Ausgabe 
4.2.1914
 
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Telcp hon: Sir. 362.

Mittwoch, den 4 Februar 1914.

r c l e v y 0 n Sir. 362.

26 Iasiro.

RegicrungswecbTel i.lfa$$ Cofbringeti.

Zum Staatssekretär für Elsaß-Lothringen ist der OberpräsideiN Graf vo» Reedern in Potsdam ernannt. Zum Leiter der Abteilung für Land-' Wirtschaft und öffentliche Arbeiten ist der zum Un- terstaatssekretär erinrnnte bisherige Vortragende Rat im Rcichsamt des Innern, Geh. Oberregierungsrat von Stein ausersehen.

Rasch sind die Veränderungen in der reichsländi­schen Regierung vor sich gegangen. Graf Wedel wird zwar auf Wunsch des Haifers noch eine Zeit lang an der Spitze bleiben, bis der geeignete Mann, der ihn ersetzen soll, gefunden ist, aber die Männer seines Mi- uisteriunis scheide» jetzt schon von ihren Posten und ma­chen anderen Platz. Nur der Unterslaatssekretär Köh­ler, der die Finanzen, den Handel und Domänen unter sich hat, wird bleiben. Die scheidenden Herren sind mit Orden bedacht worden, man wird ihnen ihre Verdienste billigerrveise nachträglich nicht abstreiten aber die geeig­neten Männer, der schwierigen Verhältnisse im Reichs­lande Herr zu werde», waren sie keineswegs. Hoffent­lich gelingt es ihren Nachfolgern, das reichsländische Staatsschiff wieder in ruhige, sichere Bahnen mitgelciten zu Helsen.

Die neuen Männer gelten als zielbewusste, selbstän­dige Persönlichkeiten, die, obwohl sic'noch verhältnis­mäßig jung sind, doch während ihrer Tätigkeit im Staatsdienste reiche Grfahningen gesammelt haben.

Staatssekretär Gras Roedern

wurde am 27. Juli 1870 zu Marburg geboren, steht also im 44. Lebensjahre.- Nach Absolvierung seiner Studien wurde er am 14. Dezember 1893 Referendar beim Obcrlandesgericht in Frankfurt a. M. 1896 ging Graf. Roedern zur allgemeinen Staatsverwaltung über und wurde Regierungsreferendar in Düsseldorf. Nachdem er 1898 die zweite Staatsprüfung abgelegt hatte, wurde er 1899 Regierungsaffeffor und in dieser Eigenschaft als Hilfsavbeitkr dem Landratsamt in Frcienwalde üoer- wicsen. Von 1901 bis 1903 arbeitete Graf Roedern in gleicher Eigenschaft bei dem Oberpräsidium in Posen mid wurde dann als Hilfsarbeiter in die erste Avtcil- ung des Finanzministeriums berufen. Im Mai 1905 wurde er mit der Verwaltung des Landratsamles von Niederbarnim beauftragt und im Oktober desselben Jah­res zum Landrat dieses Kreises ernannt. Als im Juni 1011 der Oberpväsildialrat v. Winterfeld nach seiner Wai:-l zum Landesdirektor der Provinz Brandenburg von seinem Amt zurücktrat, wurde Gras Roedern zum Oberpräsidialrat in Potsdam ernannt.

ll n t c r st o, a t s s e k r e t ä r v. Stein

stammt aus dem fränkischen Geschlecht der Stein zu Nord- und Ostheim. Er ist am 28. Februar 1867 in Würz- burg geboren, steht also im 47. Lebensjahre. Er war ursprünglich im bayerischen Staatsdienst tätig, zuletzt als Bczirksamtsaffeffor bei der Regierung von Untersrairkcn in Würzburg. 1903 trat er als Hilfsarbeiter beim Reichs­amt des Innern ein und erhielt im Mai 1905 die Er­nennung zum kaiserlichen Geheimen Regierungsrat und Vortragenden Rat im Reichsamt des Innern. 1910 wurde er zum Geheimen Oberregierungsrat befördert.

Weitere Versetzungen im Elsaß.

S t r a sz b u r g, 2. Febr. Kreisdirektor Mahl aus Zabern wurde nach Tbann in Oberelsaß und Krcis-

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direkter Dr. Beyerlein von Thann nach Zabern versetzt.

Zugleich mit der Kunde über die Veränderungen in der reichsländischen Regierung kommt auch noch eine andere, die die Versetzung des Obersten v. R e u- t c r und des Leutnants v. Forstner meldet. Oberst von Reuter ist als Kommandeur des Grenadier- Regiments Prinz Karl von Preußen nach Frankfurt a. Oder versetzt worden. Dem Oberst wird diese Versetz­ung sicher röchst willkommen, ja, sogar ein stiller Her­zenswunsch wird ihm endlich in Erfüllung gegangen sein, denn er wird von nun an dasselbe Regiment zu kommandieren die Ehre haben, das einst sein Vater im deutsch-französischen Kriege dem Feinde entgegenge- führt hatte. In der allen Brandenburger Siadt, der Stadt der Kleiste, werden ihn treudeutsche Herzen srerr- dig begrüßen.

