Die Geflingencnfrage.
Berlin. §6. Nov. Be! den fortgefllhrten Verhandlungen >er Wassenstillstandskommission in Span sind die Alliierten von Deutschland aufgefordert worden, zur Regelung der Eefangenen- frage Vertreter Frankreichs, Englands und Amerikas nach Deutschland zu schicken. Dementsprechend werden in den nächsten Tagen diese Vertreter in Berlin eintreffen. Der englische Vertreter hat aufs Entschiedenste protestiert gegen schlechte Behandlung der englischen Kriegsgefangenen und hat dabei hervorge- hcten daß die politischen Zustände in Deutschland keinen Grund der Entschuldigung bilden könnten. England werde volle Entschädigung verlangen und die Personen, die für nicht genügend gute Behandlung der englischen Kriegsgefangenen verantwort lich feien, zur Rechenschaft ziehen.
CriuidMe sin dir llfrjjflfpnij der knllgsskkiln KtttttlUMhörigkn.
Der Ueberqang der zur Entlassung kommenden Heeres- und Marinenngehörigen aus der militärischen Verpflegung in die allgemeine Lebensmittelversorgung der bürgerlichen Bevölkerung hat nach folgenden im Einvernehmen mit den militärischen Stellen lestgesetzten Grundsätzen zu erfolgen:
1. Die Verpflegung geschlossener Verbände erfolgt wle bisher durcb die Militärbehörde.
2. Bei btt Entlassung ist den zu Entlassenden Verpflegung fllr drei Tage mitzugeben.
3 Soweit die Entlassenen binnen dieser Zeit noch nicht in die Lebensmittelversorgung ihres neuen Wohnortes ausgenommen sind, erhalten sie bis zum 7. Tage nach der Entlassung durch die Zivilbehörden auf Grund ihrer Entlassungsbeschei- nigung die erforderlichen Ausweise zur Beschaffung ihrer Verpflegung oder, soweit Massenspeisungen oder besondere Verpflegungsstellen vorhanden sind. Verpflegung aus diesen.
Auf der Enilassungsbescheinigung (Soldbuch) ist zu vermerken. wo und wann Ausweise oder Verpflegung gegeben sind Rach Ablauf von 7 Tagen werden die Entlassenen regelmäßig in die Lebensmittelversorgung ihrer Wohnungsgemeinde ausgenommen sein.
4. Personen, die eine Enilassungsbescheinigung nicht vorweisen können, sind in erster Linie an militärische Verpflegungsstellen zu verweisen: befindet sich eine solche nicht am Orte, so stnd ihnen die zur Beschaffung der Verpflegung erforderlichen Ausweise jeweils für ein bis zwei Tage zu geben oder es ist ihnen durch Zuweisung zu Massenspeisungen usw für diese Zeit dre Verpflegung zu ermöglichen. Dabei ist darauf hinzuwirken daß ffr ssch auf schnellstem Wege bei der nächsten militärischen Meldestelle melden. Es empfiehlt sich. solchen Personen als Ausweis für die nächste Verpflegungsstelle eine Bescheinigung darüber auszuhändigen, wann, wo und für wie lange ihnen Berpfleanngsousweife oder Verpflegung gegeben stnd.
5 Eine Verpflichtung zu unentgeltlicher Verpflegung wird hierdurch den Gemeinden nicht auferleot.
6 Den Kommunalverbänden wird auf Antrag für die durch diese Bestimmungen herbeigeführte Mehrbelastung Ersatz gewährt werden. Anträge auf Ersah stnd bei der für die Lieferung in Betracht kommenden Provinzial-. Landes- oder Reichs- stelle unter Angabe der verpflegten Personen und der Ver pflegungstage zu stellen.
