Ausgabe 
25.7.1914
 
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Nr. 59.

Trtep hon: Nr. 362.

Samslag, den 25. Juli 1914.

T e l e i> h o n 11t. 3t!2.

26. Juhrg.

Oesterreich-Uptzttrns Ultimatum au Lerlien.

Annahme des Ultimatum oder Urica;

Di« Würfel find gefallen ! Die Note Oesterreich - U lgarns an Serbien ist gestern nachmittag 6 Uhr der serbischen Regierung mit der Forderung überreicht wor­den, datz die Antwort bis spätestens Samstag, den 25. Juli, abends 6 Uhr, erfolgt. Also ein Ultimatum! Sicherlich ist die österreichische Note eine Ueberraschrmg für Europa. Einmal wegen ihrer bestimmten Form in Gfftalt eines Ultimatums mit einer Frist von 48 Stun­den. Zum anderen wegen ihrer energischen Sprache. Nachdem jetzt die Welt mit den Einzelheiten der Unter­suchung über das Attentat in Serajewo bekannt gemacht worden ist, erscheint es wohl jedem unparteiisch Urtei­lenden klar und zweifelsfrei, daß Oesterreich mit vol­lem Recht von dem Lande eine volle Genugtuung fordern kann und mutz, in dem alle Fäden der Ve» jchwörung vvn Sarajewo gesponnen wurden, vpn dem aus die unheilvolle Tat in Szene gesetzt worden ist. Denn das steht jetzt Unumstötzlich fest. Der Plan zu vcm Morde ist in Belgrad von serbischen Offizieren aus­geheckt, die verwandten Bomben und Waffen sind von serbischen Offizieren und Beamten geliefert und von lei­enden serbischen Grenzbeamten über die Grenze geschafft, eie schuldigen Verbrecher sind sozusagen von serbischen Offizieren auf serbischem Boden abgerichtet und abge- chickt worden.

Ob Serbien mtn willens ist, diese energischen Fol­ierungen Oesterreichs anzuerkennen, lästt sich jetzt noch richt sagen. Es sind ja von verschiedenen Kabinetten Europas offiziös Mahnungen an Serbien ergangen, ibcr man batte wohl nicht mit solch scharfen Forderun- ;en Oesterreichs gerechnet, als man Serbien zur Nach - ;abe riet. Auch in Petersburg war man der Ansicht, >ast Serbien Oesterreich eine Genugtuung schulde, wenn inch mit der Einschränkung, dah Serbiens Ho- ieitsrechte dadurch nicht berührt werden dürsten. Diese Forderungen Oesterreichs greisen aber das ist nicht u leugnen fast Punkt für Punkt in Serbiens Ho- («itsrechte ein. Es erscheint uns nach diesen Forderun- ien Oesterreichs, das mutz offen gesagt werden, un­wahrscheinlich, dah Serbien das Ultimatum Oe- lerreichs annimmt. Es ist somit die Möglichkeit k r i e- ierrscher Aulseinandersetzungen zwischen )estcrreich-Ungarn und Serbien in nächste Nähe gerückt. Re Entscheidikng hängt an einem seidenen Faden, und s ist jetzt nur die Frage aufzuwerfen, wie sich das üb- ige Europa, der Dreibund bezw. der Dreiverband, da- u stellen wird, wenn es zwischen der Donaumonarchie nd Serbien zu einem Kriege kommt. An sich kann man

wohl ruhig sagen, daß jeder Staat, der nach dem Un­tersuchungsergebnis der Sarajewoer Tat Serbien Bei­stand leisten würde, direkt eine Mitschuld an dieser Tat auf sich lädt.

*

Wien, 23. Juli.

