Ausgabe 
10.6.1914
 
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der sich nach Chimara begeben wird. Die Ausführung und Beobachtung der genannten Zugeständnisse wird ven den Mächten verbürgt werden.

* Durazzo, 8. Juni. Die M i r d i t e n ha­ben eine Versammlung abgehalten, woraus sie vor das Fürstliche Palais zogen und hier Ovationen darbrachten, sür die das Fürstenpaar dankte. Infolge der Ver­hängung des Belagerungszustandes. ist die Einsetzung eines Kriegsgerichtes verfügt worden.

' Nach einer noch unbestätigten Meldung haben die RegieruNystruppen die Aufständischen bei T'irano angegriffen nnd vollständig geschlagen.

' Valona, 8. Junik Oberstleutnant Thom­son ist zur Teilnahme an der Versammlung der Ro° tadeln hier eingetrossen. Seine Aufforderung zul Bild­ung eines Freiwilligenkorps gegen die Rebellen wurde mit großer Begeisterung und Ovationen für den Fürsten ausgenommen. Thomson kehrte nach Durazzo zurück.

Die Entwicklung des Verkehrs auf dem Dortmund-Ems-Knnai.

Der Güterverkehr auf dem Dorlmund-Ems-Kanal hatte im Jahre 1913 eine weitere günstige Aufwärts - entwickelung zu verzeichnen, die in erster Linie der ge­waltigen Steigerung des Kohlen-Ver- s a n d e s zuzufchreiben ist. Der Gesamtverkehr ist von 119 500 T. im Jahre 1898 (Eröffnungsjahr) auf 4 268 706 T. in 1913 gestiegen. Schon nach fünf Jahren überschritt die auf dem Kanal bewegte Güter­menge 1 Million T., die zweite Million wurde in 1907, die dritte in 1910 erreicht, und im letzten Jahre ist der Gesamtverkehr zum erstenmal über 4 Millionen T. hin­ausgegangen. Im Jahre 1913 wurden kanalab­wärt s 2M6 (i. D. 1.705) Mill. T. bejördert, da­von waren 1,636 (1,298) Mill. T. Kohlen, 0,051 (0,056) Mill. T. Eisen Und Stahl und 0,358 (0,349) Mill. T. andere Güter; kanalauswärts wurden versandt 2,223 (2,077) Mill. T., davon warben 1,500 (1,376) Mill. T. Erz, 0,113 (0,181) Mill. T. Holz, 0,232 (0,187) Mill. T. Getreide, 0,126 (0,139) Mül. T. Sand und Steine und 0,251 (0,192) Mill. T. 'an­dere Güter.

Bon den zu Berg beförderten Gütern hat die Beförderung von Erz (es handelt sich wohl fast aUsschlictzlich um Eisenerz) eine autzerordentlrch starke Zunahme erfahren. Sie ist vion 0,072 Mill. T. im Jahre 1901 auf 1,500 Mill. T. im Jahre 1913 (1912:

1,376) gestiegen. Während in den ersten Jahren nach Eröffnung des Kanals nur die Dortmunder Union ihre Eisenerze über diesen bezog, benutzen in neuerer Zeit auch das Eisen- und Stahlwerk Hoesch und die Aktien- Gesellschast Phönir (Hörder Verein), nachdem sie durch die Dortmunder Kleinbahn direkten Anschluß an den Ka­nal erhalten haben, diesen für ihren Erzbezug. Hiermü hängt in erster Linie die große Zunahme der Erzbe - förderung zusammen-, 1913 entfielen mehr als zwei Drittel des Bcrgverkehrs auf Erzladungen. Der Bezug von Getreide war trotz seiner Steigerung um 45 000 T. noch um 173 000 T. kleiner als in 1911. Der Grund hierfür liegt in den damals für landwirtschaffliche Ey Zeugnisse eingeführlen Ausnahmetarisen auf der Eisen­bahn, die auch im Jahre 1913 aus den Getreidctrans - port auf dem Kanal ungünstig einwirkten.

