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} Jfa. 58. Telep hon: Nr. 362.
Mittwoch, den 22. Juli 1914.
Telephon Nr. 362.
26. Jahrg.
Uor einem öfierreicbifcb-ferbifcben Konflikt.
Graf Berchtold hat gestern beim Kaiser, Franz Joses eine einstrindige Audienz gehabt, vorher hat der österreichische Geneyrlstabschcs unerwartet seinen Urlaub abgebrochen und ist naci) Wien zurückgekehrt, an den Börsen macht sich eine hochgradige Nervosität bemerk - bar, und die serbische Regierung hat große Munitions - bestellungen gemacht. Das sind alles Erscheinungen, die manche Schlüsse auskommen lassen. Bestimmt verlautet, daß die für Serbien bestimmte österreichische Note im Wortlaut fertig und vom Kaiser genehmigt sei, so daß die Ueberrcichung der österreichischen Forderungen an die serbische Regierung in allernächster Zeit bevorsteht. Der Inhalt der Note ist noch nicht bekannt, doch nimmt man an, das; Oesterreich-Ungarn in ganz bestimmter Form von Serbien Genügtuung für das Attentat von Sera- jewo fordern wird, dessen Fäden nach Belgrad hinüber- greifen sollen. Wenn hierzu der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Staaten lokalisiert bleiben möchten, so wird man an die Zeit vor und zu Anfang des Balkankrieges denken müssen, damals hatte man auch den sehr bc - rechtigten Wunsch, daß die diplomatischen Balkan-Verwirrungen auf ihren Herd beschränk! bleiben möchten. Die Zeit hat «s uns aber gezeigt, datz die Diplomatie unberechenbar ist und ganz Europa mit den Balkan - wirren zu tun bekam.
Auch hier im Falle Oesterreich gegen Serbien kann man nicht Voraussagen, die Verhandlungen bleiben lokal. Die beiden Verbündeten Oesterreich-Ungarns, Deutschland und Italien, werden nur solange als Zuschauer Gewehr bei Futz stehen, solange auch die anderen europäischen Staaten diese Zurückhaltung bekunden. Sollte sich aber z. B. Rußland, was ja schon immer die serbischen Interessen offensichtlich gefördert hat, hinter Serbien stellen und ihm auch hier in diesem durch die al- lertraurigstcn Ereigniffe entstandenen Konflikt helfen zur Demütigung und zum Nachteil unseres schwer geschädigten Bundesgenossen, so würde der Dreibund solidarisch handeln und erneut der Welt zeigen, datz er fest und treu seinem Vertrage gemätz handeln wird. D i e Entscheidung dürfte bald fallen, wenn Serbien nicht volle Genugtuung gibt und Oesterreich - Ungarn dann militärische Schritte unternehmen mühte. A. K.
Die „Nordd. Allg. Jtg." schreibt in ihren Wochenrückblicken:
„In den Auslassungen der europäischen Presse zu der in dem Verhältnis Oefterreich-Un-
kttadrung einer Candmädcbens aus tiem vogelrberg über tiie kierrener Kewerbe-Hurrtellung.
Don C. K. Keil, Giehen.
Un wenn se sitze im Luftballon,
Dann dürfe'se net vergesse,
Denn wenn'se in de Wolke sei,
Dann mütz'sese die Höh mal messe.
Der Schmittgall un sein Master Schmidt Hot Instrumente ohne Zahl Un Vrillegläser alle Sorte Un Zwicker ganz nach deiner Mahl.
Un wenn e Mann das Fiewer hat Un kann bal net mi schwitze,
Dann kimmt der Doktor schnell herbei.
S Thermometer anzusetze.
Do^js das Fröbel-Seminar Mit all sein Kinnergäre,
Die Kleen« hu das all gemacht Aus Holz, Papier un Erre.
Die Mutter will amal ins Dorf,
Will bei a Kaffeekränzche,
Dann schickt's ihr'n' Bub in Kinncrgoare Un sät: „bist brav mein Hänsche".
Die kloane Mädger un die Buwe,
Die hu als lange Weil,
Doch wemi'se do beisammc sin,
Dann slteht die Zeit in Eil.
