Ausgabe 
15.4.1914
 
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Jugendbewegungen -er Gegenwart.

Die öffentliche Aufmerksamkeit ist stärker als bisher auf die dem Wandern verwandten Bestrebungen gelenkt worden, Und man ist nun in der Lage, sich einen Ue- berblick zu verschaffen. Früher war die Körperübung eben nur aus Ertüchtigung des Körpers gerichtet, aber die ethischen Nebenzwecke ( 3 . B. die Jahns) waren in den Hintergrund gerückt. Mit der Hereinziehung ethi­scher Nebenziele mutzte die Körperkultur ihren Charakter als neutrales Arbeitsseld verlieren. Die ethischen Grund- anschauungen der einzelnen Menschengruppen mutzten etndringen und Parteien bilden, und so haben wir jetzt vier Gruppen-

Die nationale Jugendbewegung, da­zu gehören Jungdeutschland und Psadsinder,, Wehrkrast- oerein und andere, die ja bereits allbekannt und in den irüheren Jahrbüci)«rn gewürdigt worden sind. Ihnen wird von den Gegnern vorgeworsen, datz sie die Jugend oon vornherein auf ein bestimmtes Programm der Er­wachsenen sesllegen und datz sie die Jugend militari- ieren, d. h. unter Drill und Zwang setzen, sie, die doch soweit das möglich ist unter der Sonne der Frei­heit reisen müsse. Der nationalen steht gegenüber

die sozialdemokratische Jugendbe­wegung. Wäre gleich nicht aus der Liebe und Für- orge für die Jugend geboren worden, sondern aus dem streben, die Jugend um so sicherer für das sozialistische Wölkenkuckucksheim zu gewinnen, so mutz doch ihre ge- ittele Wirkung auf die Arbeiterjugend anerkannt wer­ten. Dazu war sie eine der ersten aus dem Platze, und Me sie kein anderes Verdienst, so wäre es das, die lautliche Jugendsürsorge hervorgenötigt zu haben. Noch rüber, wenn auch nur in Anfängen, war

die konsessionclleJugcndbewegung lorhanden: Gesellen-, Jungfrauen- und Jünglingsver - ine, Bibelkränzchen. Sie haben die Leibesübung, beson- >ers das Wandern, vielsach in ihren Dienst genommen nanche so sehr, datz ihr Name, z. B.Wanderbursch hren konfessionellen Charakter gar nicht ausdrückt. Man nacht ihr den Vorwurf, datz sie das Wandern u. s. w. >ur als Mittel für ihre eigentlichen Zwecke, vielleicht fo- ,ar als Werbe- und Lockmittel benütze. Der Borwurs st zum Teil unberechtigt. Besser, die konfessionellen Leute vandcrn, als datz sic es nicht tun. Sie könnten natür- ich auch mit anderen wandern. Wenn sie aber unter ich sein wollen ? Anders liegt die Sache, wenn in einem Vanderverein, z. B. in dem Wandervogel, eine konfes- ionelle Spaltung und damit der konfessionelle Zwie - palt getragen wird. Endlich -haben wir

die neutrale Jugendbewegung. Hier oärc in erster Linie zu nennen die Turnerjugend, dann >ie Jugend der Sportvereine. Bei beiden sind aber ceben d<m körperlichen Zwecken die ethischen Bestrcbun- -n seither wenig bervorgetreten. Hierber gehören ferner de Juoendwanderungen der Lehrer-, der Gebirgs-, der öemünnützigcn und der anderen Vereine. Sie arbeiten .leichsalls im nationalen Sinne, sind aber der Meinung, atz Erziehung und Wandern nicht unter dem Gesichts­unkte des Parieikampfes behandelt werden dürsen. Aus- abe der neutralen Vereine, vor allem der Touristenver- inc, wird cs sein, den Nachdruck weiterhin auf das reine aturgenietzende Wandern zu legen. Ganz leicht wird ar nicht sein. Es sind mehrfach Klagen darüber ein- elausen, datz die Unisörm viele Jugendliche hinüber - 'ckc. Zu den neutralen Organisationen gehören viele, ie im engeren Kreise schon lange und zielsicher arbeiten.

Xu; Stadt und Land.

* Geh. Regierungsrat Dr. Dr. D i e tz - D a r m- a d l wurde in der letzten Sitzung des Hauptausschus- s des deutschen Vereins für Wohnungsresorm in Frank >rt a. M. zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt.

* P o st f o r m U l a r e. Die Zahlkartenformulare für Einzahlungen im Postscheckverkehr können vom 1 . Juli ab auch von der Privatinduftric heggestellt wer­den. Den Druckereien wird jedoch empfohlen, hiermit vorläufig noch nicht zu beginnen, da eine AenderuNg des jetzigen Formulars bevorstehl. Auch die braunen Nach- nabmekarten und Nachnahme-Postpaketadressen mit an° hängender Postanweisurrg oder Zählkarte, die schon jetzt von der Privatinduftric hcrgestelll werden dürfen, wer­den geändert werden. Von der Herstellung oder Be­schaffung grötzcrer Vorräte an solchen Formularen ist daher zweckmätzig abzufeben. Die Postvcrwaltung wird demnächst Musterformulare berausgeben, die alsdann von den Postscheckämtern und Postanstalten bezogen werden können.