Beim T a l v e r t' e h r beruht, wie schon erwähnt, die Zunahme des Verkehrs fast ausschließlich auf der erheblichen Steigerung des Kohlenversandes. Dns letzte Jahr zeigt gegen das Vorjahr eine Zunahme uin 337 000 T. gleich 25,96 Prozent. In den ersten Jahren nach der, Eröffnung des Kanals zeigte der Kohlenvetzand zunächst nur eine geringe Zunahme, und in den Jahren 1903 bis 1907 geriet die Entwickelung sogar völlig ins Stok- ken-, darin brachte jedoch das Jahr 1008 den Anfang einer Aufwärtsentwickelung, die bis 1913 zu einer Er­höhung der Versandmenge auf mehr als das sechsfache ihres Umfanges vom Jahre 1907 führte. Die 1908 ein­setzende große Steigerung hängt in erster Linie damit zw sammen, daß die Brikettfabrik des Kohlen- Syndikats in Emden, die bis 1908 sttllgelegen hatte, in diesem Jahr den Betrieb wieder aufnahm und beträchtliche Mengen Feinkohle über den Kanal bezog. Außerdem ist der Kanal seitdem auch weit stärker als vorher zum Uebär seeversand der nieder- rheinisch - w e st f ä l i s ch c n Zechen» ^herangezo- gen worden. Im Versand von Eisen und Stahl und in der verringerten Einfuhr von Baumaterial machte sich der allgemeine Rückgang der Konjunktur bemerkbar. Wie es in dem jüngst veröffentlichten Jahresbericht des Berg­baulichen Vereins in Essen, dem die vorstehend ange­führten Zahlen über die Entwickelung des Verkehrs auf

dem Doytmund-Ems-Kanal entnommen sind, heißt, spricht die Tatsache, daß dieser Niedergang nicht auch im Versand von Kohle und Erz in die Erscheinung trat, sür die Entwickelungsmöglichkeil des Kanals; ob der Ge- samwerkehy auf dem Kanal durch die demnächstige Ver­bindung mit der Rhein-Schiffahrtsstraßc eine besonders große Belebung erfahren wird, lasse sich mit Rücksicht auf die Bedenken, die einstweilen dem staatlichen Schlepp­betrieb und der Höhe der Befahrungstarise entgegen ge­bracht werden müßten, nicht übersehen.

Xus Stadl und Land.

:) Von der Landesuniversität. Nach einer statistischen Uebersicht über die Studierenden in Gießen fanden im vorigen Halbjahr 1348. im gegenwärtigen Halbjahr 391, in Summa (nach Abzug von 307 Abge- ganginen) 1432 Immatrikulationen statt. Davon sind 32 Immatrikulationen Studentinnen. Nach dem Studien­fach stellt sich die Statistik wie folgt: Theologie 117, Rechtswissenschaft 146, Medizin 358, Tierheilkunde 203. Philosophie 40, Pädagogik 13, Mathematik 49, Natur- Wissenschaften 6t, Chemie 39, Pharmazie 29, Forst­wissenschaft 35, Landwirtschaft 106, Geschichte 17, Klassische Philologie 50, Neuere Philologie 169. Hessische Stu­dierende waren insgesamt 842. Aus Preußen waren 403, Bayern 48 , Sachsen 7, Württemberg 10, Baden 20, Elsaß-Lolhringen 11. Aus sonstigen deutschen Staaten waren insgesamt 40. Aus anderen europäischen Staaten waren Russen 32, Engländer 4, Sonstige 16. Aus den Vereinigten Staaten, aus Japan, aus der Türkei je 1.

* Herbstmanöver. Im 18. Armeekorps ist die Manövereinteilung wie folgt: Das Korps hat je zwei Tage B'igade- und Divisionsmanöver, einen Tag Korps­manöver gegen Flaggenfeind und vom 14. bis 18. September 5 Tage Katsermanöver. Die Leitung des Ko>psmanövers gegen Flaggenfeind hat Generaloberst v. Bülow.

