Ausgabe 
31.12.1918
 
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Muheftand getreten. Einem alten niedersächsischen Geschlecht entsprossen wurde er 1852 als Sohn eines bayerischen Gene­rals in München geboren, trat 1871 in das Jnf.-Leib-Regt. und wurde in demselben Jahr Le-utnant. Er gehörte dem Genera!st 2 be und Kriegsministerium in verschiedenen Stel- langen an und war auch im preußischen Generalstabe tätig. 1905 wurde er Kommandeur der 2. bayerischen Division und 1909 Eeneralkapitän der Leibgarde der Hartschiere, 1910 wurde er General der Infanterie. In unserem Weltkriege führte er ein nach ihm benanntes Korps in der deutsckM Südarmee und kämpfte mit ihm siegreich an den Karpathen im Winter 1915, wo er den 1000 Meter hohen Zwinin bei Stryi mit erstürmte und später Strui eroberte. Er erhielt dann an Stelle Linsingens im Juli die Südarmee, mit der er dann im Sommer 1916 die gewaltigen Russenangriffe in Ostgalizien siegreich abschlug. Unter Belastung im Verhält­nis a la suite des Jnfanterie-Leib-Negiments, dem er lange Jahre angehörte, ist er jetzt von der Stelle als General- kapitän der Hartschiere enthoben worden.

Vergewaltigung der Presse im besetzten Gebiet.

Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Zeitungsverleger Dr. Faber hat an die Wasfenstillstandskommission folgendes Telegramm gerichtet- Die Zeitungen der Pfalz sind unter schwerste Vorzensur gestellt. Nicht nur ist jede Kritik der französischen Verwaltung verboten, die Vorzensur geht auf den gesamten Inhalt der Zeitungen. Zudem sollen den Ver­legern die telepbonischen Hausapparate genommen werden. Sie werden einfach auf Havas und Neuser verwiesen. Es ist dies eine unnötige, im höchsten Maße ungerechte und willkürliche Erschwerung der Herausgabe von Zeitungen. Diese Maßnahme stellt einen empörenden Versuch dar, die Bevölkerung hinterrücks jm feindlichen Sinne zu beein- flichsen. Die Presse des Landes zu solcher unnationalen Be­einflussung mißbrauchen und unter Ausnutzung ihrer Zwangslage nötigen zu wollen ist ein unwürdiger Versuch der Beugung und Verfälschung ihrer Gesinnung, ein Atten­tat auf die in allen Kulturländern gewährleistete Meinungs­freiheit der Presse. Es steht auch im tiefsten inneren Wider­spruch mit dem so laut proklamierten Grundsatz von dem SelbsibestimiTiungsrecht der Völker.

Ein ewiger Schandfleck.

Alks Kreisen der estaßlcthnngischen Antonomisten geht dem WB. eine Kundgebung zu, in der gesagt wird: Wir

erklären hiermit, d^ wir uns unserer Landsleute schämen, die in blinder Wut wehrlose Deutsche tätlich beleidigen. Wir schämen uns unserer Landsleute, welche die Monu­mente zerstören, besonders weil 1870/71 die deutsche Armee die Denkmäler der französischen Generale und Mitarbeiter Napoleons I. in Ehren gehalten haben, trotzdem letztere während der Napo'eonffchen Gewaltära Deutschland mit Füßen getreten baben. Wir sckximen uns unserer Lands- leute. deren Handlungen uns an die Vorgänge des Terrors von 1793 in Frankreich erinnern. Diese Vorfälle werden ein ewiger Schandfleck für dje elsaßlothringiscbe Fahne blei­ben. Tie Zeit wird kommen, wo das freie Elsaß-Lothringen sie z"r Rechenschaft ziehen wird.

Die Volle der Zivilisten bei der Mritznnchtsrevolte.

Don den am Straßenkampf in Berlin am 24. Dezember beteiligten Dienststellen wird von der Garde-Kavallerie- Schützen-Tivision mitgeteilt:

In den Schilderungen der Presse über die Ereignisse am 24 Dezember ist davon die Rede, daß Truppen zu den Matrosen übergegangen waren. Diese Darstellung ist un­wahr. Hingegen sind an mehreren Stellen Truppen da­durch entwaffnet worden, daß Teste der Zivilbevölkerung sich während der Feuerpausen zwischen die Truppen ge­drängt und ihnen im Gedränge die Massen abgenommen habm. Hieran haben sich auch Angehörige des Sicherheits­dienstes Berlin beteiligt.

Möglich wurde dieses nur dadurch, daß die Truppen davon Abstand nahmen, durch Feuern die Menge in weiter Entfernung zu halten, da sie Frauen und Kinder unter allen Umständen schonen wollten.

Ferner ist es unrichtig, daß Geschütze verloren gegangen sind. Tie Truppen haben ihre sämtlichen Geschütze ord­nungsmäßig zurückgeführt.

Wo bleiben die Filche?

