Ausgabe 
1.7.1914
 
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* Darmstadt. 30. Juni. Die Strafkammer I Darmstadt fällte heute das Urteil in d-m zweiten Nicdcr- uodauer Prozeß. Ter Anc»klagte Moses Isaak vurdc wegen Beihilfe zur Untreue des Rechners Adam on Niedermodau unter Freisprechung im übrigen zu inem JahrGefängnis und 500 Mark Geldstrafe, ie evrnt'. mit weiteren 50 Tagen Gefängnis zu ver- üßcn sind, verurteilt. Die St-ose g !t durch die Unter- uchungshaft als verbüßt. Der Haftbefehl wird auf- ehoben. Isaak hatte im ersten Prozeß w'g>n g-werbs- läßiger Hehlerei 1 Jahr 9 Monate Zuchlhaus erhalten

* Wiesbaden. Au? Anlaß des 200jährigen Bestehens der Firma Christoph Andreae in Mül­feim a. Rh har der Inhaber der F rmo, Herr Handels-- ammerpräsidcnt Franz Andreae, bei der Dcnt- chcn Gesellschaft für Kaufmanns Erho- ungsheime eine zweite Stiftung in Höhe von Ulf. 15600 zu Gunsten der Angestellten der Fiima reichtet. Aus dem gleichen Anlaß hat der frühere Inhcbcr der Firma, Herr Paul N Andreae, Hans lsticl nforft bei Dcllb ück, Bez. Köln, der Gesellschaft bcnfallr eine Stiftung vrn Mk. 10000 übe.wiesen. Diese Stiftungen sind erfolgt, nachdem sich die Ange- tcllten der Firma über den Aufenthalt in den Heimen -er Gesellschaft aufs anerkennendste ausgesprochen haben, es stifteten ferner: Joseph Voegele, Mannheim Mk. 0000; Kommerstcnrat Bensinger. Mannheim Mk. 5000; !acl Freudenbcrg, Weinheim Mk. 5000; Ho>zverkohlunss- adastrie A.-G., Konstanz Mk. 5000: F. Wolst u. Söhne, tarlsruh» Mk. 5000; Heinr. v. Doll Armi, München stk. 10 000; Rheinische Hypothekenbank, Mannheim st'. 5000; M. A. Strauß, Karlsruhe und Kunheim

(So , Berlin e.höhten ihre Stiftungen von je Mk. 1000 uf je Mk. 5000.

Der Uogt von fiaiger.

Wer in diesen vergangenen Junitagen von den ichen- und tannenbestandcnen Höhen des Westerwald,s inabslieg in dos idyllische Tal, in dem das tausend- ährige nassauische S'ä'tchcn Haiger liegt »ud wer on den westlich der Stadt liegenden Höhen den Blick ber die Feld r und Dächer hinweg schweifen lie'" zu ein grünen Kranz der Berge, die sich hier wie oltv.r raute Nachbarn grüßen, dem haben öfters jubelnde «d festsreudipe und sogar kriegerische Rufe rns Lhr cklungen. Bald ein freudigesHojotoho!" sonnwendfei- rnd.r Jungfrauen und Jünglinge. Bald >in brausen- esJoduleho!" streitlustiger Männer und Burschen, "dir ein bcgciste tesHeilo!" wchrtragcnder Kämpfer.

Wie ein G aus der Vergangenheit der geweebe- e ß gen Stadt im Talgrund klang und brauste cs her- uf zum Bcrgwald. Und der Wanderer glaubte sich iie durch einen geheimen Zauber zurückversetzt in das Iste Jahrhundert, in dem noch die Fäuste rascher zum rchweriknouf griffen und die Waffen klirrender nnein- nderschlugen.

Tie aber dort zwischen den dichten Hecken, in de­nen die Waldroscn blühen, und den düsteren starken Tannen, die sich mit junggrünen Spitzen geschmückt haben, ihre welthinschallendcn Stimmen e-heben, daß das Echo aus dem tiefen Forst Antwort gibt, die Mäd­chen und Jünglinge, Kinder, Frauen und Männer. . . es waren keine geisterhaften Schatten, sondern Söhne und Töchter der Gegenwart, es waren die Volksspieler von Haiger.

Um ihrem Spielleiter, den rheinischen Schriftsteller Wilhelm Clobes, geschart, informcrten sie unver­drossen und mit begeisterten Herzen das Tausend- jahr-Fe st spiel, das C. S p i e l m a n n, der namhafte nosfsauische Heimatdichter, der Stadt Haiger zum Jubel­fest im Juni geschrieben hat. Wer sie aber einmal bei dieser vor festlichen Arbeit gesehen hat, die wackeren Hundertsünfundzwanzig von Haiger" soviel Darsteller erforderte das Festpicl der wird es auch gern be­redten Mundes in die Nachbarschaft hinaustragcn, dast cs etwas ganz besonderes war.

