Ausgabe 
13.6.1914
 
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bevor stehende Arbeiterkündigungen u. Lohnkürzungen im Ruhrbergbau. An ein­zelnen Beispielen wird nachgewiesen, wie der Bergar- beilerverband in seinem Organ, derBergarbeiter-Zeit­ung" (vom 28. Februar 1914) uMer grobem Mißbrauch des vom Zechen-Berhand in seiner Antwort verwende­ten statistischen Materials ganz irresührende Schlußfol­gerungen gezogen und sie zu Borwürsen gegen die Werksverwaltungen benutzt habe.

Jnbezug auf die ^ w i s ch e n dem sozialde­mokratischen Bergarbeiter-Verband u. dem Gewerkverein christlicher Bergar­beiter bestehenden Gegensätze bemerkt der Bericht, daß dieses gespannte Verhältnis dem christlichen Eewerkverein schtvcrrmegende Nachteile eingetragen ha­ben müßte, denn anders liehen sich die im Berichtsjahre von ihm ausgehenden deutlichen Annäherungs­versuche an den alten Verband kaum er­klären. Der alte Verband habe sich demgegenüber, da die augeirblicklichen Verhältnisse ein aussichtsvolles Vor­geben gegen die Unternehmer nicht gestatteten, sehr zu­rückhaltend gezeigt. Es stehe aber außer Frage, daß der alte Verband auf die ihm so dringend angebotene Ar­beitsgemeinschaft zu gegebener Zeit zurückkommen werde. Vorläufig werde er seine Versuche, seinen Konkurrenten in den Augen der Arbeiterschaft verächtlich zu machen, fortsetzen in der Hoffnung, dadurch seine eigenen Reihen zu stärken und den christlichen Gewerkverein immer mehr in ein« radikale Richtung zu« drängen. Bei späterem Kampf werde es ihm dann um so leichter sein, den Ee- werkverein als die treibende Kraft vorzuschiebcn, um die suggestive Wirkung, die sein christlicher Name auf Par­lament und öffentliche Meinung nun mal ausübe, wie bei dem großen Bergarbeiterausstand 1905, aUsnutzen zu können.

Nachdem über die Tätigkeit der Sicher­heitsmänner Erfahrungen über eine Zeitspanne von mehr als 3 Jahren vorliegen, hält der Zechenver­band eine Nachprüfung der Frage für angezeigt, wel­cher Wert den Aybeiterkontrolleuren von den Beteiligten beigemcssen wird. Der alte Verband, dem die den SiÄerheitsmännern zustehenden gesetzlichen Befugnisse und die Schutzbestimmung gegen ihre Entlassung zur Erreichung des beabsichtigten Zweckes nicht genügten, Halle nachdrücklich an der Forderung nach sreigcstellten, vom Staat besoldeten Arbeiterkontrolleurcn fest in der Erwartrmg, daß damit die Schranken, die der unbehin­derten Ausnutzung des Sicherheitsmännerinftituts zu Parteizwccken heute noch entgcgenstchen, beseitigt wer­den. Eine Ähnliche Stellung nehme auch die polni­sche Berussvereinigung und der Eewerk­verein der Bergarbeiter (Hirsch-Duncker) zu der Sicherheitsmännersrage ein. Der G e w e r k v e r - ein christlicher Bergarbeiter, der sich mit dem Institut anfänglich im wesentlichen einverstanden ey klarte, habe sich im März 1913 in einem Artikel des Bergknappen" dahin geäußert, daß eine merkliche Ver­minderung der Unfälle durch die Tätigkeit der Sicher - Heilsmänner zwar nicht zu verzeichnen sei, aus diesem Umstande aber auf ein Versagen des Systems nicht ge­schlossen werden dürfe. An Hand von Beistzielen weist sodann der Zechen-Verband die Behauptungen über an­geblich schikanöses Verhalten der Zechen den Sicherheits­männern gegenüber entschieden zurück. Die Zechen wür­den sich selbst durch ein solches Verhalten die allergröß­ten Unannehmlichkeiten zuziehen und damit denjenigen Kreisen, die eine Abänderung des Sicherheitsmänner-Jn- stituts verlangen, die beste Waffe in die Hand geben. Die Belegschaft stehe dem Institut durchweg gleichgültig gegenüber in der richtigen Erkenntnis, dah es bei der weitgehenden Kontrolle im Bergbau nicht an der nöti­gen Aufsicht fehle, und die Sicherheitsmänner für die Verminderung der Unfälle zwecklos seien. Auch die Si­cherheitsmänner, unorganisierte wie organisierte, seien selbst in steigendem Maße dieser Uebcrzeuguny, und es beftebc wohl kein Zweifel darüber, daß ein nicht gerin­ger Teil der letzteren nur unter dem Druck der Partei - Zugehörigkeit sich vor der Amtsniederlegung oder der gänzlichen Einstellung der Befahrung scheue.

