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Nr. 30.
Telephon: Nr. 302.
Mittwoch, den 15. April 1914.
Telephon dir. 362.
26. Iahra.
politische Rundrcbau.
Deutschland.
• Der Kaiser Hai mit seiner Gemahlin und seinem jüngsten Lohn, Prinz Joachim, die Osteckage im AchiUeion aus Korfu verbracht.
• Zur Taufe des braunschweigischen Erbprinzen am 9. Mai werden der Kaiser und die Kaiserin am Vorlage des Taustages in Braun - schweig «intreffeu und erst am solgenden Tage wieder abreisen. Von anderen Fürstlichkeiten werden sicher erwartet die meisten kaiserlichen Prinzen, das Eroßher - zcgspaar von Mecklenburg-Schwerin, das Prinzenpaar Mar von Baden und wahrscheinlich der König v. Bayern. Ueber die Beteiligung des cumberländischen Her- zoqspaares ist noch nichts Bestimmtes entschieden! fixier ist bisher nur die Teilnahme der Herzogin.
• Der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich ist gestern in München eingetrosfen, um den Besuch des bayerischen Königspaa- res, den es im Sommer vorigen Jahres dem Wiener Hofe abgestotlet hatte, als Vertreter des österreichischen Kaisers zu erwidern. Auf dem Bahnhof waren zur Begrüßung eingetroffen: der König, der Kronprinz, die Prinzen des kgl, Hauses und der Ministerpräsident Graf Hertling.
• Wie schon die kürzlich gewährte, übrigens nur 4000 Mark betragende Reichspension an Dr. Karl Peters bewies, sind die Zeiten vorüber, in der sich Karl Peters an den höchsten Reichsstellen besonderer Ungnade erfreute. Es wird interessieren, dasz Dr. Peters jüngst auch noch eine andere Sympathiekundgebung erfuhr, nämlich ein Telegramm des Kronprinzen. Dr. Karl Peters hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, der — im Hinblick auf die schwebenden Projekte einet deutschen Zentralkolonie in Mittelafrika — für eine energische Vermehrung unseres Kolonialbesitzes
cintrat. Darauf lief bei ihm, wie eine Berliner Korrespondenz meldet, eine Drahtung des Kronprinzen ein, in der dieser den Aussührungen Dr. Karl Peters bei- pflichlet.
::: In Dortmund hat sich eine Organisation der deutschen Margarine- und Pflunzenfett-Produzenlen gebildet, die den Bestrebungen der holländisch-englischen Unternehmer, den nicht weniger als eine Milliarde betragenden Margarine- und Pflanzenfett-Konsum des deutschen Volkes in ihren Händen zu monopolisieren, ent- aegenarbeiten will, wobei auf die Hilfe des Reiches gegen das ausländische Kapital gerechnet wird.
England.
* Die unabhängige englische Arbeiterpartei beschloß in einer Konferenz in Bradford mit 233 gegen 178 Stimmen, die Partei solle im Parlament künftighin Unabhängig von den Liberalen vorgehen.
Holland.
* Angesichts der Ereignisse in Meriko erhielt auch das niederländische Panzerschiff „Körte n a e r", das zurzeit in Curacco stationiert ist, den Befehl, nach Tampico abzufahren.
Schweden.
* Gestern fand in 11 Wahlkreisen die Zählung der Stimmen der letzten Wahlen statt. Im ganzen sind bisher gewählt: 37 Mitglieder der Rechten, 20 Liberale^uNd 32 Sozialdemokraten. Die Rechte gewann neun Sitze und verlor einen, die Liberalen verloren zehn, die Sozialdemokraten gewannen vier und verloren zwei. Der frühere liberale Finanzminister Freiherr von Adelsvaerd ist wieder gewählt worden.
Rußland.
' Der russische Ministerrat hat einen interessanten Entschluß gefaßt. Danach wird die russische Regierung im Falle einer Mobilisierung in SüdrUß- l a n dl das Recht besitzen, alle in den Häfen des Schwarzen Meeres liegenden Handelsschisie zu Trans - porlzwecken mit Beschlag zu belegen. Die Regierung ist befugt, dieses Recht bereits zwei Wochen vor Veröffentlichung und Bekanntgabe des Mobilisationsbefehls auszuüben. Die Mannschaften der Schiffe müssen auf ihrem Posten verbleiben und vollkommenes Stillschweigen über die erlassenen Befehle beobachtet. Sic befinden sich während der ganzen Dauer der Mobilisierung uMer russischem Kriegsrecht.
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Vom Balkan.
* Aiis O st r o s u b im serbischen Vilajet Kossowo eingelroffene Albaner erzählen, daß die blutigen Ereignisse in jenen Gebieten darauf zurückzusühren seien, daß die Albaner die Erteilung des Schulluntcrrichts in der Muttersprache verlangten. Die Serben, welche diese Forderung ablehnten und ihnen den Unterricht in der serbischen Sprache aufdrängten, befolgten damit ein Ausrottungssystem und hätten in den letzten Tagen über lausend Häuser der Albaner zerstört und viele hundert Männer, Frauen und Kinder getötet.
* Die Albaner, die die Dörfer zwischen Pre- meti und Leskowiki besetzt hatten, wurden von den c p i r o t t s ch e n Truppen angegriffen und unter sehr schweren Verlusten z u r ü ck g e 1 r i e b e n. — In der Gegend von Biklista zerstörten 350 reguläre griechische Soldaten gemeinsam mit epirotischen Banden zwei albanische Dörfer und verübten dort Grausamkeiten. Sie wandten sich alsdann nach Koritza. Eine Gendarmerieverstärkung ist nach Koritza abgegangen; weitere Gendarmen folgen morgen.
