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29 _ telept,on: Nr. 362. _ SllMstag. VkN 11. ApNl 1914. Telephon Rr. 6«2. 26. Illlirli.
Ostern.
Wacht aus! Also ruft die Osterbotschast : Christ ist erstanden! Freude den Sterblichen! Ten Sterblichen, denen der Osterglaübe das ewige Leben verheißt. Wacht ans! ruft der Lenz, der sröhlich seinen Einzug hält und überall neues Leben in der Natur erwachen läßt. Wacht aus! rust des Dichters Osterlied: „Was dürr war, grünt im Wehn der Lüste, jung wird das alte sern und nab; der Odem Gottes sprengt die Grüfte — Wacht ans; Ter Oslerlag ist da!" Also sang Emanuel Gei- bel.
Christ ist erstanden! Das ist der Gruß des Erwachens. Das ist ein Weckrus. Wacht aus zum Glau - den an Jcsum Christum, der als der vom Tode Erwachte, als der Auserstandene unser Heiland geworden ist! Der Osterglaube ist das Bekenntnis zur Äufersteh- ung. Er erweckt zu neuem siegreichen Leben. Die Auferstehung des Gekreuzigten hat seinen Jüngern die Kräfte erweckt, die sie in olle Welt hinansziehen und das Evangelium zur siegreichen Macht werden ließen. Der Tod hatte nach der Auserstehung Christi keinen Schrek- ken mehr für die Jünger: Denn ihr Herr hatte ihn überwunden. Nun kannten sie, denen zuvor der grauenvolle Anblick des Gekreuzigten den Lebensmut genommen hatte, die verzagt, ja trostlos in die Zukunft schauen wellten, kein Zagen und Zittern mehr, keine Furcht vor Verfolgung, vor Lecker und 'Todespein. Er ist wahr - hastig allseistanden! Sie waren zum Osterglauben erwacht, und gerüstet mit diesem wurden sie zu Helden u. Siegenr.
Wacht aus zu diesem Glauben! So rust unserm Volke Ostern zu. Unser deutsches Volk braucht den Oster- glaubcn, um den Feind in seiner Seele zu wehren, der in Genußsucht, in Trachten nur nach irdischen Gütern versinken läßt. Unser Volk bedarf des Osterglaubens arrch wider den Feind im eigenen Vaterlande, der zum Abfall von der deutschen Treue und Liebe verleiten, zur Gott- und Heimatlosigkeit versühren will. Wird mir der christliche Glaube genommen, hat Bismarck gesagt,
Lanke UJicne’s Angebinde.
Oster-Humoreske von Georg Stahl.
Nachdruck verboten.
Mit außergewöhnlicher Wärme schien die Frühlings- sonnc aus die Straßen der Stadt. Es war ein Tag vor Ostern und der Verkehr in den Läden, besonders in de» Konditor-Läden, die mit Ostereiern handelten, sehr lebhaft. Unter den Passanten, die sich in dem schönen Frühlingswettcr ergingen, bemerkte man auch einen eleoaiü, aber nicht auffallend gekleideten jungen Mann von sehr angenehmer Erscheinung. Ab und zu blieb er vor einem Konditorladen stehen und musterte mit Auf- mccksamkcit die wunderschönen Ostergeschenke. Dieser Herr war der Ingenieur Gustav Kühlcke. Seine Tätigkeit in seinem Berufe bewies er zum ersten Male bei dem Bau der neuen Brücke, welche unweit der Stadt unternommen wurde und bei dem ihm der Bauherr, der Neaicrungsrat Funke, einen ganz selbständigen Posten zuerleilt hatte. Herr Funke hatte alle Ursache, mit den Leistungen des jungen Mannes zufrieden zu sein. Er Kitte in ihm einen außergewöhnlich intelligenten Ar - unter gefunden und ihn auch schon mehrere Male bei gegebenen Anlässen zu Tisch gebeten, bei welcher Gelegenheit Herr Kühlcke sich als ein sehr angenehmer und gewandter Gesellschafter bewiesen hatte.
Nachdem der, Herr Ingenieur einige Läden genau gemustert hatte, betrat er endlich den Konditoreiladen >on Siegert. Er hatte da im Fenster ein sehr hübsches Osterei gesehen, für welches er Verwendung hatte.