* Ein Offenbacher in hohen Ehren. Im Jahre 1870, vor Beginn des deutsch-französischen Krieges, nahm ein geborener Offenbacher, Herr Otto Fulda, den damals 15jährtgen Sohn Jean des hiesigen Leder- fabrikanten Anton Ahrens mit nach Moskau, um ihn in seinem Drogen- und Farbwaren EncpoSgeschäst die Kaufmannschaft erlernen zu lassen. Zwanzig Jahre war Herr Ahrens bei der Firma tätig, wo er sich durch Intelligenz und als eminente Arbeitskraft das ganze Vertrauen seines Chefs erwarb uno eine bevorzugte Vertrauensstellung bekleidete. 1890 gründete Jean Ahrens eine Gesellschaft unter der Firma: Handels­und Industrie-Gesellschaft Poufie, Ahrens u. Co-, der er heute noch als erster Direktor vorsteht und die eine der bedcutcnsten in Moskau ist. Sein Name hat dort einen sehr guten Klang. Durch das große Interesse, das Herr Ahrens seiner zweiten Heimat tm allgemeinen und deren Wohlfahrtseinrichtungen im besonderen ent- gegcnbrachte, wurde er schon vor längeren Jahren zum erblichen Ehrenbürger der Stadt Moskau und von der Regierung zum Kommerzienrat ernannt. Später wurde er Staatsrat und jetzt bringt die Mos­kauer deutsche Zeitung folgende Lokalnachricht: Der Kurator der Moskauer Dolgorukow - Heilanstalt des Roten Kreuzes, Mitglied des Moskauer Kommerzgerichts Staatsrat I. Ahrens wurde für besondere Verdie. ste zum Wirklichen Staatsrat mit dem Titel Exzellenz befördert. Die Anhänglichkeit an die alle Heimat hat AhcenS aber nicht verloren und fast in jedem Jahr kommt er mehrere Wochen lang zu Besuch nach Offenbach.

* Fahrpreisermäßigung zum Be ° such der deutsche n W e r k b U n d a u s st e l l U n g

Köln 1914. 1. Auf den Strecken der Preußisch-Hes­sischen Staatseisenbahnen, der Reichseifenbahnen; der Grotzherzoglich-Mecklenbuygifchen Staatseisenbahnen und der Bayerischen Staatseisenbahnen (Pfälzisches Netz) werden zum Besuch der deutschen Werkbundausstellung Köln 1914 sowohl auf der Hin- als auch auf der Rück­reise in der 3. Klasse zum halben Fahrpreise für Eil­und Personenzüge, in Schnellzügen außerdem gegen Zahlung des vollen tarifmäßigen Zuschlages befördert: A. a) Vexlicherungspflichtige Mitglieder von Kranken - kaffen im Sinne der RcichsversicherungsordnUng (Orts- krankenkafsen, Landkrankenkassen, Betriebskrankenkassen, JnnUngskcankenkassen), von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, die als Ersatzklassen zugelassen sind, so­wie von eingeschriebenen Hilfskassen und von knapp - schaftlichen Krankenkassen; b) Versicherungspslichiige Ver­sicherte der Versicherungsanstalten und der Souverän - stallen im Sinne der ReichsversicheruNgsordnung; c) Freiwillige Mitglieder btr unter A a) und b) genannten Kaffen und Versicherungsanstalten, deren jährliches Ge­

samteinkommen 2500 Mk. nicht übersteigt- d) Versicherte der. Reichsverficherungsanstalt für Angestellte, deren jähr- liches Gesamteinkommen 2500 Mk. nicht übersteigt, so­weit es sich um handwerksmäßig beschäftigte Arbester, einschließlich der sogenannten gelernten Arbeiter in Fa­briken, sowie um sonst im technischen Betriebe von Fa­briken Angestellte handelt. B. Selbständige Handwerker, die in ihrem Gewerbebetriebe nicht mehr als 8 Gesellen beschäftigen. 2. Von den unter 1A. a) bis d) aufge­führten Personen müssen sich auf der Hliueise mindestens 10 Teilnehmer zu einer gemeinschaftlichen Reise zusam- menschlichcn. Die Rückreise kann auch einzeln ausgesührt werden. Nähere Auskunft ertellen di« Fahrkarten-Aus- gaben.