stets offenen Verrat getrieben: daß aber die ganze madjarssche Nation di.sse perfide Politik mitmacht, hat den Madjaren den letzten Nest von Sympathie genommen. Die madjarische Agrarpolitik hat die Donaumonarchie in jenen verhängnisvollen Gegensatz zu Serbien gebracht — das unter König Milan ganz österrcichfreundlich war —, der im Morde van Serajewo den Anlaß zum Weltkrieg gab. Oesterreich wurde durch Tiszas Energie gezwungen, die Unterdrückungspolitik der Madjaren gegen Serbien mitzumachen. Auch die Hohenzollern haben stch für Ungarn geopfert. . . . Nun aber naht die Nemesis: die
Deutschen in Westungarn erstreben mit allen Mitteln den sofortigen Anschluß an Deutsch Oesterreich, an Groß-Deutschland. Wenn alle Tschechen und Polen. Ukrainer und Südslawen. Rumänen und Italiener staatlich geeint werden, so darf den Deutschen dies wahrlich auf der FriedenLMnferenz nicht verwehrt werden! Die Komitote Oedenburg. Eisenburg. Wiesel- burg und Presburg grenzen an Deutsch-Oesterreich und find ganz überwiegend deutsch. Wirtschaftlich find diese Komitate immer Ne Vorratskammer von Wien gewesen — vor dessen Tcren fie liegen —. aber während des Krieges haben die Madjaren jeden Verkehr mit Lebensmitteln unterbunden, was eine maßlose Erbitterung im ausaehuugerten Wien erzeugte. Der Haß. den die Madjaren in ihrer grenzenlosen Ichsucht gesät, bringt ibnon nun die bittere Frucht des Zerfalls. Die Rumänen besetzen die Grenzkomitate mit rumänischer Bevölkerung, die Tschechen stnd bereits in der Slowakei einmorschiert (sogar Preßburg wollen die Huffiten „erobern"!), die Vanater Schwaben organisieren sich national und wollen deutsche Selbstverwaltung. ebenso die wackln Siebenbürger Sachsen, und nun rei f-en sich die Deutschen in Westungarn los und schließen sich Deutsch Oesterreich an. So zerfallen die Länder der Sievbans! krine. die selbst vor der madfarifchen Republik in den Staub sal.k. — Der Großmachttraum der Madjaren ist zu Ende. . .'
Die Gefahr im COta.
Die Denftchcn in Ungarn.
Wien wird geschrieben'
In Deulsch-Oeskerreich herrscht eine furchtbare Erbitterung ««pen die oerräteri'chen Madjaren, die durch ihre hinterlist.qe Pclttik den Zusammenbruch der bis dabin siegreichen Armee an der Piave versch uldet haben Der Demagoge Karvlyl bat
Her^eusstiimpse.
Roman von Helene SLütky. geb. von Gersdorff (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)
Nachdruck verboten.
Dem Marquis hüpfte das Herz in der Brust vor Vergnügen. So. gerade so hatte er sich immer sein Leb-n, in seinen kühnsten Träumen ausgemalt. Für jeden Franzosen ist Paris stets der einzige Ort. an dem es überhaupt der Mühe wert ist. zu leben.
„Ihre Idee ist großartig, himmlisch, überwältigend schön?" Leeilte er sich, zu versichern. „Ueberhaupt sind alle Ihre Ideen vorzüglich Herr Geheimret. Wir können nichts Besseres tun als uns stets Ihrer Führung überlassen. Nicht wahr, liebe Hilde?"
„Allerdings!"
Der Eeheimrat fühlte sich sehr geschmeichelt. Da§ gefiel ibm. so befand er stch wohl. Nicht die Braut war die Hauptperson. sondern er. der Vater bildete den Mittelpunkt des Familienfestes. Und so würde es immer bleiben. Deshalb hatte cr wohlgetan. diesen Schwiegersohn zu wählen. Kein anderer würde ihn stets in erster Linie berücksichtigen, wie es dieser tat und immer getan hatte.
Als die Tale! ausgehoben war, blieb man noch eine Weile beisammen im Salon.
