Ausgabe 
3.6.1914
 
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den Kaisermanövern wird eine ganze Anzahl er­fahrener Eiscnbahnbcomter von Mainz und Wiesbaden an die HauptverkchrSzcntrale versetzt. König Konstantin von Griechenland, der zum Chef des 2. Nass. Jnf.'Rcgts. Nr. 88 ernannt wurde und dem er seinen Namcnszug verliehen hat, wird bei den KaifciManövern während der Parade d,m Kaiser auch sein Regiment Vorführer, und dabei zum ersten Male die Uniform der 88er tragen. Bauunternehmer Jakob Leineweber fand beim Fundamentgraben in der Weinbergstraße in Weisenau an der früheren römischen Heerstraße in etwa 1 Meter Tiefe Kies, der goldhaltige Teile mit sich führte. Die Analyse ergab gleichfalls Bestandteile von Gold. Wie weit sich das goldhaltige Lager erstreckt, werden die Abbauarbeiten ergeben.

* Mainz. Anläßlich des 50jährigen Bestehens der Zementfabrik Dyckerhoff u. Söhne, G. m. b. H , Mainz-Amöneburg, wurden folgende Auszeich­nungen verliehene hessische: Geheimrat Gustav Dhckec- hoff das Ehrcnkreuz des Verdienstordens Philipp des Großmütigen, Karl Tyckerhoff der Titel eines Kom­merzienrats, Dr. Otto Tyckerhoff das Ritterkieuz 1. Klasse vom Orden Philipp des Großmütiacn; preußische: Geheimrat Gustav Tyckerhoff und Professor Rudolf Tykerhoff der Kronenordcn 3. Klasse, Tr. August Tycker­hoff der Rote Atlerorden 4. Klasse. Außerdem wurde noch eine Reihe hessischer und preußischer Auszeichnungen an Beamte und Arbeiter der Firma verliehen. Die Firma machte größere Stiftungen im Gesamtbeträge von über 200000 Mk. für ihre Beamten und Arbeiter, sowie für Mainzer und Biebricher Wohlfahrtseinrich­tungen. Dem Generaldirektor der Champagnerfabcik Burgeff u. 6o.. Kommerzienrat Hermann Jos Hummel, wurde anläßlich seines 80. Geburtstages der Titel Geheimer Kommerzienrat verliehen Die Stadt Hoch- hcim ernannte den Jubilar zum Ehrenbürger.

* Frankfurt a. M. Die Handwerkskammer Wiesbaden hat im Interesse der zahlreichen Frank­furter Handwerker und aus deren fortgesetztes Drängen eine Abteilung unter dem NamenHandwerksamt" in Frankfurt am Main geschaffen, die unter zahlreichen anderen Aufgaben auch Handweckersordcrungcn einzieht Die Handwerkskammern sind insbesondere durch Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe offiziell als öffentliche Behörden anerkannt, und ihre gefchäftsführenden Beamten haben als solche den Dienst­eid als Staatsbeamte abgeleistet.

* Frankfurt. Ein armer Teufel stand wegen einer Zechprellerei von 25 Pfennigen vor dem Schöffen­gericht. Da in Anbetracht des niedrigen Betrages die Zurücknahme des Strafantrages möglich war, wenn der betrogene Wirt entschädigt wurde, zahlte kurzerhand, nachdem der gefühlvolle Wirt auf Zahlung bestand, der Richter dem Wirte die 25 Pfg. aus der eigenen Tasche.

* Frankfurt a. M. Eine schreckliche Tat ver­übte gestern der hier beschäftigte Metzgergeselle Mohr in HcrSfcld. Ec tötete in der Wohnung des Maurers Becker dessen 20jährige Tochter durch einen Schuß ins Herz. Ter gleiche Schuß durchbohrte auch einem kleinen Kinde, das die Erschossene auf dem Arme trug, den Oberarm. Nach der Tat brachte sich der Mörder mehrere tödliche Schüsse bei. Er starb auf dem Trans­port zum Khankcnhause.

