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.Nur ein Glück, nur eines gibt's hienieden, Last für dies« Welt zu gut und groß: käuslichkeit. in deines Glückes Lriedcn Liegt allein der Menschheit großes Los!'
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Das Reich der rau.
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Man mutz weder ein Schiff an einen Anker, noch das Leben an eine einzig« lsoffnung befestigen.
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Altes und Neues über Jabots und Rüschen.
Jabots und Rüschen aus Tüll und Spitzen haben ihre Vorläufer gehabt, wie fast alles, was in die Kategorie der Toilettcn- zubehör unserer Zeit gehört. Auf die geschichtliche Entwickelung dieser Rüschen und Jabots, die bekannterweise anfangs in das Bereich der kerrengarderobe gehörten und erst später ein Requisit der Damenbekleidung wurden, können wir hier wohl verzichten, da schon öfter des langen und breiten darüber geschrieben wurde. Mit einigen Unterbrechungen wurden diese kleidsamen Gegenstände von den Lrauen wiederholt getragen und nach alten Mustern neu kreiert.
So sehen wir auch an unseren Abb, l und 4 eine kalsrüsche, wie sie jetzt ,nieder modern ist. Der einzige Unterschied zwischen dem „Einst und Jetzt" dürfte wohl nur in der größeren Vielseitigkeit bestehen, in der die Neuzeit alles zu gestalten weiß. In den verschiedensten Verarbeitungen sowohl hinsichtlich der Stoffe, als auch der Lormen sehen wir da in den Schaufensterauslagen die reizendsten löalsrüschen und Jabots in allen Preislagen, wer jedoch selber etwas Geschicklichkeit besitzt, kann sie sich mit kilfe einiger Ehiffon-, Tüll-, Mull- oder Batistrester, sowie einiger Spitzen leicht selber anfertigen, und diese selbstgearbeitelcn kals- krausen haben dann noch den Vorzug einer leichteren Waschbarkeit,
Recht abstoßend wirken meistens die aus minderwertigem INaterial gefertigten, zur Stapelware gehörenden Rüschen, die in irgendeinem laden billig erstanden sind, wogegen solche aus alten, echten Spitzen, d - ,r noch in einem Winkel von llrgroßmutlcrs Truhe entdeckten, ,en wert nie verleugnen werden,
Ihrer auße, rdentlichen Zweckmäßigkeit wegen erfreut sich diese neuersiandene Mode schon jetzt großer Beliebtheit, findet diese» feingefältel *, an einer Weste befestigte Gekräusel doch gleichzeitig sowohl unler einem Jackett als auch über einer Bluse Verwendbarkeit, und selten verfehlt dieser Tüll- oder Spitzcngericjel, seine wohltuende Wirkung auf unseren Teint auszuiiben, dem es mit seiner schneeigen Weiße einen zartschimmcrnden st-auch verleiht.
Unsere Modelle sind genau nach den gegebenen Vorbildern I selber anzufertigen, und besonders für Abb, 5 und 6 wäre eine Verwendung von echter Spitze sehr empfehlenswert, die, leicht eingeheftet, mit geringer Mühe, nachdem sie unsauber geworden, ab- zutrennen, zu waschen und plätten und wieder einzufalten und aufzuheften sind.
In Paris wurde kürzlich eine mit Spitzenvolant garnierte Bluse für 40000 5rcs. verkauft, ein Preis, der auf Grund alter, echter Brüsseler Spitzen, die dazu verarbeitet Ivare», erzielt wurde, und in England schätzte man ein mit kalskrause gearbeitetes Lichu aus alten irische» Spitzen auf 30000 Pfund Sterling, Derartiges kostbares Spitzeuacricfel trägt nur noch dazu bei, den wert der »cuerstandcnen Mode zu erhöhen und Nachahmungen in einfacherem Material anzuregen, Nur hüte man sich, ivie oben schon angedeutet, vor allzu minderwertiger Ivare, die nur dazu führen wird, uns die hübsche Mode der Rüschen >md Volants zu verleiden, kaben wir auch liicht allcinal kostbare, echte Spitzen zu unserer Verfügung, so können wir doch gute Maschinenspitzen und Tüll, sowie duitigen Ehiffon und Gaze mit geringen Nosten dafür beschaffen, falls Ivir nicht noch über brauchbares Material verfügen. Auf die nicht minder moderne» Stuart- lind Medici- /iragen haben wir früher schon hingswiesen und sie in Wort lind Bild eingehend behandelt. '->ene Grube,
Lappländische Frauen.
