Ausgabe 
18.2.1914
 
Einzelbild herunterladen

o -Ober-tWiddersheim. Mit einer Mehr­heit von 15 Stimmen wurde Herr Heinrich Schäfer zum Bürgermeister gewählt. Sein Eegenbewerber erhielt 53 Stimmen.

s D a r m st a d t, 17. Febr. Der Direktor der Landesheil- und Pflegeanftalt zu Alzey, Dr. K. Wep- prechl, ist gestern plötzlich nach kurzer Krankheit gestor­ben. Er stand erst im 42. Lebensjahre.

):( Marburg. Die Stadtverordneten-Berfamm- lung verlieh dem Wirkl. Geh. Rat v. B e h r i n g an­läßlich feines 60. Geburtstages, den er am 15. d. Mts. feiern kounle, das Ehrenbüraerrecht der Stadt. Dr. v. Behring ist durch feine Serumarbeiten zu Weltruf ge­langt. Er gehört feit 18 Jahren dem Magistrat von Marburg an.

):( Kassel, 17. Febr. Mehrere Musketiere im 167. Infanterie-Regimen! find oft Genickstarre erkrankt. Ein Erkrankter ist bereits gestorben. Alle erforderlichen ärztlichen Vorsichtsmaßregeln find natürlich sofort er­griffen worden.

):( Frankfurt a. M., 13. Febr. Der Arbeiter Georg Hille geriet in der Mühlensabrik von Wolf in das Räderwerk, das ihn mehreremale herumschleuderte. Hierbei erlitt er lebensgefährliche Verletzungen. In der elterlichen Wohnung übergoß sich eine 10jährige Schülerin mit kochendem Kaffee. Sie kam mit schweren Brandwunden in das Chrift'fche Kinderhospital.

):( Frankfurt a. M., 15. Febr. Unter starker Beteiligung beging der VereinJuug-Frankfurt" heute mittag imNeuen Theater" eine F Ud, t c f e i e r, in deren Mittelpunkt die Festrede von Universitätspr'osessor Dr. Kinkel- Gießen über Fichtes Bedeutung für die deutsche Jugend und die Zukunft unseres Volkes stand. Vorlesungen aus Fichtes Werken durch Schauspieler O. B e r n st e i n und musikalische Darbietungen gaben der Weihestunde den äußeren Rahmen.

):( Frankfurt a. M., 16. Febr. Aus Einlad­ung des Frankfurter Verkehrsvereins fand am Sams­tag im Stadtverordnetenjitzungssaale in Frankfurt eine aus allen Teilen Nassaus und den benachbarten Städ­ten Hessens starkbesuchte Versammlung zur Gründung eines Nass. Verkehrsverbandes statt. Das einleitende Referat überDie Notwendigkeit der Grün­dung eines Verkehrsverbandes" hielt Bürgermeister Ja- cobs-Königstein. Auf Anregung des Beigeordneten Dr. Külp-Mainz sprach man sich auch für eine Erweiterung der Verbandsarbeit auf die Umgebung des Regierungs­bezirks Wiesbaden aus. Die Beiträge wurden auf 10 Pfennig für jedes Mitglied festgesetzt, wobei mit den großen Touristen-Vereinigungen jedoch besondere Ab­machungen getroffen werden sollen. Mit K>er weiteren Ausgestaltung der Verbandsbestrebungen wurde ein engerer Ausschuß betraut.

):( Frankfurt a. M. Im Cirkus Karree passierte Samstag abend der 200 000ste Besucher, für den eine goldene Uhr als Prämie ausgesetzl war, die Kontrolle. Es war Herr Otto Renz aus Bad Hom­burg v. d. H.

):( Frankfurt a. M. Dem Turnlehrer, Kreis- turuwart Andreas Bolze wurde für seine Arbei­ten um das Zustandekommen der Eilboteniäufe nach dem Bölkerschlachidenkmale bei Leipzig der K r o - n e n o r d e n vierter Klasse verliehen.

):( Frankfurt a. M. Unter den Kindern des Stadtteils Bornheim ist eine Diphtheritis-Epidemie aus- aebrochen, die bereits mehrere Opfer sordelte. In der Brentanojchule mußten mehrere Klassen geschlossen wer­den.

