Ausgabe 
29.7.1914
 
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SeMMPtttr 29 pfg. monatlich

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Nr. 60 . U Blatt.

Expedition: Zelters weg 88.

Mittwoch, den 29. Juli 1914.

Anzeigenpreis 15 Pfg. *

Me 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Mg Die 90 mm breite R e k la m e - Z e i l e r>0 Pfenni« Ertrabeilagen werden nach Geiv i - und Grötzt berechnet. Rabmi kommt bei Ueberichreitung deS Zahlungs- zieled lNO Taqe), bei gerichtlicher Beitreibung oder Konkurs in Wegfall. Platzvorfchristen ohneVerbmdlirdlea. Druck der Kiehener Berlagödruckerei. Albiu Mein

relevbon ttr. »62. 20. JülN'Ü.

Oefterreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg. Englands Vermittlung abgelehnt.

Die Kriegserklärung.

Wien, 28. Juli. (4.30 Uhr) Auf Grund Allerhöchster Entschließung Seiner k. u. l. apostolischen Majestät vom 28. Juli 1944 wurde heute an die königl. serbische Regierung eine in fran­zösischer Sprache abgesatzte Kriegserklärung gerichtel, welche in deutscher Uebersetzung solgendermahen lautet: Da die königlich serbische Regierung die Note, wel­che ihr vom österreichisch-ungarischen Gesandten in Bel- gvad am 23. Juli 1914. übergeben worden war, nicht in befriedigender Weise beantwortet hat, so sieht sich die k. u. k. Regierung in die Notwendigkeit versetzt, selbst für die Wahrung ihrer Rechte und Interessen Sorge zu tragen und zu diesem Ende an die Eewall der ÄZassen zu appellieren. Oesterreich-Ungarn betrachtet sich daher von diesem Augenblicke an als im Kriegszustände mit Serbien befindlich.

Der österreichisch-ungarische Minister des Acutzern Graf Berchlold.

Vormarsch der Ocsterreichcr.

Wien, 28. Juli.

* Wien, 28. Juli. Erzherzog Fried- r i ch, dem jüngst die militärischen Funktionen des er­mordeten Erzherzogs Franz Ferdinand übertragen wor­den sind, ist das Oberkommando über die österreichische Armee gegen Serbien im Aufträge des Kaisers über­geben worden.

Nach einer Meldung desLokalanzeigers" haben die österreichischen Truppen die serbische Grenze überschritten, und mit dem Vormarsch nach M i- t r o v i c a den proigrcrmmätzigen Punkt erreicht. Die Serben sind überall zurückgeworsen worden. In Wien wurde die Nachricht von dem Ausbruch der Feindselig­keiten mit großem Jubel ausgenommen. Eine weitere Wiener Meldung desLokalanzeigers" besagt, auf der Donau bei Kozewo wurde ein serbischer Truppentrans­port auf dem DampferNardar" undZar Nikolaus" von der, österreichischen Boolssltotlille aufgebracht. Hier wurden die ersten serbischen Gefangenen gemacht.

* Wien, 27. Juli. Nach amtlichen Mitteilun­gen fand bei Temes Kubin an der Donau ein Geplän­kel zwischen serbischen und österreichischen Truppen statt, die vom serbischen Donauuser aus die auf ungarischem User befindlichen Oesterreicher beschossen. Diese erroie- derten das Feuer. Auf beiden Seiten gab es Verwun­dete. Einzelheiten schien noch.

kttabrung eines Eandmädcbens aus dem vogelsberg über die giessener Gewerbe-Ausstellung.

Von E. K. Keil, Bietzen.

' (Fortsetzung.)

Aon Stempel braach net jeder Mann,

Doatz is ja klipp un klar,

Doch jed' Geschäft, das mutz an hau Un jeder Advokai.

Uf jed' Behörde mutz er sei Für alle Aktestücke,

Un aach in jeder Kanzelei Do wirst du ihn erblicke.

