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10 Pfennig die 'Kummet
Wonlast, den 25 , November 1918
11 . Istlirststnst.
Dip rue v nrcftttiimtd" ei d,eiiit ,eoe,. Werlia-. V.ec etmc,ßtge Denaren „r. er laucr ans Ke Neu". ..Vie hinzu tritt noch das Lestellgeid: re, den freuten mono» lick. 1.00 Mk. etnichlietzlich Iragerlo m. .Xrnetsten: ^r.mo eile erhoben. (SrniUunfeori /vrleobeTQ. Okiirifllriluno tti»^ Jerlat -neobe a freien • innertr<ne 12.
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An die fruöHrrung drs Korpsbrsrlrs!
In den nächsten Tagen werden unsere Armeen den Rhein ilberschre'ten. Ruf mehreren Marschstraßen werden sie stasfel- weise unser Gebiet vassieren. Millionen braver deutscher Sol. baten, die bisher tapfer känipsren. werden von ihren Oberbe :eb!shabern heimqe'ührt. 9kach den geltenden und von der Volksregierung bestätigten Bestimmungen geht für die Dauer des Durchmarsches die Vefehlsgewalt des stellv. Eeneralkom- mandos auf die Oberbefehlshaber der Durchmarschierenden Trup pen über. Den Anordnungen derselben ist Folge zu leisten.
Aber nicht nur der Befehl, sondern das eigene Herz wird jeden Volksgenossen in Stadt und Land und jode Behörde da- bin bringen, willig alles Zu tun. was tut Die Unterstützung der Truppen auf dem Marsch bei Ui rerk!nst und Verpflegung zu leisten ist. Folge jeder dem Oberbefehl, damit es keine Wirr Nisse gibt. Allo Anordnungen zum Wohl? der Truppe müsien bi? ins Kleinste erfüllt werden. Wer dagegen verstößt, versündigt sich nicht nur an unserem Vateriande. sondern auch an dem Wohl unserer tapferen Soldaten, die uns bisher vor dem Schlimmsten bewahrt haben. Herrscht keine Ordnung, so steht die Armee und das säöne Land, durch das sie mar'ck'ert. unbedingt in wenigen Tagen vor einer Hungersnot. Die Arbeiter- Bauern. und Soidatenrote werden alles tun. um der Sicherung dos Durckmarick^es jede Förderung angedeihen zu lassen.
Volksgenoffen. empfangt unsere Soldaten gut!!
Die Durchmarschgebiete werden durch die Presse bekannt gegeben.
Im Namen der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte des Bezirks des 18. Armeekorps:
Der Arbeiter- und Soldatenrat Frankfurt a. M.
Die Zersprengten.
Der Nrgierungspräsidewt erlaßt nachstehende Dekannt- -lwchung'
1. Alle Verwaltungsbehörden in Stadt und Land werden hierdurch aulgesordert. unter Heranziehung der zur Aufrechter^ Haltung der Ordnung gebildeten Organisationen mit größtem Nachdruck dahin zu wirken, daß alle Versprengten an- gchalten und möglichst zu kleinen Trupps unter Führung eines Offiziers oder Unteroffiziers zusammengefaßt werden. Sie find den nächst durchmarschierenden oder in der Nähe liegenden gescklcffenen Truppenverbänden zu.zusühren. die sie ihrem Der-- band unter Meldung an die Vorgesetzte Dienstst"lle eingliedern Nur so kann eine geordnete Verpflegung, Unterbringung und Rückkehr in die Heimat, wie richtige Entlassung, gewährleistet werden.
2. Soldaten, die ihnen dienstlich anvertrartte Sachen, wie Bekleidungsstücke. Waffen Pferde. Dich usw. veräußern, machen sich des Diebstahls oder der Unterschlagung.schuldig, sie handelt: pflichtvergessen und schaden der Gesamtheit des Volkes. Sie werden unnachfichllich gerichtlich, verwlgt werden und haben <mf spätere Begnadiguna nicht zu rechnen.
Pflicht jedes ehrliebenden Soldaten wie der Bevölkerung ist es. solche Schandtaten zu verhindern und Schuldige zur An zeige zu bringen, lll^er andererseits solche Salben von Soldaten erwirbt, setzt sich der gerichtlichen Bestrafung wegen Hehlerei § 2.'.9 S1.-E.-B. aus.
Aufrufe.
Der Hu, n Nov. sWB.) Der Vollzvatanssckuß das Sol- datenrales bei der Obersten Heeresleitung erläßt folgenden Aufruf:
An die Arbeiter- und Soldatenräte der Heintal.
Kameraden und Arbeiter!
