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Nr. 5.
Telex hon: Nr. 382.
Samstag, den 17. Januar 1914.
Delephon Nr. 3«2. 26. Jnhsg.
Neue preu$$i$cl>e Zcbarrscbeine.
Derpreußisch « Finanzmini st er hat heute an eine Bankgruppe unter Führung der Scehandlung 400 Millionen Mark 4proz. Schatzanweisungen begeben, die durch Auslosung von jährlich 25 Millionen Mart zum Nennwert innerhalb 16 Jahren getilgt werden sollen. Von der neuen Anleihe werden 350 Millionen M. am 29. Januar zum Kurse von 97 Prozent zur Zeichnung aufgelegt.
Preutzen muh wieder einmal, wie in jedem Jahre, einen ansehnlichen Posten Geld aus dem Wege der Anleihe ausnehmen. Wenngleich die Anleiheschuld PreU- hens bereits größer ist als die des Deutschen Reiches, so bietet sie nach einer Richtung nicht Beunruhigendes: Der größte Teil der Schuld ist ausgenommen worden für den Bau der Staatseisenbahn, und diese Anlage deckt nicht nur die Verzinsung, sondern liesert darüber hinaus beträchtliche Ueberfchüffe, denen in allererster Linie die gesunde Finanzgebarung in Preußen zu verdanken ist. Die preußischen Anleihen sind also nichts anders als die Obligationen eines sicheren und gut rentierenden Unternehmens.
Nach einer anderen Richtung aber ist der starke Kapitalbedars Preußens recht störend. Er trägt mit dazu bei, daß der Rentenmarkt in ein« schlechte Verfassung geraten ist, daß das Angebot an sicheren festverzinslichen Papieren größer ist als die Nachfrage. Mit aus diesem Grund« sind die Rentenkurse dauernd gesunken, imd diese rückgängigen Kurse haben gerade denjenigen Kapitalisten, die ihr Geld nur in sichersten Staatspapiercn anlegcn wollten, einpsindliche Verluste bcic «bracht. Deshalb herrscht im Publikum eine Abneigung gegen heimische Staatspapiere, und jeder neuen Anleihesubkription droht die Gefahr eines Mißerfolges. Es Hilst, wie das Schicksal der neuen Bayernanleihe beweist, schon gar nichts mehr, wenn der borgende Staat seine Werte zu Preisen abläßt, deren Billigkeit nie zul- vor erhöht worden ist. Die Finanzministei müssen deshalb förmlich werben um die Gunst der Kapitalisten Und in besonderen neuen Fcrinen die Sympathien des Pub- likmns für ihre Schuldverschreibungen zu erringen fufe chen.
Dieser Situation entspricht der neue Typ der heutigen 4prozenlioen Preußcnanleihe im Betrage von 400 Millionen Mark. Es sollte gewisserinaßen ein Garantieschein gegen Kursverluste mitgegeben werden, deshalb hat man sich von dem berühmten Typ des preußischen Konsols, der ewig lausenden — konsolidierten — Schuld abgewendct. Der Staat ist die Verpflichtung einer Rückzahlung eingegangen. Diese Rückzahlung, die zum Parikurse erfolgt, ist tatsächlich ein Schutz gegen den Kursrückgang, denn es wird niemand sein Rentenpapier nennenswert unter dem Meise verkaufen wollen, den der Staat selbst zu einem bestimmten Termin zu zahlen verpflichtet ist. Derartige rückzahlbare Schuldverschreibungen nennt man Schatzscheine. Sie sind an und für sich nichts Neues. Preßen hat schon häufig solche Papiere ausgegeben und im letzten Jahre der abnormen Geldmarktverhältnisse, die man für vorübergehend hielt, und auf Grund deren kein Staat ewige Verpflichtungen Ungetan wollte, ist der Schahschein für eine große Reihe von Staaten und Kommunen geradezu der Modctyp geworden.
