'
(ItMMfk Ifcutrfaitc*)
Bojngtwtfc 25 pfg. monatlich
»trrtrljihLttch 7b »««mlzaülbar, frei in» Hau». >b»eh»lt in un ^«r Expedilion oder in den Zweig. -m»gabks1rllen ^»«eiithriich «0 Pfg. — Grfchciui Mt M n n ch « und C«a»U|<. — Redaktion: Deller», weg 88. — Kür »nfbrwahrung oder Rückfendnng nicht verlangter Ilmmskripte wird nicht garantiert. Verlag der Gie^rner Zeitung" <«. m. b. H
Erveditisn: Sektersweg 82.
^r. 14
virtzeocr Lageblatt)
Anzeigenpreis IS pfg. ^
die 44 mm breite Petitzeile für AuSwart» SV Pig Die SO mm breite R e k l a m e . Z e i l e SO Pfennig Extrabeilagen werden nach OSen> ; • • und Grötzr bere»ne>. Rabatt kommt bei Ueberichreiiung des Zahlt,ng». ziele» ISO Tagei, bei gerichtlicher Betirciluing oder ■ i Rciifurs in Wcgiall. Platzvorfchriften ohneBerbindlirt ,e>> Druck der «liehcucr Verlagsdruckerei. Albt» Klein
Telex hon: Nr. 362.
Mittwoch, den 18. Februar 1914.
Telephon vit. 362.
26 . Iabra.
Vas deulfci) - franzönfcbe Abkommen in Klcin-Jffieti
Die deutsch-französische Abmachung über die türkischen Eisenbahnen und Finanzfragen, welche die Form eines Abkommens zwischen der Deutschen Bank (die zugleich die Anatolische und Bagdadbahngesellschast vertritt) und der Kaiserlichen Ottomanischen Bank hat, ist jetzt von den deutschen und den französischen Unterhändlern paraphiert worden. Das bedeutet, daß die Unterhändler sich über das Abkommen geeinigt haben, datz es aber noch der Zustimmung der deutschen und der französischen Regierung bedarf, die allerdings als sicher gelten kann. Frankreich verzichtet aus die Beteiligung der Regie Generale des Chemins de fer en Ana- tolic an der Bagöadbahn, die bisher 30 Prozent der Anteile betrug. Die französische Presse tut so, als ob das ein sehr großes Opser für Frankreich sei; aber es must bedacht werden, dast der französische Einfliust in der Bagdadbahn ohnehin nicht der Kapitalbeteiligung entsprach. Weiler haben sich Deutschland und Frankreich über den Anschluh der geplanten französischen Cchwarzemeer - Bahn, für die Frankreich im Einverständnis mit Rustland die Konzession ron der Türkei erhalten hat, an die Bagdadbahn geeinigt. Dieses iwrdanatolische Bahnnetz wird die Linien Samsun am Schwarzen Meer-Siwas-Diarbekir-Mardin mit einer nördlichen Abzweigung von Eiwas über Erzerum nach Kars umfassen, wo der Anschluß an die russischen Bahnen cinsetzt. Dieser Einigung zwischen Frankreich und Rußland entspricht die bei der Potsdamer Entrevue von 1910 erfolgte Verständigung zwischen Deutschland und Rustland, der zufolge die Bagdadbahn an die von RUH- land geplante transpersische Bahn Anschluh finden wird. Endlich verzichtet Deutschland zugunsten Frankreichs auf jede Beteiligung an dem Bau von Bahnen in Syrien, das also ganz französische Interessensphäre bleibt.
politische Rundfcbau
Deutschland.
* Der Kronprinz ist an einer Mandelent - Zündung als Folge einer leichten Erkältung erkrankt.
* Der Prinz z u Wied wird am 27. und 28. Februar nach London kommen, um dem König von England und Sir Edward Er!y einen Besuch abzu- tatten.
' P r i n z W i l h e l m z u W i e d ist wieder in Berlin «ingetroffen. Mittags nahm das Prinzenpaar an der kaiserlichen Frühstürkstafel teil, zu der auch ver- jchiedene Fürstlichkeiten und Staatssekretär von Jagow '«laden waren. Heute wird der Prinz an einem ihm fu Ehren gegebenen Abschiedsessen des dritten Garbe- lkanen-Regimcnts, in dem der Prinz diente, teilnehmen.
* In unterrichteten Kreisen gilt es als sicher, datz hrhr. von Schorlemer der Nachfolger des hrafen Wedel in Strastburg werden wird.
* Eine neue Unterseebootsinspektion vird im kommenden Frühjahr in Kiel gebildet werden. Zum Inspektor ist der Kapitän z. S. Nordmann er- rannt worden, der bisher Inspekteur der zweiten Tor- ledoboot^division in Wilhelmshaven war.