Die Dänin Lrau Emilie Demant Katt, die sich längere Zeit unter Lappländern ausgchaltcn hat. um ihre Sprache, ihre Sitten und Gebräuche zu studieren, gibt in der dänischen Zeitschrift ,-kvinden og famfundet" eine interessante Schilderung von Srauen eines Volkes, das uns im ganzen noch recht fremd ist. Sie erzählt:
Die männliche und die weibliche Jugend hütet gemeinsam di« Renntierhcrden, Deshalb müssen die Mädchen genau so gut wie die -Knaben Schneeschuhlaufen und lassowerfen lernen und Renn- tiere und Weideplätze kennen. Sie müssen mehrere Rächte hintereinander wachen, frieren und mit Kunden und Renntieren Wettlaufen können. In Not und Gefahr stehen -Knaben und Mädchen treu zueinander wie gute -Kameraden, die Mädchen sind in der Minderzahl und deshalb ein begehrter Artikel.
Die Jugend hält sich nicht viel im elterlichen Zelte auf; sie ist draußen auf der weiten Ebene, im Walde oder auf den Bergen; Tag und Nacht, Sommer und Winter. - Im Sommer scheint ihnen die Sonne ununterbrochen; auch nachts ist es nicht dunkel. Im Winter Kämpfen sie mit Dunkelheit, -zälte und Scknee, Lei klarem Wetter finden sie ihren weg beim Scheine des Nordlicht, oder der Sterne,
Das kameradschaftliche Leben hat «inen großen Reiz Lebhaft und intelligent, wie die Lappen sind, verstehen sie es, die kurze» Stunden, in welchen sie sich am Leuer versammeln, um sich bei Speisen und -Kaffee sniemals Branntwein!) zu erholen, zu fröhlichen Feierstunden zu machen. Daß ihr Interesse - die Renn- tiere — das gleiche ist, knüpft sie eng zusammen, Di« Renntier- herde ist das vermögen des Nomaden, und daran sind Männer und Srauen gleich interessiert.
Das Leben draußen in der freien, frischen Natur hört für das Mädchen zum größten Teil auf, wenn cs sich verheiratet. Dann wird keine anstrengende Renntierbewachung mehr von ihr aefordert, sie muß sich im Zelte aufhalten, näken, Seile gerben, für die Binder und das Essen sorgen. Ist ihr Mann wohlhabend, hält er ihr ein Mädchen, das teils für die Renntiere, teils für den kaushalt da ist. So ein lappländisches Dienstmädchen miisi lehr vielseitig sein; es muß kolz hauen, Wasser tragen, Schube jli.iien, Schuhbänder flechte» und Schürzen weben, pelzhaiidsckube und neue Schuhe nähen und die Staatskleider für die Markt- und Firchenreisen in Drdnung halten Den Laden, den sie braucht, spinnt sie, während sie bei den Renntieren ist. Dort siechtet sie auch die hübschen Schuhbäiider von roter, gelber, blauer oder grüner wolle,
Lrüher hatte die verheiratete Lrau es dort nicht so gut, sie band sich ihr kleines -Kind auf de» Rücken und folgte der kcrd« auf Schneeschuhen, Vcrtveichlich« macht aber auch das heutige Zuhansebleibeit sie »ich!. De»» das bißchen Zelttuch und kolz- werk, aus dem das .Zuhause" besteht, schützt nicht sonderlich gegen
Abb. r.
