steht keineswegs immer mit Lohnkürzungen im Zusammenhang. Sie erklärt sich einsach daraus, das; die Zahl der durchschnittlich von einem Arbeiter versahrenen Ar- beitsschichten im 4. Quartal insolge der vielen Feiertage (2 Weihnachtstage, Buß- und Bettag, Allerheiligen ufw.) wesentlich geringer ist als im 3. Vierteljahr. Auch im Jahre 1912 ist das Gesamteinkommen vom 3. und 4. Quartal in allen Revieren gesunken, beispielsweise im Ruhrrevier bei einem Arbeiter der Gesamtbelegschaft (einschließlich jugendliche Arbeiter) von 422 Mk. aus 406 Mark, obwohl im Schichtverdienst eine Steigerung von 5,10 aus 5,17 Mk. zu verzeichnen war.
Ebenso unrichtig wie die Angaben über Lohnkürzungen sind auch die Behauptungen über eine andauernde Steigerung der Werksgewinne. Es ist allgemein bekannt, dag im 4. Quartal 1913 ein scharfer Konjunkturrückgang eingetreten ist, und die Betriebsüberschüsse der Zechen haben infolgedessen eine wesentliche Einbutze erlitten. Rach einer in der Presse veröffentlichten Zuscckn- menstellung hacken 20 Bergwerksgesellschaften des Ruhr- kohlenbezicks insgesamt einen Ueberschutz von 19,88 Millionen Mack gegen 24,45 Millionen Mack im dritten Quartal, also einen Rückgang um 4,57 Mill. oder um etwa 19 Pro;, zu verzeichnen, wobei allerdings gleichfalls die geringere Zahl der Arbeitstage nicht außer Acht zu lassen ist. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß die Ergebnisse der amtlichen Lohnstatistik für das letzte Jahresviertcl (der Schichtlohn eines Arbeiters der Gesamtbelegschaft ist von 5,42 Mk. im 3. Quackal auf 5,38 Mk., also um 4 Pfg. gesunken) den Behauptungen über rigorose Lohnkürzungen bei gleichzeitig steigenden Eckrägnissen der Zechen keineswegs entsprechen. Da die Zahl der von einem Arbeiter verfahrenen Schichten sich noch auf derselben Höhe wie im gleichen Vieckel des Vorjahres gehalten hat (je 79 Schichten), so haben die Bergarbeiter unter den verändecken wirtschaftlichen Verhältnissen noch wenig zu leiden gehabt.
Aus Stadt und Land.
* Der Groß Herzog hat am 5. Apckl den außeretatsmäßigen ordentlichen Professor Dr. med. et med. vet. Friedrich ©meiner in Gießen zum ordentlichen Professor in dem veterinär-medizinischen Kollegiutn der Landesuniversität Gießen mitWickung vom 1. April 1914 ernannt.
n Gießen. Der Oberlehrer an der Realschule und dem. Progymnasiulm zü Alzey Professor K. Völ- z i n g wurde zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Gießen ernannt.
* Ernannt wurde am 30. März der Militäran - wäcker Wilhelm Garte nschlägey in Gießen zum Kanzleiaehilsen am Landgericht der Provinz Oberhessen.
Teilung dcö Realgymnasiums und der Lbcrrealschutc zu Giestc».
Das Realgymnasium und die Obcrrealschule zu Gießen sind vom 1. April 1914 ab, so gibt das Ministerium des Innern bekannt, in zwei selbständige Schulen zerlegt worden. Mit Ermächtigung des Großher- zogs werden von der gemeinsamen Schule zutzewieseu: A. dem Realgymnasium:
1. Oberlehrer Professor D. H o l z m a n n,
2. „ „ Dr. Erb,
3. „ . S t o r ck,
4. „ „ Dr. E o l l i n,
5. „ „ Dr. W e i m a r,
6. „ „ Dr. D i t t m a r,
7. „ „ S ch a u m a n n,
8. „ „ Dr. K n a u ß,
9. „ Schmoll,
10. „ Dr. Hör n,
11. Reallehrer K i s s e l.
B. der O b e r r e a l s ch u l e :
1. Oberlehrer Professor Dr. W i e d e r h o l d,
2.
„ Müller,
3.
„ Hedderich,
4.
„ Koo b,
5.
„ Geyer,
6.
„ Dr. T r a p p,
7.
., Dr. N o l l.
8.
„ Dr. K r a u s m ü
9.
„ W ü st c n h ö f e r,
10.
„ Dr. K l e i n,
kl.
„
Dr. Weimer,
12.
.Dr. Richter,
13.
Weber,
14.
L a m b y,
15.
Dy. Bo- ck,
16.
Barth,
17.
Dr. F a b e r,
18.
Rcallehrer I a n n,
19.
Grimm,
20.
Will.
21.
Salomen,
22.