! Gernsheim. Mit einer Unterbilanz von über einer Viertel Million Mark, und zwar 266 230,13 Mk., schließt das Eeschästsjahr 1013 der Gernsheimer Spar- und Darlehenskasse ab. In der letzten ordentlichen Generalversammlung der Kasse kam es daher teilweise zu recht heftigen Auftritten. Der Ver­sammlung wohwen Staatskommissar Finanzrat Tr. Mi-

chel-Darmstadt bei, seiner die Direktoren der Zentralkasse, Dr. Goltschemer und Direktor Mager-Darmsladt, der ge­schäftsführende Direktor der hessischen Genossenschaften, Dr. Fitting-Dar.mstadt, und als Vertreter einer Anzahl von Genosseu Jufttzrat Dr. Löb-Darmstadt. Zur Deck­ung der Untervilanz schlagen der Vorstand und Aus - sichtsrat eine Erhöhung der Eeschästsantcile von 300 Mark auf 800 Mk. vor. Für die Einzahlung soll unter Umständen Erleichterung geschaffen werden. Die vorge­schlagene Genehmigung der Jahrcsrechnung und Bilanz führte zu stürmischen und höchst erregten Debatten. Die Bilanz wurde schließlich genehmigt; zur Deckung des Verlustes wurde eine Erhöhung der Geschäftsanteile von 300 Mk. auf 800 Mk. beschlossen. Dem Vorstande ist keine Entlastung erteilt worden. Es wurde vielmehr eine Kommission zur Prüfung der Regreßanspriiche ge­bildet.

* Kreuznach. Durch einen kaiserlichen Erlaß ist eine besondere Stiftung genehmigt worden mit dem Zweck, die Ebernburg, die Stammburg Franz von Sickingens, zu kaufen und zu erhalten. Mit der Ucber- nahme der Burg ist der Regierungsbaumetster Bode in Kreuznach beauftragt worden.

* Fulda. Im Schlosse zu Wächtersbach fand während der Pfingstfeiertoge die Verlobung der Prinzessin Jda zu Nünburg und Büdingen mit Freiherrn Thilo von Trotka Ccopau statt.

flu$ aller Mit.

::: Eine Tsurner-Werbemarke. Der Ausschuß für Kunst und Kultur" in der Deutschen Tur- nerschast hat eine Werbemacke, Goetzkops, umrahmt von Eichenlaub, Herstellen lassen, deren erste Bogen am 15. Mai erschienen sind. Turnlehrer Rössow in Sieglitz hat den Veckckeb ehrenamtlich übernommen. Die Werbe - marken, die 2 Pfg. kosten, sollen in erster Linie bei den Kreiswandcrtagen in Massen zur Verbreitung gelangen. Der Reinertrag soll dem Grundstock fürErrichtung deut­scher Turnstätten" und gemeinnützigen Stiftungen der Deutschen Turnerschaft zugute kommen.

:: : Straßbürg, 2. Juni. Vergangenen Frei­tag wurde, wie dieStraßburger Post" aus Zabern meldet, der Schlosserlehrling K o r n m a n n, der zweit­letzte Insasse des Pandurenkellers, der seine Schadener­satzklage noch nicht zurückgezogen hatte, dmch den Mi­litärfiskus zufrieden gestellt, indem ihm durch dessen Vertreter 4 0 Mark als E n t s ch ä d i g u n g für einen ausgeschlagenen Zahn eingehändigt wurden. Es schwebt jetzt nur noch die Entschädigungsklage Fritsch, der wegen seines sich angeblich durch die Inhaftierung zu­gezogenen rheumatischen Leidens 300 Mack fordert.

: : : Stuttgart, 1. Jüni. Kommerzienrat Beck, Verlagsbuchhändler und Inhaber der Deutschen Verlags­anstalt Union, ist an einem Herzleiden im Alter von 71 Jahren g e st o r b e n.