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Abb 6.
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Unwetter und jlälte. Das Zelttuch ist dünn und oft durchlöchert. Durch das Abzugsloch über der Leuerstätte zieht nicht nur der Rauch, sondern auch die Wärme hinaus, und >Zug muß sein, sonst brennt das Leucr nicht.
In einem solchen Zelt gibt die Lappländerin ihren -Kindern das Leben; manchmal auch unter freiem Kimme!, wenn sie gerade unterwegs ist. Entweder ihr Mann oder eine ältere erfahrene Lrau, wenn sie sich gerade in der Näh« befindet, helfen ihr in ihrer schweren Stunde,
Jedes neugeborene Lappenkind erhält von seinen Eltern ein weibliches Renntier, Als patengcschenk bekommt es Renntierkälber, Diese Tiere bilden mit ihrer Nachkommenschaft das private Eigentum des -Kindes und werden besonders gezeichnet. Auf diese weise haben sowohl die -Knaben wie die Mädchen ihr privat- verniögen.
wenn ein Mädchen „Renntierglück" hat, kann ihre klein« kerüe schnell wachsen, so daß sie mit der Zeit eine ganz erkleckliche Mitgift bekommt. Ein wohlhabendes Lappenmädchen pflegt viele Anbeter zu haben, und sie nimmt von allen Geschenke an, ohne sich d-tdurch zu verpflichten, wenn sie sich endlich entschließt, einen dieser Verehrer zu heiraten, gibt sie alle Geschenke zurück, die seidenen Tücher, die Ringe, silbernen Lössel oder das Schürzen, zeug. Manchmal begnügt so ein verschmähter sich nicht damit, seine Gaben ruhig zurückzunehmen, sondern er rächt sich. Er tötet Rcnntiere, die dein Mädchen oder dem Erkorenen gehören, und das ist eine sehr fühlbare und gefürchtete Rache,
Unverheiratete gibt cs unter diesen Nomaden nur verschwindend wenig. Selbst ivenn ein Mädchen weder schön noch reich ist, findet es Bewerber genug. Die Unverheirateten haben kein beneidenswertes Los. Ivitwcn verheiraten sich in der Regel bald wieder. Der schwedische Schriftsteller siöyström meint sogar: „Und wenn eine lappländische Ivitwe auch über hundert Jahr und taub und blind ist, so findet sic dennoch ihren Lreicr, — wenn sie bemittelt ist," Die Ehen pflegen bei den Lappländern immer glücklich zu sein, Scheidungen sind so gut wie unbekannt. Mann und Lrau begegnen sich gegenseitig mit Zuvorkonnncnhcit, Der alte tappe Johan Turi erzählte mir, daß es keinem Manne einfallen würde, in Gegenwart einer Lrau zu streiten, zu Kämpfen oder zu schlagen. Bei den Lappen haben die Lrauen immer eine geachtete Stellung gehabt, obgleich sie zu gewissen Seiten als unrein betrachtet wurden. Dann mußten sie die Bereitung des Mahles dem Manne überlassen. Noch ;etzt ist es Brauch, daß der Mann das Renntier schlachtet, zerteilt und das Lleifch in den Topf legt. Bestimmte Teile des Tieres durfte die Lrau nicht bekommen, vor allem war es ihr verboten, vom Kerzen zu essen,
wir finden das altmodische Lrauenideal noch bei diesen Nomaden; denn die Lrauen schweigen, wenn die Männer sprechen, und bei allen Gelegenheiten halten sie sich schamhaft und züchtig zurück, obgleich sie meistens lebhaft und intelligent sind.
