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»tertrlittzrlich 7b „rautjahlbar, frei in« Hau». Tb,«h,lt m u » s «er «U^dMon oder tu den Zweig- midgabefteüen wtottrtWfriUb 00 Psg. — Erschein, und C««»,«,«. — Redaktion: Selter», weg 88. — Aür Ansbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskript wird nicht garantiert. Verlag der „Gieftener Zeitung" E. m. b. H,
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'Jtx. 21
lelep 1)0n: 9ir. 363.
Samstag, den 14. März 1914.
Telephon Rr. 363.
2<'>- Iahrg.
Der Einzug des fürsten von Albanien.
* Durazzo, 8. März. Ueber die Ankunft und icn Empsang des Fürsten und der Fürstin von Alba- !iicn werden folgende Einzelteilen mitgetcüt: Um halb 1 1 Uhr erschien der ^Taurus", an dessen Bord sich das Iürstcnpaar befand, am Horizont; es folgten die Schiffe l, Quarto". „Bruir" und zum Schluß „Gloucefter". Effad Pascha, der Eeneralgouverneur, der Bürgermeister von ! Ourazzo und der holländische Eendarmeriekommandant j uhren in einer Schaluppe an den „Taurus" und be - ;;abcn sich an Bord. Esfad Pascha begrüßte das Herr- ! cherpaar mit folgenden Wvrten: „Ich freue mich, Ihnen
neinen Willkommensgruß entbieten zu können". Zum ! Fürsten gewandt, fuhr Effad Pascha fort: „ Sie werden f-in zweiter Skanderbeg sein. Alle Albanesen haben ^ >as Bcrtrauen, daß Sie Albanien groß machen und ! mser Vater sein werden." Die internationale Kontroll- ommijsion, sowie der englische Oberst Philip und die s Dfffzierc der internationalen Truppcnabteilungen, statten
> ini ersten Triumphbogen bei der Landungsbrücke Auf- 'tellung genomnien. Als die Schaluppe angelegt hatte,
> rat Medschid Bei an das Fürstcnpaar heran und stellte ne zur Begrüßung erschienenen Persönlichkeiten vor. so hatten sich u. a. das Konsularkorps, die Vertreter
' >er einzelnen Landesteile und dle Offiziere der auf der ‘ ikccde ankernden Schiff« eingesunden. Am Abend fand in Konzert und ein großes Feuerwerk statt. Die alba- nschen Abordnungen, die aus dem ganzen Lande her- nigceilt waren,, brachten dem Herrscherpaare in dem ; 3cbloßgarten Huldigungen dar; es wurden begeisterte 'lnsprachcn gehalten. Die ganze Stadt ergeht sich in l freiidenkündgebungen, die insbesondere auch von den lonsulatcn Oesterreich-Ungarns und Italiens vcranstal- ct werden.
* König Wilhelm I. von Albanien hat folgende Proklamation erlassen: „Albanesen!
Zn dem Augenblick, wo wir den Thron besteigen, er- varten wir, daß Ihr Euch alle um Euren König schart md mit Uns an der Erfüllung unserer nationalen Be- I trebungen arbeitet. Albanesen! Heute tritt das freie, i mabhängige Albanien in einen neuen Abschnitt seiner s beschichte ein. Das Geschick des Vaterlandes ist von >un an den Händen des Königs, der Weisheit der Re- ferung und der Tüchtigkeit der Baterlandsfreunde an-
> ertraut. Der Weg, der vor uns liegt, ist lang und voll on Hindernissen; aber kein Hindernis ist unübcrwind- ich sür ein Volk mit ruhmreichen Ueberlieserungen und incr altehrwürdigen Geschichte, und für ein Volk, das
Ivie Ihr den mächtigen Willen hat, zu arbeiten und irtzuschreiten. Unsere Pslicht und diejenige unserer Nach- olger wird es immer sein, aus das Wohlergehen der iation mit allen unseren Kräften bedacht zu sein. Von icsen Gefühlen beseelt, haben wir aus Euren Händen ie albanische Krone angenommen. Wilhelm I."
Politifcbe Rundfcbau
* Bei den bulgarischen Wahlen erhielten ie Anhänger der Regierung 128, die Oppositionellen 17 Mandate. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, ha- en der Bauernbund 51, die Demokraten 26, die Re- innsozialisten und doktrinären Sozialisten je 9, dieAn- änger Danews 3 und die Radikalen 5 Sitze. Bemer- mswcrt ist die Schwächung der Sozialisten, die anstatt 8 jetzt höchstens 22 Sitze erhalten, während die Zahl er Demokraten sich verdoppelte.
