Ausgabe 
8.4.1914
 
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Nr. 28

Leiep hon: Lir. 362.

Mittwoch, den 8. April 1914.

Telephon Nr. 362. 26. Iühtg.

Albanien macht Mobil.

Die Vorbereitungen für die Mobilmachung ,d bereits im Gange. Fürst Wilhelm erhielt hlreiche Depeschen, in denen die Bevölkerung ihre ürüstung über die Vorgänge in Epirus ausspricht und 1 ihm zur Verfügung stellt. Der Fürst beglückwünschte Königin von Holland telegraphisch zu dem Verhal- > des Majors Rneller, der sich übrigens auk dem Wege r Besserung befindet. Aus dem nördlichen Epirüs id von albanischen Regierungsbeamten Telegramme igelaufen, die besagen, daß die albanische Eendarme- nicht mehr nur Kmnitatschis, sondern auch aus re­it l ä r e n griechischen Truppen zufammenge- ;1en Banden gegenüberstehe. Von Seiten der Aus- ''iscken würden Geschütze und Milraillcusen verwen- .die griechische Artilleristen bedienten. Da die Auf- -nschcn von griechischer Seite fortwährend Verstärk­ten erhielten, wagten sie sich, immer mutiger wer- nd, nunmehr an größere Plätze, welche die Eendar- :r!e nur noch mit größter Mühe halten könnte.

* DieNeue Freie Presse" meldet aus Durazzo: c Aufständischen in K oritza sind entwaffnet und lwcise ins Gefängnis geworfen worden. Auch der ctropolit von Koritza, der nach dem Ergebnis der vor- nommenen Untersuchung für, den Urheber des Auf- ndcs gehalten wird, wurde verhaftet.

* Der offiziösePetit Parisien" schreibt: Die in- nationalc Kontrollkommission wird dem Fürsten von banien wahrscheinlich den Rat geben, den aufstän- schen Epiroten einige Bürgschaften für ihre elb st Verwaltung und ihre Gerechtsame zu vei­len, da dies das einzige Mittel sei, um den Bürger- :g zu verhindern.

Poiitifcbe Rundfcbau.

Deutschland.

* Der Kaiser hörte am Montag auf Korfu die nckräge des Chefs des Militär- und des Marinekabi- ts, sowie des Gesandten von Treutler. Zur Mittags- cl waren geladen die Königin von Griechen- n d und Prinzessin Helene. Der R e i ch s k a n z- r tritt seine Korfureise in der zweiten Hälfte der Mo­ll n.

* Das Prinzenpaar Heinrich v. Preußen von Chile kommend, am Montag in A l b e r d i ein- roffen und hat die Farm Germania besucht. Der itsche Gesandte hat sich nach Alberdi begeben, um sich i Fürstlichkeiten anzuschließen. Die prinzlichen Herr­chen werden am Mittwoch in Buenos Aires zuckick- oarlet.

* Rach derPost" ist beabsichtigt, sür den halb - tlichcn Verkehr des Auswärtigen Amtes mit der Presse

| stighin einen oder mehrere besonders geeignete Bei­er der T a g e s j o u r n a l i st i k anzustellen und für | crt Posten 25 000 Mk., für weitere Nachgeordnete 8000 12 000 Mk. auszusetzen.

* Der bisherige Landesdirektor der Für- | itüntcr Waldeck und Pyrmont, der Kgl. Prä-

nt v. G l a s e n a p p in Arolsen, ist zum König!.

! lizeipräsidenten in Köln anstelle des in den Ruhe - id tretenden langjährigen Polizeipräsidenten v. Weeg- nn ernannt worden und hat mit dem 6. April die itsgeschäfte in Köln übernommen. Herr v. Glasenapp ! im 53. Lebensjahre; er wurde am 10. September >8 unter Ernennung zum Kgl. Präsidenten zum Lan- 'dircktor der Fürstentümer Waldcck und Pyrmont be- :n. Für die Förderung von Handweck, Handel und »werbe, ebenso für die Verbesserung des Veckehrs ist

neue Präsident in den Füchentümern stets eifrig p erfolgreich cingetreten; er war im Waldeckcr Land

daher auch recht beliebt. Herr von Glasenapp ist mit einer Tochter, des früheren Kultusministers v. Eoßler verheiratet.

