NMoliedern die Aufnahme in die demokratische Volks- partei verweigert weil sie Mitglied der Valerlands- ;uuUt geweckt seien.
Reichs? und Landtagsabgeordneler Werner freute sich darüber, daß endlich auch in Eieszen der völkische Gedanke wachgerufen sei, wo man früher verächtlich auf die kleine Schaar seiner Anhänger herabgeblickt habe. Unsere Sozialdemokraten seien immer erst Sozialdemokraten und dann in zweiter Linie erst Deutsche gewesen, hätten auch den Krieg sowie den jetzigen Zusammenbruch nicht verhindern-können. Auch der Versuch, Frieden zu schließen, sei in die Brüche gegangen. Man habe der seitherigen Regierung Täuschung vorgeworfen, man habe ihr den Vorwurf gemacht, daß sie sich mit Welteroberungsplänen getragen habe, aber der Wille zum Siege sei doch allgemein gewesen.. Auch die Sozialdemokraten hätten die Kriegskredite bewilligt. Fortschrittler wie Sozialdemokraten, wie Roste. Dr. Erdmann, Dr. Queffel seien für den Ubootkrieg gewesen. Diese Vorwürfe seien aber nur eine Brunnen- vergistung der öffentlichen Meinung. Scharf geißelte er „Frankfurter Zeitung" und „Berliner Tageblatt". Nie sei ein Friedensangebot vom Ausland gemacht worden, freilich einen Vernichtungsfrieden wie jetzt habe man stets haben können. Die Angriffe der Linken solle aber nur die Blicke von der jetzigen Lage ablenksn. Gerade die Linke habe stets einen Sonderfrieden bekämpft. Unternehmergeist muffe erhalten bleiben, damit Dir konkurrenzfähig bleiben. Gerade die sozialistische Kriegswirtschaft habe gezeigt wohin die Sozialisierung des Staates führt. Mittelstand müsse gestärkt, kleiner ttnd mittlerer Besitz gefördert und vermehrt Großgrundbesitz beschränkt und Fideikomiffe ausgehoben werden. Kriegsgewinn und spekulativer Grostbesitz scharf angefaßt werden. Autoritär, Disziplin, Unterordnung und eine gute christliche Erziehung in Schule und Haus, Einigkeit von Stadt und Land feien im neuen Staat nicht ZU entbehren. Freie Bahn dem Tüchtigen müsse geUen. Stürmischer immer wiederholender Veisail wurde dem Redner zu Teil.
Ober Postschaffner Rorch sprach als Unterbeamier. Er fordene unter anderem Freiheit, Rechte, Existenz- freiheit für Beamte und Arbeiter.
Dr. Sevin überbrachte Grüße der neugegründeten Ortsgruppe der deutschnationalen.Partei in Offenbach. Er rann nicht annehmen, daß bei den zukünftigen Wahlen die Sozialdemokratie die Mehrheit bekomme, Wenn alle deutschen Männer und Frauen ihre Schuldigkeit, . ihre Wahlpflicht, erfüllen. Bier Jahre habe ec als Soldat an der Front gestanden und könnte die gegenwänige traurige Lage unseres Vaterlandes gar Nicht begreifen.
Mit einem zu Herzen gehenden Schlußwort schloß bet redegewandte Vorsitzende mit einem Hoch aus das geliebte deutsche Vaterland die Versammlung.
Sozialdemokratische Kandidaten.
Als Kandidaten für die Nationalversammlung Eden folgende Genossen bestimmt: 1. Ulrich, Ministerpräsident; 2. Dr. David, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt; 3. Dr. Queffel, Darmstadt; 4. Hasen- zahl, Erbach' 5. Frau Kauf, Offenbach; 6. Beigeordneter Adelung. Mainz; 7. Engelmann, Mainz; 8. Lux, Niederflorstadt; 9. Vetters, Gießen. — Die Zusammensetzung der Vorschlagsliste für die hessische Volkskammer ergab folgendes Bild: 1. Karl Ulrich, Ministerpräsident, Offenbach a. M.; 2. Dr. Heinrich Fulda-, Ministerialdirektor, Darmstadt; 3. Hermann Neumann, Ministerial- drrettor, Offenbach a. Al.; 4. Georg Raab, Ministerialdirektor, Pfungstadt; 5. Leonhard Eißnert, Beigeord- r-cter, Offenbach a. M.; 6. Georg Kaut, Redakteur, Ofsenbach a. M.; 7. Heinrich Delp, Eewerkschastsbe- amier, Darmstadt; 8. Jung. Rüffelsheim; 9. Bernhard Adelung. Beigeordneter, Mainz; 10. Johann Engelmann, Arbeitersekretär, Mainz; 11. Wilhelm Seel, Stadtverordneter, Mainz; 12. Bernhard Rechtien, Ar- beiterfUretär, Worms; 13. Friedrich Vetters, Redakteur, Gießen; 14. 'Anton Lux, Landwirt, Nieder-Florstadt; 15. Friedrich Hartmann, Landwirt. Mühlhausen; 16.