Der österreichisch-ungarische Gesandte in Belgrad hat heute nachmittag der königlich serbischen Regierung nach­folgende Note überreicht:

Am 31. März 1909 hat der königlich serbische Ge­sandte am Wiener Hof im Austrage seiner Regierung der k. k. Regierung folgende Erklärung abgegeben: Serbien erkennt an, dah es durch die in Bosnien ge­schaffenen Tatsachen in seinen Rechten nicht berührt wurde, und dah es sich demgemätz den Entschliehungen anpassen wird, welche die Mächte inbezug auf den Ar­tikel 25 des Berliner Vertrages treffen werden. Indem Serbien den Rätschlägen der Grohmächle Folge leistet, verpflichtet es sich, die Haltung des Protestes und Wi­derstandes, die es hinsichtlich der Annerion seit dem ver­gangenen Oktober eingenommen hat, aufzugeben und verpflichtet sich serner, die Richtung seiner gegenwärtigen Politik gegenüber Oesterreich-Ungarn zu ändern und künf­tighin mit diesem Lande auf dem Fulhe freundnachbar- licher Beziehungen zu leben. Die Geschichte der letzten Jahre und insbesondere die schmerzlichen Ereignisse des 28. Juni haben das Vorhandensein einer

subversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der österreichisch-unga­rischen Monarchie gewisse Peile ihres Gebietes loszu- trennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der ser­bischen Regierung entständ, hat in der Folge jenseits des Gebietes des Königreichs durch Akte des Terroris­mus, durch eine

Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gesunden. Weit entfernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen formellen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die königlich serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unterdrücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen gegen die Monarchie gerichteten Vereine u. Vereinigungen, die zügellose Sprache der Presse, die Verherrlichung von Urhebern von Attentaten, die Teil­nahme von Offizieren und Beamten an den subversiven Umtrieben. Sie duldete eine ungesunde Propaganda im öffentlichen Unterricht und duldete schlietzlich alle Mani­festationen, welche die serbische Bevölkerung zum

Hatz gegen die Monarchie und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten konn­ten. Diese Duldung, der sich die königlich serbische Re­gierung schuldig machte, hat noch in jenem Moment an- gedauert, in dem die Ereignisse des 28. Juni der gan­zen Welt die grauenhaften Folgen solcher Duldung zeig­ten. Es erhellt aus den Aussagen und Geständnissen der verbrecherischen Urheber des AtteMats vom 28.Juni datz der

Mord von Sarajewo in Belgrad ausgeheckt wurde, datz die Mörder die Waf­fen und Bomben, mit denen sie ausgeslatlet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, die der Narodnv Obrana" angehören, und dah schlietzlich die Beförderung der Verbrecher nach Bosnien von leiten­den serbischen Grenzorganen veranstaltet und durchge - führt wurde.

Die angeführten Ergebnisse der Untersuchung ge­statten es der K. K. Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartender Landmut zu beobachten, die sie den jahrelangen Treibereien gegenüber eingenommen hat, die ihren Mittelpunkt in Belgrad haben und von da auf das Gebiet der Monarchie übertragen werden. Diese Ergebnisse legen der K. K. Regierung vielmehr die Pflicht auf, diesen Umtrieben ein Ende zu bereiten, die eine ständige Bedrohung für die Ruhe der Monarchie bilden. Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich die K. K. Regierung gezwungen, von der serbischen Regieruüg eine

offizielle Versicherung zu verlangen, datz sie die gegen Oesterreich-Ungarn ge­richtete Propaganda verurteilt, d. h. die Gesamtheit der Bestrebungen, deren Endziel es ist, von der Monarchie Gebiete loszulösen, die ihr angehören, und datz diese sich verpflichtet, diese verbrecherische und terroristische Pro­paganda mit allen Mitteln zu unterdrücken. Um diesen Verpflichtungen einen feierlichen Charakter zu geben, wird die Königlich serbische Regierung auf der ersten Seite ihres offiziellen Organs vom 26.13. Juli

nachfolgende Erklärung veröffentlichen:

Die Königlich serbische Regierung verurteilt die ge­gen OesterreichÄngarn gerichtete Propaganda, d. h. die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren Ziel es ist, von der österreichischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr angehörcn, und sie bedauert aufrichtig die grau­enhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. Die Königlich serbische Regierung bedauert, datz serbische Of­fiziere und Beamte an der vorgenannten Propaganda teilgencmmen und damit die freundnachbarlichen Bezieh-

irladrung eine; Eandmädcben; au; dem vogel;berg über die 6ie;;ener 6ewerbe-Hu;;kellung.