* Byeslau, 7. April. Heute nachmittag trat

das Domkapitel im Kapitelsaale zusammen, um die Liste der Bischofskandidaten aufzustellen, unter denen das Domkapitel zu wählen gedenkt. Die Lifte wird der

Staats regier,ung zugestellt werden.

::: Z a b e r n, 7. April. Heute hatte sich das Land­gericht Zabern mit der Klage der anläßlich der Zaber- ner Vorfälle im Pandureickeller eingespercken Bürger zu befassen. Es kamen hierbei annähernd 25 Vergleiche zwi­schen dem Militärsiskus und Festgenommenen zustande, da sich die Betreffenden mit der vorgeschlagenen Ent - schädiguNg von 50 Mkk einverstanden erkläcken. Mer weitere Klagen wurden auf den 21. April veckagt, da' runter auch die des Schuhmachers Blanck aus Dettwei- ler, der. 250 Mack verlangt. Die bisher entstandenen Gerichts- und Polizeikoften trägt in allen Fällen der Fiskus.

Oesterreich.

* DasEcho de Paris" will wissen, daß d i e ö st erreichisch -ungarische Regierung dem Athener Kabinett ein ausführliches Programm ihrer Forderung betreffend den Hafen von Saloniki übersandt habe, worin sie unter anderem die Schaffung einer ziemlich ausgedehnten sreicn Zone, die Freiheit für den direkten und indirekten Transitveckehr und Ein - fkußnahme auf die Ausgestaltung des Hafens verlange.

England.

* Der englische Manneminister Winston Churchill reist nach Madrid und wird dort vom König Alfons, dem Ministerpräsidenten und dem Marineminister em­pfangen werden.

Serbien.

* Belgrad, 7. April. Die serbischen Post­bediensteten haben für das serbische Osterfest die passive Resistenz angekündtgt, weil bei der Budgetberatung in der Skupschtina ihre Forderungen auf eine Regelung des Gehalts nicht beachtet worden sind.

Aus aller Mir.

! Kreuznach. Die kürzlich hier verstorben« Wit­we des Landtagsabg. Landrat Knebel vermachte ihr mehrere Millionen Mark betragendes Vermögen dem Kreise Simmern im Hunsrück zur Heb u n g des kleinbäuerlichen Standes.

::: Osnabrück. Hier waren bis Montag bei der Polizei 151 Familien gemeldet worden, die zum 1. April keine Wohnung bekommen konnten. An die Stadt­verwaltung wird die Anfrage gerichtet, was sie zu tun gedenke, um diesem geradezu unerhörten Uebelstande ab- zuhelsen.

* Freiburg (Breisgau). Hier starb Reichs - freiherr Johann Eduard von und zu Vodman, preußi­scher Oberst a. D. und Ritter des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe.

::: Elberfeld. Fräulein Wilden von Düs­seldorf, die vor einigen Wochen ihren früheren Verlob­ten, den Eerichtsassessor Nettelbeck, erschossen hatte, und vor einigen Tagen wegen Erkrankung aus der Unter­suchungshaft entlassen wurde, ist wieder verhaftet wor­den. Gleichzeitig wurde ihr jetziger Verlobter, Dr. Nol- ten-Düsseldorf verhaftet.

' Paris, 7. April. Felir Rousseau, ein Schwager des Finanzmini st ers Renauld, ist wegen Unterschlagung von 250 000 Franrs verhaftet worden. Rousseau hatte sich in gewagte Spekulationen eingelassen.

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Tärbcrei 6ebl Röwr

::: Paris, 7. April. Heute vormittag erschoß der Polizeiinspcktor de Lacroir in der Polizeipräfektur aus Eifersucht seinen Kollegen D u p i n. Er mel­dete unverzüglich seinem Vorgesetzten seine Tat und ließ sich in Haft nehmen.