* Der von der Regierung geforderte Zuschutz von i6 000 Mark als erste Rate für die Olympischen spiele 1916 hat vorgestern die Bewilligung des tzlenuims erhalten. Ohne Diskussion wurden die An- räge der Fortschrittlichen Dolkspattci, der Nationallibe- alcn und der Konservativen, eMgegen dem Beschluh der tzudgetkommission, die Regierungsvorlage wieder her- Uftellen und die erste Rate für die Olympischen Spiele
zu bewilligen, mit groher Mehrheit unter lebhaftem Beifall angenommen. Dagegen stimmten die Sozialdemokraten, die Polen und Elsässer un!d ein Teil des Zentrums, darunter die Abgg. Gröber und Erzberger.
England.
* Nach einer offiziösen Londoner Meldung hat der russische Minister des Aeustern Ssasonow der englischen Regierung einen Vorschlag zur engeren Fühlungnahjmc des Dreiverbandes gemacht.
Belgien.
* Der König der Belgier, der gestern vormittag einen Spazierritt in der Umgebung von Brüssel machte, stürzte mit seinem Pferde und brach den linken Arm.
Schweden.
* Das neue Kabinett in Schweden ist gebildet. Vorsitzender ist Landeshauptmann Hammarsk- joeld. Die Mitglieder stehen bis auf zwei austerhalb des Parlaments. Es verlautet, das Ministerium beabfich- tigcnicht die sofortige Reichstagsauflösung, sondern wolle auf Grund der Arbeiten der Wehrsragekommission binnen vierzehn Tagen eine modifizierte Wehrvorlage dem
, Reichstage unterbreiten. Dann erst soll der Appell an j die Wähler erfolgen.
HecdMngzei-gebMe
der Llnläüversicdrrung.
Das Reichsversicheruugsamt veröffentlicht soeben die Hauptergebnisse der reichsgesetzlichen Unfallversicherung für das Jahr 1912. Die amtliche Nachweisung der Rechnungsergebnisse erstreckt sich auf 66 gewerbliche und 48 landwirtsch. Berussgenossenschaften, auf 190 staatliche und 354 Provinzial- und Kommunal-Ausführungsbe- hördcn und auf 14 Versicherungsanstalten.
Gesamtsumme der gezahlten Entschädigungen stellte sich auf 168,94 (i. V. 165,37) Millionen Mark. Rechnet man zu diesem Betrag die als Kosten der Fürsorge innerhalb der gesetzlichen Wartezeit gezahlten 1,36 Mill. Mk. hinzu, so entfallen auf jeden Tag im Jahre 1912 rund 466 600 Mk., die den Verletzten oder ihren Hinterbliebenen und Angehörigen zugute gekommen sind.
Die Anzahl der neuen Unfälle, für die im Jahre 1912 zaim ersten Mal Entschädigungen gezahlt wurden, belief sich auf 137 089. Hiervon hatten 10 300 den Tod und 909 eine mutmaßlich dauernd völlige Erwerbsunfähigkeit der Verletzten zur Folge. An 20 956 Hinterbliebene wurde im Rechnungsjahr zum ersten Mal eine Rente gezahlt.
Als Gesamtausgabe werden von den gewerblichen Berufsgenofsenschaslen 164,96 (165,64) und von den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschasten 42,71 (41,93) Mill. Mark, zusammen 207,67 Mill. Mk. nach- gewiesenr Die Gesamtausgaben der 544 Ausführungsbehörden haben sich auf 14,44 Mill. Mark, die der 14 Versicherungsanstalten der Baugewerks-Berufsgenofsen - schaft, der Tiefbaus und der See-Ber.-Een. auf 2,87 Mill. Mark belaufen.
In die Reservefonds sind für das Jahr 1912 17,78 (21,96) Mill. Mk. eingelegt worden. Die Bestände der bis zum Schlust des Rechnungsjahres angesammelten Reservefonds der Berufs gen offen - schäften betrugen zusammen 346,75 (328,21) Millionen Mark, zu denen noch 9,82 (13,22) Mill. Mark ttick- ständige Einlagen kommen. Die Versicherungsanstalten haben als Reservefonds 1,57 (1,52) Mill. Mark zurückgelegt. An sonstigem Vermögen, einschließlich der noch ausstehenden Beträge, werden für die Berufsgenossenschaften 208,73 (201,61) Millionen Mk., für die Ver-
sicherungsanstalte» 19.71 (19.01) Mill. Mark nachgc- wtesen. Das Gesamtoermögen der Bcrufsgenossenschaf- ten unld Versicherungsanstalten ist gegen das Vorjahr um 23,01 (26,30) Mill. Mark gestiegen.