Von T. K. Keil, Bietzen.

(Fortsetzung.)

Die Wagebauer Howe ausgestellt Landauer, Brei, Jagdwagc,

Gepolstert und hübsch autzstaffiert,

Zum sitze mit Behagen.

IV. Teil.

B a u e r n s ch e n k!" Aha was neues,

Für Bauern ganz speziell,

Es sind aach viele Bauern drin Und trinke Bier'che klar un hell.

Es kos? ka 20 Pfennig hier,

Es kost' ja blotz' en Grofche,

Deswege wird so viel geschmiert,

Mer muh den Durscht doch lösche.

Es sein net lauter Bauern drin,

Es scin'erc aach aus dtr Dtadt,

Die Herrn der Schöpfung trinken gern Bei Fleischwurft un Salat.

Aach spare wollest«: heut zu Tag Die Bauern un die Städter,

Vom Kemper war das e gut Idee,

Sei Geschäfte sein aach besser.

Glück auf" zum Bergbau, jaEiück auf Ihr Knappen wohlgemut,

Nehmt Abschied noch von Weib und Kind Und seid auf euerer Hut.

Un wenn ihr in die Grube fahrt Im frühen Morgenschein,

Zur Arbeit um das liebe Brot Zieh Hoffnung mit euch ein.

Un wenn das Tagwerk ist vollbracht Und eure Sehnsucht geht hinauf,

Dann grützt mit ihrer stillen Pracht Die Muttererde mitGlück auf".

Was ihr mit Fleitz zu Tag befördert,

Ob Kohle, Erz, ob Stein,

Regiern die Welt im Handwerksstand,

Weil sie sehr nützlich sein.

Man sieht hier viel Maschinerie Zur Arbeit un zum Schutz,

Un schmucke Bergleut sind grad hier In ihrem schönsten Putz.

Ich will jetzt in die Eruwe sahr'n Und rufe froh:Glück auf!"

Hinein geht es den schmalen Weg,

Hinein in Nacht und Graun.

Da kam ein schmucker Bergmann her,

Der gab mir einen Schmatz,

Glück auf" du schöne holde Maid,

Du gibst amol mein Schatz.

Ich bin nun wieder am Tageslicht Im hellen Sonnenschein;

Glück auf" du Bergmann, Schicht für Schicht, Ich denke ewig dein.

Un hoi nu in der zwoat Barak Grad' owe an der Eck,

Da is die schöne Töpferei Von K e tz l e r aus Wieseck.

Un wenn du wieder heimwärts ziehst, Willst ein Geschenk dir kaafe,

Hier hast bu Auswahl mannigfach Un brauchst net weit zu laafe.

Hoi sieht mer Schüssel, Dübe, Deller Un Krüg' mit Henkel ohne Zahl,

Un sonst noch viele schöne Sache,

Auf Wunsch, un aach nach Wahl.

Un in dem Zimmer newe 'a,

Do brauchest« viel Luft,

Der hot'en Klumbe glühend Glas Un machtPuff, Puff, Puff, Puff."

Doi mache schiene Sächelcher Für Physik un Chemie,

Doch zu dem Blase, da gehört Gut Lung' un Energie.

Doi mache Glas un Gläsercher Un Trichter ohne Zahl,

Mit Maatze un mit Mäser'cher Hübsch rund uN aach oval.

Professor, Doktor, Apotheke,

Die all' du's trefflich low«,

Un wenn du ebbes nötig hast,

Dann gehst du hin zu Kob e.

Hier läht die Stempelsawerik Aus Eietze etwas seh,

Dazu gehört gar viel Geschick Un aach was Renomee.

(Fortsetzung folgt.)