" Die Süd westdeutsche Zuverlässig-

k e i t s s a h r t, die sich einer besonderen Aufmerksamkeit seitens der Automobilisten und der Industrie durch ihr jährliches Wiederkehren, und di« scharfen Propofitionen, d,e ihr zugrunde gesetzt werden, «rfteuk, wird in die^ sem Jahre am 25., 26. und 27. Juli wiederum vom Hessischen Automobilklub, der mit dem Kai­serlichen Automobilklub kartelliert ist, veranstaltet wer­den. Nennungsschluß zur Fahrt ist der 20. Juli d. I. Die Strecke mit etwa 1000 Krlomeler führt von Darm­stadt durch den Odenwald über Eberbach nach Stutt­gart, durch den Schwarzwald nach Ueberlingen am Bo- dcnsee, woselbst das Tagesziel des 1. Tages liegt. Am 2. Tade geht die Tour von Ueberlingen nach Friedrichs­hasen, Ulm, Geislingen nach Rothenburg über Nürn­berg, Würzburg, durch den Spessart nach Darmstadt. Seitens des Klubs, sowie der JMutstrie winken zahl­reiche Preise den Siegern.

n Gieße.i, 8. Juni. Der Besuch der Eewerbe- aUsstellung ani Samstag uNd am Sonntag ist recht gut gewesen. Die Wege konnten zeilweise das lustwandelnde Publikum nicht fassen, so daß kleine Stockungen vor­kamen, die aber schnell wieder behoben wurden. Die Festhalle Und auch Althessen wagen voller Besucher und Fröhlichkeit herrschte überall, und zwar selbst dann noch, als am Sonntag abend die Lust sich plötzlich abkühlte und ein anhaltender Regen niederfiel. Am letzten Sonn­tag waren die Gewerbevereine von Braunfels a. d. L. und von Gladenbach in der Ausstellung. Am Vormit­tag vereinigten sich in der Festhav« die Teilnehmer von der Taufe unseres LuftballonsGießen" zu einem fest­täglichen Frühstück. Die Kauflinst der Besucher ist auch in der vergangenen Woche munter geblieben, so sind u. a. allein ungefähr weitere 30 Arbeitsmaschinen verkauft worden.

n Gießen. Ein 15jähriger Lehrling wurde als der B r a n d st i f t e r ermittelt. welcher vor einiger Zeit die Scheune von Winn am Aulwege Und den Stroh- schuppen auf dem Gelände der früheren Akticnbrauerei in Brand setzte. Er ist auch weiter geständig, in acht Fällen kleine Brände in HaUsfkureu angelegt zu haben, die aber bald entdeckt und ohne größeren Schaden zu verursachen abgelöscht werden konnten.

* Gießen. Der Ballon .Gießen" des Groß, herzoglichen Vereins für Luftfahrt, der von der Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich, der Schwägerin des Groß Herzogs von Hessen am Sonntag gekauft worden war, ist nach einer siebenstündtgen Fahrt bet Volprie­hausen in Hannover glatt gelandet.

o Butzbach, 7. JuNi. Das 40jähr,ige Ju­biläum der Kriegeckamcradfchaft Maffia", verbunden mit dem Jubiläum ihres Schriftführers, des Medizlnal- rates Dr. V r g t und gleichzeitig des Kriegcrvercins Butzbach, gestaltete sich bei der heutigen Mitglieder­versammlung des Verbandes zu einer außerordentlichen

Für Stotternder

Es wird hier nochmals auf dir von Herrn Dir. Wac- necke-Hannover durch Inserat in der letzten Ausgabe dieser Zeitung augekündigt. Sprechstunden in Metzln» am Donnerstag, den 11. d. Mts. von 111 Uhr und 27 im Hotel Kessel aufmerksam gemacht. Die Warncckc'sche Selbstunterrichtsmrthode hat sich in sehr schweren Fällen und auch bei solchen Leidenden, die schon Kurse ohne Erfolg obsolvlcrt hatten, vorMgllch bewährt. Auch in Metzlar und Umgegend haben sich schon viele Leidende ^urch diese Methode von ihrem liebe! befreit. Es ist dringend zu empfehlen diese Methode an,zuwenden, da dieselbe auch noch den Vorzug Hot. sehr billig zu sein.

Wie aus dem Inserat zu ersehen, ist für den Be­such der Sprechstunden nur eine Gebühr von 1 Mark zu entrichten.

Dr. Öeikers ,Jackin

(gesetzlich geschützt!)

Wer es kennt, gebraucht es immer,

Etwas besseres gibt es nimmer!

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. Berlin S. 0.389. Oranienstr.183