Ausgabe 
1.4.1914
 
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Die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt. Torreon, die Hauptstütze Huertas in Nordmeriko, ist jetzt fast ganz in den Händen der Rebellen. Die Bundestruppen sind eingeschlossen. Sie versuchen, durchzubrechen und nach Saltillo zu entfliehen. Billa setzt alles daran, diesen Plan zu durchkreuzen und will die ganze Garnison ge­fangen nehmen. Die Einnahme von Torreon hat ge­waltige Verluste gekostet. Aus beiden Seiten zählte man 4000 Tote. Villa feuerte seine Truppen tollkühn an und war stets in den ersten Reihen.

Xus Ztädt und Land.

* Der Erohhcrzog hat am 27. März den Oberarzt an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gie- hen, Medizinalrat Dr. Johannes D i e tz, zum Direktor der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Alzey und den Oberarzt an der Landes-Heil- und Pslegeanstalt bei Al­zey Medizinalrat Dr. Albert Wagner zum Oberarzt an der Landes-Heil- und Pslegeanstalt bei Eietzen er­nannt.

* Das Gr'otzh. Staatsministerium hat zunächst der Zweiten Ständekammer eine Regierungs-Vor­lage zugehen lassen, in der bestimmt wird, datz sür die nicht durch Geburt berechtigten Mitglieder der Stände die iynen bisher gewährten Tagegelder von 9 auf 15 Mark erhöht und für jede Uebernachtung 5 Mk. (statt bisher 3 Mk.) gewährt werden sollen, in Summa also 20 Mk. gegen bisher 12 Mk. Reben den Tagegeldern erhallen die Abgeordneten Ersatz der Eisenbahn- oder Dampsschiffahrt, soweit sreie Fahrt und Gepäckbeförder­ung nicht gewährt ist. (Bekanntlich haben die Abgeord­neten aus den Linien der Preußisch-Hessischen Eisenbahn- gemeinschast sreie Fahrt.) Die in Darmsladt wohnenden Kammermitglieder erhalten ein Tagegeld von 10 Mark als Entschädigung sür die Behinderung und Beschränk­ung in der Ausübung ihres Berufs, was die Regierung in der Begründung als ein Gebot der Billigkeit bezeich­net. Weiter wird daraus hingewiesen, datz in Württem­berg ebenfalls 15 Mark Tagegeld und 5 Mark lieber - nachtungsgebühr, ohne Unterschied der Ansässigkeit, _ in Baden ebenso ein Tagegeld von l5Mk. gewährt wird, den in Karlsruhe wohnenden Mitgliedern eine Entschä­digung von 10 Mark. Seit dem Erlatz des gegenwär­tigen Diätengesetzes seien nahezu 20 Jahre vergangen, und in dieser Zeit sei eine Verteuerung aller Lebensbe­dürfnisse eingetreten, wodurch die Erhöhung der genann­ten Sätze geboten erscheine. Der Seniorenkon­vent der Kammer, hat einstimmig beschlossen, datz das Gesetz erst mit Beginn des neuen Landtags in Kraft treten, also keine rückwirkende Kraft erhalten soll.

* Der Ausschuh der rechts st ehenden Parteien in Hessen, der seit Jahresfrist schon zahl­reiche Beratungen gepflogen hat, trat am 25. März in Frankfurt a. M. unter, dem Vorsitz des Landtagsabge­ordneten Korell-Angenrod zusammen. Alle in dem AuS- schutz zusammengeschlossenen Parteien waren vertreten. Rach dem Bericht des Vorsitzenden haben die Verhand­lungen mit der N a t i o n a l l i b e r a l e n Partei we­gen eines Zusammengehens bei den Landtagswahlen im Herbst aus der Grundlage des seitherigen Besitzstandes zu keinem Ergebnis geführt. Der Ausschuh nahm hier­von mit Bedauern Kenntnis Und erklärte, einstimmig ein Abkommen lediglich sür einzelne Wahlkreise für ausge­schlossen. Es wurde einmütig beschlossen, vereint in den Wahlkamps einzutreten und alsbald zweiLandes- Versammlungen der rechtsstehenden Parteien nach Darmstadt (26. April) und Friedbcrg oder E i e h e n (17. Mai) cinzuberufen.