):( Frankfurt a. M. Auf der slädtischeu Ar- beitsvermkttelungsstelle meldeten sich am Freitag 6 0 0 Arbeitslose, denen 4200 Mark Unterstützungen ausgezahlt wurden. Beim Metallarbeiterverband sind 420^ Bauarbeiterverbanb 254 Beschäftigungslose a»gc- meldet worden. Im allgemeinen stellten die Meldestel­len eine erhebliche Vermehrung der Arbeitslosen in den letzten Wochen fest.

! H o ch h e i m, 8. Febr. Vier Batterien des Feld- artillekie-Regiments Nr. 63 mit Haubitzen sind hier über das Eis des Mains gesahren.

Aus aller Mir.

::: Troisdorf. Hier wollte ein 16jähriger jun­ger Mann aus Siegburg noch aus den schon fahrenden Zug springen; er wurde von einem Trittbrett umgeris- sen und geriet unter die Räder. Es wurden ihm beide Beine abgefahren. Sein Zustand ist Hoffnungslos.

::: Duisburg. In den Walzwerken der Krupp­schen Friedrich-AIsred-Hütte in Rheinhausen geriet der mit Reparaturen beschäftigte Schlosser Oskar Heidtmann in eine Spindel und wurde mehrere Mal herumgeschleu­dert. Als man die Maschine slillegte, fand man den Verunglückten tot vor. Kopf, Arme und Beine waren vollständig vom Rumps getrennt worden.

::: S1 r a h b u r g. DerElsässer" verbreitet die Nachricht, daß dem Schuhmacher Blank 150 Mk. als Schmerzensgeld angeboten worden seien, wenn er von einer Klage gegen Leutnant von Fvrstner absehe.

::: Elberseld, 17. Febr. Eine in der Düssel­dorfer Gesellschaft wohlbekannte junge Dame namens Brum .ilde Wilden erschien gestern nachmittag in der Wohnung der Eltern ihres Bräutigams und fragte nach dem Söhn der Eitern, dem Assessor N e t t e l b e ck.

| Als der Assessor im Zimmer erschien, feuerte sie | mehrere Revolverschüsse aus ihren Bräutigam ab, die ; ihn schwer verletzten. Der Getroffene sank, tödlich ge- j troffen, zu Boden. In der entstandenen Aufregung ge­lang es der Täterin, einen Ausweg aus der Wohnung zu finden. Assessor N e t 1 e l b e ck starb auf dem Wege ! zum Krankenhaus.

::: Essen-Ruhr, 17. Febr. Bei der letzten Feier der Kruppschen Jubilare wurde sestgestellt, daß bei der Gußstahlsabrik 3826 Angestellte länger als 25 Jahre j im Dienst stehen. Im ganzen sind bei dem Unterneh­men 70 240 Werkangehörige beschäftigt. 247 haben ein ! Aller von über 65 Jahren.

::: N ü rnb e r g, 16. Febr. Der Schlosser Euring,

1 der auf der Straße seine Geliebte mit gezücktem Messer ! bedrohte, wurde von dem Flaschner Satzinger erstochen, j der auf die Hilserufe des Mädchens herbeigeeilt war.

::: Stockholm, 14. Febr. Hier ist gestern die ! erste NuMmer der neuen ZeitungDie Republik" erschie- j neu. Zu ihren Mitarbeitern gehören der Bürgermeister i von Stockholm und der sozialdemokratische Abgeordnete j Lindhagen. Der Leitartikel trägt die Ueberschri'stKein ! Rückzug", er behauptet, daß die jüngsten Ereignisse eine | starke republikanische Stimmung im ganzen Land er- | zeugt hätten. Er fordert die Absetzung des Königs.

* In Sidney und in Melbourne streiken ! die Schlächtergesellen, so daß in beiden Städten H U n- j gersnot ausgebrochen ist.

IS 5o 5 > 1)00 Jugendlich«' werden in Deutschland jährlich vom Strafrichter verur­teilt. Die Gefängnisse und Strafanstalten können den Zweck der Besserung und Erziehung nur mangelhast er­füllen, da sie den jungen Menschen oftmals dauernd mit dem Flecken der Schande behaften. Erfolgreicher und zugleich sparsamer ist die vorbeugende und heilende Tä­tigkeit der Lehrlingsheime und sonstiger Anstalten für Uitlich gefährdete Jugendliche. Da nun in diesen Tagen j der Sammler für das Lehrlingsheim in Dillenburg und ! die Erziel t «ugsanstalt Aumühle (Kr. Darmstadt) die

! Bewohner unseres Kreises uw Gaben bittet, so wird

j hoffentlich dieser Aufruf christlicher Einsicht und Barm- j Herzigkeit seine Wirkung nicht v e r s e h l e n.