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Nachgedanken. " > >
Durch Unaufmerksamkeit und Nachlässigkeit geht am isieisten in der Wirtschaft verloren. Darum überlege man vorher, ehe man handle. Der Einkauf von Lcbensinitteln im .Vorrat" bringt nur dann wirklichen Nutzen, wenn man einen guten Aufbe- wahrungsort für alle Nahrungsmittel hat. Jeder sauer gewordene Liter Milch, jede verfaulte -Kartoffel und verschimmeltes Eingemachte bedeutet so viel wie fortgeworfenes Geld, Dasselbe gilt von zerbrochenem Geschirr, wer sich mit dem Gedanken tröstet, daß nichts ewig hält, ist keine gute kausfrau, wer ohne Nach, denken handelt und z, B, kochendes Wasser in Gläser gießt, trägt -die Schuld, daß sic springen. Es ist durchaus gleich, ob das Glas vielleicht schon Jahrzehnte alt ist oder eben'erst gekauft wurde. Beide vertragen diese Behandlung nicht. Ein ruhiges, nicht überhastetes Reinige» des Geschirrs verhindert das Zerbrechen. Ein Mensch, der ewig etwas zerschlägt, ist einfach ungeschickt und gedankenlos; dc»i> er könnte sehr wohl darauf achten, daß er nicht überall mit Porzellan und Glas anstößt. Selbst in großen Gasthöfen geht unter tüchtigen Abwaschmädchen verhältnismäßig nur wenig entzwei. Diese verstehen eben das Geschirr richtig zu behandeln. Sie nehnien sich von vornherein in acht und trocknen zierliche kenkel überlegt und ruhig ab, so daß sie nicht zer- brechen.
Nun gibt es aber Hausfrauen wie Haustöchter, die glaubest.' ihre „Tüchtigkeit" in lautem Gebaren beweisen zu müssen. Sie verschinähen jede» Nachgedanlien, Mit ungeheurer Wichtigkeit fallen sie ivie der Sturmivind über die Hausarbeit her und ver- gessen, daß sie viel weniger schaffen und sehr viel mehr ruinieren, als die stiUcn, schlichte» Naturen, die ohne Aufhebens in aller Ruhe ihre Pflicht erfüllen und - die Sachen erhalten, trotzdem aber in den ?'iuen jener nicht als tüchtig gelten,
wer ist. e. aupt in der w rt schuft nachdenkt, der bedenkt auch, daß „Reiiihaltiii" besser und billiger ist, als ewiges „Reinmachen". Eine fiö i in, die sich mit dem Lußbode» in acht nimmt, keine Abfälle, besonders kein Lett zur Erde fallen läßt und dadurch das Scheuern spart, beiveist eine größere Tüchtigkeit als eine, die, von, steten Sckencrtcufel befielt, durch ihr kcrumwirtschaften mit Soda und Seife den gestriche .cn Lußboden total verdirbt, Zeit dabei vertrödelt und nur Unwissend« durch ihren scheinbaren Lleiß und Reinlichkeitssinn täuscht. A. Burger.
Kleine Mitteilung.
lieber die Schädlichkeit der Lliegen. Cs ist längst kein Geheimnis mehr, daß die Lliegen zur Verbreitung krankheitserregender -keime beitragen und besonders auch als Erreger der Tuberkelbazillen in Betracht kommen Der in den -Körper einer Llieg« eingedru n eue Bazillus vermehrt sich derart, daß ein Lliegensteck 5000 Bazillen enthalten kann. Eine wissenschaftliche Untermckung von Dr. lord, die er im allgemeinen Hospital in Massachusetts vornahm, lieferte den Beweis, daß 30 mit Bazillen behaftete Lliegen in 3 Tagen 6 — 10 Millionen Tuberkelbazillen ausjcheiden können, die besonders verdeibenbiingcnd wirke», Ivenn sie auf Nahrungsmittel gelangen. Deshalb sollten vorsichtige Hausfrauen zu allen Jahreszeiten und besonders an warmen Tagen jegliche Lebensmittel vor diesen schädlichen Insekten schützen.