* Die Fernsprechleitung B e r l i n - F r a n, k s Ur, t (M a i n)-M a i l a n d ist heute am 1. April ds. Js. dem Verkehr übergeben worden. Die Leitung ist 1350 Kilometer lang und führt durch den Simplontunnel. Die Gebühr sür ein gewöhnliches Dreiminutengespräch Berlin-Mailand beträgt 4 Mark, für ein Gespräch zwi­schen Franksurt (Main) und Mailand 3 Mars. Dring­ende Gespräche sind gegen die dreifache Gebühr zulässig.

* Der Rhein-Main-Eastwirte-Verband bittet den Landtag um eine Revision des Gesetzes über den Ur­kundenstempel.

* Der Rheinische Verband sür V o l k s b i l d U n g mit dem Sitz in Frankfurt a. M., hat den hessischen Landtag um Gewährung eines Beitrages von 5000 M. ersucht.

n G i e h e n. Der G r o h h e r z o g hat das Pro­tektorat über die Gewerbe-Ausstellung über -

nommen.

n G i e tz e n, 30. März. Der Kreisausschuh hat wegen formeller Verstöße bei der Feststellung des Wahlergebnisses die im November erfolgte Wahl der neuen Stadtverordneten sür ungültig erklärt. Die Aussagen der bei dem Zählgeschäst beteiligten Wahlvor­steher gaben dem Krcisausschutz die Ueberzeutzung, dätz die Auszählung nicht ordnungsgemäß erfolgt sei und

verurteilte die Reklamanten zu einem Zehntel und du Stadt Gietzen in den Rest der Kosten.

n Gietzen, 1. Aprii. Die gestern zum ersten Mal nach der neuen Reichsversicherungsordnung stattgefundene Ausschuhwahl zur Allgemeinen O r t s k r a n - kenkasse für die Stadt Gietzen brachte viele Wähler, die sonst noch nie ein Wahlrecht ausgeübt, auf den Weg. Gewählt haben von nahe 2600 wahlberech­tigten Arbeitgebern 740, die zusammen 946 Stimmen besitzen. Demgegenüber haben von rund 4500 wahlbe­rechtigten Arbeitnehmern über 2250 und von den rund 2500 wahlberechtigten Arbeitnehmerinnen haben über 1250 gewählt.

* Büdingen. Das 75jährige Bestehen der Gewerbeschule in Büdingen wurde durch eine würdige Festlichkeit gefeiert. Glückwünsche sprachen aus Fürst Wolsgang zu Isenburg-Büdingen, Gewerberat Noack- Darmstadt, Regierungsrat Böckmann, Geheimerat Rabe­nau, Bürgermeister Fendt. Fürst Wolfgang überreichte eine Jubiläumsstiftung von 3000 Mark, die den Na­men Fürst Wolfgang-StiftuNg erhielt. Die Festrede hielt Fabrikant Schäfer, der die Entwickelung der Anstalt schilderte. Mit dem Jubiläum war eine Ausstellung von Zeichnungen und Modellarbeiten der Schüler verbunden.

s D a r m st a d t, 27. März. Zu der Vorstellung des Verbandes der Hausbesitzervereine in Hessen, aus Aushebung der WertzuwachssterUr hat der Autzschutz be­antragt, der Vorstellung keine Folge zu geben; er hat aber, gleichzeitig einstimmig seine Meinung dahin aus­gesprochen, datz das hessische M-ertzuwachssteuergesetz weiterbestehen solle oder, falls dies unzulässig, wieder vielleicht in verbesserter Form in Kraft zu setzen sei, weil der seiner Erlassung zu Grunde liegende Ge­danke durchaus gesund sei.

s Darm st ad t. Montag früh starb hier nach kur­zem schweren Leiden im 71. Lebensjahre Oberamtsrich- 1er i. P. Geh. Justizrat A u g u st S c r i b a. Der Da­hingegangene war am 3. April 1843 in Alten -Bu- s e ck als Psarrerssohn geboren.