Allgemein ist in der Oeffentlickckeit die Meinung ver­breitet daß tmt dem Aushören der Feindseligkeiten die Be­lieferung mit Fischen sich erheblich bessern werde. Der Umstand daß in der Nordsee nach Aufräumen der Minen­felder wieder gefischt werden kann, insbesondere auch die Mitteilungen, über einen großen Fischreichtum in der Nord­see haben diese hostnunasvoste Auffassung stark unterstützt. Wenn trotzdem in den letzten Tatzen und Wochen statt einer Besserung eine Verschlechterung der Fischversorgung einge- treten ist, so gelten die Mitteilungen des Reichsernährungs­amtes folgende Erklärung dafür:

Bis zum Eintritt des Waffenstillstandes war es mög­lich. ^ie Ostsee in ausgedehntem Maße dem Fischfang dienst­bar zu machen. Wenn die Ostsee auch gegenüber der Nord­see dem Umfang wie der Ergiebigkeit nach ein ungünstige­res Fanggebiet darstellt, so war es einer umfassenden Or­ganisation doch gelungen, einen kleinen Ausgleich für die sollenden Nordseefänge zu schaffen. Durch die Waffenstill- pandsbedingunyen ist nun dje Blockade Deutschlands nicht L"r aufrecht erhalten, sondern noch verschärft worden. Die Ostsee wird nicht mehr von der deutschen Marine, sondern ifcm der englischen beherrscht. Es. also seit Eintritt des

Waffenstillstandes auch der Fischfang in der Osffee imrnög- lich geworden. Hinzu kommt, daß von dem genannten Augenblick an auch die Zufuhr aus den neutralen Ländern wie Dänemark und Norwegen unterbunden ist. Der Waf­fenstillstand hat also nicht dj? erhoffte wesentliche Besserung, sondern eine erhebliche Verschlechterung der Fischversorgung gebracht. Eine Besserung läßt sich erst dann wieder erhof­fen. wenn die Blockade aufgehoben wird. Von diesem Augen­blick ab dürfen sehr beachtenswerte Vorteile für die deutsche Ernährung durch Hebung des Fischfanges und der Fisch- einsuhr erwartet werden. Durch die Abrüstung der deut­schen Seewehr werden eine große Anzahl Fischdampfer frei, ihre Ausrüstung zum Zwecke der Hochseefischerei wird mit Hochdruck betrieben. In dem Augenblick, in dem diese Fischdampfer die Fanggebiete in der Nordsee wieder auf­suchen können, haben wir auch Zufuhren in den Fischhäfen zu erwarten. Hinzu kommt, daß auch aus den neutralen Ländern nach Aufhebung der Blockade eine starke Einfuhr erwartet werden darf."

Inzwischen haben die Verhandlungen mit unseren Geg­nern zu einer Freigabe der Fischerei zunächst in der Deut- -chen Bucht geführt und es wird gehofft, daß demnächst auch für weitere Gebiete der Nordsee und für die Ostsee die Fischerei sreigegeben wird. Uebereinstimmend wird über außerordentlich großen Fstchreichturn berichtet, was bei der vierjährigen Schonzeit auch kein Wunder ist. Die Haupt­sache aber wäre das Verschwinden der Kriegsgel'ellschasten ff'ir die Fischerei, dann würden die Fiche auch wieder an den Orten erscheinen, wo sie früher ihren Hauptabsatz fanden und jetzt schmerzlich entbehrt werden müssen.

Offiüerverlnste.

Aus demMilitär-Wochenblatt" Nr. 75 entnehmen wst, daß bei Kriegsbeqinn die Zahl der aktiven Ossiziere 19826 betrug. 2m Kriege belief sich der Zugang des aktiven Offizierkorps auf 14 525 Personen. Von diesen sind tot 12500 und vermißt (wahrscheinlich tot) 940 Of­fiziere, d. i. 39,2 Prozent; verwundet wurden 19 014, d. i. 55,5 Prozent. Die Gesamtverluste des aktiven Osfifierkorps betragen mithin 94,7 Prozent. 29 230 Osfi- zieren des Beurlaubten^ -mdes bei Kriegsbeginn steht ein Zugang im Kriege von 137 760 Personen gegen­über. Hiervon sind tot oder vermißt (wahrscheinlich tot) 24124 (14,4 Prozent) und verwundet 32339 (19,4 Pro­zent) Neseroeosfiziere. Die Eesamtoerluste betragen 33,8 Prozent.

Diese Zahlen, die den Verlustlisten entnommen und sicher eher zu gering als zu hoch gegriffen sind, dürften deutlicher als alle anderen Belege über die Tä­tigkeit und das Verhalten des deutschen Osfizierkorps im Kriege Ausschluß geben.

Die Wahle».

Von der hessischen Volkspartei.

