Mi Shidi ud Land
n Eichen. Oberbürgermeister M e c u m tritt am 2t. März einen Urlaub an und verläht damit schon am genannten Tage Eichen, um sich ins P r i- v a 11 e b e n zurückzuziehen.
n Eichen. Der städtische Voranschlag für das Rechnungsjahr 1914 (t. April 1914 bis 31. März 1915) ist erschienen. Er schlicht i» der Betriebs- rech nun g mit 3 694 059,86 Mark gegen 3 599 565,23 Mark im vorhergehenden Jahre, und in der Vennögens- rcchimng mit 2 102 540,92 gegen 3 084 812,28 Mk. tm Vcuiahr. Die Gesamteiimahme stellt sich aus 5 796 600,78 Mark gegen 6 644 377,51 Mk. im Jahre 1913.
n Gieße n. Das 50. Stiftungsfest des Bauer- fchen Gesang Vereins verlies in allen Teilen glänzend. Schon in sräher Stunde versammelten sich die Mitglieder des Vereins in der Kapelle des alten Friedhofes, um der toten Mitglieder zu gedenken. Es war eine schlichte und doch tief ergreifende Feier. Die nerre Aula der Universität war zum I u b i l ä u in s = Konzert am Nachmittag voll besetzt. Der Präsident, Herr Eg. To'dt, begrühte die Erschienenen und wies in kurzen Worten auf die Bedeutung des Tages hin. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Ujinger überreichte dem Verein mit Worten der Anerkennung im Aufträge des Großherzogs eine Urkunde, in der dem Bauerschen Gesangverein das Recht zugesprochen wird, das Staatswappen in der Fahne zu führen. Das Konzert gab ein Zeugnis von dem guten Stimmaterial, über das der Verein verfügt. Ais Solisten wirkten Frau Kammersängerin Kämpfer! aus Frankfurt (Sopran), Herr Julius Hahn-Gießen (Klavier) und Herr Haffner-Gie- hen. Zum Fcstko'mmers kamen die Mitglieder u. Eäfte abends in Steins Garten zusammen. Unter den anwesenden Ehrengästen bemerkte nian den einzig noch lebenden Gründer, Schneidermeister Fr. Heuser, die Herren Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger, Dber- bürgermeister Ke'lcr. Geh. Kirchenrat Pros. Dr. Krüger und Med.-Rat Walther.
o Friedberg. Postdirektor Becker ist nach kurzem Leiden gestorben. Er war knapp 3 Jahre hier tätig und sollte in wenigen Wochen das neuerbaute Postamt übernehmen.
— B u tzba ch. Anr Montag wurde auf dem hiesigen Postamt ein junger Mensch in dem Augenvlick von der Gendarmerie verhaftet, als er einen pojtlagernden Brief abheben wollte. Ein älterer wohlhabender Herr aus Pohl-Göns wurde dieser Tage brieflich aufgesordert, bis zum Samstag abend 11 Uhr einige Zehnmarkscheine postlagernd Butzbach einzusenden, andernsalls er erschoß scn' werden würde. Der Bedrohte schickte einen Brief mit fingierter Einlage ein und benachrichtigte gleichzeitig die Polizei, die den Schalter beobacktcle und den Erpresser dann dingfest machte. Der junge Bursche stammt aus Pohl-Göns, ist der Sohn achtbarer Eltern und'galt als tüchtiger Mensch.
o Vilbel. Dem R ä ü b e r, der am 27. Februar zwischen, Seulberg und Obercrlentcich den FalroUffchen Simanowski von Vilbel überfiel, niederschlug und ihn seiner Barschaft beraubte, ist mau nunmehr auf der Spur. Es handelt sich um einen ehemaligen Fürsorgc- zögling aus Friedrichsdorf. Dieser soll Zeuge gewesen sein, als sich der Fahrbursche an dem Unglücksabend in Friedrichsdorf nach dem nächsten Wege nach Vilbel erkundigte. Seit diesem Abend ist der junae Mann, der geistig minderwertig ist, verschwunden. Anr Sonntag, dcir 1. März, wurde er in Frankfurt gesehen
c Bad S a l z h a u s c u. Bei der gestrigen Bür- gcrmersterwahl wurde der seitherige Beigeordnete Rnd. R ö p e r mit einer grasten Mehrheit gewählt. Der Gegenkandidat erhielt bei 16 Stimmberechtigten nur fünf Stimmen.
! Mai n z. Das Ergebnis der mit groster Span- nung erwarteten Wahlen zur Ortskrankinkasse, die zum erstenmal nach deur Proporz erfolgte, ist soeben bekannt geworden. Bei den Arbeitnet,mcnr erhielt der sozialßli- schc Zettel 8668 Stimmen, der bürgerliche 2573, un - gültig 31 Stimmen. Bei deir Arbeitgebern erhielt der bürgerliche Zettel 1461, der sozialistische 170, un ffiltig- 14 Stimmen. Danach werden in den Ausschuß. ,elan gen bei den Arbeitnehmern 16 sozialistische Delegierte ruid 11 bürgerliche, bei den Arbeitgebern 26 bürgerliche und 4 sozialistische. Die Wahl hat 4 Jahre Gültigkeit. Wahlberechtigt waren 19 451 Arbcitnel mcr und 2500 Arbeitgeber.