Des weiteren besaht sich der Bericht eingehend mit der vielsach erörterten Entwickelung der U n s a l l z i s - fern im Bergbau und weist insbesondere nach, daß die häufig ausgestellte Behauptung, dieJagd nach Kohlen" habe eine Zunahme der Unfälle im Eesolge, unrichtig ist. An Hand der Statistik der Bochumer Sek­tion der Knappschasts-Berussgenossenschast wird festqe- -stellt, daß in den letzten 15 Jahren die Jahre in den drei Perioden guter Konjunktur eine höhere Fördermcnge auf einen entschädigungspflichtigen Unfall unter Tage zu verzeichnen haben und damit günstiger inbezug auf die Unsälle dastehen, als die Jahre schlechter Marktlage.

Gegen den Arbeitsnachweis des Zeche n- Verbändes sind im Berichtsjahr, wie in früheren Jahren, vereinzelt von grundsätzlichen Gegnern der Ar­beitgeber-Arbeitsnachweise durch nichts bewiesene Ver­dächtigungen ausgesprochen worden. Demgegenüber be­schränkt sich der Bericht auf den Hinweis, daß außer einer und dazu unbegründeten Beschwerde vom Februar 1910 bis jetzt keine weiteren Beschwerden gegen die Handhabung des Arbeitsnachweises eingcgangen find, obwohl inzwischen die Zahl der nachgewiesenen Arbeits­stellen 1 Million überschritten hat. lieber die Vermit- telungstätigkeit des Arbeitsnachweises wird berichtet, daß im Jahre 1913 insgesamt 320 848 (1912: 255 860) Ar- beilsnachweisscheine ausgestellt wurden, hiervon 2650 (2050) an solche Arbeitsuchende, die infolge Nichtan - nähme ihre Arbeitsnachfrage auf anderen Zechen wie­derholten. Außerdem wurden 16 372 (12 157) Arbeits­nachweisscheine ftir Leute ausgestellt, die entweder über­

haupt nicht zu der überwiesenen Zeche hingingcn oder aber nach einer Zurückweisung durch die Zeche nicht nochmals auf der Nachweisstelle vorspeachen. Jnsolge- dessen gelangten nur 301 826 (241 653) Verweisungen zur Arbeits annahm e. Ferner haben 17 049 (13 356) Leute die angenommene Arbeit nicht angetre­ten, sodaß nur 284 777 (228 297) Verweisungen zur Arbeitsaufnahme führten. Die Zahl der im Jahre 1913 uMer Koirtrastbruch von den Verbands-Ze­chen abgekehrten Leute betrug 23 844 gegen 16 579 im Jahre 1912.

Der Sport in der Schule.