::: Holzkönig Weyerhäuser ist tot. Der größte amerikanische Holzindustrielle Friedr. Wcyer- häufer ist in Pasadena in Kalifornien gestorben. Sein Vermögen wird nach dem Rockesellers für das größte geschätzt. Weyerhäusers Lebensgeschichte klingt wie ein Roman. Als 18jähriger Bursche hatte er noch keinen Heller, als er starb war er, achtfacher Milliardär. Er war 1834 in Niedersaulheim in Rheinhessen ge­boren als der Sohn eines Winzers, dem er beider,Ar­beit hals. 1852 wandecke er mit Mutter und Schwestern nach Amerika aus. Er fand Beschäftigung in einem Sägewerk, das er später mit einem Teilhaber kaufte. Er sah voraus, daß bei der gewissenlosen Waldwirt - schaft Amerikas bald Holzknappheit einlreten müßte, und war daher bestrebt, sich große Waldbestände zu sichern, die früher noch sehr billig zu haben waren. Am Ansairg arbeitete er mit ^Teilhabern, später ohne sie und schließlich besaß er im Nordwesten Amerikas kolossale Waldbestände, aus denen Ströme von Gold in seine Kasse flössen. Dabei lebte er in einsiedlerischer Zurückge­zogenheit und kannte keine der Ertr,avaganzen, mit-denen sonst ameckkanische Milliardäre der W«lt Stoff zur Un­terhaltung geben.

::: Einer der hervorragendsten amerikanischen Samm­ler, Henry Frick in New-Port, hat soeben das Bildnis eines Mannes in Rüstung von zahlte dafür 750 000 Francs, höchste Preis, der bisher für Meisters gegeben worden ist.

E r e c o erworben und Das ist weitaus der ein Bild des seltsamen

Lergarbeiterlö ne und Werksgewinne.

Es wird uns getrieben :

Die vor kurzem im Deutschen Reichs-An­zeiger erschienene anitliche Statistik über die im Jahre 1013 in den preußischen Bergbaurevieren verdienten Löhne hat in der Oeffentlichkeit zu lebhaften Erörterun­gen über die Lohnverhältnisse der Bergarbeiter geführt. Insbesondere wurde verschiedentlich die Tatsache, daß der Gesamtverdienst eines Arbeiters im 4. Quärtal 1913 in allen Revieren geringer war als im vorhergehenden Quartal, zum Anlaß genommen, den Zechenverwaltun­gen rigorose ünd unberechtigte Lohnkürzungen zum Vor­wurf zu machen. Die Leipziger Volks-Zeit­ung schreibt in Nr. 61 in einem ArtikelMinderver - dienst im Bergbau'", die Lohnkürzungen hätten in den verschiedenen Steinkohlen- und Braunkohlenrevieren zwi­schen 6 und 49 Mark betragen und beschuldigt die bür­gerliche Presse, diese Lohnrückgänge im Interesse der Unternehmer zu verschweigen. Die Bergarbeiter- Zeitung, das Organ des alten sozialdemokratischen Bergarbeiter-Verbandes, berechnet in einer ihrer letzten Nummern für das letzte Viertel 1913 den Rückgang des Gesamteinkommens eines Arbeiters im Rührrevier mit 37,74 Mk. oder 8,87 Prozent und behauptet, daß im Gegensatz hierzu« die Eckrägnisse der Bergwerksgesellschaf- ten fortgesetzt gestiegen seien. Auch der sozialdemokrati­sche Abg. H u e erörterte jüngst im Landtage bei den Be­ratungen zum Bergetat in gleichem Sinne die Lohnver­hältnisse der Bergknappen. Die privaten und staatlichen Grubenbesitzer des Ruhrbergbaues hätten es feckig ge­bracht, trotz Steigerung der Werksüberschllffe die Gesamt­lohnsumme um über 7 Millionen Mark zu drücke».

Alle diese Auslassungen sind irresührend und be­ruhen lediglich auf einer falschen Deutung der amtlichen Lohrtstatistik. Es ist zwar richtig, daß der Gesamtver - dienst eines Arbeiters und die Eesamtlohnsumme im 4. QUackal 1913 in allen Bergbaurevieren niedriger ge­wesen sind als im 3. Quartal desselben Jahres. Diese Erscheinung ist aber in jedem Jahr zu beobachten und

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