Muheftand getreten. Einem alten niedersächsischen Geschlecht entsprossen wurde er 1852 als Sohn eines bayerischen Generals in München geboren, trat 1871 in das Jnf.-Leib-Regt. und wurde in demselben Jahr Le-utnant. Er gehörte dem Genera!st 2 be und Kriegsministerium in verschiedenen Stel- langen an und war auch im preußischen Generalstabe tätig. 1905 wurde er Kommandeur der 2. bayerischen Division und 1909 Eeneralkapitän der Leibgarde der Hartschiere, 1910 wurde er General der Infanterie. In unserem Weltkriege führte er ein nach ihm benanntes Korps in der deutsckM Südarmee und kämpfte mit ihm siegreich an den Karpathen im Winter 1915, wo er den 1000 Meter hohen Zwinin bei Stryi mit erstürmte und später Strui eroberte. Er erhielt dann an Stelle Linsingens im Juli die Südarmee, mit der er dann im Sommer 1916 die gewaltigen Russenangriffe in Ostgalizien siegreich abschlug. Unter Belastung im Verhältnis a la suite des Jnfanterie-Leib-Negiments, dem er lange Jahre angehörte, ist er jetzt von der Stelle als General- kapitän der Hartschiere enthoben worden.
Vergewaltigung der Presse im besetzten Gebiet.
Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Zeitungsverleger Dr. Faber hat an die Wasfenstillstandskommission folgendes Telegramm gerichtet- Die Zeitungen der Pfalz sind unter schwerste Vorzensur gestellt. Nicht nur ist jede Kritik der französischen Verwaltung verboten, die Vorzensur geht auf den gesamten Inhalt der Zeitungen. Zudem sollen den Verlegern die telepbonischen Hausapparate genommen werden. Sie werden einfach auf Havas und Neuser verwiesen. Es ist dies eine unnötige, im höchsten Maße ungerechte und willkürliche Erschwerung der Herausgabe von Zeitungen. Diese Maßnahme stellt einen empörenden Versuch dar, die Bevölkerung hinterrücks jm feindlichen Sinne zu beein- flichsen. Die Presse des Landes zu solcher unnationalen Beeinflussung mißbrauchen und unter Ausnutzung ihrer Zwangslage nötigen zu wollen ist ein unwürdiger Versuch der Beugung und Verfälschung ihrer Gesinnung, ein Attentat auf die in allen Kulturländern gewährleistete Meinungsfreiheit der Presse. Es steht auch im tiefsten inneren Widerspruch mit dem so laut proklamierten Grundsatz von dem SelbsibestimiTiungsrecht der Völker.
Ein ewiger Schandfleck.
Alks Kreisen der estaßlcthnngischen Antonomisten geht dem WB. eine Kundgebung zu, in der gesagt wird: Wir
erklären hiermit, d^rß wir uns unserer Landsleute schämen, die in blinder Wut wehrlose Deutsche tätlich beleidigen. Wir schämen uns unserer Landsleute, welche die Monumente zerstören, besonders weil 1870/71 die deutsche Armee die Denkmäler der französischen Generale und Mitarbeiter Napoleons I. in Ehren gehalten haben, trotzdem letztere während der Napo'eonffchen Gewaltära Deutschland mit Füßen getreten baben. Wir sckximen uns unserer Lands- leute. deren Handlungen uns an die Vorgänge des Terrors von 1793 in Frankreich erinnern. Diese Vorfälle werden ein ewiger Schandfleck für dje elsaßlothringiscbe Fahne bleiben. Tie Zeit wird kommen, wo das freie Elsaß-Lothringen sie z"r Rechenschaft ziehen wird.
Die Volle der Zivilisten bei der Mritznnchtsrevolte.
Don den am Straßenkampf in Berlin am 24. Dezember beteiligten Dienststellen wird von der Garde-Kavallerie- Schützen-Tivision mitgeteilt:
In den Schilderungen der Presse über die Ereignisse am 24 Dezember ist davon die Rede, daß Truppen zu den Matrosen übergegangen waren. Diese Darstellung ist unwahr. Hingegen sind an mehreren Stellen Truppen dadurch entwaffnet worden, daß Teste der Zivilbevölkerung sich während der Feuerpausen zwischen die Truppen gedrängt und ihnen im Gedränge die Massen abgenommen habm. Hieran haben sich auch Angehörige des Sicherheitsdienstes Berlin beteiligt.