::: Schwerin. Der Direktor der hiesigen städt. Elektrizitätswecke, Schröder, der seit drei Jahren im Amte ist, ist verhaftet worden, da sich herausgestellt hat, daß er ähnlich wie Thormann-Alerander seine Zeugnisse gefälscht hat.

* Wien, 2. JuNi. Heute morgen sind die vier deutschen Militärflieger von dem Flugplätze Aspern ab- geftogen, und zwar Leutnant Freiherr v. Thüna mit Leutnant von Kleist als Begleiter, über München uird Weimar nach Berlin, Leutnant v. Hiddeffen mit Ober­leutnant Müller, Hauptmann Frhr. v. Freyberg mit Hauptmann Streccius und Leutnant Wenlscher m. Leut­nant Hening nach Budapest.

::: One glia, 2. Juni. Die Gräfin Tiepolo, die

Kathreiners Malzkaffce ein wohlschmecken­des, billiges und gesundes Familiengetränk haben. So ist Kathreiners Malzkaffce in 29 Jahren zu einem Dolksgctränk ersten Ranges geworden. DieleMillionen trinken ihn täglich.

Gattin des Hauptmanns Oggioni, die den Burschen ihres Gatten, Polimanti, tötete, wurde von dem Schwur­gerichte freigesprochen. Die Freisprechung der Gräfin Tiepolo erfolgte, weil das Gericht davon über­zeugt war. daß die Gräfin in berechtigter Notwehr ge­handelt habe.

::: Bachmut im Donezgebiet, 2. Juni. Seit nachmittags 3 Uhr brennt auf dem Lydia-Bergwerk der südruffischeu Dnjepr Metallurgie-Gesellschaft ein Kohlen schacht; da auch der Schachtüberbau brennt, war die Heraufheförderung der unten befindlichen Koh- lenbergleutte zunächst unmöglich. Nach einer späteren Meldung hat sich jedoch die gesamte Mannschaft, ins­gesamt 420 Mann, durch einen Nebenschacht in Sicher­heit bringen können.

::: Rom, 2. Juni. Im Kecker von Palermo ge­rieten gestern ein Dieb und ein Hehler wegen einer Scheibe Schwarzbrots in Streit. Schließlich sielen bei­derseits Beschimpfungen. Daraufhin beschlossen die Geg­ner, die Beleidigungen durch einen Zweikampf zu sühnen. Sie spitzten zwei Eisenbolzen des Fensterrah­mens nagelartig zu, steckten den Kampfplatz ab und foch­ten dann in Gegenwack ihrer 18 Saalgenossen das Duell aus. Der Kampf währte 10 Minuten. Dann durch - bohrte der Dieb dem Hehler mit einem wohlgezielten Stoß das Herz. Die Wache entdeckte den Toten erst nach mehreren Stunden bei einem Rundgange durch die Zellen. Der Mörder stellte sich selbst.

Verantwortlich' Albin Klein, Gießen.

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Ich habe in letzter Zeit wiederholt festgestellt, daß in meinen Originalflaschen mit gesetzt, geschütztem Bodenbrand V/ andere Boonekamp. bzw. Bitterfabrikate vertrieben werden. Auch haben wiederholt Gastwirte und Restaurateure solche Fabrikate aus Flaschen verschänkt, die mit meinem, sowohl in seinen einzelnen Teilen, als auch in seinem Gesamtbilde geschützten Etikett versehen waren. Dies veranlaßt mich zu der Erklärung, daß ich im Interesse meiner verehrlichen rechtdenkenden Kundschaft und des konsumierenden Publikums von jetzt ab jede mißbräuchliche Benutzung meiner Original-Flaschen und Original-Etiketts strafrechtlich verfolgen werde.

Zugleich mache ich darauf aufmerksam, daß außer anderen Warenzeichen-Eintragungen auch die Warenzeichen

ünderberg sowieÜaderfeerg-Böoaekmp

für mich in die Zeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes eingetragen sind, so daß also unter diesen Warenbezeichnungen nur mein Fabrikat verabreicht bzw. in den Verkehr gebracht werden darf.

MW