Sie mache lauter schöne Sache Und singe frohe Lieder,,
garns zu Serbien obwaltenden Spaltung machen sich immer mehr Stimmen geltend, die anerkennen, dätz Oesterreich-Ungarns Verlangen, eine Klärung seiner Beziehungen zu Serbien herbeizuführen, berechttgt ist. Dabei schließen wir uns der an mehr als einer Stelle ausgedrückten Hoffnung an, datz durch rechtzeitiges Einlenken der serbischen Regierung das Entstehen einer ernsten Krisis vermieden werde. Jedenfalls läßt es das solidarische Interesse Europas, das bisher in der langen Balkankrisis in der Bewahrung des Friedens unter den Großmächten zur Geltung gekommen ist, erwünscht und geboten erscheinen, datz die Auseinandersetzungen, die zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien entstehen können, lokalisiert bleiben."
Wien, 20. Juli. Wie man aus wohlinformier- ten Kreisen erfährt, ist die Untersuchung wegen des Attentats in Serajewo abgeschlos- s e n. Die Ergebnisse werden augenblicklich den Großmächten milgeteilt und ebenso die Forderungen, die Oesterreich an Serbien stellen wird. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Untersuchung wird nur aus Interesse des Gedankenaustausches mit den Großmächten noch hinausgeschoben. Nach der Veröffentlichung wird die D e- marche Oesterreichs in Belgrad unmittelbar erfolgen und für die Erfüllung der Forderung wird Oesterreich Serbien eine ganz kurze Frist lassen.
Nunmehr ist, wie aus Ofen-Pest telegraphiert wird, die Anklageschrift gegen die Handelsschüler Jak. Schäfer und Rudolf Hercigonja veröffentlicht worden. Her- cigonja, 1896 geboren, wird angeklagt, Schäfer zU dem Anschläge überredet und wiederholt geäußert zu haben, daß AtteMate gegen hochstehende Personen wie Erzherzog Franz Ferdinand, Gras Tisza und andere notwendig seien. Hierdurch solle Anarchie hervorgerufcn und ein Einbruch der serbischen Armee zum Zwecke der Vereinigung Kroatiens mit Serbien erleichtert werden.
Albanien.
Fürst Wilhelm besichtigte, wie das Wiener Korr.-Bureau aus Durazzo meldet, Sonnabend abend sämtliche Eeschützabteilungen, um für die Neuangekommenen Eebirgsgeschütze entsprechende günstige Positionen scstzustellen. Als sich der Fürst bei dieser Gelegenheit an den bei der Besichtigung der Stellungen anwesenden Bildhauer Eürschner wandte, um dessen Meinung über die Geschützpofittonen zu hören, und dem anwesenden verantwortiichen Artilleriekommandanten Fa- bius gegenüber verschiedene Bemettungen machte, fühlte sich dieser beleidigt und nahm seinen Abschied.
Man hört nur Jubel, Lust un Lach«,
Ob in dem Saal, ob uner'm Flieder.
Un wenn wir aach mol Kinner Howe,
Js anerla wie viel,
Dann schicke mir'se in Kinnergoare Zur Kurzweil, Lust und Spiel.
Jetzt Hab' ich alles hier geseh,
Wohl in dem grüß Gebäu',
Denn au'se ist noch viel zu seh Mit all den viele Leu.
III. Teil.
Un vonne gleich zur linke Hand Do stiht en grüße Staa,
Vom tiefe Bauamt soll er sei Don der Gießer Stadtgemaa.
Sack, I u g h a r d t, H o r st un wie'se^ Die hawe ausgestellt (sonst all heiße,
Für Brücke un für, Häuserbau In Städte, Land un Feld.
Man kann die Firmas jedem lowe,
Der etwas brauche tut,
Für Häuser, Scheuer, Stall un Schuppe,
Für jedes Schloß un Gut.
Für Entwässerung un für Kanal,
Für Fußweg autz Zement,
Un Platt un Plättchen a große Wahl,
Für Boden un aach Wänd.
Un hinne steht a Bienehaus Mit einem Völkchen drin,
Die fliege ein, sie fliege aus Und mache sum sum sum.