; Die Anstalten sind weder vcmr Staat ins Leben ge­rufen, noch werden sie von ihm unterhalten. Doch lei­sten sie dem ganzen Volke einen erheblichen Dienst zur Eindämmung des Verbrechertums und bedürfen auch be- ! ijr'ifs Verzinsung und Abtragung der noch auf ihnen

! ruhenden Schuldenlast (40 000 Mark) dringend der Un-

! terstützuug. Um sich vor Betrügern zu schützen, beachte ; man, daß der Sammler in seinem Gabenbuch die Ge­nehmigung des Er. Kreisamts mit sich führt und auf ! Verlangen jedermann vorzeigt. Ein persönlicher Besuch ! der Anstalten dürste aber am besten davon überzeugen,

! daß sie sich vor jedermann sehen lassen können und aller j Hilfe wert sind.

Namens des Vorstandes:

Weber, Pfarrer zu Lang-Göns.

LAr<Mlcdr 5 .

? Der bekannte und allseitig beliebte g r o ß e Z e i- tungs-Kalalog für 1914 der Haasenstein

> & Vogler A.-G. gelangt in einigen Tagen zur Aus­gabe. Der Inhalt dieses Nachschlagewerkes, das aus

j dem großen Gebiete des Zeitungswesens längst ein un-

| entbehrlicher Ratgeber geworden ist, hat auch in diesem

> Jahre eine wesentliche Erweiterung erfahren. Der prak­tisch eingeteille Notizkalender wurde beibehalten. Ein

' Ortsregister ermöglicht ein sofortiges Auffinden aller an den betreffenden Orten erscheinenden Tageszeitungen, wie auch der nach Branchen geordneten Fachzeitschriften.

LescdäMicbrr.

:: Millionen Menschen kann man nicht

1 dauernd dazu überreden, daß etwas Schlechtes gut ift. Wenn daher Millionen Menschen seit über 20 Jahren tagaus tagein mit Genuß ihren Kathreiners Malzkaffee trinken und sich dabei wohlfühlen, so ist das ein Be­weis dafür, daß dieses Getränk wirklich und dauernd befriedigt. Es trägt aber auch zur Hebung des Wohl­standes bei, denn 20 Tassen kosten nur 10 Pfennig, i Man kann durch Kathreiners Malzkaffee in unseren teu­ren Z eiten also sehr viel sparen. _

CandwirtrcDdliiicbes

Selbst Me beste Sparkasse fattit keine höheren Zinsen geben

l als eine kräftige Thomasmehldüngung in diesem Früh­jahr zu Sommergetreide, da sich infolge der reichlichen , Niederschläge ein genügender Vorrat Winterseuchligkeit ! im Boden angesammelt hat, der de» Pflanzenwurzeln , die Ausnahme größerer Phosphorsäuremeugeir wesent- i lich erleichtert. Lediglich durch Verstärkung der Tho- ! masmeyldünaung von 400 Kg. auf 1000 Kg. pro Hek- ! tar erntete Herr Gutsbesitzer Emil Hemma un in Niederpöllnitz aus mildem Lehmboden bei sonst | gleicher Düngung mit Kali und Stickstoff 740 Kg. Ha- ! serkörner mehr. Die Verstärkung der Thomasmehldüng- i ung um 600 Kg. kostete rund 31 Mark, brachte aber ! pro Hektar einen Mehrertrag im Werte von über 130 ' Mark, also eine Verzinsung von 320 Prozent.

Verantwortliche Älbin Klein, Gießen.

Bekanntmachung.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für , das 3. Seebataillon in Tsingtau und das Ostasiatische Marine-Detachement in Peking und Tientsin (China).

Einstellung: Oktober 1914, Ausreise nach Tsingtau: Januar oder Frühjahr 1915, Heimreise: Frühjahr 1917 i bezw. 1918. Bedingungen: Mindestens 1,65 Mir. groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1895 ge­boren (jüngere Leute nur bei besonders guter körper- j licher Entwickelung).