! W ö r r st a d t. Die Gemeindevertretungen von Wörrstadt, Gau-Bickelheim und Schimsheim haben ein Gesuch, die neue Kreiseinteilung betreffend, an den Land­tag gerichtet.

o Framersheim.. Die Spar- und Darlehns - kaffe e. E. m. U. H. Framersheim und 13 andere Ge­meinden haben bei der Hess. Zweiten Kammer die Grün­dung einer Zentraigenossenschastskasse unter Aussicht und Leitung des Staates beantragt.

):( E r o n b e r g, 30. März. Bei einer nächtlichen Rauferei in einer hiesigen Wirtschaft wurde der jung verheiratete Schuhmacher Nikolaus Schäser von-dem Ar­beiter Hans Schäser aus der Gaststube so unglücklich ge­gen die Wand des Hausflurs geworfen, datz er nach we­nigen Augenblicken st a r b.

s Reichenbach. Hier sand aus Veranlassung des Finanzministers Braun eine Versammlung statt, in der das neue von den Rheinischen Schukertwerken vor­gelegte Projekt der Erbauung einer elektrischen Bahn Bensheim Lindenfels eingehend besprochen wurde. Finanzminister Braun fühlte aus, für die Rhei­nische Schukert-Eesellschafl sei die Notwendigkeit raschesten Baues von selbst gegeben, denn sie müsse gewissermatzen dadurch denBefähigungsnachweis" für die Erbauung sonstiger elektrischer Linien in Hessen erbrin­gen. In dieser Woche wird bereits das Baubureau in Bensheim errichtet. Es soll jedenfalls eine normalspu- rige Bahn gebaut werden, die nicht nur eine Bahn für Spaziergänger und Touristen sein, sondern auch der wirtschaftlichen Erschließung des Tales dienen soll. Auf der Nationalvank in Bensheim liegen bereits 1/ Will. Mari für die Geländeerwerbskommission zur Verfügung.

! Alzey. Am Freitag nachmittag sand eine Sitz­ung des Stadtrates statt, zu der die Landtagsabgeord­neten Diehl, Schott und Korell-Jngelheim erschienen wa­ren, während sich der Abg. Best entschuldigt hatte. Es handelte sich um die Erbauung einer elektrischen Bahn von Alzey nach Wöllstein. Man einigte sich auf die Linie Alzey-Wendelsheim-Wöllstein, wobei die Stadt Al­zey für sich den Anschlutz von Kriegsseld betreiben soll.

):( Frankfurt a. M. Die Eröffnung der Universität Frankfurt a. M. erfolgt nunmehr be­stimmt in den letzten Tagen des Oktober. Die Vorbe­reitungen für die Einweihungsfeierlichkeiten sind bereits im Gange.

):( Frankfurt a. M., 30. März. Die deut­schen Standesherren halten am 27. und 28. Juni unter dem Vorsitz des Fürsten zu Stolberg-Wev- nigerode hier ihre diesjährige Versammlung ab. Im Anschlutz an die Zusammenkunft wohnen die Herrschaf­ten in Eppstein den mittelalterlichen Burgfestspielen bei.

):( Franksurt a. M. Gestern vormittag über­siel ein Mann im Osthasengebiet einen Fabrikboten und

suchte ihm seine Geldtasche mit über 35000 Mar zu entrcitzen. Dem Uebersallenen eilten auf seine Rust Leute zu Hilfe, die den Verbrecher sestnehmen halsen I Er ist seit 1906 von der Marine desertiert und lebte fei |

dieser Zeit von Verbrechen.

flu$ aller Mit.

::: Ludwigshasen. Das Gericht beschlos

die Aufhebung des Haftbefehls, worauf A b r e s ch au freien Fuß gesetzt wurde. Die Entlassung aus der Haf ist nicht wegen seiner Immunität als Abgeordneter er folgt, sondern weil Zweifel an der Stichhaltigkeit de: gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bestehen.

Mannheim. Hier sind 3 Mittelschüler Söhne angesehener Leute, abgängig. Der eine hat au^ der Kasse seines Vaters 6000 Mark mitgenommen. Mai hat Anhaltspunkte, datz sich die drei jungen Leute nack Frankreich gewendet haben.

