Ausgabe 
3.1.1914
 
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Jieicf?« Kerzen erleben viel in kurzer Zeit.

Betrachtungen über Aebnlichteiten in der Lrauentrachteinst und jetzt".

Ls scheint allo Tatsache zu werden, man ist der geraden Linie wirklich überdrüssig geworden und will nicht- mehr von der schlanken, bauch, und tcniosen >Node winen! Das behaupten wenigstens die/weich- cs gern mit den Stosfabrikantc» halten und ihnen ein« größere Mnabme is'rer Gewebe wünschen mochten, Ls soll hier nicht unser- Aufgabe sein, zu untersuchen, ob die enge Kleidertracht den Labrikanten wirklich soviel weniger eingebracht, was einigen nicht recht glaubhaft erscheint, da jetzt bessere Stoffe von allen -Kelsen getragen werden und eine Lrau ein und dasselbe Kleid trotzdem weit kürzere Seit trägt als früher, also wohl weniger Zeug zu einem Gewand benutzt, aber dennoch das Doppelte gebraucht, da sie es öfter erneuert. Genug, der langen Rede kurzer 5»nn ,e> .Ls geht ein wispern und Raunen durch Li- Frauenwelt von einer vollen, bauschigen Diode, die das Lrauenbild gerade in das Gegenteil von dem umwandelt, was wir in den letzten fahren zu sehen gewohnt waren.' tose, kurze Taillen mit bauschigen Lermeln. vollen Rüschen um Lats und Arme, volle, nach vorn stark, abstehende Röcke, di« fast an den Leibesumfang der Damen aus dem IS. Jahrhundert gemahnen, werden demnächst unsere Si ratzend,!der beleben!

von der .neuen Lrauentracht' veranschaulichen wir unter 2ldb. 1 und 2 noch recht mäßig gehaltene Modelle, bei denen trotzdem Ser starke, vortretend- Leck sich bemerkbar macht und bei Abti. 1 nicht viel schlanker wirkt, als bei dem Lraucnbildnis ans dem ls. Jahrhundert, das den ,kolbein.Bildern':Baseler Lrauentrachten' entnommen ist. Alle unter diesem r-tichwort tm .Bastler Museum' verewigten Bilder der großen Malers zeigen den starken, vorgestreckten Leib, die kurze Taille. bauschigen Aermel, ja sogar Kragen, wie sie auch heute wieder genommen werden, und auch die langen, wallenden Bänder der Lrauenhaube gemahnen an die Jetztzeit

Allerdings hat di« heutige Lrauenwelt er noch nicht bis zu den Dimensionen in ihrer Tracht gebracht, die man zu kolbeins

Zeiten bevorzugte, aber das Wort, Mit Kleinem fängt man an, mit Großem hört nian auf' hat sich schon zu oft in der Dainenmoüe behauptet, als daß wir nicht auch jetzt damit zu rechnen Grund hätten!

Zwar ist es fraglich, ob das, was man vor 400 Jahren schön fand, heute ebenfalls schön gefunden wird

1 / / // " tt bei unserem geläuterten Geschmack

// // I tt und bei dem Linsluß, den das Kunst-

//Hl il gewcrbc, ja sogar seine illustrc

Schwester, die Kunst, zweifelsohne auf die Mode'des zwanzigsten Jahr- Hunderts hat. Immerhin _ aber müssen wir mit de» Tatsachen rechnen, Latz alle mögliche» und un- möglichen versuche gemacht werden, die neuzeitlich? Mod^ in aiidcr? Bahnen zu lenken, tbb "da? »u,l aller Bahnen sind, die heute betreten, um morgen wieder verlassen zu werden, oder ob sie Aussicht haben, sich zu wirklich ausgetretenen wegen zu entwickeln, wollen wir dahin, gestellt sein lassen, denn das zu ent­scheiden, mutz einer späteren Seit vor- behalten bleiben.

Also heißt es wieder einmal, rvie so oft schon auf dem Gebiete der Mode: .Abwarten, nicht alles gleich mitmachen, was plötzlich am Lirma- ment der Mode aufflammt, es Lunten nur Sternschnuppen sein, die ebenso plötzlich wieder erlöschen, wie sie sich unserem Auge gezeigt haben.' Aus die Dauer wird unsere praktisch gesinnte Zeit, die sich auch in der Mode geltend macht, schwerlich für bauschige, die freie Körperbewegung hindernde Gewänder zu Häven sein, mag rnan auch entgegnen, der e»ge Rock hinderte am Gehen, da dem ja das rasche, flotte Dahinschreiten der

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Oto*< a>» de» JO, Iahet»nd-ei.

