Dro Kranklseil Des Kaisers.
Am'^rdam. 23. De. (W. 53.) Die Niederländische Dcleqr.-A'eniur meldet lius Amerungen: Der Kaiser
War ari)t Taqe krank. Er litt an einer schweren Er- külnina, die in Bcrüindung mit dem feuchten Klima ein Wiederaufleben seines alten Ohrenleidens vcrur- sachte. so dah er während mehrerer Tone schwer litt. Unter der Behandlung eines Spezialisten aus Utrecht besserte sich sein Zustand at-mählich. Am Freilag ver- lies; er ^um erstenmal wieder das Zimmer, must aoer wegen des ungünstigen Wetters innerhalb des Schlosses bieiben.
Wahlen in Krann schmeiß.
BrasnschWri^, 23. Dez. Nach den bis zum Mittag vorliegenden' Zahlen entfallen bei den Wahlen zur brnuns.hweigi'chen 2andesv?r!am nlung 3960!) Stimmen auf die demokratffckie Volkspartei, 48000 auf die Mehr- beits ozicklfften. 46 000 auf den Landeswahlnerband (Kons und Welfen). 43600 auf die unabhängigen Sozialdemokraten. Das Ergebnis von über hundert Orten steht noch aus. Bei den Neichskagswahlen rm Jahre 1912 wurden 48200 sozialdemokratische, 23 777 na ionalUberole, 10065 welfifche, 10275 freisinnige und 6713 konservative Stimmen angegeben. Die Sozialdemokratie war also schon in der Mehrheit l48200 sozialdemokratische gegen 50830 bürgerliche Stimmen, Wahrend jetzt das Verhältnis 92200 gegen 85600 ist, das ober durch die Stimmen aus den 'ehlenden ichrten noch verändert werden wird. Iedenfa'. s ist die hohe Stimmenzahl, die auf den Landesverband gefallen sind, erfreulich, die Zahl der Stimmen har sich mehr wi- verdreifacht. während die sozialdemokratischen sich nicht einmal verdoppelt hoben und die Liberale): nur von Z30LX) auf 39 090 gestiegen sind.
Deutsches UsUr- wach auf!
ii.
Die Lehren von der Möglichkeit eines Verftän- dtaun^sfriedens und des Völkerbundes waren Utopien und werden sie bleiben. Man meist nicht wie num es nennen soll. dast sührcnde deutsche Politiker blindlings auf die Phrasen eines Lloyd George und Wilson ern- aingcn. bilden doch diese Lehren nichts anderes als die Grundlage der englischen Propaganda für das feindliche Ausland. Wenn ein Chauvinist und Nevonche- politiker wie Clemenceau mit diesen Lehren einverstanden war oder diese stillschweigend gut hiest, dann bedurfte es für deutsche Politiker keiner weiteren Warnung. Und doch hat noch nicht einmal die dauernde schroffste Ablehnung aller unierer Friedensangebote belehrend auf diese Herren gewirkt. Jetzt a?n 2. Dez. 1918 schreibt der „Vorwärts": „Es gibt keinen Zweifel, dast die Gegner entschlossen sind, uns aufs tiefste zu demütigen und zu verletzen, jeden Funken Würde . bei uns zu zertreten. Der ungestüme Kriegshast will seinen Triumph voll anskosten. Und da gibt es noch Leute, die durch tolle Treiberei die Gefahr eines feindlichen Einmarsches in Deutschland vergrößern Helsen. Diese Einsicht des „Vorwärts" komm! heute zu spät, früher schrieb er anders. Wen der Herr verderben will, den schlägt er mit Blindheit! Welch' traurige Nolle must Erzberger, als Vorsitzender der Wasienstillstandskom- mistion und mit ihm diese selbst, von diesem. Standpunkt aus betrachtet, in den Augen der Gegner spielen. Wie schon oben gesagt, war mit dem Augenblick des bulgarischen. Zusammenbruchs ein deutscher Sieg unmöglich. Von da ab gab es nur noch eine Ausgabe für Regierung, Heer und Marine, einen möglichst günstigen und baldigen Frieden zu erreichen. Ziellose Politik nach innen und außen, steter Wechsel in den Negierungorganen, Schwäche nach rechts und links sind die Fehler des alten