Tie Unfallgesahr in den einzelnen Gewcrbe- gr-uppen ergibt sich aus einer Uebersicht über die Unfall- Z'fser (Zahl der Unfälle auf 100 Vollarbeiter berechnet ur die cm Rechnungsjahr zum ersten Mal eine Enü schadigung gezahlt worden ist). Von den gefährlicheren Gewerbegruppen seien erwähnt die Binnenschiffahrt mit einer Unfallziffer von 11,79 (12,44), Eisen- und Stahlgruppe 9,76 (9,58), die Fuhrwerks-Ber.-Gen. 18 83
(19.32) , die Müllerei-Ber.-Een. 14,85 (14,11) die Knappschafts-Ber.-Een. 15,46 (14,55), die TiesbawBer.- Gen. 14,22 (12,30), die Holzgruppe 10,37 (10,86), Bauwesen 9,81 (9,44). Mit einer Unfallziffer von 18,83
(19.32) steht, wie auch in den vorhergehenden Jahren die Fuhrwerks-Ber.-Ecn. an erster Stelle. Ungünstig ist das Jahr 1912 für die Knappschafts-Ber.-Een. verlaufen. Während hier die Unfallziffer von 1908—1911 langsam gesunken war (von 16,03 auf 14,57), ist si« 1912 (15,46) wieder gestiegen. Eine höhere Ünfallzis- fer als im Vorjahr hatten ferner zu verzeichnen die Eisen- und Stahlgruppe, die Müllerei-Ber.-Gen., die Tie- bau-Ber.-Gen. und das Bauwesen.
.. Die.Kosten der Unfallversicherung haben bekanntlich die Arbeitgeber allein aufzubringen, während zu den Aufwendungen der übrigen Zweige der sozialen Versicherung auch die Arbeitnehmer beizusteuern haben.
Uns si.ni im Castd.
.. ' Der Erohherzog hat dem ordentlichen Uni- verptatsprosessor Dr. med. et phil. R. O. Reumann zu Gietzen die Erlaubnis zur Annahme und zuM Tragen des ihm vom König von Rumänien verliehenen Kommandeurkreuzes des Ordens der Rumänischen Krone erteilt.
Vom 1. April ab wird im Bereich der deutschen Staat- eisenbahnverwaltungen die Fahrpreis-Ermäßigung für Mitglieder von Krankenkassen (halber Fahrpreis 3. Klasse für die Hin- und Rückfahrt) bei Reisen zur Aufnahme in Heilstätten und Kliniken, bei Besuchsbehandlung in öffentlichen Krankenhäusern und bei dem Besuch von Kur- und Erholungsotten auch für Reisen zur Besuchsbehand- lung durch Spezialärzte oder zum Gebrauch medizinischer Bäder gewährt.
n G i e tz e n. Der Bau der elektrischen Strahen - bahn Eießen — Wieseck gibt hier zu lebhaften Debatten Anlaß. Eine öffentliche Versammlung in Wieseck faßte folgende Entschließung: „Die heute abend von über 350 Bürgern Wiesecks besuchte Versammlung verwahrt sich ganz entschieden gegen den Versuch, die elektrische Straßenbahn durch das Feld zu führen. Die Teilnehmer der Versammlung sind der felsenfesten Ue' berzeutzung, daß ein derartiges Projekt den Eemeinde- interessen diametral gegenübersieht. Sie erklären hiermit, datz, sollte das Projekt wider Erwatten der Ver- wittlichung näher treten, sie bereit sind, die Bahn zu boykottieren. Sie verlangen ferner, dast, wenn die Gemeindevertretung dem erwähnten Projekt ihre Zustimmung gibt, sämtliche Eemeindevertreter ihre Aemter nie- derlegen, da sie durch einen solchen Beschluh bekunden, mit den Interessen ihrer Mandatgeber nicht übereinzustimmen. Außerdem verlangt die Versammlung, datz mit den Bauärbeiten der Kreisstratze entlang noch im Jahre 1914 begonnen wird."
o Rödgen b. Gießen, 13. Febr. Gestern starb unser langjähriger allgemein verehtter Bürgermeister Stein. Er hatte vor einiger Zeit schon mit einer schweren Erkrankung zu kämpfen, deren Folgen er nun erlegen ist.
Tärbmi 0«br. Rover
Frankfurt a. M.
und Färberei Hugo Luckner (Inh. Gebr.
Röve>) Leipzig
Clrmisches Reinigen und Färben von Damen-, Herren- und Kindergarderobe, Vorhängen, Decken Teppichen, Portieren Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte.