Möglich wurde dieses nur dadurch, daß die Truppen davon Abstand nahmen, durch Feuern die Menge in weiter Entfernung zu halten, da sie Frauen und Kinder unter allen Umständen schonen wollten.
Ferner ist es unrichtig, daß Geschütze verloren gegangen sind. Tie Truppen haben ihre sämtlichen Geschütze ordnungsmäßig zurückgeführt.
Wo bleiben die Filche?
Allgemein ist in der Oeffentlickckeit die Meinung verbreitet daß tmt dem Aushören der Feindseligkeiten die Belieferung mit Fischen sich erheblich bessern werde. Der Umstand daß in der Nordsee nach Aufräumen der Minenfelder wieder gefischt werden kann, insbesondere auch die Mitteilungen, über einen großen Fischreichtum in der Nordsee haben diese hostnunasvoste Auffassung stark unterstützt. Wenn trotzdem in den letzten Tatzen und Wochen statt einer Besserung eine Verschlechterung der Fischversorgung einge- treten ist, so gelten die Mitteilungen des Reichsernährungsamtes folgende Erklärung dafür:
„Bis zum Eintritt des Waffenstillstandes war es möglich. ^ie Ostsee in ausgedehntem Maße dem Fischfang dienstbar zu machen. Wenn die Ostsee auch gegenüber der Nordsee dem Umfang wie der Ergiebigkeit nach ein ungünstigeres Fanggebiet darstellt, so war es einer umfassenden Organisation doch gelungen, einen kleinen Ausgleich für die sollenden Nordseefänge zu schaffen. Durch die Waffenstill- pandsbedingunyen ist nun dje Blockade Deutschlands nicht L"r aufrecht erhalten, sondern noch verschärft worden. Die Ostsee wird nicht mehr von der deutschen Marine, sondern ifcm der englischen beherrscht. Es. iß also seit Eintritt des
Waffenstillstandes auch der Fischfang in der Osffee imrnög- lich geworden. Hinzu kommt, daß von dem genannten Augenblick an auch die Zufuhr aus den neutralen Ländern wie Dänemark und Norwegen unterbunden ist. Der Waffenstillstand hat also nicht dj? erhoffte wesentliche Besserung, sondern eine erhebliche Verschlechterung der Fischversorgung gebracht. Eine Besserung läßt sich erst dann wieder erhoffen. wenn die Blockade aufgehoben wird. Von diesem Augenblick ab dürfen sehr beachtenswerte Vorteile für die deutsche Ernährung durch Hebung des Fischfanges und der Fisch- einsuhr erwartet werden. Durch die Abrüstung der deutschen Seewehr werden eine große Anzahl Fischdampfer frei, ihre Ausrüstung zum Zwecke der Hochseefischerei wird mit Hochdruck betrieben. In dem Augenblick, in dem diese Fischdampfer die Fanggebiete in der Nordsee wieder aufsuchen können, haben wir auch Zufuhren in den Fischhäfen zu erwarten. Hinzu kommt, daß auch aus den neutralen Ländern nach Aufhebung der Blockade eine starke Einfuhr erwartet werden darf."
Inzwischen haben die Verhandlungen mit unseren Gegnern zu einer Freigabe der Fischerei zunächst in der Deut- -chen Bucht geführt und es wird gehofft, daß demnächst auch für weitere Gebiete der Nordsee und für die Ostsee die Fischerei sreigegeben wird. Uebereinstimmend wird über außerordentlich großen Fstchreichturn berichtet, was bei der vierjährigen Schonzeit auch kein Wunder ist. Die Hauptsache aber wäre das Verschwinden der Kriegsgel'ellschasten ff'ir die Fischerei, dann würden die Fiche auch wieder an den Orten erscheinen, wo sie früher ihren Hauptabsatz fanden und jetzt schmerzlich entbehrt werden müssen.
Offiüerverlnste.