Franz Gruber, Stadtverordneter, Alzey; 17. Konrad Dechert, Stadtverordneter, Alsfeld; 18. Marg. Steinhäuser, Offenbach a. M.; 19. Jvs. Bauer, Kaufmann, Mainz; 20. Heinrich Bornemann, Redakteur, Darmstadt; 21. Albert Schulte, Kaufmann, Worms; 22. Bruno Witiich, Buchdrucker, Butzbach; 23. Franz Roß, Stadtverordneter, Vensheim; 24. Häuser. Gießen; *25. Lang, Urberach; 26. Wilh. Knoblauch, Redakteur, Darmstadt; 27. Wilh. Piehler, Gewerkschastsbeamter, Mainz; 28. Jakob Bigr, Lagerhalter. Osthosen; 29. Wilh. Wid- mann, Parteisekretär, Offenbach a. M.; 30. Bernhard Schildbach, Redakteur, Mainz.
Ans der Heimat.
Fried-erg. 28. Dezbr. Zu dem in unserer in Nr. 391 vom 23. Dezember geschilderten Vorfall bemerkt die Presse-Abteilung des A.- und S.-Rates folgendes: 2m Schloß, nicht in der Vergkaserne, hantierte ein Fahnenjunker-Unteroffizier in leichtsinniger Weise mit seinem Revolver. Dabei feuerte er einen Schuß zum Fenster hinaus. Von einem Kameraden über sein Tun zur Rede gestellt, hielt er ihm die Waffe vor den Kopf. 2m selben Moment entlud sich der Revolver und der Mann stürzte tot zu Boden. 2n dem Toten handelt es sich um den Sohn einer Witwe, die schon zwei Söhne vor dem Feinde verlor. — Ferner erhalten wir nachstehende Berichtigung: Die bei dem Pferdediebstahl von einer Patrouille sestgenommene Militärperson ist nicht, wie irrtümlich gemeldet, gestorben, sondern befindet sich im Vürgerhospital außer Lebensgefahr und aus dem Wege der Besserung.
Was gibt es die kommende Woche? Montag, den 30. Dezember: Filder-Meißkraut; Käse, nur für Bezirk II, Rr. 1—500. Dienstag, den 31. Dezember:' Lieferung bestellter Kohlraben. Donnerstag, den 2. Januar: Bestellung von Nährmitteln. Freitag, den 3. Januar: Margarine. Samstag, den4. Januar: Butter an Kranke: LUiheres über Zeiteinteilung, Menge und Preis siehe Bekanntmachung.
* Die Alt leid erstelle ist in dieser Woche am Samstag. den 28. Dezember, nachmittags von Uhr
geöffnet.
Direkter Verkehr Darmstadt—Frankfurt a. M. Seit Sonntag, den 22. Dezember verkehren auf der Strecke Darmstadt—Dieburg—Offenbach—Frankfurt zwei neue Zugpaare. Diese Züge sind beschleunigte Personenzüge 2.—4. Klaffe, die auf den Zmischenstationen nicht halten. Hinfahrt: Darmstadt ab: 8.15 vorm, und 4.05 nachm.; Dieburg an: 8 45 vorm, und 4.35 nachm., ab Dieburg: 8.46 und 4.36; Oberroden an: 9.01 und 4.51, ab: 9.02 und 4.52; Offenbach an: 9.37 und 5.28, ab: 9.38 und 5.29; Frankfurt an: 10 01 und 5.53. Rückfahrt: Frankfurt ab: 10.50 vorm und 6.56 nachm.;
Osfenbach an: 11.15 vorm, und 7.19 nachm., ab: 11.16 vorm, und 7.20 nachm., Oberroden an: 11.52 vorm, und 7.56 nachm., ab: 11.53 vorm, und 7.57 nachm.; Dieburg an: 12.08 und 8.12 nachm., ab: 12.10 und 8.14 nachm.; Darmstadt an: 12.40 und 8.44 nachm.