! Mainz, 8. März. Bei einer Versammlung, die sich mit. den Krankenkassenwahlen beschäftigte, kam es durch Sozialdemokraten, die sich in die Versammlung Eingang verschafft hatten, und sie zu sprengen suchten, zu w ü st e n A u s s ch r e i t u n g cln. Als ,n der Diskussion der christliche Arbeitersekretär K n o 11 das Wort ergreifen wollte, stürmten die Sozialdemokraten, Männer unid Frauen, unter grostem Lärm der Tribüne zu, überschütteten die Versammlungsleiter mit Bier und bedrohten sie mit Mißhandlungen. Gegen den Reichstaasabgeordneten Becker (Arnsberg), den Hauptredner, wurde auch ein Bierglas geschleudert, das aber sein Ziel verfehlte. Ein sozialdemokratischer Sekretär ent- rij, dem Vorsitzenden die Glocke und wollte eine eigene sozialdemokratische Versammlung eröffnen. Mit großen Schwierigkeiten gelang es, die Erzedenten zu beschwichtigen.
):( H e r h o r n. Zur bleibenden Erinnerung an die im August d. Js. stattfindende Tausendjahrfeier der Stadt wird der kunstgeschichtlich bedeutende Brunnen aus dem Marktplatz wieder in seiner ursprünglichen Gestalt und Schönheit heraestellt. Die Kosten für die Erneuerung bringen die Bürger Herborns und die in der Fremde wohnenden geborenen Herborner aus freiwilligen Spenden auf.
):( D i e d e n h o f e n. Das Hufaren-Regiment „König HuMbert von Italien" (1. Kurh.) Nr. 13 stellt zum Herbst d. Js. noch Handwerker als dreijährig-freiwillige ein. Bevorzugt werden: Sattler, Schuhmacher, Schneider, Schmiede ufw. Meldungen unter Beifügung eines Meldescheins sind baldigst an das Regiments-Geschäftszimmer zu richten.
! H e i d e s h e i m. Sonntag abend gegen 6 Uhr feuerte der 35jährige Eiscubahntechniker Karl Damm im Bahnhof einen Revolverschuß aus seinen Vater, den Stationsvorsteher H. Damm, ab und verletzte ihn sehr schwer. Die Tat geschah in dem Augenblick, als der Vater einen Zug abfertigte. Der Täter wurde verhaftet und von Gendarmen nach Oberingelherm übergeführt.
):( Kassel. Mit fortschrittlicher Hilfe wurde die b ärgerliche Kandidatenliste mit einer Mehrheit von 500 Stimmen gewählt. Die Sozialdemokraten sind völlig unterlegen.
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::: 10000 Arbeitslose — 1 8 0 A r b e i ts- rn i 11 i g e ! Nach einer Meldung der „Münchs Abendzeitung" konnte das Arbeitsamt der Stadt M ü n ch c n , dieser Tage zum Wegschaufeln der Schneemassen im ganzen nur 180 Arbeitswillige zusammenbringen, während München gegen 10 000 Arbeitslose besitzt.
::: Dresden. Die Zigarettenfabrik Georg A. I a s m a tz i hat gegen ihre schärfste Konkurrentin, die Firma Go. Jasmatzi und Söhne, eine Klage auf Zahl- r. einer KouventioNÄftrafe von 4 0 0 0 0 0 Mark angeitrengt. Der Inhaber der beklagten Firma soll angeblich den Vertrag nicht innegehalten haben, der ihm verbot, vor einenr gewissen Termin eine neue Zigaret- tenfirma als Konlurrenz gegen die Aktiengesellschaft zu begründen. Das Gericht hat die Klage abgewiesen, weil die Gesellschaft keinen Schaden nachgewieken habe.
Candwlrifcbaftlicbes
Tic Steigerung bei - Wiese» imb Weiden ertrüge.
Sehr häufig wirb von Landwirten in landwirt - schafllichen Versammlungen die Frage aufgeworfen, worin bie Ursache zu suchen sei, daß die Thomasmehl- und Kaimtviinguug in den letzten Jahren nicht mehr die Erfolge auf Wiesen und Weiden zeitige, als es früher wohl ver Fall war.
Die Erklärung hierfür ist unschwer zu geben. Der für die Entwickelung unserer Süßgräser so wichtige Stickstoff sehii, er geriet durch jahraus jahrein gegebene Kali- und Pho-pkorsäuredüngung (in Form von Kainit und omasmehl) ins Minimum.