„Was haben Sie da im Schaufenster für ein eigen- iftiges Osterei, Fräulein?“ fragte er die Veckäuserin. .Ich meine das mit der gelben Schleife und der Ver- sißmeinnicht-Malerei."
so wird mir auch das Vaterland genommen. Bismarcks Bekenntnis lautete: „Meine Treue und mein Gehorsam gegen den Herrn, den Gott mir aus Erden gesetzt hat, beruhen aus derselben festen Grundlage wie mein Glaube"! und: „Ich weiß nicht, wo ich mein Pflichtgefühl hernehmen soll, wenn nicht aus Gott!"
Zu lebendigem Osterglauben muß unser Volk erweckt werden, zu frischen Lebenskräften für pflichtgetreue, hingebende Arbeit im Vaterlande, zu verjüngendem Mut für den deutschen Berus zu Hause und draußen in der Welt, zum Ringen um die dem Vaterlande und dem Deutschtum zurückzügewinnende Seele derer, die abge- sallen sind, damit das Herz des ganzen Volkes dem Geiftessrühling, dem Osterwillen sich erschließt, der die Zuversicht aus Gottes Hilfe gewährt.
Wacht auf! Bleibt wach! Das sei Dein Osterruf, o deutsches Volk! An Deines Landes Grenzen stehen Feinde, die, erzbereit, wie sie sich selber drohend und dröhnend brüsten, zu uns hinüberspähen, wie es mit der deutschen Wachsamkeit bestellt ist. Jeden Augenblick können sich plötzlich im Osten wie im Westen düstere Wolken zusammenballen. Sie können sich wieder verziehen, aber auch jäh sich zu einem furchtbaren Gewitter entladen, zu einem Kampse, der weit hinaus über die deutsche Zukunft entscheiden kann. Wach zu sein gilt es darum, so wach, daß draußen die Gewißheit fortbesteht, es werde im Ernstfälle des Dichters Wort von 1813 wieder für uns siegreiche Wahrheit werden: Das Volk steht aus, der StUrm bricht los ! Bleiben wir gewappnet im Geiste des Osterglaubens, der aus die eigne Kraft vertraut und zugleich aus Gott baut, der den Tod überwindet und siegreiches Leben verbürgt. Halte Wache deutsches Volk, für Haus und Herd, für Freiheit u. Glauben, für Dich und Deine Enkel, stark an den sitt - lichen Kräften der Osterauferstehung, einmütig, treu und opferfreudig, ruhig, fest und bereit.
„Wacht aus, Ihr trägen Menschenherzen, die Ihr im Winterschlase säumt, in dumpfen Lüsten, dumpfen Scher^- zen gebannt ein welkes Dasein IräuMt; die Kraft des Herrn weht durch die Lande wie Jugendhauch, o laßt
„Das ist kein künstliches Zuckerei, sondern ein natürliches Straußenei", antwockete die junge Dame.
„So, so, ein Straußenei? Das ist entschieden etwas Apartes! Was kostet es?"
„Acht Mack, mein Herr!"
„Acht Mack! Geht es nicht billiger?"
„Wir haben feste Preise mein Herr ! Auch ist dieses Ei das einzige in unserem Laden, also immer eine Seltenheit."
„Nun gut, ich kaufe es! Senden Sie das Straußenei an Frau Alwine Thomsen, Ringstraße 14,1. St. und legen Sie meine Karte bei.
„Schön mein Herr!"
Kühlcke zahlte den Betrag, gab sein« Kane ab und verließ den Laden.
„Sie wird sich freuen, die liebe Tante", sagte er dann vor sich hin und zündete sich eine neue Zigarre an, sich in ein Kaffeehaus begebend. Der junge Mann hatte alle Ursache gegen diese Tante aufmerksam zu sein. Als reiche Frau hatte sie nach dem Tode ihres Mannes das angenehme Leben einer Rentiere weiter führen können, und da sie keine Kinder hatte, so übeckrug sie aus ihren Neffen, den jungen Ingenieur, eine beinahe mütterliche Zäcklichkeit. Davon hatte Kühlcke schon die klin- genften Beweise bekommen. In gewissen Zwischenräm men gab sie ihm größere Summen Geldes, die der liebe Neffe bei seinem nicht allzugroßen Gehalt wohl verwerten konnte. Er verdiente monatlich 180 Mack, mit welcher Summe sich in der teuren Stadt bei seinen ge- sellschasüichen Verpflichtungen, und ohne Zuschuß vom Hause nur schwer standesgemäß leben ließ.