„
Hebermehl.
n Gießen. Der 1000. Fernsprechanschluß in unserem Stadtbezirk ist in der verqanqenen Woche herqe- stellt.
o L i ch. Hier sind zahlreiche Blinddarmcrkrankun- gen in den letzten Wochen vorgekommen, die die Ueber- führuNg der Betreffenden in die Eießener Klinik notwendig machten.
o Allen-BUseck. Der 16jährige Döpp schoß aus Unvorsichtigkeit eine Schrotladung aus einem Flo- beyt dem 7jährigen Benner ins Gesicht.
o F r i-e d b e r g. Der Bäckey L. von Rödgen ist seit einigen Tagen mit der Frau eines bockigen Land- wicks verschwunden. Die Frau entwendete vor ihrem Weggange ihrem Manne 1600 Mark. Aus Hamburg kam dieser Tage ein Bckef des L. an seine Beywandten, daß sie glücklich den Dampfer nach Amerika bestiegen hätten. Sowohl der durchgegangene Mann als auch die Frau hinteylaffen ihre Familien mit Rindern.
* Bei der Wahl zur Allgem. Ockskrankenkasse des Kreises Friedbeyg entfielen auf die bürgerlich-nati- onale Ltzte der Arbeitnehmer 1945 Stimmen, auf die gewerkschaftliche Liste 2732. Stimmen; die bürgerlich-nationalen Arbeitgeber erhielten 2054 die Liste der Gewerkschaften 144 Stimmen. Die Verteilung der Autz- schutzsitze sieht wie folgt aus: Die bürgerlich-nationale Lijte erhält 17, die gewerkschaftliche Liste 23 Sitze. Bei den Arbeitgebern enffallen auf die Liste 1: 19 Sitze, aus die Lifte 2: 1 Sitz.
o Bad Salzhausen (Oberhessen). Die ersten Gäste unseres Bades sind vor einigen Tagen in dem Ernst-Ludwig-Heim der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime (Geschäftsstelle Wiesbaden) eingezogen. Die Bade-Direktion hat demgemäß entgegen - kommender Weise die Eröffnung des Brunnenbelriebes angeordnet. Das Heim gewähck für den billigen Pensionssatz von Mk. 2.60 pro Tag (für Passanten 3.80 Mack) Kaufleuten und technischen Beamten vollständige gute bürgerliche Verpflegung und ein behagliches Zimmer. Ein Aufenthalt in dem Heim mit seiner wald - reichen Umgebung am Fuße des Vogelsberges dürste sich für alle diejenigen empfehlen, denen darum zu tun ist, während der O st e r f e r i e n einige Tage ruhigen AusrUhens zu genießen.
o Rödgen b. Bad-Nauheim. Hier wurde der 4jähckge Sohn des Arbeiters Kern von seinem ^jährigen Bruder mit einem Revolver aus Unvorsichtigkeit angeschossen. An dem Aufkommen des Verletzten wird gezweifelt.
! Mainz. Die 16 gewählten Stadtverordneten, deren Wahl vom Provinzialausschuß für ungültig erklärt wurde, haben gemeinsam der Bürgermeisterei und dem Kreisamt milgeteilt, daß sie gegen das Urteil kein« Berufung einlegen werden.
):( Wetzlar. In Greifenstein brach Grohfeuer aus, dem bis mittag 12 Häuser zum Opfer fielen. Bei dem herrschenden Sturme war der ganze Ort gefährdet.
):( L a u n s p a ch. Hier sind 8 Schulkinder an Blinddarmentzündung eckrankt. Die Krankheit kam meist bei weiblichen Personen vor.
):( Diez. Seit 3 Jahren ist im Unterlahnkreis die Schulzahnpflege Angeführt. Bisher haben 26 Gemeinden mit dem Kreisausschuß den Vertrag unterschcke- ben. Nach der in 44 Schulgemeinden vorgenommenen Untersuchung sämtlicher Schulkinder aus kranke Zähne haben von 3738 untersuchten Kindern nur 1160 ein relativ gutes Gebiß, so daß tatsächlich über zwei Drittel aller Schulkinder an kranken Zähnen leiden.
! H ö ch st a. M., 6. April. In den Farbwerken trugen sich am Samstag schwere Vergiftungs- Unfälle zu. Trotz der sorgfältigsten Sicherheitsmaß- regeln strömten in der Abteilung für Hydrosulfit giftige Gase auch durch welche die tn dem Raume befindlichen Chemiker Dr. Momberger, Dr. Zahn und Dr. Stock, sowie die Aufseher Bläßer und Gramm bewußtlos wurden. Alle 5 Personen mußten sofort dem Krankenhause zugesührt werden, wo es gelang, sie ins Leben zurückzurufen.
):( Aus dem TaUnus. Zur Erhaltung der Wildkatze hat die Wiesbadener Regierung eine Schonzeit für das Tier bis zum April 1916 angeordnet. Als Schutzbezick wurden die WalduUgen des Zentral - studienfonds Und die ausgedehnten Staatsforsten im Taunus besttmmt.
o O b e r U r s e l, 6. April. Zwischen der Hohen- mack und der Stadt fuhr heute vormittag ein Wagen der elektrischen Straßenbahn in ein Lastfuhrwerk. Hierbei wurden zwei Pferde auf der Stelle getötet. Der Straßenbahnwagen erlitt schwere Beschädigungen. Die Schuld soll den Wagenführer treffen.