Als vor Jahren die Thomasmehl- und Kainitdüng- ung aufkam, und sie so glänzende Ertragssteigerungen verursachte, hatten die kleeartigen Gewächse, die ja be- kanMiich die Fähigkeit besitzen, den Stickstoff der Lust zu binden und ihn so den Süßgräsern nutzbar zu machen, den Böden mir großen Mengen von Stickstoff an- gereichert.
Durch die Zugabe von Thomasmehl (das bckaunt- 4ich als Näprjtoff Phosphorsäure und Kalk enthält) und Kainit (Nährstoff Kali) wurde das Hihihrstoffbcdürfnls der Süßgräser gedeckt und ein außerordentlich lebhaftes
Wachstum der Gräser war die Folge. Nun aber düngte man jahrelang einseitig mit Thomasmehl und Kainit und entzog dadurch dem Boden immermehr den Stickstoff, der heute aus unseren Wiesen und Weiden unbe - dingt im Minimum ist.
Welches Bild zeigte sich? In den letzten Jahren 1 traten in besonders starkem Maße die fleeartiaen Gewächse auf unseren Wiesen und Weiden hervor, denn diese begnügen sich mit Thomasmehl und Kainit, weil sie sich den Stickstoff selbst anzueignen vermögen. Die wertvollen Süßgräser, vor allen Dingen Untergräser, wurden durch die Kleearten verdräng.!.
Der Klee aber stivot nach einer gewissen Zeit ab, er yat die Süßgräser verdrängt und Fehlstellen, sowie lückenhafter Wiesenbestand sind die Folgen dieser ern- j jetzigen Düngung.
Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dort, wo alljäbrlidi mit Thomasmehl und Kainit einseitig gedüngt wurde, große Mengen von Phosphorsäure und Kali im , Boden unbenutzt liegen, die erst zur Verwertung und Ausnutzung gelangen können, wenn der Stickstoff als 4. Nährstoff gegeben wird. Ein Versuch wird die Richtigkeit dieser Ausführungen bestätigen.
Ich empfehle deshalb eine Stickftoffgabe in Form vcn schwesels. Ammoniak jetzt zu verabreichen und zwar dürften in den meisten Fällen 30—40 Pfd. auf den Morgen genügen. Das fchwefelf. Ammoniak eignet sich nach meinen Erfahrungen wegen seiner geringen Beweglichkeit, anhaltender Wirkung und völligen Gistfreiheit ganz beiouders zur Düngung der Wiesen und Weiden, i Ein wesentlicher Vorteil der Anwendung dieses Stick - stoffdüngemitiels ist noch der, daß der Gehakt des Zulkers und Eiweis und somit der Nährwert erhöht wird, und bei Weiden, infolge eines frühzeitigeren, kräftigeren Antriebs des Graswachstums eine bedeutend zeitigere Grasnutzung möglich ist.
Landwrrtjchastslehrer H. L ii g g e r, Kassel.
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bei, welchen wir unseren werten Lesern empfehlen.
amKsa&Masxzamatmr* n in nn i .......
Leciferrin dürfte in keiner familie fehlen
(Ovolecithin 0.5. Eisenoxydhydrat an Zucker gebuuden 0.75 aromat. Bestandteile in Cognac 40, Rest dost. \Y
Aerzte und Publikum
stimmen darin überein, dass Leciferrin an der Spitze aller Kräftigungsmittel steht Es ist nicht nur sehr angenehm von Geschmack und leicht verdaulich, sondern befördert zugleich auch den Appetit.
Lvc> r er; m hebt das Allgemeinbefinden und ma< ht den Körper widerstandsfähig Lebensfrisc he und Energie werden hcrgestellt, welkes, schlaffes Aussehen verschwindet, die Gesichtsfarbe wird frisch und rosig.
Aerztlich verordnet gegen Blutarmut, Nervöse Zustände Bleichsucht, Verdauung*- und Ernährungsstörungen
Bringt neues Leben für Geschwächte und Gebrechliche
Erneuert das Blut, kräftigt Körper, Nerven und (leist, bringt gesunde, Irische Farbe und neue Lebensenergie
Blutbildend, Nervenstärkend, Appetitanregend
Vorzüglich fiir die Allgemcincrnährnng, speziell Itei Nervosität und In der Rekonvaleszenz
Botschaft anBiotarincmid Blasse.
D e allgemeine Schwäche und das krank- I hafte Aussehen bei jungen Mädchen im Alter der j. Reife beruhen auf einem mangelhaften Blut- • zustand, und, wenn vernachlässigt, sind oft Jahre von I nwohlsein und Unbehagen die Folge. Es* ist daher von grösster Wichtigkeit, jungen Mäd- - eben im Alter von 13—17 Jahre» ab und zn eine Flasche von Leciferrin zu geben 7 welche das Blut' bereichert, den Körper kräftigt und widerstandst« fähig macht.
Der .Ingen«! zum Wachstum, dum llaniiosulter zur Kraft und Ausdauer, dein <>rei!«enalter zur Verlängerung; des l.ebea*ahends
Sehr angenehm von (teschniack 9 von Jung und Alt gerne genommen. — Preis Mk. 3. die Flasche.
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