Ausgabe 
11.2.1914
 
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Lrpedition: Zelters weg 83 .

Nr. 12

Tclep hon: Nr. 362.

vie rcbwedifcben Bauern

bei ihrem König.

Ein grotzer Deinonstralionszug von über 30 000 schwedischen Bauern, ein in der Geschichte ganz unge­wöhnliches Ereignis, fand am Freitag in Stockholm statt. Mit 32 Sonderzügen waren die Bauern aus

allen Teilen Schwedens, selbst ai^ den Gesilden des

Lapplanips erschienen, um ihrem König zu huldigen und für die Verstärkung der Wehrkraft des Landes zu demonstrieren. König Gustav erwiderte nach Ansprachen der Bauernführer, datz er ihre Wünsche selber lebhaft rmterstütze. Er verlange, datz die Verteidigungsfrage als Ganzes behandelt und jetzt entschieden weiden müsse, ohne Berzögenlng üind im Zusammenhang. Bon den I Forderungen für die Schlagserligkcil und Kriegsbereit - I schaft der Feldarmee gehe er nicht ab. Das bedeute eine erweiterte Dienstzeit für die Wehrpflichtigen, auch inbezug -lauf die Notwendigkeit der Wciterausbildnng. Auch die I Marine müsse in bedeutendem Matze verstärkl werden. Dem König wurden von den Bauern lebhafte Ovation dargebracht. Unter Absingen der National - Hymne und des Neformationsliedes, in das der König und seine Familie einslimmtcn, schlotz die eigenartige Demonstration.

Die Veranlassung zu dieser Bewegung gibt die Ber- tärküng der russischen Ostscesiotle. Man "befürchtet in Schweden einen Angriff von russischer'Seite, obwohl Nutzlands Anstrengungen sich natürlich weniger gegen Schweden als gegen Deutschland richten.

Da der König tn seiner Ansprache so kräftig be­tont hat, datz die Verteidigungssrage als Ganzes von diesem Reichstag erledigt werden müsse, was der Ab ich! des Staatsministers widerspricht, hat der Staats- cat dem König folgende Erklärung mit dem Ersuchen >ni Beantwortung unterbreitet:

Das Ministerium gibt Euer Majestät weiter an- >eim, wenn Eure Majestät beabsichtigen, in politischen llngelcgeniheiten öffentliche Erklärungen abzugeben, das Ministerium über die beabsichtigten Erklärungen im Vor- ms unterrichten zu wollen."

Hierauf hat der König geantwortet:

Diese Anheimstellung kann ich nicht aner­kennen, denn ich will mich nicht des Rechtes be­rauben lassen, zum schwedischen Volke mich frei auszusprechen."

Das Ministerium hat^iraus seine Demission ge­ll ,eben.

Stockholm, 10. Febr. Der König beauftragte >en gemätzigt-liberalen Senator und Gou- erneur von Kristianstad, Frhrn. v. d. Geer, mit der Bildung des neuen Kabinetts.

25 Jahre sind eine verhällnismähig kurze Zeit in der Geschichte. Aber welche Menge von Arbeit und Mühen, Kämpfen und Siegen, Ruhm und Ehren, leider auch Not und Tod! Bon der kleinen Schar der Europäer fielen 18 Offiziere und 17 Unterostiziere auf dem Felde der Ehre. 63 Offiziere und Unterostiziere wurden ver­wundet und 144 andere deutsche Männer starben an tropischen Krankheiten im afrikanischen Dienst, während manche andere, die nicht gezählt wurden, den Todeskeim im fernen Lande erwarben und daran in der Heimat zu Grunde -gingen. Mit ihren weihen Führern an Pflichtgefühl, Ausdauer und Entschlossenheit wetteifernd, sind unsere braven Farbigen ihnen gefolgt, selbst bis in den Tod getreu. Deutsche Heeresdisziplin hat aus ihnen Soldaten zu bilden vermocht:Harten Körpers und fröh­lichen Sinnes, wie die raühe und strapazenreiche Krieg­führung sie erfordert." Ungefähr 700 sind von Feindes Hand gefallen. Nicht geringer mag wohl die Zahl der­jenigen sein, die durch Krankheiten und Anstrengungen hinweggerafft worden sind. Sie alle, ob weih, ob schwarz, sei es, datz ihnen ein ehrliches Kriegergrab be­reitet wurde, über das als letzter Soldatengruh die drei Salven rollten, sei es, datz ihre Gebeine im Busch ver­streut Unbestatte! bleichen müssen, sie alle sollen unver­gessen sein. Schön sind die Worte, die einst Wissmann am Grabe gefallener Askaris sprach:Sie haben ge­kämpft wie Deutsche, sie verstanden zu sterben wie Deut­sche, jetzt sind sie beim grotzen Gott der Deutschen." Zu jeder Zeit hat die Kaiserliche Schutztruppe für Deuttzh- Ostafrika ihr Bestes für des Reiches Mach, und Herr­lichkeit eingesetzt. Tüchtige, ritterliche Kommandeure ha­ben das Offizierskorps geführt, das, unterstützt von pflichttreuen Unteroffizieren, es verstanden hat, aüs Ne­gern deutsche Soldaten zu machen, die weit über die Grenzen der Kolonie hinaus geachtet und gefürchtet werden. '