Leutnant v. Forstner wird Elsaß mit Posen vertauschen. Auch ihm wird die Versetzung sehr will­kommen sein.

politische bundschau

Deutschland.

* Kaiser Wilhelm und die Kaiserin werden in diesem Frühling nach ihrem Aufenthalt in Korfu dem griechischen Königspaar in A t h c n einen offiziellen Besuch abslatten.

* Das Prinzenpaar Wilhelm zuWiedwird, wie es einem Frankfurter Pfarrer brieflich mitteilte, am 15. Februar nach Albanien reisen und in Durazzo sei- neir. Einzug halten.

Rußland.

' Auf den Rat ihrer Aerzte wird die Kaiserin Alerandra von Rußland wieder zur Kur nach Bad-Nautheim reisen. Auch die Zarensamilie wird zwei Monate im Herbst d. Js. in D a r m st a d t verleben.

Griechenland.

* Die Wiederaufnahme der diplomatischen Be ­ziehungen zwischen Griechenland und B u l g a- r i e n steht unmittelbar bevpr. Zunächst werden die Geschäftsträger ernannt.

sozialen Lage der Hebamme im Grohherzogtum Hessen

Von Mcdizinalral Dr. Walther-Gießen.

Die Bestrebungen der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge haben in erfreu­licher Weise sich nicht einseitig aus die Fürsorge für den Säugling beschränkt, sondern haben von vornherein auch diejenige für die Mutier gebührend berücksichtigt. War dies schon in dem Arbeitsprogramm zum Ausdruck ge­kommen, so haben auch die Vorschläge zur obligatori­schen Durchführung der Schwangeren- und Wochenhilfe dies bewiesen. Aber auch aus dem Gebiete des Heb - aminenwesens, welches ja mit der Mutterfürsorge aufs engste vecknüpst ist, hat die Zentrale anregend gewirkt. Ihr ist ui a. der Zusammenschluß der Hebammen zrr dem hessischen Hebammenbund zu verdanken. Auch die Einrichtung zur pflichtgemäßen Einhaltung der Gebüh­renordnung für Hebammen, die Aufklärung der Heb­ammen über die Notwendigkeit des Selbststillens und vieles andere ist ihr zU verdanken. Einen anderen sehr wertvollen Beitrag zur Klärung der Hebammenfrage,

sowie Vorschläge zur Hebammenreform bringt das dem­nächst erscheinende Heft 3 der Schriften d c r E r. Zentrale. Aus Grund umfangreicher Untersuchungen, die sich auf Beschäftigung, Bezahlung. Einnahmen, Al­tersversicherung usw., wie überhaupt die materielle Lage der Hebammen beziehen, wird tn 19 Tabellen der dermatltge Stand des Hcbammenwesens dein Leser v) r Augen geführt. Ei» Material, das sich auf eingehende Umfragen aus Grund von Fragebogen a» alle Hebam­men, von denen über 90 Prozent geantwortet haben, aufbaut und in statistischer Hinsicht ein vortreffliches Bild dessen gewährt, was augenblicklich im Hebammen- wcsen fehlt, und schließlich dessen, was erstrebt werden muß. Der erste Teil der Arbeit ist von Dr. Meller verfaßt. Der zweite Teil ist gewissermaßen ein Kom­mentar zu dem ersten Teil autz der Feder des als Au­torität auf dem Gebiet des Hebannncnwescns geschätz­ten Herrn Obermedizinalrat Dr. Baiser, der bereits in seiner Tätigkeit als Kreisarzt in Msfcld und Mainz das Hebammenwesen persönlich studiert und nach Kräf­ten gefördert hat. Monn auch die vorliegende Arbeit spe­ziell die Verhältnisse in Hessen wiederspiegelt, so hat sie doch auch für andere Bundesstaaten ein großes In­teresse, da die Verhältnisse in diesen es sei n» Würt­temberg, Baden, Bayern, schließlich auch an Preußen erinnert ähnlich liegen; eine Ausnahmestellung nimmt bekanntlich das Königreich Sachsen ein. Jedenfalls stellt die vorliegende Arbeit einen sehr wertvolle» Beitrag zur Frage der materiellen Stellung, der Hebammen, sowie zur Hebammenreform dar, da der sicherlich für Hessen srüchtbringende aber auch fiir andere Staaten, inbezug

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