):( Marburg. Der, a. o. Professor.Dr. med. Ernst G ö p p e r 1, erster Prosektor und Abteiluttgsvor- steher am anatomischen Institut der Universität Marburg, hat einen Ruf als Ordinarius der Anatomie an die Franksucker Universität erhalten.
Kirchliche Nachrichten.
Evangrlische Gemeinde in Gießen.
Gründonnerstag, den 9. April.
In der Stadtkirch«.
Abends 6 Uhr: Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Mackusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Schwabe.
In der Johanneskirche.
Vorm. 9 l /i Uhr: Vorstellung und Prüfung der Kon-> firmanden au>s| der Iohannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. |
Abends iy i Uhr:'Beichte und hl. Abendmahl für Lu-- kas- und Iohannesgemeinde. Anmeldung vorher-t" bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Ausfeld.
Karfreitag, den 10. April.
Kollekte für die evangelischen Anstalten zu Jerusalem.
In der Stadtkirche.
Vorm. 9'/t Uhr: Pfarrer D. Schlaffer.
Beichte u. hl. Abendmahl für die Matthäus- u. Mar- kusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer
jeder Gemeinde erbeten.
Vorm, liy Uhr: Kinderkirche für Matthäus- u. Markusgemeinde: Pfarrer D. Schlaffer.
Abends 6 Uhr: Lilurgtfchey Gottesdienst. Pfr. Schwabe. " Am 2. Osterseieckag, nachmittags 2 Uhr, findet die Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Mackusgemeinde statt. Die Konfirmation findet am Sonntag Quasimodogeniti, den 19. April, statt, in Verbindung damit die Feier des hl. Abendmahls. Die Beichte dazu wird am Samstag, den 18. Apckl, nachmittags 2 Uhr, gehalten.
In der Johanneskirchr.
Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- Und Ja- » Hannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorherbei I
dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vorm. ll l / 4 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. k( ., Pfarrer Bechtolsheimer. £
Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche. ^
Am 1. Osterseieckag wird in beiden Kirchen eine j£' Kollekte für die Kirchenkasse erhüben werden.
Am 2. Osterseieckag findet im Hauptgottesdienst die te Konfirmation der Kinder aus der Iohannesgemeinde V statt, in Verbindung damit Feier des hl. Abendmahl«. Die Beichte wird am 1. Osterseieckag im Anschluß an den Abendgottcsdienst gehalten.
Ebenfalls am 2. Osterseieckag, nachmittags 2 Uhr;, 8i findet Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden au;
der Lukasgemeinde statt. Die Konfirmation derselben fin- w Quasimodogeniti, den 19. April, statt,
bet am Sonntag in Verbindung damit Feier des hl. Abendmahls. Die Beichte wird am Tage vorher, nachmit.ags 2 Uhr, gehalten.
Katholische Gemeinde in Gieße».
Mittwoch, den 8. April.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 -Uhr: Gele» — genheit zur hl. Beicht.
Donnerstag, den 9. Apckl.
Gründonnerstag.
Vorm, um 7, l'/ 2 und 8 Uhr: AUsIeilung der, heiligen tz Kommunion.
Vorm. 9 Uhr: Hochamt; darauf stille Anbetunysfckinden
bis zur Abendandacht. WI»«»
Nachm, um 6 Uhr: Passionsandacht.
Freitag, den 10. Apckl.
K a r s r e i t a g. ,
Vorm, um 7/ Uhr: Aussetzung des Mlerheiligsten, da-,^ rauf fülle Anbetungsstunden. j wrs
Vorm. 9 Uhr: Verstörte Messe.
Nachm. 5'/ Uhr: Predigt; darauf Passions-Andacht. . ^ Samstag, den 11. 2ft)ckl. itu t
Karsamstag. ' IPlii
Vorm, um 7 Uhr: Die heiligen Weihen. **
Vorm. 8% Uhr: Hochamt.
öefcbätllicbes.
:: Das Rheinische Technikum Bingen ist eine Lehranstalt, die unter diretter Staatsaufsicht steht und sich ausschließlich dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Eisenhochbau widmet. An den Ende dieses Monats stattgefundenen JngenieurprüfuNgen beteiligten sich 74 Kandidaten, wovon 67 bestanden, darunter einer „mit Auszeichnung". Alle Absolventen hatten bei ihrem Austritt bereits Stellung in der Prack; gesunden. Der Leiter der Anstalt ist der in Fachkreisen bekannte Professor, H o e p k e. Das neue Semester beginnt am 22. April. Programm versendet das Techni- kum kostenfrei._
Verantwortlich: Albin Klein. Gießen.
dis haste liitenmiirfi-Seins
von Bergmann & Co,, Radebeul, für zarte weiße Haut und blendend schönen Teint, a Stück 50 Pfg. Überall zu haben.