Politifcbe Rundfcbau

25 labre Raiferlicbe ZckMMuppr

* Am 8. Februar waren 25 Jahre vergangen, atz die Kaiserliche Schutztruppe s. Deutsch- ) st a f r i k a ins Leben getreten ist, denn durch aller- öchste Kabincttsorder vom 16. September 1911 ist der . Februar 1889 zum Stistungstage dieser Truppe be immi worden. Bei unserer raschlebigen Zeit, sagst Najor a. D. Langheld in derDeutschen Kolonialzest- ng", sind die Begleitumstände der Schöpfung der Tnlp- e wohl allgemein in Vergessenheit geraten, so datz es icht überflüssig erscheinen dürste, sie aus Anlatz des chbiläums uns wieder ins Gedächtnis zurückzmufen.

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Darmkatarrh, Blähungen, Sodbrennen u. Wasserbrechen leistet Stomachicum. Sch 1 M. 5.0 Pfg wird ärztl. empf. u verord.

. Erhältlich i. Apotheken, w. n. wende man sich an Versandstelle

Deutschland.

* Zur Aufklärung der widersprechenden Gerüchte ! über die A s r i k a r e i s e des Kronprinzenpaa­res ist mitzuleilen, datz zwar Erwägungen schweben,

j im Lause des Sommers eine Informationsreise um Afri­ka zum Besuche aller deutschen Kolonien auszusühren,

, datz eine endgültige Entscheidung bis setzt jedoch noch nicht gefallen ist.

* Das Prinzenpaar Heinrich von Preußen : und Gefolge machen die erste Reise des DampfersKap

Trafalgar" der Hambustg-Südamcrikanischen Dampf - : schiffahrtsgesellschast, der am 10. März den Hamburger Hasen verlätzt und nach Buenos-Aires hin- und zurück- fährt, mit.

* Der Staatssekretär v. T i r p i tz sprach sich ge­gen die Beschäftigung früherer Offiziere als Agenten für Marinelieferanten aüs.

* Durch eine Verordnung des kaiserlichen Statt­halters' von EksatzgLothringen wurden Staatssekretär Gras v. Roedern und Unterstaatssekretär Freiherr v. Stein zu Bevollmächtigten zum BuNdesrat er- nannt.

* Es scheint, als ob die heftigen Erörterungen im Reichstag zn der' Zabern-Affäre doch nicht ohne Erfolg bleiben sollten. Es wurde bekanMlich beabsichtigt, die zweite Abteilung des Feldartilleric-Regiments Nr. 84 nach Zubern zu legen. Nun soll aus zwingeüden mili­tärischen Rücksichten, darunter solchen der Ausbildung,

j ein anderer Standort für diese Abteilung gewählt wer- , den.

* 73000 Glückswünsche hat, wie die Kreuzztg." feststcllt, der Oberst v. Reuter anlätzlich der Zab einer Affäre zugesandt erhalten.

Giehcncr Tageblatt)

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Mittwoch, den 11. Februar 1914.