Der Geist der Armee hat die Ausgaben, die ihr im Rahmen der vorbereitenden Arbeit sur die Olympischen Spiele zufallen, mit Sicherheit ersaßt und der Erkennt­nis mit der im Heere üblichen Schlagfertigkeii auch die Taten folgen lassen. Das Gleiche läßt sich von uirferen Schulen noch nicht in vollem Umfang behaupten, und es scheint, als ob man sich dort noch vielfach an Be­denken klammert, die der praktischen Erkenntnis nicht standhalten. Immerhin darf mit Sicherheit erhofft wer­den, daß diese Bedenken bald schwinden werden, umso­mehr als eine so maßgebliche Stelle wie das Preußische Kultusministerium mit seinem Olympia-Erlaß die Ein­führung des Sports in die höheren Schulen und Leh­rerseminare prinzipiell gutgeheißen hat. Da ist es ge­wiß von Interesse« ersahren, daß die Einführung eines der wichtigsten Sports, der A t h l e t i k, in die Schule bereits ein überzeugendes praktisches Vorbild auch auf deutschem Boden gefunden hat, nämlich im Pädagogium zu Niesky in Schlesien, wo ein sportlich erfahrener Schulmann, Rudols Hoffmann, dem Sport u. a. folgendermaßen:Der geregelten Pflege des Schul­ter des Schulfportbelriebes äüßert sich in einem lehr­reichen Aufsatz, den derIllustrierte Sport" veröffentlichte u. a. foigendermaßen:Der geregelten Pflege des Schul­sports stehen noch viele Bedenken entgegen. Man fragt sich, ob es überhaupt möglich sei, den olympischen Sport in de» Massenunterricht methodisch einzugliedern, und wenn sich hierfür Wege finden lassen, ob die Sport - pflege nicht nachteilig auf den übrigen Unterricht ein­wirke, Interessen und Kräfte der Schüler von den Wis­senschaften abziehe, und ob derRekordsport" dem ju­gendlichen Organismus überhaupt zuträglich sei. Es zeigt sich hier dieselbe Zaghaftigkeit, die die Einführung des obligatorischen Turnens in die Schulen lange Jahre hindurch zum «Schaden der Jugend aufhielt. Damals machten nur wenige «Schulmänner eine rühmliche Aus­nahme, und unter diesen verdienen die Erzieher am Pä­dagogium der Evangelischen Brüder-Universität zu Niesky besonders hervorgehoben zu werden. Aus tiefgefühlter Verantwortung für die ihnen anvertraute Jugend be­schlossen sie schon ein Jahr vor Cinfiihrung des Tur­nens in die Schulen, offiziellen Turnunterricht zu ertei­len. Dieser Geist rechter Verantwortung, der gewissen­hafte Prüfung mit Tatkraft vereint und für die Jugend nur das Beste sucht, rst in Niesky nicht geschwunden. . . So wurde das Nieskyer Pädagogium die erste deutsche Schule, die den olympischen Sport dem Unterricht ein- sllgte und einen eigenen Sportplatz vorschriftsmäßig für die Leichtathletik herrichtete, und während heute andere Schulen nur zaghaft und voller Bedenken an die Auf­nahme des Sports gshen, hat in Niesky eine nunmehr dreijährige Spoypflege bereits eine Fülle von Erfahr­ungen gebracht, die geeignet sind, alle Bedenken zu zer­streuen."

Nach einer Schilderung der Vorzüge, die gerade die Athletik im Schnlsportbetrieve für die Schüler mit sich bringt (Konzentration zu energischem Handeln, Freude an der Verbesserung der Leistung, zweckntäßige Beherrsch­ung des Körpers, Verständnis zur gesunde Kleidung u, sonstige Gebote der Hygiene) fahrt der Verfasser fort: Leider sieht sich die «Schule außerstande, dem Sport so viel Zeit zu widmen, als zur vollständigen Erreichung seines erziehlichen Zweckes nötig wäre. Die Schute mug sich damit begnügen, die Schüler mit Technik und Trai­ning des olympischen Sports bekannt zu machen, sie durch Uebungen und Wellkämpfe zu sportlichen Lcylun- gen anzuregen und möglichst viele Schüler für Den Sporl so zu begeistern, dah sie ihm nach Verlassen der 'Schule treu bleiben und somit an Leib und Seele gesund »der

die Jahre ihrer größten Freiheit hinwegkommen.....