Die hessische Volkspartei hat an das Staatsimnisterium folgendes Schreiben gerichtet:

Namens des Geichäftssührenden Ausschusses der hes­sischen Volkpartei lege ich Verwahrung ein gegen die Be­stimmung des 8 9 der Wahlordnung für die Nationalver- rersammlung, wonach die Stimmbezirke durchschnittlich 2500 Einwohner groß sein sollen. Wird diese Bestimmung wörtlich dnrchgesührt, so müssen mehrere kleinere Ortschaf­ten in einem Wahllokal vereinigt wählen. Jm Odenwald und Vogelsberg müsten alte, kränkliche oder schwer abkömm- liche Wähler und Wählerinnen stundenlang über Land gehen, um zur Wahlurne zu kommen. Damit wäre eine große Anzahl ländlicher Wähler praktisch ihres Wahlrechts leraubt.

Wir erwarten von der hessischen Regierung, daß sie eine solche Vergewaltigung der Landbevölkerung verhindert.

Meisel, Rechtsanwalt.

Hclfferich für einen Block der Rechten. In einer von der Deutschen Volkspartei in Stralsund abgehaltenen Ver­sammlung sprach sich der frühere Staatssekretär Dr. Helffe- :ich für die Zusammenfassung aller Kräfte rechts von der Demokratischen Partei ans. Mit der Demokratffchen Partei werde sich ein Bund nicht flechten lassen, weil sie ein Zusam­mengehen mit den anderen Parteien nicht wünsche, sondern sich ein Zusammengehen mit den Mehrheitsjozialisten ofjen halte.

Ans der Heimat.

Mo der Mein bleibt. Dem Kriegsministerium gehen in letzter Zeit ans den Kreisen des Weinhandels und der Trinkbranntweinindustrie in größerem Umfange Anträge auf Zuweisung von Wein und Trinkbranntwein aus Hee- resbeständen zu. Das Kriegsministerium macht darauf auf­merksam, daß zurzeit ein Verkauf der in Rede stehenden Be­stände noch nicht in Frage kommt. Soweit die vorhandenen Mengen nicht zur Verpflegung des Feldheeres verbraucht werden, werden die zurzeit etwa verbleibenden Nestbestände von Mein an die ..Weinhandelsgesellschaft", von Trink, branntwein an dieNeichsbranntweinstelle" übenviesen wer­den. Mir müssen gestehen, sehr hoffnungserweckend, daß mm bald wieder Mein oder Branntwein zu erträglichen Dreisen an die bürgerlichen VerdrauckM gelangen, klingt das nickt.

Dorn-Assrnhc''m, 27. Dez. Zu Ehren seiner aus dem Felde heimgekehlten Mitglieder veranstaltete am 2. Weih­nachtstag der hiesige Turnverein in seinem Vereinsloka! eine Vegrüßungsseier. Mit herzlichen Worten begrüßte

Lehrer Lotz die Zurückgekchrteu uifir gedachte der; auj dem

Felde der Ehre Gefallenen. Von 45 Mitgieder waren 31$ unter die Waffen gerufen, 6 starben den Heldentod. Die Veranstaltung läßt erhoffen, daß in dem strebsamen Verein bald wieder frisches turnerisches Leben pulsieren werde und» die edle Turnkunst als ideale Volkssache eine günstige, Pflegestätte finden wird.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Silvester.

Dienstag, den 31. Dezember 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags Wz Uhr: Herr Pfarrer Drehl. Miti' Wirkung der Ehorschule.

Abends 8*4 Uhr: Herr Pfarrer Diehl.

Neujahrsfest.

Mittwoch, den 1. Januar 1919.

Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger.

An Silvester und Neujahr Kollekte für die kirchlich-

A: menpflege.

Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.

10 Uhr' Gottesdienst.

wt

Katholische Gemeinde.

Dienstag, den 31. Dezember 1918: (Silvester.), Veichtgelegenheit von 4 Uhr an.

Abends 8 Uhr' Predigt und Andacht mit Segen.

Mittwoch, den 1. Januar (Ne»jahr.) Beichtgelegenbeit von 6 Uhr an.

Uhr' Frühmesse.

8 Uhr! Mstitärgortesdienst.

%10 Uhr- Hochamt mit Segen und Predigt.

Nachm. 2*4 Uhr: Andacht.

Während der Woche: V-{1 und 7 Uhr: hl. Messe.

Freitag abends 6Vi Ubr: Herz-Jesu.Andacht.

AiöeijsmrklanzkM *" r*

Offene Stellen:

55 Knechte. 3 Tagelöhner, 1 Kut'cher. 3 Knechte- und Tage- löhner,amilien. 1 Vorarbeiter mit 6 Leu en. 10 Mann zum Holz» malten, 1 Schmiede-, 1 V.icker- und ein Gärtnerlehrting, 2 Baum­warte, 1 Wagner. 3 Schuhmacher, 1 Metzger, hiesige Arbeiter für stadt. Arbeiten. 35 Dienstmägde, 17 Hausmädchen, 1 Waschfrau,

2 Monatsmädchen, 1 Köchin, 1 Büffetfräulein, 1 Haushalten»..

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