Nach heißem Ringen kehren unsere tapferen Krieger in die Heimat zurück, nicht als Sieger, ober auch nicht als Geschlagene. Jahrelang habe-, sie einer furchtbaren Uebermacht widerstanden und Unvergleichliches vollbracht. Der Willkommen in der Heimat soll daher nicht weniger herzlich sein. Zeigt Euren Kameraden. daß das neue Vaterland ihre Taten zu würdigen und ihre,großen Leiden zu achten weiß. Dann aber muß man überall bemüht fein, die heimkehrenden Kämpfer nicht durch böle gemeinte, aber immerhin als kränkend empfundene Maßnahmen tm Sicherheitsdienst zu behelligen. Den zersprengten Kameraden sind nach wie vor Waffen und Munition abzunehmen. Geschloffenen Truppenkörpern sind die Waffen unter allen Umständen zu belassen. Alle etwa hieran geknüpften Befürchtungen entbehren jeglicher Berechtigung, denn wir wiffen aus Verhandlungen mit den Vertretern von Soldatenräten des Feldheeres, daß die Fronttruppen uneingeschränkt aus denn Boden der aus unserer staatlichen Umwälzung hervorgegangenen Negierung Ebert-Haafe stehen. Mit den Arbeiterbrüdern in der Heimat ®i« auch das Feldheer die Demokratisierung und Sozialisierung Unseres Landes. Deshalb erhebt e§ auf das schärfste Einspruch gegen alle Bestrebungen, die dahin führen, das Zustandekommen der von der jetzigen Regierung geplanten Nationalversammlung gu hinterlreiben. Dte Feldt«ip-en wollen Über den weiteren
Ausbau des Reiches mitentsckeidlN. Das Feldheer will den Frieden und den geordneten Auslau des neuen Reiches und lebnt den Gedanken ab den Sv'g über die bisherigen Diktatoren zur Erreichung einer neuen Diktatur zu mißbrauchen, weil diese den ersehnten Frieden vereiteln und das deutsche Volk dem Hunaertode preisgeben könnte
Kameraden und Arbeiter' Aus tiefstem Herzen dankt Guck das Feldheer für Cure befreiende Tat in der Heimat. Ihr hebt die lanfl erstrebte Verjüngung Deuckblands durchgefübrt und den beimkebrenden Brüdern die Vorbed nauna für ein glücklos Dasein geschaffen Wo aber der Verbuch gemacht werden sollte unter Ausschaltung des ftdb f nere£ und a"'st von dem arb"it"n- den Vo'k fte's verlangten Demokratien über den endgültige»' Ausbau des Vaterlandes zu - beschlichen b-tten wir Euch, sich jenem Bestreben mit allen Mitt-e'n zu widerlei'.'n
Kameraden und Arber!er' Wir keUan unser V"rtrau>'n in Euch und grüßen Euch mit einem Hoch aus das neue Vaterland' An alle Solda.tenräte des Feld^e res' Kameraden?
R-^ch leidet das Reich an den Rückwirkungen tar g!änm"d geglückten llm^älzuna >'"d schon droh>n u'-sor-r verjün tan Hei mat treue G<f^b7en Während wir die Walsen ans der Hand zu legen gewillt sind will das nener'Vnbcne Palen unsere augenblickliche L^"e m^'rangen' u^st-eitig deutsches Land soll d"m graben deutschen Vr^erland entr-üen werden. Unter aller Reckst^en'vfln^en e^"^'rt sick peg-n den Gedanken, daß unter Wik'.gchtvng der Wiliopscken Fr etansgrundsätze kerntautscke Vri'der und Landesteile aen-gfOam abgetrennt und der pol- nifch"n Fremdberrlchaft unterstellt werden fallen
Kameraden' Wö-ren solcke Absichten l.nifen mie sie wollen uns m.gtznt dielg Ersche'nnna vor Znietrackst und Auflösung Einig und aeschlo^en müsien wir uns um unsere vom Vertroueu des wer*mt'gen Volles gntrn »ene Reichereaieruna sckaren. Nur -dann wird sie das Maß an Einflnsi g-"-i^nen um einen Völker- s'-ie-^on ou.srub^nen der dos d«^"tsst>e Velk sckütrt vc-r n^tsnnuler Zerreißung und au* ibm kms Reckt au? Selbstbestimmung sickert Großes Hauptquartier. 21. November 1918.
Nov. lAllB ) Im Einvernehn'en mH d-n in stgrdiaen Resiorts wird ang"ordnet. daß die Zentrgl-E'nkatTss- ge^llschalt sofort aus dem G"sckäf'sberetch des Neichsmirllchosts- omts ausschoi^et u^d dem Staatssekretär de§ Reichsernahrungs- amts unterstellt wird
gez. Ebert, Haafe.