Systems, der Monarchie, bedingten deren Untergang. War Lud endo ist die überragende polnische Persönlichkeit und als solcher erkannt, dann mußte er seitens der Negierung an die Rolle berufen weroen an welche er gehörte, von §er aus er eine ziel- bewußte Politik, getragen durch eigene Verantwortung, duc.gführen konnte. War er nicht die politische Gröste, dann mußte die Negierung Maßregeln ergreifen, die ihm eine pMusche Betätigung unmöglich machten. Für den ob'.ettiven Beobachter ist der Fall Ludendorff ein Vorbildlicher Beweis für die Unfähigkeit des alten Systems, für den Mangel eines überragenden poli- tstchen Führers. ^ Hier soll nicht vergessen werden zu betonen, dast unser Volk gerade unter dem alten Obrig- kecksjiaate eine riesige Entwicklung durchgemacht hat. Die eiserne Pflicht, Ordnung und Disziplin, gepaart mit Fleiß, Energie und Ausdauer schufen in 44 Jahren aus einem arnien zerisienen Lande und Volle ein blühendes Staatswefen, ein reiches Volk. Ein derart rascher, gewaltiger Aufschwung, ein derart gewaltiger Zusaylmenbruch steht einzig da in der Weltgeschichte. . ... Doch nicht allein Regierung, Parteien und Presse tnfst der Vorwurf der Schuld am Zusammenbruch, auch das -oolk in allen seinen Schichten, Heer und Marine tragen ihren Anteil. Gewiß hat uns das Fehlen eines wirtschaftlichen Generalstabs schweren Schaden gebracht, gewiß sind viele Mängel und unliebsame Zustände und Vorkommnisse hierauf zurückzuführen. Nichtsdestoweniger bletbt es nackte Tatsache, dast viele unserer Volksgenossen aus allen Gesellschaftskreisen, genau so wte es die meisten der Herren Verufsparlamenlaner, Forteipokütker und Zeitungsschreiber taten, ihre persön- :. ld J en Interessen, ihr persönliches Wohlergehen höher steltten als die Interessen, als das Wohlergehen des
gesamten Volkes und Vaterlandes. Auch der heutige Bürokratismus trägt, nicht zuletzt, einen guten Teil Schuld. Die bürokratische Schwerfälligkett der unteren Regierungsorgane erschwerte ungemein die Nationierung der Lebensmittel, trug Unzufriedenheit unter Erzeuger und Verbraucher. Die Kriegsgesellschasten schossen wie Pilse in die Höhe, verdarben mehr als sie gut machten. Bestechungen, Schiebungen, Wucher. Habgier, Egoismus, Schleichhandel, Hamsterei, Nücksichtslosigkeit. waren in allen Schichten der Bevölkerung gang und gäbe, nahmen derart überhand, dast nur rücksichtslosestes Zusagen hier Einhalt hätte gebieten können. Dazu war natürlich die Negierung zu schwach, unsere Herren Volksvertreter hatten keine Zeit, höchstens zur Kritik und der Unwille in Volk und Heer wuchs. Vielleicht ging gerade so alles ganz dem Wunsche manches Berufs- und Parteipolitikers entsprechend. 2n der Heimat vermehrten sich die neuen Millionäre wie die Blattläu'e, Niesensummen wurden verdient. Die Reklamierten. Schwer- und Schwerstarbe'tter verdienten schweres Geld, nicht allein in den Fabriken, Gesellschaften u. s. w.. sondern auch noch nebenbei. — Gelegenbeitsgeschäfte. Wucher, Schiebung u. s. w. — Unglaubliches hat man sich geleistet und ist noch in bester Erinnerung. Demgegenüber litten die Angehörigen der Soldaten, der Unteroffiziere und Mannschaften Not. die ausgezahlte Unterstützung war viel zu gering um vor Not zu schützen, die Lebensmittel, welche auf Grund der Na.ionierung zustanden, reichten zur Ernährung nicht aus. Welch bittere Rot mag manche Familie gerade aus dem Mittelstände hinter sich haben, die zu stolz um betteln zu gehen, lieber jahrelang Hunger litt.