Preußen hat jedoch im vorigen Jahre mit seiner Schatzscheinanleihe einen eklatanten Mißerfolg gehabt. Ivo raus man sieht, daß die Garantie gegen Kursverluft noch nicht genügt, um den spröde gewordenen Rentner wieder freundlich zu stimmen. Der Schatzschein hat gewöhnlich eine Laufzeit von vier Jahren. Diese Frist ist dem Publikum offenbar unbequem. Es will nicht nach so kurzer Zeit sein Geld wieder zurückerhalten und dann aufs neue vor der quälenden Wahl stehen, wie es gut und sicher wieder anzulegen ist. Diesem Umstande
ist nun jetzig zum ersten Male Rechnung getragen worden.^ Die Schatzscheine haben die ungewöhnlich lange Laufzeit von 16 Jahren. Das ist sür den Gläubiger eine lange Frist. Andererseits aber genügt doch die, wenn auch zu einem serneren Termin, ausgesprochene RückzahluNgsverpsliichtung, um den Kursrückgang zu hemmen. Die Parirückzahlung trägt im Zusammenhang mit dem billigen Ausgabepreis noch etwas zur Erhöhung der Verzinsung bei.
Für den schuldnerischen Staat ist die Zurückzahlung einer so bedeutenden Summe an einem Termin unangenehm. Sie kommt zü den sonstigen Finanzbedürfnissen noch hinzu und kann in dem betreffenden Jahre zu einer übermäßig starken Belastung des Kapitalmarits führen. Deshalb findet bei der neuen Preußenanleihe bereits eine allmähliche jährliche Tilgung von 25 Mill. Mark statt. Ein Kurs von 97 Prozent entspricht bei einem Zinsfuß von 4 Prozent den augenblicklichen Eeld- marktverhältniffen; beide sind für den Gläubiger günstiger als je zuvor, jo daß zu hoffen ist, daß der neuen Preußenanleihe ein guter Erfolg in Aussicht steht.
politische Rundfcbau.
Deutschland.
* Anläßlich der Investitur des hohen Ordens vom Schwarzen Adler traf gestern vormittag der Herzog von Braunschweig zu seinem offiziellen Besuch nach der Thronbesteigung in Berlin ein. Auf dem Bahnhofe waren der Kaiser in der Unisorm der Leib'gardehüfaren, der Kronprinz, die Prinzen, der Kommandeur des Regiments der Zietenhufaren und andere erschienen. Eine Ehren-Kompagnie vom Auyufta- Regiment erwies auf dem Bahnhöfe die militärischen Ehren. Nach herzlicher Begrüßung schritten der Kaiser und der Herzog die Front der Ehrenkompagnie ab. Der Kaiser geleitete den Herzog im Automobil nach dem Schlosse. Auf dem Wege wurden der Kaiser und der Herzog vom Publikum lebhaft begrüßt. Zu Ehren des Herzogs Ernst August fand heute abend tm Schlosse Galatafel statt, wobei Trinksprüche zwischen dem Kaiser und dem Herzog gewechselt wurden.
* Der Kaiser hat dem Führer der deutsche» Militärmiision in der Türkei, Generalleutnant Lima» von Sanders, den Charakter als General der Kavallerie verliehen.
* Der sächsische Kronprinz Georg vollendete am 15. Januar sein 21. Lebensjahr. Er wird damit großjährig und tritt gemäß der Verfassung als Mitglied in die Erste Kammer der Ständeversammlung ein.
' Der f e i e r l i ch e E i n z u g des Prinzen Wied als Fürst von Albanien soll, wie au>s Berlin gemeldet wird, am 25. Februar in Durazzo erfolgen. Die Fahrt nach Durazzo findet in Begleitung von deutschen, österreichischen und italienischen Kriegsschiffen, möglicherweise auch von englischen Kriegsschiffen statt. Beim Einzuge werden deutsche, österreichische uNd italienische Truppen die Ehreneskorte stellen.
' Der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Gras Wedel, der gestern morgen in Berlin eingetroffen, wurde mittags vom Kaiser empfangen. Bevor sich Graf Wedel in das Schloß begab, statteten im im Hotel zwei Generale einen längeren Besuch ab. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, hat auch der Reichskanzler heute den Statthalter Grafen v. Wedel empfangen.