* Gewerbe st e verpflicht der Heimar­beiter. Bei Beratung des Hauptvoranfchlags für

1914 in der Zweiten Ständekammer fand auch ein« Aus­sprache über die Frage der Gewerbsteuerpslicht der Heim­arbeiter statt. Inzwischen hat Gr. Landeskommisfion für Steuersachen anlählich einer Berusungssache wegen Heranziehung eines Heimarbeiters zur Eewerbsteuer da­hin entschieden, datz die Gewerbsteuerpslicht in den Fäl­len zu bejahen ist, in denen Heimarbeiter Hilfs­kräfte beschäftigen, da hier objektive Selbstän­digkeit, die für den BegriffGewerbe" erforderlich ist, als gegeben angenommen werden mütz. Danach wäre die Gewerbsteuerpslicht in der Regel dann zu ver­neinen, wenn Heimarbeiter ohne Hilsskräfte arbeu ten. In diesem Sinne werden die Veranlagungsbe- hörden in Zukunft verfahren.

o Bad-Nauheim, 13. April. Prinz Hein­rich der Niederlande besuchte am ersten Feier­tag, von der Hohe Mark kommend, auf vorherige An- sage das Bad, besichtigte die Bade-Anlagen, Sprudel und Sprudelkammcrn, die Badehäuser und Fürstcnzel- len und nahm darauf bei dem Kurdirektor Oberst von Franienberg den Tee ein.

o F-r i c d b e r g, 13. April. Es besteht die Absicht, das bisherige P o st g e b ä u d e für die Gewerbe-Aka­demie (polytechnische Lehranstalten) eiuzurichten, da deren Lehrräume etwas knapp geworden sind. Das Poftge- büude ist vor zirka 25 Jahren erbaut worden. Die An­stalt zählte im abgelaufenen Semester 205 Schüler. Nach den bereits eingelaufenen Meldungen dürfte das Som­mersemester eine höhere Schülerzahl ausweisen.

o Hungen. Im nahezu vollendeten 70. Lebens­jahre st a r b der langjährige Präsident des Kriegerver- einsbezirks Hungen des Hassia-Berbandes Uhrmacher Gustav W e ck. Er wurde mit militärischen Ehren zur letzten Ruhe bestattet.

o O f f e n b a ch. Die hiesigen B ä ck e r g e h i l ° f e n sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Forderungen bestehen in einer täglichen Arbeitszeit von 11 Stunden, für die Sonn- uNd Feiertage soll eine 9- stündige Arbeitszeit und als Ersatz für diese sonntägliche Arbeit alle vier Wochen ein Ruhetag festgelegt werden. Weiter wird ein Mindestlohn von 24 Mk. pro Woche gesordert, siebentägige Kündigungsfrist, tarifliche Regel­ung der Lohn- und Arbeitsverhältnissc und eine Stei­gerung des Wochenlohnes auf 25 Mark vom 1 . April

1915 an. Die autzerhalb der Innung stehenden Mei­ster haben sich zu Verhandlungen mit den Gehilsen be­reit erklärt; die Innung hingegen hat unter Hinweis auf den noch bis zum 1. April 1918 bestehenden Ver­trag die Forderungen abgelehnt.

! Mainz. Am 1 . Mai werden 150 bis 160 Ho- telbesiüer aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika von Köln kommend, hier eintreffen und imHolländi-

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schen Hof" Quartier nehmen. Die Reise geht von hier »ach Wiesbaden. Dort sind verschiedene Veranstaltungen zu Ehren der Gäste geplant.

6efcbäiilicbe$.

? 160 Wanderungen in d e n Wcstcr- wald^das Siebengebirge, Rhein-, Lahn- u n d S i e g t a l von Wilh. Stollsutz. Verlag von Carl Georg! in Bonn. Preis mit beiden Karlen Mk. 1.20. Das schmucke Wanderbuch, dessen frisch gezeichneter Buch­titel von dem Maler E. Norm enlworsen ist, kann von allen Natur- und Wandersreunden freudig begrüht wer­den, enthält doch das Buch die ausführliche Beschreib­ung von 160 der schönsten Wanderungen. Ferner sind Wanderkarten des ganzen Gebietes tm Matzstabc von 1 : 100 000 beigegeben, davon eine Karte des nördlichen Westerwaldes mit Rhein- und Siegtal und eine des südl chen Westerwaldes mit Rhein- uNd Lahntal. Die drei HöhenwegeBonner Weg",Kölner Weg" und Rheinhöhenweg" sind im Tertc und in der Wander - karte berücksichtigt. Auch enthält das Büchlein alles das von den aufgcsührten Plätzen und Sommerfrischen, was dem Wanderer und Natursreunde Interesse bietet. Sehr willkommen ist das beigegebene ausführliche Verzeichnis mit Preisangabe der Sonntagskarten, die nach sämt - lichcn der in Frage stehenden Stationen angegeben sind. Dem neuen Wanderbuchc ist die grötzte Verbreitung zu wünschen und wir sind gewitz, datz es sich wegen sei­nes reichhaltigen, zweckmützigen Inhaltes, seiner muster­gültigen Ausführung, sowie durch den sehr billigen Preis viele Freunde erwerben wird.

Verantwortlich: Albin Klein, Eietzen.

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