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Canfe Ullene’s Angebinde.
Herr Kühlcke wußte nicht recht, was er auf die sonderbaren Bemerkungen der alten Dame antworten sollte."
„HoffeMlich genügt das für das'Erste, lieber Junge", fuhr die TaMe fort.
„Ja. ich hoffe auch!"
„Hm — ich meine, zweihundert Mark ist eine nette Summe."
„Gewiß, das ist eine sehr nette Summe."
„Das freut mich, daß Du das einsiehst, und ich das Rechte traf."
„Wie meinst Du, Tante?"
„Nun, daß Du die zweihundert Maek, die in dem Ei steckten, so gut verwenden kannst."
„Was? Wie? In dem Ei..."
„Ich habe auf den untersten Boden zwei blaue Noten gesteckt..."
„Ah!"
„Um Dich zu erfreuen."
„Ah!"
„4lh! Ah! Was heißt das?"
„Du hast aus den untersten Boden des Eies zweihundert Mack gelegt?"
„Wie ich Dir sage!"
„Tante! Tante; Das ist schrecklich!"
„Nanu?"
„Nein, ich meine, das ist herrlich! O! Das ist niederschmetternd."
„Gustav, ich glaube, Du faselst."
„Nein, ich meine, das ist erhebend, göttlich!" Zweihundeck Mack, so ein Pech!"
„Nanu, sei so gut
„Ich meine, so ein Glück! O, o!"
Der Ingenieur war aufgesprungen und lies erregt im Zimmer auf und ab. Da hatte er einen genialen Streich gemacht. Seiner angebeteten Lucke, dem steinreichen Mädchen, hatte er ein Osterei mit zweihundert Mack Einlage geschenkt! So eine Blamage!
„Nun sage mir endlich, Gustav, hast Du die zweihundert Mack denn nicht gefunden?" srug Frau Thom- sen auch schon halb konfus."
„Ja, nein ! Das heißt, ich werde sie finden! Zweihundeck Mack ! O, so eine Dummheit", jammecke Herr Kühlcke.
„Dummheit?"
„Ich meine, daß ich sie nicht fand. Verflucht! Daß auch dieses Straußenei zwei Böden haben mußte."
„Das ist ja gerade ockginell!"
„Wahrhaftig, sehr ockginell! Teure Tante, ich will nur schnell nach Hause eilen und mich in den Besitz des Geldes setzen."
„DU hast ja noch Zeit."
„Keine Minute! Ich muß auch zum Konditor, um ihm Vorwürfe zu machen."
„Ach, das hat keine Eile."
„Also Herzenstante! Dank! Tausend Dank, für Deine Güte!"
„Ich tat es gerne, lieber Junge!"
„Du einzige TaMe! Adieu! Adieu!"
Kühlcke küßte seine Tante auf beide Wangen und stürmte davon. ... .
Er lief so schnell der stacke Verkehr es zutieh, nach der Straßenecke, wo er den Dienstmann genommen hatte. Vielleicht hatte er die Adressatin nicht finden können. Vielleicht hatte er das verhängnisvolle Osterei noch nicht abgegeben. Aber er hatte sich geirrt. Der dienst -
mann teilte ihm höflichst mit, daß er seinen Auftrag pünktlichst besorgt habe. Hierüber in sehr schlechter Laune, begab Gustav sich zum Konditor. Hier stellte es sich heraus, daß die Verkäuferin aus Versehen das Strau- herei nicht aus dem Schaufenster genommen habe, und so hatte Herr Siegeck es noch einmal veckauft. Das Versehen war in dem Geschäftstrubel leider zu spät entdeckt worden. Gustav bekam mit vielen Entschuldigungen seine acht Mack zurück und verlieh in verdrießlichster Stim - mung den Laden. Er zweifelte gar keinen Augenblick daran, daß LUcie das Geld gesunden habe. Was sollte sie von ihm denken. Wie sollte sie sich diese Sache überhaupt diese Sache erklären? ! Und wie gut hätte er das Geld zu Ostern brauchen können. Er war in ganz verzweifelter Stimmung. Heute Abend war er beim Baurat Futtke eingeladen. Dann war es wahrscheinlich schon zu spät, die Sache zu verbergen. Wenn er aber schon am Nachmittage in dem gastfreundlichen Hause erschien, so war das wieder sehr auffallend. Er sah ein, daß ihm nichts anderes übckg blieb, als bis zum Abend zu wacken.
Der Nachmittag verlies ihm unsäglich langsam. Endlich, endlich war mit der sechsten Abendstunde der Augenblick da, an dem er die Funke'sche Villa betreten durste. Es waren schon einige Gäste anwesend, Und der Speisesaal sowie die anliegenden Gemächer erstrahlten im hellsten Lichterglanz. Frau Funke und Tochter begrüßten den junaenMann aus das Freundlichste. Kühlcke war sehr zerstreut und nervös, und er suchte eine Gelegenheit, nur mit der Tochter des Hauses einige vertraute Wocke wechseln zu können. Da sah er„ wie Lucke im Spielzimmer verschwand. Sie hatte sich nach ihm umgesehen, und es war ihm so vorgekommen, als habe sie ihm mit dem Fächer gewinkt. Entschlossen ging er