Aus Staikcnburg.
Darmstadt, 28. Dezbr. Das zwecks Verwendung als Polizeiw.ippe am Samstag mittag wieder aus Erbach seiner vorübergehenden Garnison hierher zurückgekehrte Bataillon des Leib-Garde-Inf.-Negts- Nr. 115 erhielt nach seinem Einzug in die Alexanderstraße den Besuch lEs Oberbürgermeisters Dr. Gläffing, der den Offizieren und Mannschaften den herzlichsten Willkom- mengruß der Stadt anbot, wobei er auch den aus dem Felde der Ehre Gefallenen gedachte. Er gab dann bekannt, daß sämtlichen Leuten im Auftrag der Stadtverwaltung Weihnachtsgeschenke überreicht wurden. — Das Landesmuseum, das einige Tage geschloffen war, ist von je >l ab wieder Sonntags von 11—1 und von 2—4 Uht geöffnet; am Neujahrstage ist es wie Sonntags zu besichtigen.
die Leistungsfähigkeit, die Beseitigung drr Pension unr des Tttelwesens der Beamtenschaft. Bürger Bastian beantragt direkte Ablehnung in Anbetracht der Schmie- rigkeit der Frage. Staats minister Ulrich wünscht in; Interesse der Beamten selbst, die Begründung des An« träges zu hören. Bürger Melior spricht für den Antrag, der aber in einzelnen Punkten zu scharf gehalten sei: Ministerpräsident Ulrich tritt in eingehenden Worten fiii die Beamtenschaft ein, die in der schwierigen Lage mff verschwindenden Ausnahmen voll ihren-Mann gestanden habe. 2n dieser allgemeinen Form lasse sich der Antrag "nicht behandeln. Das Ministerium werde in allen ihm bekannt werdenden Fällen Remedur schaffen. Bürger Dr. Wolfs, der in Abwesenheit des Antragstellers die Anträge verteidigst glaubt, daß man diele mißverstanden bade. Man wolle vor allein das Kliquenwefen, die Vetter- und Vasenfchajt beseitigt wissen und damit dem Worte: „Freie Bahn dem Tichtigenl" Geltung verschaffen. Bürger Bastian erwidert, daß es unmöglich Sache des Volks rais sein könne, diese schwierige Frage zu lösen. Die Zusammenarbeit mit der Beamtenschaft gerade in den jetzigen Verhällnigen lege das beste Zeugnis für die Beamtenschaft ab. Redner glaubt nicht, daß die Vetterns hast in dem Maße herrsche, wie ange- deuter werde. Nach weiteren Ausführungen des Ministerpräsidenten und der Bürger Dr. Wolff, Koch u. a. werden die Anträge einstimmig abgelehnt. Ein Antrag, belr. die allgemeine Einfuhr - der Arbeitslosenunterstützung wird Der Regierung s Material überwiesen. Dann erstatteten Bürger . lanrt und Loos Bericht über die allgemeine Räteversammlung in Berlin.
Große Verkehrsstörungen sind jetzt auch im Odenwalde zu verzeichnen. Seit einigen Tagen kommen die Züge aus Erbach—Ebelbach oft mit erheblicher Verspätung in Darmstadt an. So traf am Samstag abend der nach 9 Uhr fällige Odenwaldzug erst Sonntag früh nach 5 Uhr ein. Die Ursache ist in dem starken Militär- verkehr im Hinteren Odenwald, insbesondete auf den badischen Strecken, zu suchen, wo die letzten Nachzügler von der Westfront jetzt über die badischen Strecken nach ihrer bayerischen und württembergischen Heimat befördert weiden.
- Bieber. 19. Dez. Zur Prüfung der Lebensmittelverteilung durch die Bürgermeisterei während der Kriegs-- zeit war von den hiesigen Einwohnern eine Kommission eingesetzt worden. Die von dieser Kommission geführte Untersuchung ergab nun. daß in der Lebensmitteloer-, teilung eine starke Mißwirtschaft getrieben wurde. Die ganze Angelegenheit wurde der Staatsanwaltschaft übermittelt.