::: Berlin, 30. März. Ein Berliner Reisender der in Thorn geschäftlich zu tun hatte, wurde, als e von dort aus seinem Vergnügen nach Ottlotschin ge fahren war, und dabei die Grenze überschritten hatte von russischen Grenzsoldaten verhastetuNd zu nächsten Station gebracht. Das weitere Schicksal de- Verhasteten ist bisher unbekannt.

::: Hamburg. DerImperator" stellte eine, neuen Rekord auf, indem er aUs der Reise New- Jork Europa eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23.75 See meilcn pro Stunde erzielte Und seine Passagiere, die Paris bestimmt sind, in Cherbourg bereits nach eine Reise von 5 l / 2 Tagen landete.

Posen, 26. März. Die beiden erwachsene, Kinder des Gutsbesitzers T o m i a k ln Kiebek (Krei> Bomfl), ein Sohn und eine Tochter, stritten sich häusi, über die Erbschaft, die ihnen von ihrem schwerkran ken Vater demnächst zufallen würde. Gestern kam der alt Mann wieder hinzu, als gerade ein hefligerStrei zwischen den Geschwistern ausgebrochen war. Tief ge kränkt ging der Vater in ein Nebenzimmer und erhängt sich. Als die Tochter den Tod des Vaters gewahrte stürzte sie, laut schreiend, aus dem Haufe und sprang i, den Okra-Kanal. Die Leiche wurde geborgen.

::: Stavanger (Norwegen). Hier ist ein ganze Stratze mitsamt einer Allee von großen Bäume, in den Binnensee Bridevand versunken, der über sein User trat. Die schönsten Teile der Stadt sind in Gefahr Menschenleben sind zum Glück nicht verloren gegangen

UcrtuirchYes.

::: Hunde im Triebwagen. Seither wäre, Hunde von der Beförderung in Eisenbahntriebwagc, ausgeschlossen. Nachdem aber in den Bezirken Ersubt u Halle die Versuche, Jäger mit Hunden in Triebwagc, zu befördern, sich bewährt haben, hat der Eisenbahnmi nister sich daurit einverstanden erklärt, datz allgemein do wo ein Berkehrsbedürsnis vorliegt, Hunde in Triebwc^ gen befördert werden können.

::: 30 Prozent Kranke im französisä Heer. Der Gesundheilsausschutz der französischen Kan mer hat seine Untersuchung über die Zustände in den Kc fernen beendet und den Kriegsminister ersucht, eine Reih von unerläßlichen Berbessenmgen in den alten Kaserne vorzunehmen. Die offiziöseFrance militaire" ver öffentlich! eine Statistik über den Gesundheitszustand dc Armee im Januar dieses Jahres, wonach die Zahl dc Kranken bei weitem größer war, als seit langem. B> den Fahnen standen im Januär 648 342 Manu. Bo diesen wurden als krank 149 946 in den Mannschasts zimmern, 39 795 in den Kaseynenkrankenabteilungei 21 916 in den Krankenhäusern behandelt. Das find ais 391 Kranke aus je 1000 Mann, gegen nur 240imvo ausgegangenen Dezember.

Eine wichtiaccrichtlichc Entschridnug für Kcsanavrrein

wurde in Sachen der Bestimmungen für Gesang Wettstreite gefällt. Ein Gesangverein in einem Unte mainort hatte sich für einen Gesangwettstreit gemeld, und auch den vorgeschriebenen Einsatz in Höhe von 4: Mark eingezahlt. Der Verein zog später seine Meldm, zurück und forderte nun auch die Rückzahlung des Eil satzes. Der festgebende Verein verweigerte jedoch d Herausgabe auf Grund seiner Wettstreitsatzungen. E kam zum Prozeß. Das Gericht entschied, datz die Püc Zahlung nicht zu erfolgen habe, da der seslgebeni Verein ja auch andernfalls NÜN sicher sei, ob das m hohen Kosten veranstaltete F-st nicht zuletzt noch möglich werde. Nur im Falle, datz der Wettstreit selb unterbleibt, besteht eine Verpflichtung zur Nückzahlur des Einsatzes.

Verantwortlich: Albin Klein, Gietzen.

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7 Fabriken, lieber 6000Beschäftigte.