* Die albanischen A u s st ä n d i s ch e n, die, wie berichtet, in ihrem Vermittelungsgesuch an die Mächte die Gesandten Deutschlands und O e st e r r e i ch- Ungarns boykottiert hatten, haben nun am Sonntag infolge der Solidaritätserklärung sämtlicher Eroßmächtevertreter den beiden Uebergegangenen doch Briese gesandt, worin sie eine Zusammenkunft für den 22. Juli Vorschlägen!
Die Vertreter der Großmächte haben auf die aus dem Lager der Rebellen eingelroffene Einladung, zu den Verhandlungen nach Schiak zu kommen, geanlwor- tet, daß sie mit der Einleitung der Verhandlungen einverstanden seien, doch müsse als Verhandlungsort Durazzo gewählt weihen. Falls die Abgesandten der Aufständischen jedoch nicht genügend Vertrauen hätten, nach Durazzo zu kommen, so möchten sie sich am Mittwoch zu dem acht Kilometer östlich von der Bucht von Dru- razzo gelegenen sogenannten Sasso Bianco begeben, um mit einem Boot auf ein dort liegendes Kriegsschiff gebracht zu werden, wo sich auch die Vertreter der Großmächte zu den Verhandlungen einfinden würden.
In Dukazzo ist ein an den Fürsten gerichtetes Telegramm Jsmael Kemals eingetroffen, in dem er dem Fürsten mitteilt, daß er im Verein mit verschiedenen Notabein aus dem Süden des Landes in Argyrokastro, Tepele und Delvino ein Wohlfahrtskomitee organisiert habe, dessen Bestreben es sei, den F ü r - st e n zu u n t e r st ü tz e n. Das Telegramm schließt mit dem Rat an den Fürsten, die Kontrollkommission in größerem Maße zur Regierung heranzuziehen, weil dadurch nach der Meinung des Wohlfahrtskomitees der Sache des Fürsten besser gedient werden könne.
Dürazzo, 20. Juli. Gestern abend wurde ein über eine Stunde andauerndes lebhaftes Gewehr- und M i t r a i l l e u s e n f e u e r, in das auch die Geschütze mit über 70 Schüssen eingriffen, dadurch verursacht, daß in der Nähe der Borpostenlinie starke feindliche Patrouillen gesichtet wurden, die jedoch alsbald flohen. Vom Feinde wurde sonst keine Spur bemerkt. Gleich nach dem ersten Kanonenschuß wurden von dem österreichisch-ungarischen Kreuzer „P a n 1 h e r" und dem deutschen Kreuzer „Breslau" größere Marineabteilungen gelandet, die später wieder zurückgezogen wurden.
Politifcbe RundFcbau.
Deutschland.
* Wie nach dem Verhallen des neuen Regimes in Elsaß-Lothringen zu erwarten war, hat der Kaiser!.
Mei Schorsch, der hat gar oft gesungen: „Mein Herz, das ist ein Bienenhaus": Drumm wird mir aach mei Herz beglomme, Wenn Biencher fliehe ein un aus.
Mei Schorsch ist wie die Männer all, Wenn der a Bienche sieht,
Dann will'r gleich vom Honig lecke,
Läßt mich allei da stieh.
Ja Bienehonig der schmeckt gut,
Von Mädchenmund und auch vom Bienchen, Drum sieht man beide gar zu gern Hübsch, emsig, freundlich und mit Grübchen.
Da hinne is a stilles Plätzche,
Will ich net viel von sage,
Wir Mensche all, wir wär'n emal Zum Friedhof nausgetragen.
Drum Mensch, sei „edel", das ist schön. Sei „hilfreich" und sei „gut",
So wirst du vor Gericht bestehn,
Wenn's geht zur cw'gen Ruh.
Un wenn du so gewirket hast Für deine Lieben groß und klein.
Dann streut man Blumen auf dein Grab Und setzt dir einen Stein.
Un hinne in der egst Barack Do ist die W e w e r e i,
Mit Motor und mit Handbetrieb Aus Webstühl grüß un klei.
Das Wewcrschiffche hört mer surr,n,
Das läuft schnell hin un her,
Un tausend Färem sei gesponne In 'd läng un kreuz un quer.