Un wer, was hält uf sei Geschäft,

Der läßt sich offeriere,

Dah jede Rechnung, die er schickt,

Mit Nam und Stempel lut quittiere.

Doch wenn du mal an Stempel brauckst Un willst 'en goute seh,

Dann mutzt du mal nach Linnes zu Zum Stempelkreuter geh.

Der Spearhase, der hoat ausgestellt Viel Waage nett un klci,

Ich denk' doch für die Bauersleu,

Sein die doch viel zu fei.

Denn wenn mer Käs un Burrer wiege Un Kinkel, Gäns dazu,

Kartoffel, Lickwurz, Eelcerllwc,

Dann müsse 'mer a grötzer.

Des Dreibunds SlcllunZ.

Der Dreibund hat sich auch bei diesem Anlatz glänzend bewährt. Das Deutsche Reich und Italien wünschen auf­richtig, datz der Konflikt zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien lokalisiert bleiben möge; sie lassen aber anderseits keinen Zweifel aufkommen, datz sie treu an der Seite ihres Verbündeten stehen werden) wenn der Brand weiter um sich greifen sollte. Demgegenüber erweist sich die Triple-Entente nicht als ein so festes Band, datz sie auch England in einen Krieg an Frankreichs und Rutzlands Seite gegen Deutschland und Oesterreich-Ungarn hinein­zerren könnte. Es verlautet über Rom, datz die englische Regierung dem russischen Botschafter erklärt habe, sie sei an den gegenseitigen Vorgängen zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien vollkommen desinteressiert.

Kommt es also trotz der Besprechungen, die jetzt zwischen den Kabinetten im Bange sind, zum europäischen Kriege, so wird die Mäschte-Bruppierung nicht lauten: > Hie Dreibund! hie Triple-Entente! sondern Rußland und ! Frankreich würden allein dem Dreibund gegenüber­stehen. Rumänien, dessen Mithilfe man in Petersburg und Paris etwas voreilig eskompiert hatte, hält sich zurück.

Kaiser Wilhelm, der unter dem Eindruck der ernsten politischen Nachrichten seine Nordlandreise vorzeitig abbrach, hat in einer in freundschaftlichem Tone gehaltenen Depesche dem Zaren jede direkte Einmischung in den Konflikt wider­raten.

Oesterreich-Ungarn, so sehr es sein gutes Recht betont, seine Rechnung mit Serbien nach eigenem Gut­dünken regeln zu dürfen, enthält sich jeder Herausforderung Rußlands. Das geht daraus hervor, datz es nicht seine ganze Armee mobilisiert - was ja automatisch Gegen­matzregeln Rutzlands auslösen müßte, sondern nur acht Korps, also die zur Riederringung Serbiens unbedingt notwendige Trnppenmacht.

Roch ist daher die Hoffnung auf die Erhaltung des europäischen Friedens nicht ganz aufzugeben. Das erlösende Wort mutz aus Petersburg kommen.

Aus Oesterreich.

* Der 62 Jahre alte Präsiden! des Herrenhauses, Fürst zu Windisch-Grätz, der Major der Landwehr ist, meldete sich beim Landesverteidigungs - minister zum freiwilligen Truppendienst in der Front, i Auch das 54jährige Mitglied des Herrenhauses, Fürst I Karl Auersperg, hat sich entschlossen, gleichzeilig mit

Für Apothek un für Chemie,

Für Labratvrium,

Die müsse solche Waage hu,

Wie hier se steh'n herum.

Da sei'n Maschine alle Sorte Für Landwirt un für Hausbedarf Zum schneide, säe un aach egge Mit Messern un nrit Zinke scharf.

Der Borrmann und der. Tröster hawe Maschine ohne Zahl,

ZuM wasche, keltern, mähe, zackern In großer un verschiedner Wahl.

Un wenn eine kaafe willst,

Kann ick dir beide Herrn empfehle,

A jed' Maschin sie arbeil gut,

Tut net ihr'n Zweck verfehle.

B u d e r u s's ch e Werke sind vertrete Mit Heizkörper, e groß Partie.