Der G'heimrat war so heiterer Stimmung, wie stch Hilde kaum erinnerte, ihn jemals gesehen zu haben. Das Verlöbnis schien ihn wirklich zu beglücken und Hilde, in ihrer großen Herzensgüte. fühlte etwas wie Bedauern, ihn enttäuschen zu müssen Noch einen Augenblick wurde sie schwankend. Sollte sie ihrem Vater nuch dieses Opfer bringen? Konnte sie es? Da sah sie den Marquis an. der gerade eifrig mit ihrem Vater redete Ein Schauder überrieselte sie. Dann dachte sie an Reinbold und wie ein Spul war di- Möglichkeit verflogen. Nein' nie- mals! Sie konnte keinem ^ ;! Manne angehören, als Nein-
hold, ihm oder keinem!
. sagte der Geheimrat endlich stch erhebend
strotz aller Freiode fühle ich doch, daß^ch ein alter Mann bin und
Der Unterstaotssckretär von Gerlach hat sich nach seiner Rückkehr aus Posen sowohl gegenüber einem Vertreter der Wolfs Bureaus wie gegenüber einer Presseversammlung dahiu ausgesprochen, daß die Zustände in der Ostmark nicht so schlimm seien, wie man sie vielfach darstelle, und daß die Polen den aufrichtigen Willen batten, die Ordnung und die Lebensmijtelzu- suhr aus dem Osten auftechtzuerhalten: ihre Absicht dabei sei bei der Friedenskonferenz, der sie die Festsetzung der polnischen estgrenze überlassen wollten, einen möglichst günstigen Eindruck für sich zu erzielen.
Selbst der Volksbeo. rrftragte Schoidemann äußerte gegenüber den Pressevertretern, er denke über die Lage in der Ost- mark nicht so optimistisch wie Herr von Gerlach. Wir müssen dabei verbleiben, daß eine werter? passive Haltung der Regierung schwerste Gefahren zur Folge haben müßte Dac-. ^lel der Polen ist entweder, in ähnlicher ÄZeise. wie das in Kongreßpolen geschahen ist. eines Tages die Gewalt in der Ostmark völlig an sich zu reißen und für den Friedenskongreß eine voll zoqene Tatsache hinsichtlich der Gestaltung des künftigen pol- mfchen Staatsgebiete- zu schaffen: wir halten das nach wie vor für die wahrscheinlichere Entwicklung. Sollten sich ihr aber doch zu große Schwierigkeiten cntgLgenstellen. so wollen die Polen mindestens gerade dadurch, daß sie gleichsam die Verwaltung unserer ostmärkischen Gebiete mit Einwilligung unserer Regie- run» in ihre Säode nehmen, für den sfriedenskonqrch demonstrieren. daß drei? Gebiete polnisch«? Land seien, das die deutsche Regieruna »°r nicht mehr habe hatten sännen. Schon aus dis- em Grande bedeutet eine weitere pisäve S-ltunq der Rev»- ,u«onsres!eru„« die Preioqobe Posen- und Oberschlesiens an d'e Polen, und e° ist keine Frage. datz sich die Gefahr bald auch ans namhafte Delle Wesipreutzenz erstrecken würde.
Dazu komm! aber die noch dringendere Gefahr, hast die Polen, sobald sie sich erst sicher fühlen, die Zufuhr nicht nur von
Lebensmitteln. sondern auch von Kohle einstellen. wenn ihre Ansprüche auf den Besitz der ostmärkischen Gebiete nicht schar» vor der Friedenekonierenz von Deutschland anerkannt werden. Natürlich würde die Nahrungsmittel- und Kehlenausfuhr sofort eingestellt. w-mn die Polen sich stark genug fühlen würden, den vor^eitlgen Anschluß der Ostgebiete an Kongreßpolen einfach von sich aus zu proklamieren. Dieser Gefahr, deren Größe schon behandelt wurde, muß unter allen Umständen wirksam vorgebeugl iverden. nicht durch Verhandlungen und Abmachungen, die bet der Natur und den wahren Absichten der Polen eine Sicherheit nicht bieten tonnen, sondern dadurch, daß der deutsche Staat sein? Hand auf die Vorräte im Osten legt. Das kann aber nur durch umfassende militärische Maßnahmen geschehen. Wenn man nun etwm glaubt, ein Einrücker, deutscher Truppen in die bedrohten' Gebiete würde dort einen Bürgerkrieg entfachen, so wäre diese Gefahr leickt dadurch zu beseitigen, daß die einrückenden Trup, pen stark ge.-.ug wären, sie im Keime zu ersticken; ein weiteres wirksames Mittel dagegen wäre die Bewaffnung der Ostmark- deutschen, wir sind fest überzeugt, daß die Polen in dem Augenblick jeden Gedanken a« eine» „Bürgerkrieg" — der doch nur gewaltsamen polnischen Angriff auf die Deutschen bedeuten kann — aufgcben würden, in dem sie sich zu schwach dazu fühlten.