Telephon Nr. .162. *>G

* Straft bürg i. Eis. Wie dieStrahb. N." aus Z a b e r n melden, weilten dort höhere Offiziere, die sich u. a. mit der Angelegenheit der im P a n d u- r e n k e l l e r Inhaftierten besohlen, deren Scha­denersatzklagen demnächst vor dem Zivilgericht zur Ver­handlung kommen sollen. Den Inhaftierten wurde ein

, Vergleichsvorschlag gemacht, je 50 Mark angebvten und außerdem sollen die bisher entstandenen Kosten von militärischer Seite gedeckt werden. Es ist noch nicht bestimmt, ob die Klüger den Vorschlag an- neljmen, da manche darauf beharren, die Vorfälle vor dem Zivilgericht dargestellt zu sehen.

* Der Reichszuschutz sür die Olympischen Spiele gilt als gesichert. Zwei Drittel des Zentrums dürften, wie dieRundschau'' schreibt, sür die Bewillig­ung stimmen.

Oesterreich.

* In Oe st erreich-Ungarn wurde die Auf­stellung von zwei neuen Armeekorps beschlossen.

* Triest, 9. Febr. Der Hosmarschall des Prin­zen zu Wied, Hauptmann v. Trotha, ist gestern abend an Bord des österreichischen LloyddampsersBa­ron Bruck" nach D u r a z z o abgereist.

Italien.

* Der italienische Juftizministcr hat in der Kam­mer eine Vorlage über den. Vorrang der Zivil­ehe vor der kirchlichen Ehe eingebracht.

Vom Balkan.

* R o m, 10. Febr. Prinz W i l h e l in zu W i e d ist, von Berlin konimend heute nacht im strengsten In­kognito hier eingetroffen und auf dem Bahnhof von dem Oberzeremonienmeister Borea d'Olmo, dem Unter- staatssekretär im Ministerium des Aeutzern Fürsten di Seala, dem Generalsekretär im selben Ministerium de Martina, dem Chef des Kabinetts des Ministeriums Garbasso und dem italienischen Hauptmann Morena, der zum persönlichen Dienst bei dem Prinzen während seines Aufenthaltes in Rom kommandiert ist, empfangen worden. Am Bahnhof hatte sich ein zahlreiches Publi­kum eingefunden, das den Prinzen mit dem Rufe:Es lebe Albanien!" begrüßte. Nach der Begrüßung der An­wesenden durchschritt der Prinz das Fürstenzimmev und bestieg den Wagen, der ihn in ein Hotel führte.

Norwegen.

* Die Aussperrung von 40 000 organisierten Ar­beitern, die von dem Verband norwegischest Arbeitgeber-

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Ei» ausgezeichnetes Rezept für eine» Hustensirup. mit dem man sich (äeld sparen kann.

Angesichts der zurzeit herrschenden regelrechte» Erkältungs- Jnfluenza-Epidemie dürste nachstehendes Rezept vielen will- men lein. Beschaffen Sie sich in der nächsten Apotheke 60 gr dreifach konzentrierten Ansy, füge» Tic das zuhause zu eine», viertel Liter hcitzcm Wasser und 2'0 gr gestoßenem Zucker; umrühren, bis alles gut aufgelöst und vermischt ist. Davon nimmt man ein bis zivei Teelöffel voll viermal des Tages ein- das verschafft sosorlige Linderung und vertreibt meist schon inner­halb 2i Stunden den hartnäckigsten Husten. Dieser Hustensirup ist sehr angenehm cinzunchme», ist vorzüglich gegen Heiserkeit, leichte Erkältungen und zur Verhinderung der sich daraus häufig entwickelnden schlimmeren Krankheiten der Atmungswege. Da er auch gewisse nährende und kräftigende Eigenschaften besitzt, eignet er sich auch bestens in der Rekonvaleszenz. Wenn Sie nicht selbst zur Apotheke gehen, schärfen Sie dem Bote» ein, datz er dreifach konzentrierten Ansy verlangen mutz. Das Rezept ist schon öfters empfohlen worden, die Nachfrage in den lokalen Apotheken ist daher eine sehr starke.