Gin Amutsticerla"'.
Der Iuftizminister erließ folgende allgemeine Verfügung: Allgemeine Verfügung vom 23 dtovember über die Gewährtrna von Straffreiheit' i Rech Ziffer 8 des ReichLgefetz-h vom 12 November lN. G-Bl. S. 1303) ist für alle volitischen Straftaten Amnestie gewährt' die wegen solcher Straftaten anhängigen Verjähren sind niedergeschlagen. Nähere Aussüb. rungsanordnunaen der Relchsleitnng find noch zu erwarten Schon j?Nt werden die Strasvollstreckungsbehörden angewiesen Strafvollstreckungen wegen Straftaten, deren politi'cher Charak 1er unbedenklich erscheint, alsbald zu unterbrechen und neu^ Vcllstreckuno.smaßnabmen wegen solcher Taten nickt mehr einzuleiten. Die S^rafversola.una.sbchörden haben Verfahren we> gen Beschuldigungen der in Rede stehenden Art nickt mehr zu betreiben und Anträge auf Aufhebung anstehender Termine zu stellen. 2. Auch wegen nickt politischer Strafen ist ein Reichc- gesetz über die 0>ewährung von Straffreiheit zu erwarten. Schon jetzt werden die Strafvollstreckungsbehörden angewiesen, eine Vollstreckung von Strafen, die nickt schwerer sind als drei Monate Gefängnis nickt mehr einzuleiten. bereits angetre^ene Strafen von nicht mehr als drei Monaten alsbald zu unterbrechen.
Berlin, den 23. November 1918.
Dr. Spahn.
Der Keim marsch der 0. Artncc.
Köln, 23. Nov. (WB.) Als Spitze der 6. Armee erreichte Heute morgen die deutsche Jäger-Division, die zu Beginn der gießen deutschen Offensive in Italien aus Jäger-Bataillonen zusammengestellt wurde, und eine kurte, aber ruhntreiche Vergangenheit hat, das Weichbild der Stadt Köln. Jubelnder Sang begrüßte die unbesiegten Helden. Festlich gekleidete Schü- lvrinneu und Damen des FrcruenvereinZ schmücken die Heim- kehrenden mit Blumen und verteilen Liebesgaben. Die Marschstraßen bilden ein wogendes Meer von Fahnen. Girlanden und zahlreiche Inschristen, an Kandelabern quer über die Straßen gespannte Tücher geben der aus tiefftem Herzen quellenden Dankbarkeit der Heimat unseren Frontkriegern gegenüber Ausdruck.
Düsseldorf, 23. Nov. (WB.) Die Fronttruppen er- rechten jetzt opch den Niederrhvln. Nochdenr in den. letzten
Tagen große Füge Bagagervagen. Antamobi'.kolounen, Sanitätsfuhrwe. ke, Pserdeu-ansportes und fleinete Ad- ttilungen Fußtrnppeii von der Etappe den Mein ii-.»er- schritten hatten tia» heule die Lpitze der 4. 3l:nioe rirt v. Armin geschlossen und in guter Ordnung lper ein. Tie Rbeiubrücke und zahlreiche Häuü'r der Stadt trugen Be- arüstunoslnickl isteu und Bluinenichmtick. In allen Ltratzen sind Flaggen gehitzt. Ten Heimkehrenden wird ein herz- lickx's Willkommen von der Bürgerschaft bereitet. Tank den getroffenen Motzrege'n vollzieht sich der gewaltige Verkehr, der meist um die innere Stadt herumg.'leitet wiid oljtie Störung. Nur lwr Betrieb der elektrischen Vorortbahnen über die Rheinbrücke ist zeitweilig eingestellt.