Vermag die Reoolutionsregieruno die notwendigen Maßnahmen nicht durchzuführen. so wäre das ein völliges Versagen des revolutionären deutschen Staates. Darüber helfen keine schönen Worte und keine Harmlosigkeiten hinweg. Es ist eben sehr viel leichter, eine Diktatur gegenüber den friedlichen Bürgern aufzupslanzen als die Pflichten des Staates gegenüber feindlichen Elementen durzuführen. Ein Staat aber, der das nicht kann, erklärt damit eben feinen Bankerott.
fie Kruppschen Werke.
In einer Versammlung der Kruppschen Werke in Essen sprackxm sich die Hauptredner gegen eine Verstaatlichung der Werke aus. weil dadurch die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt verhindert werden würde. In einer Entschließung wurde die Firma um Neuwahl der Beamtenvrrtreter auf breiter Grundlage und um Einführung von 40 Stunden Arbeit in der Woche eriucht. Der Arbeiter- und Soldatenrat von Essen wurde ersucht. auf die baldige Einberufung dcr Nationalversammlung hirzuwirken.
Drg'.k^t Wiü'üNfn-Arl-ki!glgMnl.
Berlin, 26. Nov. Aus den Kreisen der neuen sozialistischen Negierung wird folgendes der Berlin >r Presse mitgeteilt: Mit schweren Sorgen sieht man den nächsten Wochen entgegen B-F spätestens Mitte Dezember fehlen die Lieferungen aus den Erzgruben Elsaß-Lothringens und Oberschlesiens. so daß die Weiterbeschäftigung der deutschen Elsenindustrien, welche Mill-onen von Angestellten und Arbeitern umfaßt, in Frage steht. An eine Zufuhr aus Schweden und Spanien bei Fcrtidauer der Blockade ist nicht zu denken. Ebenso unmöglich ist es. auf die Dauer die Weiterbesckäftrgung dcr Arbeiier und die Fortzahlung der Löbne und Gehälter ausrecht zu erhalten. Das müßte die Industrie in Grund und Boden ruinieren. Es ist dadurch mit der Arbeitslosigkeit von Millionen von Menschen zu rechnen.
Wißmirtlchaft.
Berlin. 26. Rov. Unter der Ueberschrkst: „Die vollstän/dlge Mißwirtschaft der herrschenden Regierung" schreibt das Berliner' Zentrumsblatt „Germania"'
„Es bedarf einer starken Hand, die mit Energie die Arbei. ter zu der Erkenntnis bringt, daß das jetzig» Durcheinander aufhören muh und Ordnung und Arbeit einzusetzen hat Die Reichsregierung kennt die Zustärtde genau, aber sie ist unfähig, zu handeln, weil sie zur Hälfte aus Unabhängigen besteht, die
Ruhe brauche. Ich werde mich jetzt zurückziehen, will euch aber nicht hindern, noch beisammen zu bleiben. Vielleicht musiziert 'hr noch ein Stündchen. Ich lasse euch in Gesellschaft der Lehmann. die nunmehr ihr Amt als Eardedame antritt. Gute Nacht
5ift>e sprang aus. lief zu ihrem Vater und. seine Hand ergreifend, führte sie ihn zur Tür und wollte auch noch weiter mit ihm gehen. Er aber wehrte ihr.
„Nein, nein, bleib' nur. wozu denn? So wackelig bin ich noch nicht, daß ich die Paar Schritte nicht allein gehen könnte."