Für solche allgemeine Schulsportpstege muß natürlich Zeit und Raum geschaffen werden. Die Nieskyer Er­fahrung Hai gelehrt, daß es genügt, wenn von den Lom- merturnftunden bei den untersten 2 Klassen jede zweite, bei den übrigen Klassen jede dritte Stunde dem olym­pischen Sport gewidmet wird. Die übrige Zeit und der ganze Winter werden in Niesky dem deutschen Geräte- lurnen gewidmet; zum täglichen Spielen am Nachmit­tag (im Sommer Turnspiele und Hockey, im Wiirtcr Fußball), sowie zum täglichen Schwimmbad im Som­mer sind die «Schüler verpflichtet. Daneben bleibt zum sportlichen Training, das seiner Anstrengungen halber ja nur wenige Minuten beansprucht, noch reichlieb Zeit. Mil zehn Minuten Schwimmbad, zehn Minuten Leicht­athletik und einer Stunde Spiel (an Turntagen fällt das besondere Training fort) genießt der Schüler eine ideale tägliche Körperkultur,, die den Forderungen der Schule nur zugme kommen kann. Eiakte statistische Un­tersuchungen haben das überraschende Ergebnis gehabt, daß sogar in der sportreichsten Zeit, im Monat vorm Anstalts-Olympia, Aufmerksamkeit und Fleiß der Schü­ler. nicht im geringsten nachließen und daß bei den Wekt- kämpfern Fleiß und Aufmerksamkeit in dieser Zeit besser waren als in anderen Monaten und besser als bei den

Nichlwettkämpsern. Man kann damit auf eine allge­meine Erfrischung durch den Sport schließen."

Ein alljährlich stattfindendes Sportfest für die An­stalt brachte schon jetzt die Hälfte aller Schüler als Teil­nehmer auf die Beine, und dieser Prozentsatz wird dann noch erheblich steigen, wenn auch die Obeiklassen ganz von der sportlichen Erziehung ergriffen werden. Denn darüber darf man sich leider nicht hinwegtäuschen: so wie die Dinge jetzt liegen, stehen unsere Primaner nicht nur in Niesky;, sondern auch anderwärts teilnahmlos mit ganz anderen JMereffen beiseite, und darum sind die nur für sie angeordnetcn Olympia-Prüfuügskämpse Stückwerk, wie auch Rudols Hoffmann richtig be­tont. Dabei kommt doch auf die rechte Beeinflussung der Schüler kurz vor ihrer, StudeMenzeit gerade am aller­meisten an, damit sie nicht später rühmlos verbummeln. Jedensalls darf man an den Nieskyer Erfahrungen nicht achtlos vorübergehen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangrlische Gemeinde in Gietzen.

Sonntag, den 14. Juni, 1. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadlkirche.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Markusgemcinde.

Vorm. 9j4 Uhr: Pfarraffistent Hoffmann.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.

Pfarrer D. Schlosser. Nachm. 2/ Uhr: Kirchengesangsest des evangelischen De­kanates Gießen. Pfarrer Eschenröder aus Worms. Zur Deckung der Kosten wird eine Kollekte erhoben. In der Johanneskirche.

Vorm. 8 Uhr: Psarrer Ausfeld.

Zugleich Christettlehre für die Neukonsirmierten aus der Johannesgemeinde.

Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Psarrer Bechtolsheimer. Nächstkünftigen Sonntag findet die Feier des heilg. Abendmahls für die Lukas- und Johannesgemcinde statt. Anmeldung wird vorher bei dem Psaryer jeder Ge­meinde erbeten.

Katholische Gemeinde in Gießen.

Samstag, den 13. Juni.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele­genheit zur hl. Beicht.

Ein fremder Priester wird Beicht hören.

SonMag, den 14. Juni.

2, Sonntag nach Pfingsten.

Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt; Prozession.

Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt.

Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Andacht.

Abends um 8 l A Uhr: St. Agnes, Festspiel aus der Diokletianischen Versolgung.

Diaspora:

In L i ch um 7 l /i Uhr.

In Hungen um 9% Uhr.

In Grünberg um 9 l / t Uhr.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.