Url'rr -st si'affl 8 A 8 r!iNt"s!ikd'f"n^i
werden von einem Mitglied der Deutschen Wrfsenstillstavds* ko mm isst ov. der „Voff. Zt^." folgende Einzelb.i en mitst.eteilt: .Als wir am 8. Noventber die französisä-cn Linien erreichlen. standen im Novsmbernebel die feindlichen Wagen bereit, bt. uns neck dem uns bekannten Ort der Verhandlungen zu fahren. Diese Autotour mit den französischen Offizieren tauen? zehn Stunden, und es ist sehr wahrfchunlich. daß man sie mit Absicht, verlängert hat, um uns kreuz und qu->r durch dte zerstörte Provinz zu fahren und uns durch den Augenschein auf das vorzu« bereiten, was sich uns an Haß und Racke nun bald in Gestalt scharfer Bedingungen darbieten würde. Abends stand irgendwo ein Zug für uns bereit. Die Wageiüenster waren verhängt und als wtr am Morgen erwack-en, stand der Zug mitten im Wolde still Jetzt wissen wir daß wir im Walde von Eom- piegne verhandelt haben. Vielleicht war es eine Maßregel der Vorsicht auch für uns. daß man uns in keine Stadl führte. Vielleicht fürchtete man Gewaltakte der Bevölkerung. Auf der Eisenbahnlinie in dem von Truppen abgesperrten Wald standet» nur zwei Züge, den einen bewohnte Fock und die Seinen, der andere war der unsrige. In diesen zwei Zügen haben wir drei Tage lang gewohnt, gearbeitet und beraten. UuieT Zug war mit Schlafwagen, großen Salonwagen und Speisewagen sehr taquem eingerichtet. Die Vorstellung des halben Dutzerld französischer Offiziere, die mit uns lm Pleuum verhandelten, erfolgte mit sehr kaltem Gruße Marscholl Fcch. der sich nur zweimal, zu Anfang und zum Schluffe, zeigte, ein strenger, nüchterner Mann über 60 Jahre, äußerlich eher dem Tnvus des evaliscken Offiziers ähnlich, empfing uns kühl mit den Worten: „Was wünschen Sie^" und lud uns in dem großen mit Tiscken und Karten ausgestatteten Arbeitswagen zum Sitzen ein. Er bat sich bei aller Kälte nicht taktlos und brüsk benommen. Dlr Mitglieder der gegnerischen Kommissionen bestanden nur am Offizieren. So hat da? militärische Deutschland durch zwei Zirilisten dem in dieser Stunde gänzlich militaristischen Frankreich gegenübergestavtan Der Gegner behielt in allen siincn Abgesandten dieselbe fockliche, durch kern einziges ins Monfckliche hinüberklingende Wort gemilderte Kälte bei, dir dcr Mgrsckall angenommen batte. Höchstens von seinem Ge- neralstabschef. der den elsössiscken Namen Weygand führte konnte man vielleicht eine größere Höflichkeit bemerken. Vollends der englische Admiral schloß sich dem allgemeinen Tor drr Franzosen an Inzwischen waren wir zwar nicht behindert durch den Eiffelturm chiffrierte Depescken nach Haufe zu schicken, waren aber unsererseits in div'em einsamen Wrlde mit den beiden Vahnziigen von jedem Weltverkehr abgescknit'en Kuriere konnten Zeitungen in zwei Stunden von Paris heran- bringen. Am Sonntag wurden uns Pariser Blätter mit der Abdankung des Kaisers schweigend überreicht. Wir haben kein Lächeln, keinen Triumph in ihren Zügen gesehen, aber wir sahen in ihr Herz. Durch den Umsturz sind unsere Arbeiten eigentlich nicht gestört worden. Unsere Akkreditive, die übrigens nur auf die ..deutsche Regierung" lauteten, bebiel^en ihre Gültigkeit". Ugber die deutschen Militärbestände links des Rheins, namentlich soweit die Lebensmittel in Frage kommen, ist folgendes bestimmt worden: Die Lebensmittel stehen in erster
Linie den durchmarschierenden Truppen zur Verfügung. Jeder Soldat erhält an Lebensmittel so viel er tragen kann. In den linksrheinischen .Gebieten ist in weiter Kreisen die Befürchtung verbreitet, daß die feindliche Heeresleitung die tm wehrpflichtigen Alter stehende männliche Bevölkerung entrvSdsr al§ Kriegsgefangene oder zu Arbeitszwecken nach Belgien und nach Nordfrankreich abführen kaffen werde Die Befürchtung entbehrt jeder tatsächlichen Unterlage. Weiter heißt es: Es
vermehren sich infolge des aufgezwudgenen übereilten Rückzuges die Marschschwierigkeiten des deutschen Heeres, trotz detz bisher günstigen Wetters. Die Frangofen scheinen sich auf keine Verlängerung der Ränmung.sfristen elnlaffen zu wollen. Ein« Katastrophe, d. h. die Auflösung des Heeres und zügelloses Z»- rückströmen unter Plünderung des Landes, bewaffneter Widerstand gegen den nachrückenden Feind, kann jederzeit eintreie», namentlich wenn schlechtes Witer eintritt.
Keine MiSdcrttng.
Sp^a, 21. Nov. (WB.) In der hetttigen Plenarsitzung dcr Waffenstillstandskommission teilte General N u d a n t mit. dab