Sie aber stand und blickte ihm mit trüben Blicken nach
Da g,ng er hin. ihr Vater. Würde sie thn wohl jemals Wiedersehen ?
^teure Hilde, noch ein wenig zu musizieren?" ertönte da des Marquis Stimme in den süßesten Klängen.
Schnell wandte sie sich um.
..Ja, ja. große Lust!" erwiderte sie. Mas konnte sie Besseres tun. als Musik machen? Zu sagen hatten sie sich ja doch mchts. Auf diese Weise verging die Zeit, die sie noch beisammen sein mußten, am besten.
Und bald darauf erklangen die Töne der Grieg'schen Sultez Werst zitterten Hildes Hände, die Noten schwammen vor ihren SUaen. Aber nach und nach zog auch in dieser schicksalschweren -tunde die holde Muse der Musik sie in ihren Bann, so daß sie momentan fast alles andere vergaß.
Auch drr Murquiz erschi-n ihr weniger fürchterlich, wenn er geigte. Die Kunst wurs auch aus ihn ihren verklärenden, veredelnden Sckrein. Wahrscheinlich regten sich auch in ihm wahrend er spielte, reinere und bessere Gedanken Schade, das, die'elben mit den letzten Klängen der Musik ebenfalls zu ver gehen schienen!
Als der Schlußakkord verklungen war, stand Hilde auf
..Sie haben sehr schön gespielt . ... ich danke Ihnen. Louis, wandte sie sich an den Marquis. „Ich fühle mich sehr müde und angegriffen. Mein Kopf schmerzt immer noch ein
g.^ Ich muß mich legen. Werden wir morgen noch das Vergnügen haben. Sie hier zu sehen?"
„Selbstverständlich, teure Hilde! Ich habe Urlaub auf acht Tage genommen, um mein neues Glück in Krer holden Gesellschaft zu genießen."
..Wie sicher er meiner war, ohne mich überhaupt noch ge- fragt zu haben!" dachte Hilde bitter.
"Also gut denn bis morgen früh!" sagte sie laut, ihm dir Hand reichend, die er lange und leidenschaftlich an die Lippen drückte. „Ich wünsche Ihnen angenehme Ruhe!"
„Gute Nacht! Träumen Sie süß.'cher ange!" antwortete der Marquis, „und" setzte er mit süßlichem Lächeln hinzu, „träumen Sie auch ein wenig von mir!"
„Gute Nicht, Tante Ziska!" wandte sich nun Hilde auch an Fräulein Lehmann. „Werden die Herrschaften noch lange auf. bleiben oder sich auch bald in Morpheus' Arme begeben?"
„Jedenfalls auch bald", erwiderte Franziska, „denn ich bin ichrecklich müde. Dieser große Tag^at doch viele Anforderungen an mich gestellt."
Also wünsche ich Ihnen Beiden eine gute Nacht", wiederholte Hilde, die nur hatte erfahren wollen, wie lange es wohl dauern würde, chiZ alle sich zur Ruhe begaben.
Der Marquis ließ es sich auch diesmal nicht nehmen, fie bis an den Fuß der Treppe zu begleiten. Hier verabschiedete er sich mit einem nochmaligen Handkuß.
Als Hilde in ihr Zimmer trat, atmete sie tief und wie be- fteit auf. Da« Schwerste, für ihr Her; Bitterste, die Täuschung, die Heuchelei gegen die Ahnungslosen lagen nun hinter hier! Jetzt galt es nur noch Kaltblütigkeit und Besonnenheit, das war bedeutend leichter. Es schien ihr ein günstiges Symptom, dcß sie ihres Vaters Kammerdiener diesmal nicht auf seinem Wochtposten gesehen hatte, auch sonst niemand, der etwa als dessen Vertreter hätte dienen können. Hatte man die Bewachung aufgeaeben. weil man an ihre vollständige Unterwerfung glaubte oder war es nur eine Nachlässigkeit des Wächters? Beides war günstig für sie und würde ihr Vorhaben erleichtern
Lertjetzung folgt.