Angenommen werden Leute aller Berufsarteni er­wünscht sind: Elektrotechniker, Mechaniker, Chauffeure, Schuhmacher, Schneider, Gärtner und schreibgewandte j Leute.

Das 3. Seebataillon besteht aus: 5 Kompagnien ! Marine-Infanterie (davon ist die 5. Kompagnie berit- , ten), 2. Maschinmgewehrzügen, 1 Marine-Feldbafterie (reitende Batterie), 1 Marine-Pionierkompagnie.

Die Vierjährig-Freiwilligen sind in erster Linie für | die 5. (berittene) Kompagnie bestimmt.

In den Standorten in Ostasien wird außer Löhn­ung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0.50 Mark gewährt; die Vierjährig-Freiwilligen erhalten im vierten Dienstjahre eine Ortszulage von täglich 1.50 M.

Meldungen mit genauer Adreffe sind unter Beisüg- . ung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt aus drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando des lll. Stammseedatailloii» i» Giixhanci»

Bekantma^uug.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für die Malrosen-Artillerie-Abteilung Kiautschou (Küstenar­tillerie) in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1914, Ausreise »ach Tsingtau: Jairuar 1915 bezw. 1916, Heimreise: Frühjahr 1917 bezw. 1918. Bedingungen: Mindestens 1,64 Meter groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1895 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körper­licher Entwickelung).

Angenommen werden Leute aller Werufsarten; er­wünscht sind: Handlungsgehilfen, Techniker, Elektrotech­niker, Monteure, Mechaniker, Chauffeure, Schuhmacher und Schneider.

In den Standorlen in Ostasien wird außer Löhn­ung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0.50 Mark gewährt; die Vierjährig-Freiwilligen erhalten im vierten Diensljahre eine Ortszulage von täglich 1.50M.

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beiftig- ung eines vom Zivilvorfitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum steimilligen Diensteintrilt ! auf drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando der Stammalitcilun» der Matroscuarlillkric Kiantscho», C'zboveu.

tjl

u

lli

; CvoUciTüiit-EisBi I C4T Mittel.^ 5

j; *«d #hle " w u

"SCHWiMW/lS > Chlorose ne-

OOSIS-O rt"J,| 1 r ?flitwn. , "i

Ein Triumph der deutschen medizinischen Industrie.

Leciferrin,

(Ovolecithin 0,'

Eisenoxydhydrat an Zucker gebunden 0.75, aromat. Bestandteile

Cognac 40, Rest dest.Wasser.)

welches bereits in «len meisten Familien »um Hausmittel gen ordeu ist, wurde auf der Weltausstellung Gent 191» mit der goldenen JIe«laille prämiiert, was gewissermassen eine MS(/Ht'lf/iffHHf/ (!('!' f Of- ziifi(ich A vil tfirscs J*rii/nirates ist.

Leciferrin bringt: den &chwuchen=neue Mirti/fe, den ISilit- tn tncH »»eues itfitf, den Sch/afloMen «r/riscln , tnlen Sch In /, den Mastten hfii hcmlc.s Aussehen.

|Leciferrin war von sehr grossem Erfolg nach meiner Krankheit. Ich litt vor H Jahren an tuberkulöser Ktiiegelenkeut- zündung, wodurch mein Fass amputier) werden musste. Durch hochgradiges Fieber und grosse Schmerzen war ich ganz abgemagert. Appetit war gänzlich verschwunden. Alle Mittel waren ohne lErfolg. Nun grill ich zu Leciferrin. Schon nach der ersten Flasche bekam ich wieder Appetit. Ich wurde kräftig 'u. k. bald an 2 Krücken gehen und bin hetzt imstande, mit einem künstliche; Fuss meinen Haushalt zu versehen und erfreue mich der besten Gesundheit. Frau c le Harterich in Sehwäb Hall

Leciferrin

ist sehr angenehm von Geschmack

daher von Jung ind Alt gern genommen.

Preis Mk. 3. die Flasche, in allen Apotheken zu haben. Man achte auf das Wort LECIFERRIN nnd weise Ersatzpräparate zurück.

Sicher zu haben von:

Universitäts-Apotheke Giessen und Alte Universitäts Apotheke Marburg.