5. 'm mit Reckt wer sick gewöhnt hat, alle Ausgaben zu no. oi\ wird am Lude des Monats sehen, was überflüssig war. und zu,lei euch das, was er zu teuer bezahlte. Beides wird er »n .!; , Monat zu vermeiden streben.

Ebensolche falsche Rechnung ist es, am Unrechten Ende sparen zu wollen. Schlechte Stoffe kaufen, die das Arbcitsgeld nicht lohne», oder billige, verdorbene Lßwaren, die niemand ejfen kann, zeigt, daß der Betreffende nicht zu rechnen versteht.

Da ist der Lauswirt, der kleine Reparaturen an seinem kauf« für Verschwendung hält, welche falsche Rechnung! was jetzt noch mit geringe» Kosten herzustcllen wäre, wächst in Jahresfrist zu einem großen Schaden heran, der eine umfassende Reparatur von vielleicht mehreren hundert Mark nötig macht, lver täglich nur tO Minuten Gas oder Licht unnötig verbrennt, hat in 6 Tagen für 1 Stunde, im Monat für 5 Stunden mehr zu bezahlen.

Man berechne, wie unsparsani diese Verschwendung ist. Rechnen bleibt nun einmal die erste Bedingung zum wirklich guten Laushalten. Ls gibt verschiedene Lausfraucn, die sehr geübt im Kochen, sehr tüchtig in Landarbeiten, sehr peinlich in bezug aus Reinlichkeit sind. Trotzdem kommen sie mit ihren Ausgaben nie- mals zurecht. Das liegt amflichtrechnen". Sie brauchen wohl ihre stände, aber ihren Kopf und verstand nicht genügend, um alle Bedürfnisse der Lamilie zu überdenken.

Im Sommer muß man die Ausgaben, die der Winter mit sich bringt, tm Auge behalten und beständig etwas zurücklegen, um später die Kosten de; Leuerungsmaterials, der Wintergarderobe usw. decken zu können. Man darf nicht alles, was man verdient, aus- gcbcn , erst das Notwendige, dann das Wünschenswerte anschaffen und - bestrebt sein, einen Notgroschen zurückzulegen.

Zum guten staushalten hilft ungemein:Stets bar bezahlen". Auch erleichtert dies das Rechnen bedeutend. Man wird sich in diesem Lalle vor jeder unnötigen Ausgabe hüten und lediglich das kaufen, was man im Augenblick auch wirklich gebraucht. Man kann außerdem auch auf bessere Ware rechnen, als wenn man .auf Rechnung' ninimt.

Jeder noch so einfache Arbeiter, der mit seinen Einnahmen schnell im Klaren ist, braucht im Grunde genommen die Buch, führung, d. h. ein genaues Anschreiben und Rechnen zur Be

heutigen Lrauenwelt in ihren knappen, kurzen Röcken geradezu widerspricht.

stielen« Grub«.

Etwas vom Rechnen und Berechnen.

Gbne richtige Buchführung kann heut» kein standwerkcr sein Geschäft betreiben. Jeder Land- Wirt muß zu rechnen, ,eder Kaufmann seine Preise abzuwägen verstehen, aber auch die kausfrau darf nimmermehr ihr Rechnungsbuch vernachläfsigen Die Ansicht:warum soll ich alles aufschreiben? Da; ausgegcbenc Geld kommt dadurch vt zurück, und ich weiß, daß ich nichts unnötig ausgegeben!' die n häufig hört, kann unter Umstanden zum Ruin führen. Rechnen, d. h. richtiges, vernünftiges Rechnen ist der weg zur Wohlhabenheit. Das Rechnen erzieht zum richtigen Wirtschaften. Ls zeigt uns. wo wir Lehler gemacht Ls spornt uns zu weiteren Erfolgen an, sobald wir das Geringste erreicht haben.