* Die cats Meriko ausgesprochene Aufhebung der Zinszahlung ist bereits Gegenstand eines lebhaften Gedankenausta Uschs zwischen den Großmächten, und zwar Deutschland, England, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Deutschland soll die Initiative zu diesem
«chrrtt ergriffen haben, durch den man Meitko klar ma- cben will, daß die Kullurstaaten nicht gewillt find, ohne Widerspruch eine derartige Erklärung eines ihren Staatsbürgern schwer verpflichteten Schuldners hinzunehmenk Voraussichtlich wird eine gemeinsame Vorstellung der Mächte erfolgen.
England.
* Das englische Unterseeboot „A. 7" ist bei Plymouth gesunken. Es besteht wenig Hoffnung, die Mannschaft zu retten. Das Unterseeboot „A. 7“ manöverierte mit anderen Unterseebooten in der Bat vvn Coawsands, die ungefähr sechs Meilen von Plymouth entfernt ist. Nach einigen Manövern merkte man, daß das Unterseeboot „A. 7" fehlte. Es sollen 12 Mann und ein Leutnant an Bord gewesen sein.
* Da es der englischen Armee an Rekruten fehlt, hat das Kriegsamt fich entschlossen, sich zur Anwerbung von Rekruten fiir die reguläre Armee der Zeitungsanzeige zu bedienen. Die Londoner Zeitungen vom Donnerstag enthalten sämtlich eine Anzeige, die eine ganze Seite einnimml, in der zum Eintritt in das Heer aufgefordert wird.
G
Türkei.
* Der General Lima» von Landers wurde zum M a r s ch a l l des türkischen Heeres ernannt.
Selbstverschuldete Unfälle int Bergbau.
Nach dem Verwaltungsbericht der Knappschastsbe- rufsgenoffenschaft sür das Jahr 1912 ereigneten sich im deutschen Bergbau im Berichtsjahre insgesamt 13 397 entschädlgungspflichtige Unfälle. Ueber die inneren Ursachen wird mitgeteilt, daß 9041 Unfälle durch die Gefährlichkeit des Betriebes an sich, 153 durch Mängel des Betriebes, 622 durch die Schuld der Mitarbeiter und 3581 Unfälle durch die Schuld der Verletzten selbst veranlaßt worden sind. In der Verhält n i s z a h l ist die Zahl der Unfälle, die auf die nicht abzuwendende Gefährlichkeit des Betriebes entfällt, von 69,55 v. H. im Jahre 1911 auf 67,49 zurückge- gangen. Durch Mängel des Betriebes wurden 1,14 v. H. der Unfälle gegen 1,06 v. H. im Vorjahre veranlaßt. Die Mitarbeiter und die Verletzten selbst ver- schuldeten 31,37 v. H., also nahezu ein Drittel sämtlicher Unfälle; im Vorjahre betrug die Zahl 29 36.
Das amtliche Organ der Knappfchafts-We - rufsgenoffenschast sür das deutsche Reich „Der K o m- p a ß", weist in seiner letzten Nummer darauf hin, welche erhebliche -Rolle die Lelbstverschuldung unter den Ursachen der entschädigungspflichtigen Unfälle spielt. Da sich diese Unsälle durch Beachtung der gegebenen Vorschriften oder durch Anwendung der erforderlichen Auf- mecksamkelt vermeiden lassen, so hält es das Blatt im Interesse der Bergarbeiter für angezeigl, auf einige immer wiedeckehrende Unfälle dieser Art näher einzugehen.
An erster Stelle der selbstverschuldeten Unfälle mit meist tödlichen Verletzungen steht das verbotswidrige Fahren aus Bremskörben, Au! fzü« gen und dergl. Im Bereiche der Sektion 2 (Bochum) kamen im vergangenen Jahre allein 18 Bergleute auf diese Weise ums Leben, während eine gleich große Anzabl schwere Verletzungen davontrug. Trotzdem das Verbot jedem Bergmann bekannt ist, und meist noch durch Anschlag an der betr. Stelle besonders in Erinnerung gerufen wird, wird es doch immer wieder übertreten und ersordeck alljährlich zahlreiche Opser. Hiermit eng verbunden ist das verbotswidrige Betreten des Bremsberges, das im Bereiche der genannten Sektton im vergangenen Jahre 5 Bergleuten das Leben kostete.
Eine ganze Reihe von Bergleuten ferner verliert nach den Mitteilungen des amtlichen Organs ihr Le-
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