Aus dem „Militär-Wochenblatt" Nr. 75 entnehmen wst, daß bei Kriegsbeqinn die Zahl der aktiven Ossiziere 19826 betrug. 2m Kriege belief sich der Zugang des aktiven Offizierkorps auf 14 525 Personen. Von diesen sind tot 12500 und vermißt (wahrscheinlich tot) 940 Offiziere, d. i. 39,2 Prozent; verwundet wurden 19 014, d. i. 55,5 Prozent. Die Gesamtverluste des aktiven Osfifierkorps betragen mithin 94,7 Prozent. 29 230 Osfi- zieren des Beurlaubten^ -mdes bei Kriegsbeginn steht ein Zugang im Kriege von 137 760 Personen gegenüber. Hiervon sind tot oder vermißt (wahrscheinlich tot) 24124 (14,4 Prozent) und verwundet 32339 (19,4 Prozent) Neseroeosfiziere. Die Eesamtoerluste betragen 33,8 Prozent.
Diese Zahlen, die den Verlustlisten entnommen und sicher eher zu gering als zu hoch gegriffen sind, dürften deutlicher als alle anderen Belege über die Tätigkeit und das Verhalten des deutschen Osfizierkorps im Kriege Ausschluß geben.
Die Wahle».
Von der hessischen Volkspartei.
Die hessische Volkspartei hat an das Staatsimnisterium folgendes Schreiben gerichtet:
Namens des Geichäftssührenden Ausschusses der hessischen Volkpartei lege ich Verwahrung ein gegen die Bestimmung des 8 9 der Wahlordnung für die Nationalver- rersammlung, wonach die Stimmbezirke durchschnittlich 2500 Einwohner groß sein sollen. Wird diese Bestimmung wörtlich dnrchgesührt, so müssen mehrere kleinere Ortschaften in einem Wahllokal vereinigt wählen. Jm Odenwald und Vogelsberg müsten alte, kränkliche oder schwer abkömm- liche Wähler und Wählerinnen stundenlang über Land gehen, um zur Wahlurne zu kommen. Damit wäre eine große Anzahl ländlicher Wähler praktisch ihres Wahlrechts leraubt.
Wir erwarten von der hessischen Regierung, daß sie eine solche Vergewaltigung der Landbevölkerung verhindert.
Meisel, Rechtsanwalt.
Hclfferich für einen Block der Rechten. In einer von der Deutschen Volkspartei in Stralsund abgehaltenen Versammlung sprach sich der frühere Staatssekretär Dr. Helffe- :ich für die Zusammenfassung aller Kräfte rechts von der Demokratischen Partei ans. Mit der Demokratffchen Partei werde sich ein Bund nicht flechten lassen, weil sie ein Zusammengehen mit den anderen Parteien nicht wünsche, sondern sich ein Zusammengehen mit den Mehrheitsjozialisten ofjen halte.
Ans der Heimat.
Mo der Mein bleibt. Dem Kriegsministerium gehen in letzter Zeit ans den Kreisen des Weinhandels und der Trinkbranntweinindustrie in größerem Umfange Anträge auf Zuweisung von Wein und Trinkbranntwein aus Hee- resbeständen zu. Das Kriegsministerium macht darauf aufmerksam, daß zurzeit ein Verkauf der in Rede stehenden Bestände noch nicht in Frage kommt. Soweit die vorhandenen Mengen nicht zur Verpflegung des Feldheeres verbraucht werden, werden die zurzeit etwa verbleibenden Nestbestände von Mein an die ..Weinhandelsgesellschaft", von Trink, branntwein an die „Neichsbranntweinstelle" übenviesen werden. — Mir müssen gestehen, sehr hoffnungserweckend, daß mm bald wieder Mein oder Branntwein zu erträglichen Dreisen an die bürgerlichen VerdrauckM gelangen, klingt das nickt.
Dorn-Assrnhc''m, 27. Dez. Zu Ehren seiner aus dem Felde heimgekehlten Mitglieder veranstaltete am 2. Weihnachtstag der hiesige Turnverein in seinem Vereinsloka! eine Vegrüßungsseier. Mit herzlichen Worten begrüßte
Lehrer Lotz die Zurückgekchrteu uifir gedachte der; auj dem
Felde der Ehre Gefallenen. Von 45 Mitgieder waren 31$ unter die Waffen gerufen, 6 starben den Heldentod. Die Veranstaltung läßt erhoffen, daß in dem strebsamen Verein bald wieder frisches turnerisches Leben pulsieren werde und» die edle Turnkunst als ideale Volkssache eine günstige, Pflegestätte finden wird.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Silvester.