Rechnen gehört zum vernünftigen Einkauf, d. h. man berechne vorher, ob man die waren, die man kaufen möchte, auch wirklich gebraucht, oder ob man sich nur diebillige Gelegenheit" nicht entgehen lassen will, waren, die vielleicht bei dieser oder jener GAegenheit tatsächlichunter dem Werte" losgeschiagen werden, find für uns, sobald sie unnütz find, dochzu teuer",wer kauft, was , er nicht braucht, muh bald Las verkaufen, was er braucht," sagte der bekannte Amerikaner Benjamin

siimmiiiig seiner Ausgaben. wenn er nicht teststellt, 1V.IL er in! letzten Jahre für jeden einzelnen Zweig seiner Ausgabe», d. i. für Miete, Nahrung, Kleidung, Arzt usw. ver­brauchte, und was er also im nächsten Jahre ausgcben darf, dann koiiiint er sehr leicht dazu, mehr auszugebcn, als er einnimmt, und in Schulden zu geraten.

Das Rechnen ist für jedes Menschen Lebe» eine gewisse Notwendigkeit, und cs würde sehr viel weniger Rng:n ach Kerrsche», wenn die Menschen im allgeineinen besser zu rechnen verstünden.

A- Burger.

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... -y' .. :

Lin Beim für deutsche Madcben in London.

Mehr als 1360 Deutsche weiblichen Geschlechts sollen jährlich nach London reisen, um dort Stellung ZU suchen. Das ist immerhin eine gewagte Sache, zumal es immer schwieriger wird, in der großen Stadt, Unterkunft und Verdienst zu finden, und die Lrauen dort oft vier bis acht Wochen, ja noch länger, warten müssen, bis sie irgendeinen Erwerb gefunden haben.

Das leben in der englischen stauptstadt ist teuer, und wer nicht das Glück hat, in irgendeinem steim oder einer derartigen

Anstalt gegen mäßiges Entgelt Unterkunf! zu erlangen, ist oft Übel daran. Da ist es gewiß mancher erwünscht, von einem Leim zu hören, in dem viele junge Deutsche nicht nur Wohnung, sondern auch in jeder Linficht Beistand gefunden haben. Es ist das .Victoria-Leim', London, Newington-Lanfeway 17, das von dem edlen Menschenfreuiid Lord Rodstock gegründet und teilweise noch immer mit erhalten wird; denn da es feinen Gästen alles äußerst billig liefert, kann es von der Einnahme allen, nicht bestehen. Lür Wohnung, d. h. für ein Zimmer, zahlt man die Woche nur 3,56 bis 4 M., und dem- entsprechend ist auch die Beköstigung äußerst mäßig berechnet. Sämtliche Mahlzeiten werden gemeinsam und stets in Gegenwart der liebenswürdigen Lausmutter. Miß Gosse, eingenommen, die es den Lremde» sogar gestattet, sich im keim ab und zu mal eine Bluse oder ein paar Strümpfe auszuwaschen. Die Mahlzeiten müssen natürlich sämtlich innegehalten werden, abends bis 11 Uhr müssen alle >m Lause sein, denn um diese Zeit wird das Leim geschloffen. Im übrigen können die Insassen gehen und kommen, wenn es ihnen beliebt.

Jeder steht die sprachgewandte Lausmutter mit Rat und Tat zur Seite. Bald begehrt eine Deutsche, bald eine Italienerin, bald eine Lranzösin irgendeine Auskunft, und allen kann sie in der Muttersprache der Ratsuchenden die gewünschte Auskunft erteilen, was sicherlich für die in der Welt­stadt London gänzlich unerfabrenen Mädchen, die häufig zum ersten Male den Llug in die Lremde g«. wagt, von grotzern Rutzei, ist.

natürlich wirdn erwähnte» keim nicht .all und jede' ausgenommen. Nur mit Empfehlung» bliesen, amtlich beglaubigten Zeugnissen - und seien es auch nur Schulzeugnisse, sowie mit den nötigen Lamilienpapicren verfeheiie finden dort Aufnahme.

Außer dem eigentlichen Leim, das seinen Speisesaal im ersten Stock hat, befindet sich im Lause auch ein Lrauen-Restaurant, in dem etwa 260 außerhalb des Kaufes wohnende ihre Mittagsmahlzett einnehmen. So ist es in ,eder kinsicht eine für Lremde geeignete Stätte, zu der di« Mädchen später gern wieder zurückkehren, wenn Zeit und Umstände er ihnen gestatten. fc. g.

RecbnungsfortnuSar

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