäßig mit Pcrund-Emulsion, große Flasche M. 1.50, Prodeflasche 60 Pf., in'Apotheken^ Drogerien, Parfümerie- und Friseur-Geschäften erhältlich. Allcinigss Fabrik.: Hans Schwarzkopf, G. m. b. H., Berlin N 37.

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Bergedung von Zimmerarbeiten.

Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und seiner Ergänzung vom 24. Februar 1911, sowie der Verordnung vom 15. Februar 1912 werden nach­stehende Jimmcrarbriteu zur Ueberdachung der Terrassen an den Krankengebäuden in der Heil- und Pflcge- ankatt zu Gießen hiermit in drei Losen öffentlich aus­geschrieben.

Im ganzen sind erforderlich ca. 13,20 cbm scharf­kantig geschnittenes Tannenholz zu liefern, ca. 1200 Itdm Holz zu verzimmern und zu hobeln, ca. 350 gm gehobelte Dachschalung.

Zeichnungen und Verdingungsunterlagen können bei uns eingesehen und letztere (ohne Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden.

Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei spätestens bis zum Eröffnungs termin, Freitag, den 14. August 1914, vormittags II Uhr, bei uns (Stephanstraße 13) einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, 31. Juli 1914.

Großh Hochbauamt Gießen.

Becker.

krfaluung eines Eandmädchm aus dem ^sgelsberg über die Liessener Lrwerbe.-Iusslellung.

Don E. K. Keil, Gießen.

(Fortsetzung.)

Un wenn du was zu baue hast,

Sei's Kühstall oder Schloß,

Empsehl ich dir die Firma hier Detail un aach engros.

Un vorne steht an Pavillon Vom Braubach un vom Fischer,

Das is die chemische Wäscherei Für Kleider, Suits un Tücher!

Denn was mer schmuglich hie tut trage,

Das kriegt mer sauber wieder,

Ob Uniform mit Silberkrage,

Ob Bluse mit viel Flitter.

Ob Hose, Gehr,ock, ob Kleid, ob Bluse,

Ob Tücher nett und sein,

Das alles wird als da gereinigt Perfekt und klar und rein.

Ich will die Firma stetig lowe,

Ob hier, oder ob daheim,

Man brauch jo aach gar viele Klcrer Bei Hochzeit, Kindtauf, Tanz und Wein.

Eich war aach mal in der Bäckerei,

Hui is' das awer'n Verkehr,

En Dalscher mil'm Würstchen drin Kann mer da warm verzehrn.

Küche, Torte, Caks und Pai Wird hier ganz frisch gebacke,

Mei Schorsch ärwet ach in 'er Bäckerei,

Wo'se Zieg'l und Backstee mache.

Wenn ich mal wirrer nach Gieße kom,

Da tu ich'n hoiher für'n,

Daß er backe lernt, das süße Zeug,

Die mög'n mal belehrn.

Jetzt will ich noch die Festhall seh,

Dann wer'n ich mich mal drücke,

Vom viele Laase tut mer weh Mei Füß un aach mei Rücke.

In der F e st h a l l sieht es prächtig aus, Daist's aach wunderschön,

Und wenn du was genieße willst,

Dann mußt du da nei gehn.

Die Wänd, die sind mit Tuch behängt Und seh'n mit Blume herrlich aus,

Die Musik spielt so sein und zart Ein Stück von Richard Strauß.

Hier gibt es viele gute Sache Zum esse und zum trinke,

Bier, Wasser, Wein und Kaffee Un aach belegte Brod mit Schinke.

Und wenn man müd gelaufen ist,

Setzt man sich hier zur Ruh',

Man lackt und singt, man trinkt und ißt Und hört der Musik zu.

Drum geb' ich euch den guten Rat Bevor ihr geht nach Heim,

Tut recht nach alter deutscher Art Und kehrt erst hier mal ein.

Lebt wohl! Ihr Herrn Soldate Vom Gießner Regiment,

Ihr habt recht schön geblase,

Man sieht, daß ihr was könnt.

Ihr blonde und ihr schwarze Mit Schnurbärt schön und stramm,

Wenn ich mein gute Schorsch net hät, Dann nehm ich an zum Mann.

Mein Fräulein, wie hat's ihne hier Gefalle, bei uns in Gieße!

Mein Kombliment! Herr Advokat,

Es ist des Rühmens wert.

Ich sag euch all recht vielen Dank, Ich will jetzt heimwärts geh'n,

Es bat mir hier recht gut gesall'n,

In der Ausstellung war's wirklich schön.

So leb' denn wohl du schöne Stadt, Du Perle an der Lahn,

Wir wünschen dir Glück und Erfolg, Bevor wir heimwärts fahr'n.

Wem gilt nun unser Abschiedsgruh? Dir uns'res Landes Zier!

Ein dreimal Hoch! dem Protektor,

Heil! Ernst Ludwig Dir!

Ende.