* Die mcrikanischen Militärbehörden haben be- hlossen, di« öffentlichen Ländereien, einschließlich der insiszicrten, unter die Soldaten der gegenwärtigen Re- olution, die invaliden Veteranen der Madero-Revolu-
tion, sowie die Witwen und Waisen aus beiden Revolutionen zu verteilen. Wie es heißt, wird jeder Soldat ' 62 Acres erhallen. Auch eine Verteilung städtischen
> Grundbesitzes ist geplant. Der Beschluß erregt das
> größte Interesse als erster Versuch der Rebellen, ihren
> Absichten gemäß die Landfrage zu regeln.
! .
JHIus Stadl und Land
* Der Großherzog hat am 7. März d. Is. dem Rektor der Landesuniversitäl ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Msred Körte tn Gießen das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* lieber d i e hessische Besoldungsvorlage wurde zwischen den Ausschüssen der beiden Kammern der Landstände und der Regierung eine Einigung erzielt. Die Einigung erfolgt aus Grund folgender Gehaltsskala für die Volksschullehrer:
I. Klaffe 1-150 Mark, 2. Klasse 1550 Mark, 3. Klosse 1750 Mark, 1. Klaffe 1900 Mark. 5. Klasse 2100 Mk.. 6. Klaffe 2300 Mark. 7. Klasse 2500 Mk.. 8. Klaffe 2800 Mk., 9. Klaffe 3000 Mk., 10. Klasse 3300 Mark.
II. Klaffe 3600 Mark.
* Kaisermanöver und Eisenbahn. Das diesjährige Kaisermanöver mit seinen mehr als 200 000 Teilnehmern stellt die Eisenbahndireklion Frankfurt a. M. vor außerordentliche hohe und schwierige Aufgaben. Zur glatten Abwickelung des Riesenverkehrs sind infolgedessen schon die umsassendsten Vorbereitungen in die Wege geleitet. Eine am Samstag abgehaltene Konferenz von Vertretern der Eisenbahndirektion und höheren Offizieren der Verkehrstruppen entschied sich nach einer eingehenden Ortsbesichtigung sür den Bahnhof Kinzenbach zwischen Wetzlar und Staufenberg als eine der Hauptstationen für die TrUppenverladun- gen. Von hier sollen besonders die großen Kavalleriemassen wegtransportiert werden. Der Militärfahrplan sieht sür die Rückbeförderung der Truppen im Bereiche der Eisenbahndirektion Frankfurt allein 6 0 0 S o n - d e r z ü g e vor, die innerhalb zweier Tage abgelassen werden sollen. Um dieses Werk techmsch zu ermöglichen, wird die Einstellung des Güterverkehrs während dieser Zeit in Erwägung gezogen. Mit dem Ausbau der kleinen Station Kinzenbach zu einem Militärbahnhos wirb bald begonnen.
-z- Krankenkassen ünjd Wochen Hilfe. In der Sitzung der vereinigten Hess. Krankenkassen-Ver- bände, die unter dem Vorsitz, des Herrn Reumann-Os- fenbach am 5. März in Mainz stattsand, machte der Vorsitzende des Oberversicherungsamtes, Herr v. Krug, einige interessante Mitteilungen über den Umfang der von den Krankeickassen satzungsmäßig eingeführten Wo- chenhilse. Von den zurzeit im Eroßherzogtum Hessen bestehenden 133 Krankenkassen haben hiernach außer der obligatorischen Regelleistung aus dem Gebiete des Mutterschutzes, nämlich dem Wochengeld statt dessen mit Zustimmung der Wöchnerin nach gesetzlicher Vorschrift Kur und Verpflegung in einem Wöchnerinnenheim oder Hilfe und Wartung durch Hauspslegerinnen gewährt werden kann, 85 Krankenkassen Mehrleistungen für ihre weib - lichen Versicherten angeführt. Von diesen Kassen gewähren 58 ärztliche Geburrshilse bei der Niederkunst und Hebammendienste, größtenteils in Verbindung mit anderen Mehrleistungen; hierbei komme besonders die ärztliche Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden, die im ganzen von 44 Kassen in der Satzung vorgesehen sei, in Betracht. Aus Stillgeld hätten die weiblichen Versicherten leider nur bei 17 Kaffen Anspruch. Sehr ersreulich sei dagegen, daß nicht weniger als 36 Kaffen auch den versicherungsfreien Ehefrauen der Versicherten in mehr oder minder großem Umfang die! Wohltaten des Mutterschutzes im Falle der Niederkunft zuteil werden
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ließen. Dieses angesichts der außerordentlichen Mehrausgaben an Arzthonorarcn relativ recht erfreuliche Ergebnis sei nächst dem Verständnis der Kassenorgane den Bemühungen der Grohh. Zentrale sür Mutter-u. Säug- lingsfürsorge in Hessen zu verdanken.
* Billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Psg. sür je 20 Gr.) befördern in der nächsten Zeit folgende Reichspolstdam- pser: „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 18. März „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 24 März, Zlaiserin Auguste Viktoria" ab Hamburg 26. März, „George Washington" ab Bremen 28. März, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 31. März, „Imperator" ab Hamburg 2. April, „Kronprinzessin Cecilie" ah Bremen 7. Aprih „Amerika" ab Haniburg 9. April, „Prinz Friedrich Wil- l.clm" ab Bremen 11. April. Alle diese Schiffe sind Schnelldampser oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgänge die schnellste Befördcrungsgelegensheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Leilver- merke, wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hamburg" zu versehen. — Die Portoennäßigung erstreckt sich nur auf Briese (nicht Postkarten, Drucksachen n. s. w.) und gilt nur für Briese nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Kanada.
n G i e ß e n, 12. März. Gestern abend brannte die einmalige P i ch h a l l c der Aktienbrauerei, die mit «trotz und Heu gefüllt war. Die Feuerwehr war sehr schnell zur Stelle. Der Brandherd lag zmn Glück etwas enffernl von der Poppeschen Gummisabrik, so daß keine Gefahr dabei war, auch waren die Arbeiter von Poppe mit Schläuchen und Löschapparaten zur Stelle und beteiligten sich wacker an der Dämpfung der Glut. Die vollständig mit ihrem Inhalt verbrannte Halle war an den Vieh- und Milchhändler K a tz vermietet.
o H^u n g e n. Aus Grund genauer Nachprüfungen soll der Fehlbetrag in dem Spar- und Kreditverein nicht 100 000 Mark, sondern 130 000 Mark betragen; eine Summe, sür die die Mitglieder zum größten Teile haftbar sind.
o Bad-NaUheim. Hier rührt man sich zum Bau der Bahn durch das Ufatal Bad-Nauheim-llsingen. Versammlungen werden abgehalten, und eifrig ist man bestrebt, das Bahnprojekt zu sördern. Die Versammlun- gen waren von Abgeordneten, Bürgermeistern und Handelskammermitgliedern besucht.
o Friedberg. Für den Bau der elektrischen Bahn Friedberg—Rämstadt waren in sämtlichen interessierten Gemeinden Versammlungen anberaumt, in denen man sich einmütig sür den Bau aüssprach. Sowohl der Kreismt des Kreises Büdingen wie der des Kreises Friedberg haben ihre Unterstützung zugesagt.
o Büdingen, 9. März. Vor dem hiesigen Amtsgericht fand heute in dem seit Februar 1908 währenden Konkurse über das Vermögen der B a n k - sirma Mar Wertheimer & (£o. dahier eine Gläubiger-Versammlung statt. Die Gläubiger werden nur etwa 8 Prozent erhalten.
o Ober-Bessingen. Der Zimmermeisler A. Rinker geriet am Samstag mit der linken Hand in die Kreissäge seines Schnetdwerkes und schnitt sich vier Finger ab. Dr. Schadt-Lich brachte ihn in die Gießener Klinik.
):( Limburg. In Grenzhausen ist dieser Tage der Sohn einer Witwe zurückgekehlt, der zweimal in der Fremdenlegion gedient hat. Er ist als Zwanzigjähriger zur Garde ausgehoben worden aber nach Fraickreich entwichen. Als er zurückkehrte, wurde er sofort eingezogen und diente seine Ze't bei einem Mainzer Iiffanterie - Regiment ab. Kurze Zeit daraus trat er nochmals bei der Fremdenlegion ein.
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