Ans der Ke'mrtt
Worte und Taten. In einer Cwdwerordnetenverfamm- l"ng in Fnedbeva am 20. Dezember standen die Vorarbeiten für die BürgermeifteNvahl auf der Tagesordnung. Bei der Besprechung über ein zu erlassendes Ausscheiden wurde aus der Versammlung der Antrag gestellt, daß nur solche Bewerber in Frage kommen fällten/ die Prüfungen für das Richteramt oder für den höheren Vei'wattttngsdierlst abgelegt hätten. Stadtverordneter Leuchtgens, der ausdrücklich feststeüte. bafe er selbst sich nicht für die Stelle interessiere, brachte den Antrag ein. keinerlei Beschränkungen inbezug ans die Vorbildung der Bewerber in das Ausschreiben auf- zt'.nehuien, damit auch tüchtige. strebsame Männer mit nicht akademischer Bildung in die Konkurrenz eintreten könnten. Dieser Antrag wurde aus der Versammlung lebhaft bekämpft und gegen vier Stimmen niedergeslimmt. Das Merkwürdige dabei liegt in der Tatsache, daß der Führer der Friedberger Demokraten und Kandidat der demotra- tisckren Partei. Beigeordneter Vuckchruckereibesitzer C. D a m m auch gegen den Antrag Leucht ge ns stimmte. Tie Demokraten haben den Ausstieg der Tüchtigen und die Sorge für den kleineren und mittleren Beamtenstand aus ihrer Fahne stehen. Sollten angesichts dieser Handlungen. die keines- Wegs allernftehen. ruhige, denkende Diirger nickst an den großen Worten d-r Demokratien, mit denen sie sich für Volksrechte einsetzen. irre werden? .
K Evangelische Gemeinde. Die Gottesdienste am bevor- stehenden Weihnachtsfest, am Sonntag nach Weihnachten, am Silvesterabend und am Neujahrstag werden sämtlich ln der ei-wärmten Stadikirche gestalten werden.
Frctgnbe der Fahrradbereifungen. Nach einer Bekanntmachung der Kriegsrohstossableilung sind, die früheren Bekanntmachungen über Beschlagnahme. Bestandserhebung. Enteignung und.Höchstpreise von Fahrradbereifungen jetzt ausgehoben worden. Das Radfahren würde also, soweit tste Fahrradbereifung ln Frage kommt. wieder frei sein.
Ball-Rauhem. 21. Der. Gestern Abend wurde in der Turnhalle eine Ortsgruppe der Hessischen Volks- partet gegründet. Die Versammlung war sehr gut besucht. Herr Seminarlchrer Leuchtgens-Friedberg entwickelte unter großem Bestall der Zuhörer das Pro- czramm der n.suen Partei. Die Ottsgruppe erhielt so- fort 60 Mitglieder. Zum Vorsitzenden wurde Professor Dr. Weber gewählt. Der Verein wird sofott eine rege Werberäligkeit entfalten. Die Demokraten konnten es sich nicht versagen, am Saaleingang ein Flugblättchen zu verteilen, in dem der sck wache Versuch gemacht wurde,* gegen die Hessische Vollspanei Snmmung zu machen. Der Erfolg der Versammlung wurde durch das demo- tratische Machwerk nicht beeinträchtigt.
Franksturi n. M., 22. Dez. Dem Milchhändler Wist). Breht, TeLiorstraße 20 wohnhaft, wurde vom Polizeiprä-^ sidenten der Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs insbesondere Nahrungs- und Futtermitteln aller Art, wegen Unzuverlässigkeit untersagt. Brehl hat als Verteiler der Molkereigenossensclxckt der vereinigten Milchhändler durch unlaurere Machenschaften Milch beiseite gesckxffft und ohne Bezahlung in seinem Interesse verwendet und sich dadurch eines großen Vertrauensbruchs sästttdig gmacht.
Lampertheim, 19. Dez. Der 27jähiige Tagelöhner Jakob Glaser von hier wurde in Waldhofen beim Ganse- diebstahl überrascht und als er auf Anruf von Volks- wehrleuten nicht stehen blieb, erschosien.
Kirchliche Kachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Heiliges Weihnachtsscst.
1. Mristfesttag. Mittwoch, den 25. Dezember 1918^ Gottesdienst in der Stadtkf rche.
Dorm, Uhr: Herr Pfarrer Ritter.