Ganz grüße nn aach ganz kleene,

Bolierl un angestriche schie.

Da war 'en alter Bauersmann,

Der sät:Sie junger Herr

So'n Bakofe, tut mer aach gefall'n,

Was is denn der da wert."

Da sät der junge Herr zu ihm:

Ja Vater! Zum backe is das nichts,

Im Winter, wenn's ist eisig kalt,

Dann wärmt der Stub' un Küch!"

Ei was! das sell' en Owe sei,

Daß is en praktisch Ding,

seinem zur Truppe cinberusencn Sohne srciwiltig «in­zurücken.

* Nach dem Abbruch der diplomalischen Bezieh - ungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien hat die russische Botschaft in Wien den Schutz der Interes­sen der in der Monarchie lebenden serbischen Staatsan­gehörigen übernommen.

* O f c n - P e sl, 27. Juli. Beide Häuser des un­garischen Reichstags sind aus morgen zu einer Sitzung cinberufen worden. Sie werden dann sofort wieder ent­lassen werden.

* Ischl, 27. Juli. Als dem Kaiser der Bericht über die Festnahme des serbischen Eeneraislabschcss Generals P u 1 n i k, vorgelegt wurde, verfügte der Mo­narch sofort die Absendung eines telegraphischen Befeh­les nach Osen-Pcst, datz der General sreigelassen werde und seine Reise ungehindert fortsetzen solle.

Aus Serbien.

Das serbische Armeeoberkommando ist bereits gebildet. Als Oberbefehlshaber fungiert der Krcnprinzregent. Als militärischer Berater des Kronprinzen und Chef des Generalstabs der Opera­tionsarmee wird General Pütnic fungieren.

* Risch, 28. Juli. Prinz Merander hat von dem Befehlshaber des vierten Korps die Versicherung erhalten, innerhalb von 8 Tagen werden an der Grenze 300000 Mann aufgestellt sein.

Die im Raume bei Sawandria versammelt gewe­senen serbischen Truppenteile sind in südlicher Rich­tung im Morgwatal vermutlich gegen Svilajnak a b - marschiert. Unmittelbar an der Donau stehen nur schwächere Kräfte, darunter Landsturm.

Die Truppen, die in R e u s e r b i e n bei Jstip i nächst der bulgarischen Grenze standen, sind mit der ' Balm nach Norden gebracht worden. Einige serbische Fluhdampser und requirierte Handelsschiffe, die eilends als Minenleger eingerichtet wurden, haben versucht, an gewissen Punkten der Donau und der Save Fluhminen legen. Diese Versuche sind bisher völ­lig gescheitert.

' Belgrad, 28. Juli. Nach einer ergänzenden Mobilisierungsorder sind in Serbien alle Wehrfähigen vom 18. bis znm 60. Lebensjahr einberufen worden. Das bedeutet also eine allgemeine Mobilisienmg. Das Hauptquartier befindet sich in N i s ch.__

Denn wenn's aam zu viel stiere tut,

Dann setzt mer sich 'e nin!"

En Heizkörber is was wirklich gutes Un patzt in jedes Haus,

Mer braach ka Owe in de Stuwe,

Kann net ersticke an Kohlegas.

Un in dem Zimmer newe 'a Sei Schreinereimaschine,

A Möwelausstattung kann 'mer da Für 30 Pfennige kriege.

Das is' a flotte Sägerei,

Das git schrupp schrupp, schrupp schrupp; Un fertig is 'a Ausstattung Für e Mädche oder e Büb.

Doch all' Maschine, wo sein hier,,

Für Säge, howele, schlichte,

Die sollt 'e jeder Schreiner hu Für Eicheholz un Fichte.

Jean D e r n, der hat aach ausgestellt In Sache vielerlei,

Für inne un für Autzebau Un Plättcher hübsch un sei.

Das is ja aach en alt Geschäft,

Schon viele Jahr in Gietze,

Für prompte Lief'rung un gute Mar Den Rns tut es genieße.

(Fortsetzung folgt.)