Dienstag, den 31. Dezember 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags Wz Uhr: Herr Pfarrer Drehl. Miti' Wirkung der Ehorschule.
Abends 8*4 Uhr: Herr Pfarrer Diehl.
Neujahrsfest.
Mittwoch, den 1. Januar 1919.
Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger.
An Silvester und Neujahr Kollekte für die kirchlich-
A: menpflege.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
10 Uhr' Gottesdienst.
’wt
Katholische Gemeinde.
Dienstag, den 31. Dezember 1918: (Silvester.), Veichtgelegenheit von 4 Uhr an.
Abends 8 Uhr' Predigt und Andacht mit Segen.
Mittwoch, den 1. Januar (Ne»jahr.) Beichtgelegenbeit von 6 Uhr an.
Uhr' Frühmesse.
8 Uhr! Mstitärgortesdienst.
%10 Uhr- Hochamt mit Segen und Predigt.
Nachm. 2*4 Uhr: Andacht.
Während der Woche: V-{1 und 7 Uhr: hl. Messe.
Freitag abends 6Vi Ubr: Herz-Jesu.Andacht.
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Offene Stellen:
55 Knechte. 3 Tagelöhner, 1 Kut'cher. 3 Knechte- und Tage- löhner,amilien. 1 Vorarbeiter mit 6 Leu en. 10 Mann zum Holz» malten, 1 Schmiede-, 1 V.icker- und ein Gärtnerlehrting, 2 Baumwarte, 1 Wagner. 3 Schuhmacher, 1 Metzger, hiesige Arbeiter für stadt. Arbeiten. 35 Dienstmägde, 17 Hausmädchen, 1 Waschfrau,
2 Monatsmädchen, 1 Köchin, 1 Büffetfräulein, 1 Haushalten»..
Ctellenfuchende:
Mehrer Melkerfamilien und ledige Melker, 4 Melkerinnen,' mehrere Bürogehilfen und -(innen), 1 Haushälterin, 2 Mädchen ür Gutsküche, Geschäftsleute aller Art.
Verantwortlich für den politischen und lokalen 5ei!- Otto Hirschel. Friedberg-, für den AnzeigenMl:
Iriedberg. Truck und Vertag der „Neuen Tageszeitung^ A G.. Friedberg i H
Strebsamer junger
Landwirt
19 Jahre alt, einjähr. Berechtigung. besuchle die landw. Schule, seither in eigener Landwirtschaft tätig, sucht so ort Stellung aw Verwalter. Off. a. d. Geschäftsstelle d. Bl. unter Nr. 2535.
Wo bietet sich arbeitsfroh, streb>.
jirng. Mm
mit etw. Vermög. Gelegenheit, in ein. kl. Landwirtschaft einzu- rrelen oder einwheiralen.
Anfragen sind zu richten unter Nr. 2534 an d. Gesch. d. Bl.
Landwlrtswyn jucht Stelle als
Uerwatter
ai f mittlerem Gute, 23 Jahre alt, bis zum Kriege aus väterlichem Gut beschäftigt.
Wilhelm Vahr.
Hofgut rUohrboch (Oberheffen).
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23 Jahre, sucht Stelle als
Wolonfiar
auf größerem Hosgut.
Offerten unter 34. B. lOÖ an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung".
Zuverlässiges
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Frau E. Kümmich,
Ei'enhanoiung. Friedberg.
Für Vilbel und Kaichen werden tüchtige, zuverlässige
Fuhrleute
gesucht, möglichst in oben angeführten Ortschaften ansässig, luhrverkehrsamt des Kreises Friedberg Friedberg, Schloß, Zimmer Nr. 6. I A : Waase m.
Ein
Schmiedgesrll
sofort gesucht. Kost und Logis, guter Lohn, dauernde Arbeit. Karl Wenzel, Schmievemeister Gronau b. Vilbel.
Kkßcrrg itiiiDdicn
oder Monatsmädchen gesucht. Friedberg, Ludviqstraße 4, Iß Suche sofort eine tüchtige
Monatsfrau
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