Mitwirkung der Ehorschule.
Abends 5*4 Uhr: Herr Pfarrer Diehb
.Kollekte für dfe Stadtkirche,
2. Christsesstag. Donnerstag, den 26. Dezember 1918. Gottesdienst in der Stadtkirchc.
Dorm. 9*4 Ubr' Herr Pfarrer Kleberger.
' Dtttwirkung der Ehor^chule,
Anschließend Feier des hl. Abendmahls/
Abends 514 Uhr: Liturgisck>-musitattsche Weihnachtsfeier. Mitwirkung der Chorschule.
Kollekte für die Stadttirche
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
1. Weihnachtsfeiertag. 25. Dezember.
10 Uhr Gottesdienst.
Anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls. I 14 Uhr: Zugendgottesdienst.
2. Weihnack'tsfeiertag, 26. Dezember.
10 Uhr: Gottesdienst.
(fvangeUsche Stadtmission Friedberg, Ludwigstraße 24. Mittwoch, den 2^.. Dezember (1. Weihnachtstag). abends Uhr: Weihnachtsseier.
Donnerstag, den 26. Dezember (2. Weihnachtstag), abends nickt um 5 Uhr. sondern um 71/2 Uhr: Kinderjeier in der Burgkirche.
Katholische Gemeinde.
Mittwoch, den 25. Dez Hohes Weihnachtskest. Beichtgelegenheit am Vorabend von 4 Uhr an uiid Feiertags früh von V>6 Uhr an.
5 Uhr: Christmette mit Predigt. Daran anschließend halbstündlich hl. Messen bis d Uhr.
. 14 IO Uhr: Feierliches Hochamt mit Segen und Predigt. Nachm. 'A3 Uhr: Feierliche Vesper Veichtgelegenheit bis 4 Uhr und wieder von 6 Uhr an.
2. Feiertag. 26. Dezember.
Veichtgeleaenheit von 6 Uhr an.
347 Uhr- Frühmesse.
8 Uhr: Singmesse. t/clO Uhr- Hochamt.
2‘4 Uhr- Weihnachtsandacht.
4 Uhr- Versammlung des Iünglmgsvereins.
Während der Woche- V-7 und 7 Uhr: hl Messe.
Verantwortlich für den politischen und lokalem ^ ’ Tmo
Hir ^ chel. Friedberg: für den Anzeigenteil: C. S ch m i d t, 5riebberg. Truck und Verlag der ..Neuen ragtsz..ttung^ A G.. Friedbera i H
Detr: Fleischner orzung.
pekannimachnna
Ich blinde hierdurch wr öffen?- lichen Kenninis. daß auch für die laufende Woche Fleisch und zwar nur ausschUetztlch Rirdsleisch zur Verteilung an die Einwohner- schait gelangt.
Die säm ltchen Schrvemenietz- ger und der Nalbsmotzger Weiß verlausen an ihre Kunden anstau Schweine- und Kaibsieiich. gleichfalls d'ündfteüch.
Die Abgabe des Fleisches er- folgt nur unter Vorlage der Stainmkarten der abgelaufenen Flellchkarten, die von den Ultetz- gern auf der Rückseite mit dem vorgeschriebenen Stempeiauidluck zu veriehen sind Liranlenstei^ch kommt gleichfalls zur Verteilung
Die Ausgabe des Fleisches seitens der ^tetzger an ihre Kunden erfolgt am »Freitag, dca 27 . I. Mts., vor-Nlttags von 9-12 Uhr uns nachmittags von 1—4 Uhr. Friedderg, den 24. De einberlVId. Der Bürgermeister.
I. V.: D a m m.
Dekauntmachnng
Die Gültigkeit des von dem städt. Lcbensmitlel-Ausjchutz aus- gegebenen
Notgeldes
wird bis Ende Dezember 1910
verlängert.
Frredverg. den 20 . Der. 1913. Der Bürgermeister.
2. V.: Da m m.
Junger, streb,amei Landwirt. 18 Jahre all. gesund und krästig, Eins.lverechltgiing^ bcretts mehrere Jahre auf Gütern tätig gewesen. sucht Stellung als angehender
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