Als am Abend dieses Tages Herr Kühlcke in seinem Zimmer saß, war er nicht wenig erstaunt, als ihm
sie ein! Zerreißt wie Simson Eure Bande, und wie hie Adler sollt Ihr sein!"
politische Rundschau
" Das Prinzenpaar Heinrich von Preußen ist an Bord des Torpedoboolszerstörers „Catamarca" nach Montevideo gefahren, wo es sich an Bord des „Cap Trafalgar," begeben wird.
* Köln, 10. April. Der Verein der nationalli- bcralen Jugend hat eine Entschließung angenommen, in der erklärt wird, daß der Vorstand das Ansinnen, den Reichsverband der nationalliberalen Jugend a u f - zulösen, entschieden abgelehnt hat.
* Der gestern vormittag über das Befinden des schwedischen Königs ausgegebene Kranlheitsbericht lautet: Der König hat nachts im ganzen 3 Stunden geschlafen. Die Schmerzen, die den Schlaf unterbrachen, deuten nicht aus eine Störung des Genesungsverlaufes. Temperatur 38, Puls 66 bis 68, keine Erbrechuügen. Der König genoß ohne Ilnannchmlichkeit während der Nacht nicht unbedeutende Mengen Wasser und Tee.
* Das russische Kaiserpaar, der Thronfolger und die Großfürstinnen-Töchter sind in Sebastopol cingetroffen.
' Konstantinopel, 10. April. Die Blätter erfahren, daß Dschawid Bey gestern inParis die Konvention über die ottomanische Anleihe, deren Emissionskurs auf 85 festgesetzt worden ist, paraphiert haben. Als Zeitpunkt für die Artsgabe der türkischen Anleihe wurde endgültig der 25. April festgesetzt.
" Bezüglich der zwischen Frankreich uüd der Türkei geschlossenen Vereinbarungen wird in Bestätigung früherer Nachrichten offiziös gemeldet, daß Frankreich durch seine wirtschaftlichen Abkommen die Konzessionen nachstehender Eisenbahnen erhält: 1. Die Eisenbahnlinie Saimsun-Sivas-Khauput-Arghana, 2. die Eisenbahnlinie Arghana-Bitlis-Van, welche bei Arghana mit der der deutschen Anatolischen Eisenbahn-Gesellschaft gehangen Linie Arghana-Diarbekir, zusammentrifft, 3. die Eisenbahnlinie Trapezunt-Erzerum, 4. die Eisenbahn-
cin Bote eine kleine Kiste von dem Konditor Siegen brachte. Wer konnte ihm denn eine Torte oder am Ende gar ein Osterei senden!
Er öffnete den Umschlag und entnahm zu seiner größten Verwunderung demselben ein Osterei, genau so, wie er es für seine Tante gekauft Halle! Die Adresse stimmte ganz genau. Vergebens sann Kühlcke nach, wer ihm wohl das Ei gesandt haben könne. Er, öffnete behutsam den Deckel, konnte aber nirgends ein Zeichen des Absenders entdecken. Kurz entschlossen nahm er sein«» Hut und eilte nach dem Siegeck'schen Konditorladen. Unterwegs wurde er indessen von einem Freunde aufge - hallen, und so kam es denn, daß er den Laden nicht mehr offen fand. Er begab sich niit seinem Freunde an den Stammtisch und beschloß, am nächsten Morgen so früh wie möglich die liebe Tante zu besuchen, um sich von dem Vorhandensein des Ostereies, welches er ihr gesandt lu>1le, zu überzeugen.
Gegen 10 Uhr am irächsten Morgen hatte sich Herr Kühlcke erhoben. Sonst war es nicht seine Art, so spät aufzustehen, aber er hatte mit seinen Freunden ein bischen lange den schönen Osterabend gefeiert und manchen Schoppen getrunken. Das Erste, was ihm in seinem
Wohnzimmer in die Augen siel, war das rätselhafte Osterei, das ,hm am Tage vordem zugesandt worden war. Wie glich es doch dem Angebinde, das er in Gestalt eines Straußeneies der lieben Tante Wiens gesandt hatte! Er dachte darüber nach, was er mit dem Osterei anfangen sollte. Jedenfalls wollte er gleich zum Konditor Sieger, gehen, und sich nach dem Absend!r eckun- digen. Wenn nun dieser den Absender auch nicht kannte! Und hatte ihm das Ladenfräulein nicht gesagt, daß sie nur ein einziges solches Ei im Laden hätten ? All' die-
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Chtmisches Reinigen und Färben von Damen-, Herren- und Kindergarderobe, Vorhängen, Decken, Teppichen, Portieren Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen, Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte.