Kirchliche Uachrichtcu.
'A_- Evangelische Gemeinde.
Sonntag nach Weihnachten, 29. Dezember 1913.
Gottesdienst in der Stadtkirche,
Dorm. 9 3 4 Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil FauerbaK
10 Uhr: Gottesdienst. Begrüßung der Kriegsteilnehmer.
1 Uhr: Jugendgottesdienst.
Katholische Gemeinde.
Sonntaa, den 29. Dezember 1918. Beichtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an.
Uhr' Frühmesse.
8 Uhr bl. Messe.
Vs 10 Uhr Hochamt mit Predigt.
Nachmittags 2% Uhr WeihnaKts-Andacht.
Um 5 Uhr Versammlung der Frauen und Jungfrauen in der Kirche.
Während der Woche: VI und 7 Uhr: hl. Messe. x
Verantwortlich fiir den politischen und lokaleck TeW: Otto Hirsche!, Friedbera: für den Anzeigenteil: E. Schmidt, gliedberg. Truck und Verlag der »Reuen Tageszeitung", A G.. Friedbera i H
Hessischer Volksrat. In der gestrigen Sitzung, die von Bürger Delp geleitet wurde, beriet man zunächst eine Anzahl Anträge des Bürgers Dr.-2ng. Heydt, betr.
Pferde- Versteigerung
Am Dienstag, den 31. Dezember 1918 kommen in
RoSeuLerg
240 Pferde
schweren und leichien Schlages, darunter belgische Arbeitspferde, die zu landwirtschaftlichen Zwecken gut geeignet stnd, des 2uf.-Regts. 186 zur Versteigerung. StaÜ- halfter und Anbindeketten sind mitzubringen.
Teilnehmer an der Versteigerung müssen durch behördlichen Ausweis dartun, daß sie keine Händler sind ^nd die Pferde zum eigenen landwirtschaftli gen Betriebe benötigen.
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tragen oft kein Bruchband, weil ihnen der Druck ihres Federbandes zu lästig ist, verschlimmern idr Leiden aber dadurch.
Mein Bruchband „8 jleal 4 * ohne Feder, eigenes System, auch bei Nacht tragbar, bietet die grösste Erleichterung, unter Garantie für tadelloses Passen. u. V®Jen,
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Durch die schlechte Bahnverbindung bin ich verhindert nach dorten zu kommen, bestellen sie deshalb schriftlich.
Bandag.-Spezialist Eugen Frei, Stuttgart, Rronortr.t
i’r Ü W-lilS
ifitgiMt« LKiMn du Ml MtNni t.itajtjtnii.
Beginn am 15. Januar. Dauer 4 bis 6 Wochen. P^is und Arbeitsstunden werden vorher mit den Teil- nehmerinncn vereinbart.
^ Anmeldungen alsbald erbeten bei Heinrich Kühl, „Zum Maulbeerbaum", Friedüerg, Kaiftrstr. 6(1
3!
Habe am hiesigen Platz, Kaiserftra'ze 11. ein Geschäft errichtet Zum Anlauf von
Lumpen, Altpapier, Alteisen, Knoche«, Metalle und jeder Art Fette.
--------- Zahle die höchsten Tagespreise. --------
2)4*1$ SlCJllCdV, Prioalwohm/^asielsü. 78,jL im Hause des Herrn Lpengienneister ftricf.
Iagdverpachtung.
Am 20. Januar- nachm »tags I Uhr, wird die hiesigr Eemeindejagd in der Wirtschaft Karl Blcl; auf weitere 6 Jahre mei'tbietend verpachtet. Die Jagd umfaßt 2460 Liorgen Wald und 2200 Morgen Feld, bat guten Hochwildoestand und liegt 1 Kilometer vom Dal-nhof Oftheim bei Butzbach entfernt.
Hoch-Weisel, den 20. Dezember 1918.
Bürgermeisterei Hoch-Weisel.
D i e h L
teils- a. Mit*® Man L
Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
Am Dienstag, den 31. Dezember d. JL und am Donnerstag, den 2. Januar 1919 bleiben unsere Geschäftsräume wegen Aufnahme der Bestände geschlossen.
Die Spareinlage-Zinsen für das Jahr 1918 werden vorn 3. Januar 1919 ab ausbezahlt oder gutgeschrieben.