Der Vogt von Haig er" so heißt das fest­liche Spiel ist «in Hcimatlpiel in des Wortes edel­ster Bedeutung. Die Liebe zum Westerwald spricht aus dieser formschönen und darmatisch lebensvollen Dich­tung und die Verehrung für jene toten Vorfahren, die einst mit trotziger Stirn und hellem Auge auf dem Boden der He-igermark standen und der goldenen Zu­kunft der Urenkel ein herrliches Vermächtnis schufen und erstritten.

Auf demselben Boden hat es auch seine dar­stellerische Gestaltung gefunden durch die echten Kinder des Weste woldcs. Angesichts der satten Wiesen und spru­delnden Bäche, der blauen Berge und der romanti­schen Wälder, is in Szene gegangen, im Herzen jener malerischen Landschaft, wie sie im Liede weiterlcbt.

Meer sein zefriere ömmer hie,

Der Himmel närjends klohrer,

Die Wällcr sein voll Haas on Rieh,

Die Wisse sein voll Fohrer.

He sticht en Monnskerl huch det Gcaas,

Wie Goold he su gcel der Waas,

On Korn, wie Buhnestange"

Mit diesem goldenen Schatz von Zuseiedcnheit im Herzen treten sie olle auf den grünen Plan des Natur- thiatecs, dieMänner; bieder, fest und stark", die Mäd­chen, kernig, blühend, schön",alle ieschlichten Men­schen, frisch und froh", wie der nassauische Dichter Alo­is Henningcr in seiner Dichtung v.m Westerwald schil­dert. Und in diesem Zeichen verbindet sich auch mit der stammcstrcuen Heimatliche die künstlerische Kultur des Freilichttheaters, um ollen Erfordernissen des Volks-FcstspielS gerecht zu werden.

Da soll in Spielmanns wirkungsvoller Dichtung das Feucr der Sommersonnenwende emporlodern und die Jugend von Haiger zu Sprung und Reigen vereinigen da soll, nachdem das Spiel durch das feindliche Element

jählings gestört wurde, der eiserne Vogt von Haiger Ding d. i. Gericht halten. Da wird das blanke Schwert selbst vor den Herren vom Gericht nicht zu- rückscheuen. Im wilden Nahkampf werden sich die Klingen der Vogtsmannrn und derer vom Stift kreuzen, ehe die Bischöfe von Worms und Trier in feierlicher Prozession dieSzene erfüllen und Heinrich der Dritte, der König der Deutschen und römischer Kaiser, aus dem Sattel Frieden stiftet.

Ein farbenreiches,eindrucksvolles Bild das sich dem Gedächtnis eines jeden Gastes ein­geprägt hat.

Verantwortlich: Alb in Klein, Greffen.

? Blasen- und Nierenleiden sowie Frauenkrankheiten treten weitaus häufiger auf, als inan nieist annimmr. Mona'e und Jahre hindurch treiben sie oft still und unbeachtet ihr unheilvolles Zerstörungswerk, bis sie plötzlich ihren wahren Charakter enthüllen und die bisher meist ahnungslosen Kranken mit einer Bösartigkeit und Hartnäckigkeit verfolgen, die oft säst zur Verzweiflung »reibt.

Die zahlreichen Berichte in dem unserer heutigen Auflage beiliegenden ProspektHilfe bei Blasen- und Nieren­leiden" geben diesen traurigen Tatsachen beredten Ausdruck. Meine Leserin und kein Leser sollte versäumen, sich daraus ei» schärferes Bild von diesen ungeheuer verbreiteten und überaus lästigen, oft recht gefährlichen Leiden zu verschaffen.

In dem erwähnten Prospekt finden unsere Leser aber auch ausführlichen guten Rat, wie solchen und ähnlichen Leiden durch eine Haustrinkkur mit Altbuchhorfter Mark-Sprudel Starkquelle wirksam begegnet werden kann. Alle die er­wähnten Berichte von ärztlicher und privater Seite stimmen darin überein, daff bei Leiden der genannten Art der Altbuch- horster Mark-Sprudel Starkquelle eine geradezu glänzende Heil­wirkung zu entsalten vermag, die tatsächlich jedem Kranken auch überzeugend sich aufdrängt, wenn er einen Versuch mit diesem heilsamen Mineralbrunnen erst einmal unternommen hat. Jeden­falls ist der erwähnte Prospekt der genauesten Beachtung dringend zu empfehlen.